„Die Natur übte erst mit Blumen, ehe sie die Frauen schuf.“

- Emanuel Wertheimer -

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Alle Lebewesen dieser Erde unterliegen einem natürlichen und individuellem UrRhythmus. Diesen könnte man als Naturgesetz bezeichnen, denn er nimmt Einfluss auf das gesundheitliche Wohlbefinden der Menschen, aber auch der Tiere und Pflanzen.

So nimmt sich beispielsweise ein neugeborenes Kind etwa zehn bis 30 Minuten Zeit, um seinen eigenständigen Atemrhythmus zu finden und die selbständige Atmung an das Überleben auf dieser Welt anzupassen. Physiologisch gesehen würde die Nabelschnur so lange weiter pulsieren und den Säugling zusätzlich mit Sauerstoff aus dem mütterlichen Organismus versorgen, bis das kleine Baby dies selber ohne Stress bewältigen kann. 

Neben dem Atemrhythmus gehören unter anderem auch Herzrhythmus, Verdauung und Tag- und Nachtrhythmus zu den Taktgebern, welche in einem bestimmten zeitlichen Rahmen die Eigenschaften Bewegung und Entspannung in ausgeglichener Weise enthalten - je nach Lebensstil und dementsprechenden Gesundheitszustand.

Betrachten wir nun den heutigen Zeitgeist der Gesellschaft, stellen wir fest, dass der natürliche Rhythmus vielen Einflüssen und Störfaktoren ausgesetzt wird. Um beim Beispiel des Neugeborenen zu bleiben: In der Regel wird die Nabelschnur unmittelbar nach der Geburt abgeklemmt, und das Kind wird gezwungen, schneller eigenständig zu Atmen, als es die Natur vorgesehen hat. Somit erhält der Mensch direkt am Beginn seines Lebens den ersten Impuls, dass er seinen ursprünglichen Rhythmus auf dieser Erde nicht leben kann. Versucht er es dann später aus einem neu entwickelten Bewusstsein heraus, muss er häufig gegen den Strom schwimmen und gegen Windmühlen kämpfen.

Frauenbeschwerden in den verschiedenen Lebensphasen

Um Frauenbeschwerden in der Naturheilkunde gezielt zu behandeln, besteht die Möglichkeit der Einteilung in unterschiedliche Lebensphasen, der Entwicklungsstufen im positiven Fall und der störenden Einflüsse, welche schließlich zu körperlichen Symptomen führen können.

In der Lebensphase des jungen Mädchens beginnt erstmals die Auseinandersetzung mit der Polarität. Im vorangegangenen Zeitraum, dem des jüngeren Kindes, spielt das Geschlecht noch eine untergeordnete Rolle. Nun bekommen die Unterschiede des weiblichen und männlichen Geschlechts eine neue Bedeutung. Junge Mädchen beobachten und erleben die Veränderungen ihres Körpers und müssen lernen, diese zu integrieren. Leichter fällt ihnen dieses, wenn sie positive weibliche Vorbilder haben. Zunehmend lernen sie, Selbstverantwortung zu übernehmen, sich anzuvertrauen und sich als Frau zu fühlen. Durch Vernachlässigung, Minderwertigkeitskomplexe, Überforderung oder ungünstige Familiendynamiken kann es, manchmal auch nur vorübergehend, zu Störungen kommen. Diese können bei einigen Mädchen als sogenannte Pubertätsstörungen bezeichnet werden, jedoch bis hin zu physisch und psychischen Erkrankungen wie Anorexia nervosa oder Depressionen führen. Eine therapeutische Begleitung in unterschiedlicher Form ist in jedem Fall anzuraten. Möglicherweise kann es sinnvoll sein, neben anderen Therapiekonzepten Naturheilmittel begleitend einzusetzen.

Die Frau vor der Mutterschaft beginnt die Sexualität zu leben und macht Erfahrungen in der Partnerschaft. Sie findet heraus, zu welchen Menschen sie sich hingezogen fühlt, erlebt Schönheit, Sinnlichkeit und Vitalität. Sie sammelt Erfahrungen, entfaltet Talente und lernt ihre Lebensthemen und -Aufgaben kennen, welche sie zu einem sinnerfüllten Lebensgefühl führen. Das aus ihrer Schöpferkraft Entstandene sammelt, pflegt und bewahrt sie. Das gesundheitliche Gleichgewicht kann durch fehlende oder destruktive Beziehungen, Unzufriedenheit mit ihrer Figur, sexuelle Probleme, berufliche und soziale Stressfaktoren und Orientierungslosigkeit entstehen. Auch ungewollte Kinderlosigkeit führt bei vielen Frauen und ihren Partnern zu belastenden Situationen. 

Ein großer Meilenstein und Umbruch im Leben der Frau ist die Schwangerschaft und Mutterschaft. Groß ist das Bedürfnis nach Sicherheit und Geborgenheit für sich und das Kind was eine zuverlässige und liebevolle Partnerschaft, tragfähige familiäre Bindungen und die gesicherte finanzielle Lage ermöglichen. Ihre neue Aufgabe ist das

Geben und Nähren. Dafür nimmt sie eigene Wünsche zurück und überdenkt ihre Prioritäten. Sie muss lernen, ihre Kräfte einzuteilen und die Partnerschaft neu zu gestalten. Möglicherweise zeigen sich in der neuen Lebenssituation Veränderungen, die vorher nicht geplant waren. Durch Hormonumstellung und Schlafmangel kann es zur Überforderung der jungen Mutter kommen. War die Schwangerschaft nicht geplant, wird das Kind zu früh, krank oder als Schreibaby geboren, entsteht eine zusätzlich herausfordernde Situation. 

Erneut bringt die Zeit des Wechsels viele Veränderungen mit sich. Bedürfnisse wie Ernährung, Bewegung und Ruhezeiten werden neu festgelegt und einige Frauen wünschen sich sogar eine berufliche Neuorientierung. Die Frau lebt zunehmend nach den gesammelten Lebenserfahrungen und richtet sich nach ihren eigenen Werten. Noch einmal werden Prioritäten neu festgelegt und wichtige Themen geklärt. Gesundheitliche Probleme entstehen nicht nur durch die Hormonumstellung, sondern auch durch ungesunden Lebensstil in den vergangenen Jahren. Vermehrt rücken nicht gelebte Sehnsüchte, faule Kompromisse, ungelöste Konflikte und belastende Familiendynamiken in den Vordergrund. Der Wechsel an sich ist keine Krankheit, dennoch benötigen viele Frauen eine therapeutische Begleitung in dieser Zeit. 

Die reife Frau weiß um ihre weibliche Urkraft; den Wechsel hat sie verkraftet. Sie trifft ihre Entscheidungen aufgrund ihrer Lebenserfahrung und führt ein angstfreies Leben. Ihre Stärke hat sie durch Erfolge und überwundene Niederlagen in ihrem Leben gewonnen. Die reife Frau lebt in der Zeit der Ernte dessen, was sie im Laufe ihres Lebens gesät hat. Sie ist in der Lage, die Früchte des Lebens zu genießen. Ihre Aufgabe ist es nun Alterserscheinungen, Verschleiß und Verhärtungen durch eine angemessene Lebensweise entgegen zu wirken. 

Zusammenfassend ist zu erwähnen, dass soziale und langanhaltende Drucksituationen, unverarbeitete und belastende Lebensthemen, Gewalt- und Missbrauchserfahrungen und der Verlust von nahestehenden Menschen stets zu Störungen der Gesundheit führen können. Dies hängt grundsätzlich davon ab, in welcher ganzheitlichen Grundstabilität sich ein Mensch befindet und wie tragfähig das familiäre und soziale Umfeld ist. 

Ein Fallbeispiel aus der Praxis: Bei einer 34 Jahre alten alleinerziehenden Mutter wird bei der gynäkologischen Krebsvorsorgeuntersuchung ein auffälliger Befund festgestellt. Es folgen Operation und histologische Untersuchung des Zellmaterials. Dabei werden bereits bösartige Krebszellen gefunden. Durch die frühzeitige Diagnosestellung konnte das auffällige Gewebe vollständig entfernt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt litt die Patientin monatlich unter dem prämenstruellen Syndrom (PMS), welches sich durch krampfartige Schmerzen und Stimmungsschwankungen zeigte. Durch die Erkrankung reflektiert sie vergangene Erfahrungen und Wünsche für die Zukunft erneut sehr intensiv. Sie beginnt zusätzlich mit einer naturheilkundlichen Therapie. Dadurch lernt sie, ihr Frau sein neu zu bejahen und findet zu großem Wohlbefinden in ihrer Weiblichkeit. Anschließend führt einmal jährlich eine Kur zur weiteren Prävention durch. Unter dem prämentruellen Syndrom leidet sie fortan nicht mehr. Selbst später in den Wechseljahren fühlt sie sich auch während der Menstruationstage wohl.

Heilpflanzen und Therapie in der Frauenheilkunde

Zum Einsatz können für eine erfolgreiche naturheilkundliche Therapie viele Heilpflanzen kommen. Bekannt sind u.a. Bellis perennis (Gänseblümchen), Viola tricolor (Stiefmütterchen), Alchemilla vulgaris (Frauenmantel), Centaurium (Tausendgüldenkraut) Millefolium (Schafgarbe), Geranium robertianum (Storchenschnabel), Solidago (Goldrute), Viscum (Mistel), Agnus castus (Mönchspfeffer) und Cimicifuga (Traubensilberkerze). Bei einigen, wie beim Frauenmantel, ist schon der Name ein Hinweis auf die Wirkkraft der Pflanze. Doch auch in der klassischen Homöopathie gibt es speziell wirksame Heilmittel. Zu erwähnen sind hier z. B. Sepia, Caulophyllum thalictroides und das Natrium tetrachloroauratum. Letzteres kommt bei der Behandlung von Myomen zum Einsatz. 

Die erfolgreiche Therapie setzt eine gründliche Auswahl der Heilmittel, sowie einen erfahrenen Therapeuten voraus. Anhand eines Beispiels wird die Wirksamkeit einer Heilpflanze deutlich. Das Wesen der Alchemilla (Frauenmantel) hat Bezug zu Umhüllung und Behütung. Somit verkörpert sie das Wesen der Gebärmutter. Alchemilla steht für die Bejahung des Frau seins und der weiblichen Rhythmen. Sie kann zum Einsatz kommen, wenn Frauen sich zu sehr mit ihrer Fähigkeit zu Gebären identifizieren oder Schwierigkeiten haben, diesen Aspekt zu integrieren. Angewendet wird die Alchemilla bei Menstruationsbeschwerden, Zyklusunregelmäßigkeiten, PMS, unerfülltem Kinderwunsch, nach der Entbindung oder bei Wechseljahrsbeschwerden. Neben der richtigen Auswahl der Heilmittel muss auch die Dosierung genau festgelegt und gegebenfalls von Zeit zu Zeit verändert werden. 

So bleibt schließlich noch zu erwähnen, dass Beschwerden, die seit längerer Zeit anhalten, auch Geduld von Seiten der Patientinnen erfordern um zum Heilerfolg zu führen. Ebenso haben die Vertrauensbasis zur Therapeutin/ zum Therapeuten sowie das heilsame Gespräch ihren Anteil an einem erfolgreichen Therapiekonzept.

Autor: Carolina Spitzer
Thema: Frauenheilkunde
Webseite: https://www.naturheilkunde-c-spitzer.de

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