Jeder hat etwas, was ihn antreibt ...oder auch nicht.

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Jeder hat etwas, was ihn antreibt ...so der Werbespruch einer Bank. Manch einer wird sich denken ...schön wär‘s! Wer kennt das nicht: keine Lust in die Arbeit zu gehen oder sich zuhause an die Arbeit zu machen, keine Lust überhaupt anzufangen und hat man einmal angefangen, scheint es sich endlos hin zu ziehen.

Die erste Überlegung, die man hier anstellen sollte: handelt es sich wirklich um reine Antriebslosigkeit oder ist ganz einfach der Akku leer? Soll heißen, schlafe ich genug, nehme ich mir genügend Zeit für Pausen und nehme ich die Pausen nicht nur, damit mein Körper sich erholen kann, sondern nehme ich mir auch Zeit für mich, Zeit um zu mir selbst zu kommen? Habe ich meinem Körper nach dem letzten Infekt genug Zeit gegeben, um sich ausreichend zu erholen? Oft gehen wir jahrelang über unsere Grenzen. Anstatt auf unseren Körper zu hören, schlucken wir schnell ein paar Pillen oder beißen ganz einfach die Zähne zusammen und machen weiter. Dass wir dann irgendwann keine Energie und damit auch keine Lust mehr haben, braucht uns nicht zu verwundern.   Abhilfe können wir dann ganz einfach schaffen, indem wir zuallererst die Batterien wieder aufladen.

Es können auch handfeste körperliche Erkrankungen hinter der Antriebslosigkeit stehen, eine Schilddrüsenunterfunktion, eine Eisenmangelanämie und noch einige andere. Auch Nebenwirkungen von diversen Medikamenten kommen in Frage. Die Klassiker hierbei sind Antikonvulsiva (Medikamente gegen Krampfanfälle), Antiallergika, Benzodiazepine und andere Schlaf- und Beruhigungsmittel.

Eine weitere Möglichkeit wäre natürlich noch ein Nährstoffmangel, was allerdings eher seltener die Ursache ist.

Falls das alles in Ordnung ist, wäre die nächste Frage: macht mir das überhaupt Spaß, was ich da tun soll? Bin ich am richtigen Platz? Sehe ich einen Sinn darin, oder finde ich es zumindest interessant? Oder mache ich das Ganze nur, um Geld zu verdienen? Nach dem Motto, Mein Haus, mein Auto, mein Boot… womit wir wieder bei der Bankwerbung wären.

Aber reicht das als Antrieb für das tägliche Leben, als Lebenssinn?

Jetzt wirst du vielleicht sagen, aber ich kann doch nicht einfach meinen Job hin schmeißen, schließlich habe ich so viele Jahre in Ausbildung oder Studium investiert. Schließlich muss ich eine Frau und ein Kind versorgen, muss Miete bezahlen usw.. Ja, den Job einfach hinschmeißen, das können die meisten wirklich nicht. Aber du könntest dir zumindest einmal überlegen, was dir so richtig Spaß machen würde, was dich so richtig inspirieren würde, wofür du dich nicht aufraffen müsstest, sondern worauf du ganz einfach Lust hättest. Möglicherweise weißt du es längst, weil du früher schon einmal so etwas gemacht hast und dann hast du es Zeit- und Geld- und Vernunftgründen aufgegeben.  Möglicherweise hast du überhaupt keine Ahnung, was das für dich sein könnte. Möglicherweise reicht es auch nicht aus, sich nur hin zu setzen und nach zu denken. Vielleicht musst du einiges ausprobieren, Neues versuchen oder auch alte Hobbys reaktivieren. 

Vielleicht reicht es dir schon als Antrieb und Inspiration, wenn du weißt, dass du nach deinem Tageswerk deinem wirklich inspirierendem Hobby nachgehen kannst. Oder du möchtest mehr Zeit damit verbringen und du überlegst, ob du das als kleines Nebengewerbe betreiben könntest. Viele erfolgreiche Unternehmen haben so angefangen.

Möglicherweise ist das, was du machst, gar nicht „das Falsche“ für dich, sondern es ist einfach nur zu viel. Zu viele Verpflichtungen, zu lange To-Do-Listen, zu viel Freizeitstress, zu viele Ehrenämter, zu viele Freunde, die du dringend einmal wieder treffen musst und so weiter. Wir sind immer noch im Ich-will-mehr-Wahnsinn gefangen und die Werbung suggeriert uns ständig, dass uns das Mehr glücklich machen wird. Meist ist das Gegenteil der Fall, ein bisschen weniger und dafür mehr Zeit, mehr Besinnung, weniger Hektik, weniger Stress wäre ein großer Gewinn. Um zu überlegen, ob das für dich zutrifft, kannst du dich fragen, fühle ich mich die meiste Zeit in Eile? Überlege ich oft, wie ich etwas noch schneller und zeitsparender erledigen könnte? Bin ich oft gar nicht richtig da, weil ich in Gedanken schon beim nächsten Punkt auf der Tagesordnung bin? Bin ich gar erleichtert, wenn eine Party oder eine Verabredung ausfällt, weil ich dann weniger Zeitdruck habe?

Auch das andere Extrem ist möglich, dass du dich mit deinen Aufgaben gelangweilt und unterfordert fühlst. Das kennen viele Frauen in der Familienphase. Sie sind zwar den ganzen Tag beschäftigt, aber es fehlt das Gefühl der Herausforderung, das Gefühl etwas Anspruchsvolles gemeistert zu haben. Da kann ein kleiner 450-Euro-Job nebenbei, der Spaß macht, Wunder bewirken.

Es gibt noch ein paar andere Phänomene, die extrem einbremsen können. Zum Beispiel Ängste. Man fühlt sich unsicher, hat Angst Fehler zu machen oder kritisiert oder bloßgestellt zu werden. Also macht man lieber mal gar nichts…Und eine Kritik wegen vermeintlicher Faulheit lässt einen immer noch besser da stehen als eine wegen Unfähigkeit.

Oder man befindet sich in einem Konflikt, müsste eine Entscheidung treffen, die schwer fällt. Die gerne genommene Lösung: Ich mache gar nichts. Was natürlich keine Lösung ist, aber man kann vorerst die fällige Entscheidung umgehen.

Natürlich kann auch eine ausgewachsene Depression hinter der Antriebslosigkeit stehen. Mit diesem Artikel habe ich dir eine kleine Hilfestellung an die Hand gegeben, das Thema nach möglichen Ursachen abzuklopfen. Wenn keine davon für dich Sinn macht und du weiter darunter leidest, solltest du einen Arzt oder Heilpraktiker aufsuchen.

Doch in den meisten Fällen ist es nicht so schlimm und ein paar kleine Veränderungen und ein Perspektivwechsel können oft schon Wunder bewirken.

Autor: Marianne Reiling-Probst, Heilpraktikerin
Thema: Ursachen für Antriebslosigkeit
Webseite: http://praxis-mrp.de

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