Wir alle wissen: unser Gehirn ist ein sehr komplexes System – der Sitz menschlichen Lebens. Vom Gehirn aus werden sämtliche Lebensfunktionen – körperliche, geistige und seelische gesteuert und hier entstehen durch die Informationen von Auge, Ohr oder Haut, Wahrnehmungen, Bewusstsein und Gefühle. Und trotz dieser ausgesprochenen genialen Technik des Gehirns, behandeln wir unser Gehirn doch sehr stiefmütterlich – EIGENTLICH BEACHTEN WIR ES GAR NICHT!!

walnuss

Immer mehr gilt unsere Aufmerksamkeit unserem Körper, unserer ANTI-AGING-PFLEGE. Dies ist sicherlich auch ein wunderbarer Gedanke, den Körper vor dem „VERFALL“ zu schützen, diesen Prozess aufzuhalten. Aber haben wir hierbei schon einmal an unser Gedächtnis gedacht? Klar, wir kennen Alzheimer und niemand will daran erkranken. Aber betreiben wir hierfür prophylaktisch dieselbe Pflege, wie für unseren Körper? Die Antwort lautet aus meinem Mund: NEIN!!

Meine langjährigen Erfahrungen mit dieser Thematik (ich unterrichte u.a. das Thema GEDÄCHNTISTRAINING) zeigen mir immer wieder, wie wenig die Menschen über ihr Gehirn wissen. Dabei sind die neuropsychologischen, neuroanatomischen Erkenntnisse auf diesem Gebiet weltweit mittlerweile so hervorragend, dass wir sicher sein können, durch die Pflege und Training unseres Gehirns viel erreichen zu können.

Vorweg: es gibt immer noch keine eindeutigen Hinweise, warum jemand an Demenz erkrankt. In allen Bereichen sind sich Mediziner aber einig: Stress und Vernachlässigung der Gehirnaktivitäten sind die besten Voraussetzungen dafür, dass es verkümmert. Unser Gehirn ist tatsächlich in der Lage sich ständig zu erneuern, ungenutzte Areale wieder zu nutzen, ähnlich wie bei unserem Körper. Aber: Unser Gehirn ist KEIN Muskel und dennoch will es so behandelt werden. Es braucht die Beanspruchung – kombiniert mit der ENTSPANNUNG !! Das Gehirn will gefordert werden, es will alle „SCHUBLADEN“, alle Areale öffnen und sich entwickeln.

Auch hier hat die Medizin hervorragende Ergebnisse feststellen können, wie z.B. Sara W. Lazar von der , Harvard Medical School in USA beweisen konnte, dass sich durch Mediation, Ruhe unserer Gehirn vergrößern, erweitern und den Alterungsprozess verlangsamen kann. Und nicht nur das: wir sind sogar in der Lage, unsere Konzentration zu verbessern, unsere Aufmerksamkeit zu steigern. Darüber hinaus kann die Wissenschaft heute durch Computertomographien, Gehirnscanner etc. wunderbar nachweisen, welche Gehirnareale aktiv werden, wenn wir z.B. träumen, phantasieren, musizieren etc. Es muss also heißen „träum ´mal wieder ´rum“ - anstatt dies zu verpönen - gerade in den stressübergreifenden Lebenssituationen, die immer mehr zunehmen. Konzentration und ein entspanntes gutes Gedächtnis gehen Hand in Hand. Das eine ist ohne das andere nicht möglich.

Leider sieht es aber so aus, dass wir Menschen – gerade die von uns, die nicht in kreativen Berufen arbeiten – sehr häufig vermehrt die linke Gehirnhälfte nutzen ohne die rechte Gehirnhälfte mit einzubeziehen. Dabei ist es ganz sicher, dass die beidseitige Nutzung der Hemisphären viel besser ist als das einseitige Denken. Vielleicht ist das auch der Grund, warum die Gehirnhälften mit dem CORPUS CALLOSUM verbunden sind. Soll heißen: das oftmals verpönte „Herum-Träumen“, das in Bildern denken, die Phantasie bei Entscheidungsfindungen etc. mit einzubeziehen, fördert nicht nur diese Areale in der rechten Gehirn-Hälfte, sondern auch die geistige Fitness. Dabei sind die Reize, die hierfür benötigt werden, so simple und gleichzeitig effektiv.

Das bildliche Denken muss allerdings doch manchmal wieder „hervorgeholt“, gefördert werden – wie meine Erfahrungen mit Seminarteilnehmern zeigt. Oftmals sind die einzelnen Personen gar nicht mehr in der Lage, sich BILDER zu Wörtern vorzustellen, sehen also eher das geschriebene Wort als einzelne Bilder. Weltbekannte Spiele wie z.B. das MEMORY-Spiel haben genau dieses System inkludiert... in Bildern wahrzunehmen und zu denken. Wenn wir dann auch noch lernen, alle Sinne bei der Verarbeitung von Informationen einzusetzen, wie z.B. das „laut nach-sprechen“, das Fühlen / Begreifen, dann kann sich die Information viel besser verankern und wieder abgerufen werden.

Gehirn-Jogging kann so einfach sein. Probieren Sie doch ´mal wieder den sogenannten „ELEFANTEN-RÜSSEL“ aus, indem Sie abwechselnd den einen Arm unter den anderen ausgestreckten Arm zur Nase führen. Oder putzen Sie sich auf einem Bein stehend die Zähne... auch das fördert ein besseres Zusammenspiel beider Gehirnhälfte. Überlegen Sie öfters, was Sie vorgestern alles gegessen haben, versuchen Sie die rechte Gehirnhälfte zu beschäftigen – mit genau diesen einfachen Übungen.

Angebote zum Gehirntraining gibt es genug. Und diese sollten wir alle nutzen. Es ist viel einfacher als gedacht. Wichtig ist nur, dass wir uns alle darüber im klaren sein sollten, dass unser Gehirn das Wohlfühl-Organ ist, von hier aus gehen die Emotionen in den Körper über. Es ist also mehr als sinnvoll, dieses ORGAN nicht sich selbst zu überlassen, sondern sich der Pflege und dem GEHIRN-SPORT genauso zu widmen, wie wir es bei unserem Körper tun. Der Gedanke, dass wir vielleicht in 30 Jahren trotz hohen Alters alle faltenfrei gebotoxt sind, mit neuen Hüften, neuen Gelenken über Wald und Wiesen springen werden, gleichzeitig aber so „GAGA“ in der Birne sind, wie kaum eine Generation zuvor, lässt mich erschaudern.

Daher mein Appell: spielen Sie wieder, träumen Sie wieder, denken Sie wie Kinder „um die Ecke“ und lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf.

Autor: Claudia Bauer Coaching
Thema: DAS GEHIRN - Die Schaltzentrale des Lebens

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Autorenprofil Claudia Bauer:

claudia bauer

Claudia Bauer ist seit fast 20 Jahren als Management-Coach, Trainerin und Supervisior für namhafte Unternehmen in NRW tätig. Außerdem bietet sie auch psychologische Beratungen mit eigener Praxis in Düsseldorf an. Darüber hinaus unterrichtet Claudia Bauer u.a. an verschiedenen Bildungsinstituten, UNIVERSITÄTEN und weiterführenden Schulen. Hierbei fördert sie durch Trainings / Seminare und Workshops z.B. soziale Kompetenzen von Studenten/ Studentinnen / wissenschaftlichen Mitarbeitern / Mitarbeiterinnen aber auch von Schüler/Schülerinnen sowie Berufs,-und Wiedereinsteiger/Innen.

Zusätzlich bietet sie psychologisch-therapeutische Beratungen im Bereich:

● Familien,-Paartherapie
● Kinder,-Jugendpsychologie
● Stressbewältigung / Burn-Out-Prophylaxe / Körperpädagogik

Mitglied im Verband freier Psychologen VFP
Mitglied im Bundesverband Gedächtnistraining e.V.

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