Prämenstruelles Syndrom? Sind Sie auch betroffen?

Vielleicht kennen Sie das ja auch, dass jedes Mal vor Ihrer monatlichen Periode Ihr Energielevel sinkt und Sie sich selbst nicht wiedererkennen?

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Schon gleich nach dem Eisprung, mit Beginn der zweiten Zyklushälfte können Beschwerden wie Unwohlsein, Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen auftreten. Oft ist es besonders schlimm kurz vor der Periode und die Symptome klingen dann mit dem Einsetzen der Blutung oder in den Tagen danach wieder ab.

Für manche Frauen sind die Beschwerden so stark, dass sie zu einer erheblichen Beeinträchtigung des persönlichen Alltags führen und die Beziehungen zu Freunden, Familie und Kollegen sehr belasten. Deswegen möchte ich Ihnen hier einige Anregungen zur Selbsthilfe geben.

Unser weiblicher Zyklus

Unser weiblicher Zyklus ist ein Wunderwerk der Natur. Monat für Monat durchlaufen wir verschiedene Phasen, die von unterschiedlichen Hormonen gesteuert werden. Sind Körper und Psyche in Balance, erleben Frauen ihren Zyklus als unbeschwert und regelmäßig. Auch die Periodenblutung selbst ist leicht und schmerzfrei.

Bei vielen Frauen ist das aber nicht der Fall und so kann Monat für Monat ein großes Unbehagen entstehen.

Unser weiblicher Zyklus hat unterschiedliche Phasen

Er beginnt mit dem ersten Tag der Periodenblutung und endet mit dem letzten Tag vor der nächsten Regelblutung. Das können 28 Tage sein, die Zeit kann aber auch von Frau zu Frau variieren. In der Zyklusmitte findet die Ovulation, der Eisprung statt. Der Eierstock, an dem der Eisprung war, schüttet danach 10 bis 14 Tage lang Progesteron aus (und zwar nur, wenn es tatsächlich einen Eisprung gegeben hat). In den verschiedenen Zyklusphasen spielen ganz unterschiedliche Hormone eine wichtige Rolle und tragen auch zum natürlichen Ablauf und unserem Wohlbefinden bei.

Bei Frauen im fruchtbaren Alter entstehen die Sexualhormone v.a. in den Eierstöcken, werden aber auch in geringeren Mengen von den Nebennieren, Fettzellen und Leber ausgeschüttet. Die Anregung zur Hormonbildung kommt aus einem Bereich unseres Gehirns, dem Hypothalamus, der Botenstoffe als Startsignale zur Hormonproduktion aussendet. Zwischen den Sexualhormonen und den Stresshormonen unseres Körpers besteht ein enger Zusammenhang. Stress bedeutet also immer auch eine Änderung unserer weiblichen „Chemie“ und hat Einfluss auf das Sich-Lebendig-Fühlen und unsere fruchtbare Vitalität.

Was ist PMS (prämenstruelles Syndrom)?

In der heutigen Zeit leiden ca. 3 von 4 Frauen an prämenstruellen Beschwerden, was meiner Meinung nach ein viel zu hoher Anteil ist. Vielleicht haben auch Sie es lange Zeit nicht bewusst wahrgenommen, bis Sie darauf aufmerksam gemacht hat, dass Sie periodisch wiederkehrende Symptome haben.

Ich möchte Sie jetzt dazu ermuntern: Achten Sie darauf, welche Zyklusphase gerade abläuft und besorgen Sie sich einen Zykluskalender oder eine für Sie passende App. So können Sie selber herausfinden, in welchem Zusammenhang Ihre Beschwerden stehen.

Wie wir schon gesehen haben, haben unsere Lebenssituation, der weibliche Zyklus und verschiedene Hormone, nicht nur die Sexualhormone, Einfluss darauf, wie es uns geht.

Die Auswirkungen

Unsere Hormone sind in ständiger Wechselwirkung untereinander, sie können einander verstärken oder hemmen. Wichtige Aufgaben in unserem Körper werden von mehreren Hormonen geregelt, sie sind also wie ein aufeinander abgestimmtes Team.

Im Gehirn ist die Schaltzentrale dazu, hier werden v.a. Hormone produziert, die auf die Hormondrüsen im Körper abgestimmt sind und quasi als Startsignale für die Zielorgane dienen. Sie werden in der Blutbahn weitertransportiert.

Die Zielorgane bekommen dadurch den Impuls, die eigentlichen Hormone zu produzieren.

All dies ist ein fein aufeinander abgestimmtes Netzwerk mit Rückkopplung u.s.w. und auch leicht störanfällig durch Stress, Kummer, Schlafmangel, Ernährung, Umweltreize, Veranlagung. Manchmal setzt sich auch ein Einfluss in einer bestimmten Lebensphase im Körper als Anker fest. In der Homöopathie wird dies der Auslöser genannt. Dies kann z.B. sein, wenn Sie sich bei Ihrer ersten Periode erkältet haben (Sie sind z.B. in den Regen gekommen und nass geworden) und seitdem haben Sie immer vor und während der Periode Schmerzen.

Prämenstruelle Beschwerden können ganz unterschiedlicher Art und individuell sein:

Auf der körperlichen Ebene

Migräne (Kopfschmerzen), Schmerzen in den Brüsten, Schmerzen im Unterleib, Wassereinlagerungen in Beinen, Händen, Gesicht, Schlaflosigkeit, Heißhunger auf Süßes oder Fast Food, Müdigkeit und Benommenheit.

Seelisch erlebte Beschwerden

Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Jähzorn, Weinerlichkeit, Verzagt-Sein, depressive Stimmung, Angstzustände, Putzsucht.

Äußerlich sichtbare Zeichen

Fleckige, unreine Haut, geschwollene Augenpartie, Gewichtszunahme, schlecht sitzende Frisur. Bauchschmerzen, Kopfschmerzen und Verspannungen bis zur Übelkeit und können sogar zu tagelanger Arbeitsunfähigkeit führen.

Ursachen für PMS

In fast allen Fällen ist eine Östrogendominanz vorhanden, das bedeutet, dass das Verhältnis von Progesteron zu Östrogen insgesamt und v.a. in der zweiten Zyklushälfte verschoben ist, d.h., es wird zu viel Östrogen gebildet. Dies ist auch ein wesentlicher Grund für die Beschwerden. Meistens gibt es bei PMS aber noch andere Faktoren, die mit hereinspielen:

  • Emotionaler Stress
  • Progesteronmangel
  • Leistungsbezogener Stress, zu wenig Schlaf
  • Verschobener Schlafrhythmus
  • Zyklen ohne Eisprung, was wiederum zu Progesteronmangel führt
  • Ernährungsfehler, zu viel Süßigkeiten, Knabbereien in der 2 Zyklushälfte
  • Alkohol, Drogen
  • Bewegungsmangel
  • Schilddrüsenstörungen
  • Andere Zyklusstörungen
  • Genetische Faktoren
  • Übergewicht oder Untergewicht.

Auch ein Zwang zur permanenten Leistungsfähigkeit und Optimierung stört unseren weiblichen Rhythmus und kann PMS – aber auch andere Beschwerden – verursachen.

Manchmal stellt man im Blut auch leicht erhöhte Werte von Prolaktin fest. Nicht nur die Sexualhormone sind im Visier der Experten, sondern auch Botenstoffe (Neurotransmitter), wie das Serotonin und GABA. Insgesamt kann man sagen, dass Hormonverschiebungen die Beschwerden auslösen. Das kann viele unterschiedliche Gründe haben kann, und es ist eine multifaktorielle, ganzheitliche Therapie gefragt.

Das bedeutet, dass wir als Therapeuten schauen, wo Blockaden aufgetreten sind, wo die weibliche Energie nicht richtig fließen kann, ungleiche Verteilung der Energien auszugleichen und wieder in die eigene, richtige Balance bringen.

Ein häufiges Thema in meiner Praxis ist, dass das hormonelle Gleichgewicht durch die Einnahme der Antibabypille und danach noch längere Zeit gestört ist. Viele Frauen haben die Pille wegen ihrer Haut oder wegen PMS und Regelschmerzen längere Zeit oder auch sehr lange eingenommen. Heute nimmt man an, dass durch diese pharmakologische Wirkung epigenetische Veränderungen möglich sind. Das heißt, es entsteht eine zusätzliche Arzneikrankheit und Blockade, die den Körper in der Eigenregulation stört.

Schilddrüsenmedikamente, Antidepressiva können weitere Auslöser sein.

3 Empfehlungen, was Sie selber tun können

Sorgen Sie an den Tagen vor den Tagen gut für sich! Nehmen Sie sich Zeit für Entspannung und Sport – und vor allem: Seien Sie gut mit sich selber!

1.) Heilpflanzen

Heilpflanzen können bei einfachen Beschwerden Ihren Körper unterstützen und wieder eine gesunde Balance herstellen. Bei Spannen der Brüste, Wassereinlagerungen, gereizter Stimmung, Stimmungsschwankungen kann eventuell Mönchspfeffer (Agnus castus) Ihre PMS –Beschwerden lindern. Er wirkt ausgleichend und hilft bei Nervosität und depressiven Verstimmungen. Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) hat einen krampflösenden Effekt und gleicht den Hormonhaushalt aus.

Brennnessel hilft bei Wassereinlagerungen, Melisse bei Schlafstörungen.

Johanniskraut gleicht den Serotoninspiegel aus, der bei vielen Frauen während der Menstruation zu niedrig ist. Es sollte eher langfristig eingenommen werden.

2.) Ein Stimmungsbuch schreiben

Wenn Sie für ein paar Monate einmal den eigenen Zyklus beobachten, fallen Ihnen wahrscheinlich einige regelmäßig wiederkehrende Beschwerden auf.

Eine gute Möglichkeit ist, körperliche Beschwerden, Stimmungsveränderungen, Veränderung in der Energie (Schlaflosigkeit, Müdigkeit; ..) und auch Ihre Ernährung in ein Notizbuch oder eine Excel-Tabelle zu schreiben. So können auch noch notieren, was Ihnen gut tut und was nicht, so können Sie im Notfall dann darauf zurückgreifen.

3.) Kalter Weizen- und Zuckerentzug

Ja, genau, streichen Sie Weizen und raffinierten Zucker vom Speiseplan. Diese beiden Lebensmittel führen zu Übersäuerung, Entzündungen im Körper, Verklebung der Faszien und Energiemangel.

Leider ist gerade unsere moderne Zivilisationskost sehr förderlich für prämenstruelle Beschwerden. Deswegen: Besonders vor Ihrer Periode ist eine frische und vollwertige Ernährung mit Gemüse und Obst für eine optimale Hormonregulation wichtig.

Die ersten beiden Wochen kann das anstrengend sein. Vielleicht planen Sie ein bisschen im Voraus Und eventuell finden Sie auch Freude am Ausprobeiren und neue Rezepte entdecken.

Trinken Sie viel frisches Wasser, weil dies den Körper entlastet und Östrogeneinlagerungen vorbeugt.

Und auch wichtig:

Nutzen Sie die Gelegenheit, sich gerade in der zweiten Zyklushälfte Zeit für sich selber zu nehmen und sich mit schönen Dingen zu verwöhnen, z.B. mit einer angenehmen (Partner-) Massage.

Autor: Dr. Claudia Röll-Bolz
Thema: Prämenstruelles Syndrom
Webseite: https://heileninderpraxis.de

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