Die meisten Trennungen stellen das Leben auf den Kopf und lösen großen Stress und Ängste aus.

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In diesem Artikel werde ich dir einige Tipps und Anregungen geben, wie du mit einer Trennung vom Partner gut umgehen kannst. Nimm das, was dir hilft und überspringe das, was nicht auf dich zu trifft.

Die zwei Seiten einer Trennung

Trennung bedeutet Verlust und Abschied nehmen. Trennung heißt, neue Chancen und Optionen zu erhalten.

Existenzielle Bedrohung

Die erste Zeit nach einer Trennung fühlt sich oft wie eine existenzielle Krisensituation an. Wie lange sie dauert, hängt von vielen Faktoren ab.

Ein Chaos an extremen und wechselnden Gefühlen und Gedanken überschwemmt einen.

Klienten beschreiben ihre Situation oft in folgenden Sätzen:

  • „Der Boden wurde mir unter den Füßen weggezogen“
  • „Ich sehe keinen Sinn im Leben mehr.“
  • „Ich habe jegliche Lust auf irgendetwas verloren.“
  • „Wie soll ich mein Leben alleine bewältigen?“
  • „Mir wurde das Herz herausgerissen.“
  • „Alles ist auf mich eingestürzt.
  • “Die Gedanken drehen sich im Kreis.
  • Man sucht nach Erklärungen oder nach der Schuld.
  • Man fragt sich, wie es soweit hatte kommen können.

Gefühle wie Schmerz, Scham, Wut, Traurigkeit, Verzweiflung, Rache und Angst vor der Zukunft plagen einen.

Erlaube dir, nicht zu funktionieren

Für eine überschaubare Zeit direkt nach der Trennung, ist es wichtig „langsam“ zu machen. Erlaube dir, dass es dir nicht gut gehen kann und muss.  Erlaube dir, dass du jetzt nicht „funktionieren“ kannst und dass du total schlecht drauf bist.

Schone dich:

  • Bleibe im Bett, wenn du willst,
  • mache langsam,
  • weine,
  • habe Mitleid und Mitgefühl mit dir selbst,
  • jammere, wenn dir das gut tut.

In dieser Zeit geht es nur darum die Krise zu überleben. Es ist noch nicht an der Zeit, Lösungen zu finden.

Im nächsten Abschnitt findest du ein paar Ideen, um die Krise so gut wie möglich, zu überstehen.

Das sofortige Krisenmanagement – eine angemessene Mischung von Ruhe und Aktivität

Warte nicht darauf, dass jemand kommt und dich aufrichtet, wieder „nach oben zieht“. Sorge SELBST dafür, dass es dir gut geht – soweit es zurzeit möglich ist.

Du hast keine Lust auf irgendetwas? Das macht nichts. Mache es trotzdem! Mache die Dinge, die dir früher Freude bereitet haben oder die das Potential haben, dir Spaß zu machen. Du wirst deshalb nicht gleich super glücklich, aber dein Leben wird leichter.

Triff dich mit Freunden.

Belebe alte, vernachlässigte Freundschaften. Sorge auch für neue Freundschaften: über Hobbys, Netzwerke, Facebook etc. 

Probiere auch neue Sachen aus, die du bis jetzt gar nicht auf dem Schirm hattest.

Pflege dich:

  • Lasse dich verwöhnen, z.B.  durch Massagen.
  • Verwöhne dich selbst:Massiere deine Füße,
  • lasse dir ein schönes Bad mit Kerzen und deiner Lieblingsmusik zum Entspannen ein,
  • kaufe dir etwas Neues,
  • gehe zum Friseur.

Mache Sport oder ausgedehnte Spaziergänge in der Natur:

Sport ist nicht nur gesund, sondern Sport ist ein fantastisches Mittel gegen Depressionen, sorgt für gute Laune und vertreibt negative Gedanken. Sport verwandelt die „schwarze Brille“ in eine „rosa Brille“.

Was fällt dir noch ein?

Nimm dir ein Stück Papier und überlege was du noch tun kannst, damit es dir besser geht. Versuche dich zu erinnern, was dir früher geholfen hat. Nimm dir Zeit dafür.

Der Traurigkeit einen Platz geben

Schmerz ist verdammt unangenehm. Wir wollen ihn schnell verbannen und verdrängen. Dennoch ist es wichtig, der Traurigkeit und der Trauer des Verlustes einen Platz zu geben. Erlaube dir zu trauern, um wirklich frei zu werden für das Neue. Finde deine ganz persönliche Balance zwischen Ablenkung/Freude und Trauer. Damit du nicht in die Trauer versinkst und dich darin verlierst. Aber gib ihr genügend Raum, damit sie sich irgendwann verabschieden kann.

Tapetenwechsel

Ein Tapetenwechsel kann sich in der Krisenzeit nach der Trennung sehr positiv auswirken. Es gibt viele Möglichkeiten, das umzusetzen:

  • Urlaub
  • Möbel umstellen
  • Ausmisten und Dinge austauschen
  • Neuer Job
  • Umziehen

Sich zudröhnen

Schmerzen wollen wir sofort loswerden, und wir greifen zu Mitteln, die sich später rächen: viel Alkohol, Drogen, unkontrolliertes Essen und Einkaufen, exzessiver Sport oder Sex.

Solche Mittel verschaffen leider nur eine kurzzeitige Erleichterung. Die negativen Folgen sind oft verheerend und führen dazu, dass wir uns noch schlechter fühlen, weil uns übel ist oder wir uns schämen.

Ich plädiere hier zu etwas Vernunft und einem kontrollierten Umgang mit dem „sich zudröhnen“. Weniger ist oft deutlich mehr!

Rachegefühle, Hass und Groll

Ja, Rache ist süß, aber nur für einen kurzen Augenblick. Hass, Groll und Rachegefühle sind in vielen Situationen nachvollziehbar. Leider belasten sie sehr. Wichtig ist diese Gefühle klar wahrzunehmen und sie sich einzugestehen. Du solltest aber keine Aktionen unternehmen, die dem anderen schaden, weil man so in einen Teufelskreis gerät.Vergeude deine Zeit und Energie nicht für Racheakte. Die sich am besten anfühlende „Rache“ ist dann, wenn es dir gut geht und du wieder glücklich bist.

Investiere in dein Glück!

Dein Gewinn – Blick in die Vergangenheit

Schönes und Wertvolles zu verlieren, tut verdammt weh. Noch schlimmer ist das Gefühl: „Ich habe meine Zeit (in der alten Beziehung) oder mein Leben vergeudet“. Das ist ein echt fieses Gefühl. Und es spiegelt selten die ganze Wahrheit! Du bist kein Verlierer! Schau auf die Beziehung und überlege dir: Was nehme ich mit? Und vor allem: Was habe ich daraus gelernt?

Die Zukunft ist voller Möglichkeiten – Zukunftsplanung

  • Versuche diese Fragen schriftlich zu beantworten. Das wird dir auch in einiger Zeit noch einen Optimismus-Kick geben!
  • Was sind die guten Seiten der Trennung?
  • Welche neuen Möglichkeiten und Chancen eröffnet dir die Trennung?
  • Was willst du in Zukunft anders tun?
  • Welche Schritte sind dazu notwendig?
  • Wo holst du dir Hilfe?

Wann beginnst du mit dem Neuen?

Freude und Freiheit, Erleichterung und Optimismus

Falls du die Trennung veranlasst hast, wirst du diese Gefühle wahrscheinlich von Anfang an spüren. Auch wenn Trauer, schlechtes Gewissen und Zweifel da sind. Ja, jede Trennung birgt große Chancen!

Habe kein schlechtes Gewissen und genieße die positiven Gefühle. Wenn du der verlassene Partner bist, bist du anfangs noch weit entfernt von positiven Gefühlen. Es fühlt sich so an, als wären positive Gefühle gar nicht mehr möglich. Jede Krise hat ein Ende. Am Ende jedes Tunnels gibt es einen Ausgang und Licht. Jede Krise hat ein Ende. Du zweifelst gerade daran? Dann schaue auf dein Leben zurück und frage dich ganz konkret: Welche Krisen habe ich bereits durchgemacht? Sie sind doch zu Ende gekommen – oder? Was ist daraus entstanden?

Rede mit deinen Freunden oder älteren Menschen über all die Krisen, die sie überstanden haben. Immer wieder zu hören, dass wir nicht alleine sind und dass auch andere aus schlimmen Krisen heraus gekommen sind oder diese sogar rückblickend positiv bewerten, kann unglaublich viel Mut machen.

Trennung mit Kindern

Kinder gerecht einbeziehen

Wenn Kindern da sind, wird die Sache um einiges komplizierter. Die Kinder sollten – altersentsprechend – informiert und miteinbezogen werden. Aber bedenkt bitte, dass es Kinder sind! Es gibt Dinge, die nur euch als Eltern betreffen, und in die die Kinder nicht miteinbezogen werden dürfen. Es ist wichtig die Grenzen der Kinder zu bewahren. Zu viel Offenheit, zu viel „Demokratie“ an der falschen Stelle ist ein Übergriff und schadet den Kindern.

Trennung im Guten

Wenn Eltern sich trennen, trennen sie sich als Partner, bleiben aber für immer als Eltern „gebunden“. Eine gute Trennung in Einvernehmen und Freundschaft kann ALLEN nur nutzen: dir, dem Partner und den Kindern. Denn auch nach der Trennung werdet ihr viel miteinander zu tun haben: sei es in der Urlaubsplanung, bei schulischen Entscheidungen, Turbulenzen der Kinder oder in finanziellen Fragen. Wie schön es ist, sich dabei zu unterstützen anstatt sich das Leben schwer zu machen!!!

Trennung, aber weiter zusammenleben

Ich empfehle allen Paaren, die sich getrennt haben, aber weiterhin in der gleichen Wohnung oder Huas leben, zu klären, wie sie miteinander umgehen möchten.

Regeln über den Umgang für die nächste Zeit können das Leben sehr erleichtern. Jeder sollte für sich überlegen:

  • Wie möchte ich, dass wir miteinander umgehen?
  • Welche Bereiche darf ich/darfst du nutzen? Wann und wann nicht?
  • Was passiert mit gemeinsamen Bereichen? Reinigung? Aufräumen? Besuchsregeln?
  • Welche Informationen sollen wir uns mitteilen?
  • Wie soll es mit Besuchern aussehen (z.B. Freunde des jeweiligen Partners etc.)?
  • Was will ich auf keinen Fall mitbekommen?
  • Für wie lange sollen diese Regeln gelten?

Vereinbart einen genauen Zeitpunkt, also einen konkreten Termin: Datum Uhrzeit, Ort und Dauer, damit ihr Euch darüber austauschen könnt.

Verschiedene Gesprächsbedürfnisse

Der verlassene Partner hat oft ein großes Bedürfnis viel zu besprechen, zu verstehen, hat Fragen über Fragen. Die Antworten können das eigentliche Bedürfnis meist nicht befriedigen. Man fragt immer wieder, weil man verzweifelt versucht zu verstehen, wie das passieren konnte. Es ist gut und sinnvoll die Dinge, die passiert sind, ausreichend zu besprechen und Offenes zu klären. Aber irgendwann ist Schluss damit! Man hat es schon 1000 Mal durchgekaut, man dreht sich im Kreis.

Gesteht euch ein: Dinge werden ungeklärt und unverstanden bleiben. Man muss irgendwann akzeptieren, dass es nun so ist, wie es ist.Dann wird es Zeit, nach vorne zu schauen und die Vergangenheit peu-à-peu zu verabschieden… auch unverstanden...Alles im Detail erzählen oder nicht? Wenn wir alles wissen, glauben wir Kontrolle über die Geschehnisse zu erlangen.

Die Erfahrung zeigt, dass das Kennen aller Details keine Kontrolle bringt, sondern dem Partner normalerweise noch mehr Leid zufügt.

Frage nicht zu viel: Das wird dir keine Erleichterung bringen!

Erzähle nicht zu viel: Das Gesagte kann nicht mehr ungesagt gemacht werden!

Übernimm Verantwortung für das, was du getan hast. Indem du erzählst, wirst du dich selbst vielleicht zum Teil von einer Last befreien. Aber es ist deine Verantwortung, vorsichtig und empathisch mit den Informationen umzugehen.

Vergleiche mit dem neuen Partner

Sich mit anderen zu vergleichen ist der Beginn jedes Leids! Leider sind wir so sozialisiert und erzogen worden. Und wenn der Ex eine/n neue/n Partner/in hat, wie leicht passiert es, dass wir uns oder den Partner fragen: Was hat er/sie, was ich nicht habe? Ich rate kategorisch davon ab: Du wirst IMMER etwas finden, was du nicht hast. Das heißt nicht, dass du deswegen weniger attraktiv bist! Aber du wirst dich weniger attraktiv fühlen.

Und falls du einen neuen Partner hast, hüte dich davor deinem Ex zu erzählen, was dein Neuer alles hat! Du verbreitest nur unnötiges Leid – auch wenn deine Freude, Stolz und Euphorie nachvollziehbar sind. Das sind aber Dinge, die du mit deinen Freunden – in aller Ausführlichkeit – besprechen kannst.

Finanzielles klären

Eine Trennung ist häufig ein richtige wirtschaftlicher Katastrophe. Je unklarer die Finanzen sind, umso bedrohlicher und beängstigender ist die Zukunft.Auch wenn eure Finanzen gerade knapp sind und ihr zusätzliche Ausgaben meiden wollt, kann es sinnvoll sein sich professionell beraten zu lassen. Vielleicht sind manche Ängste übertrieben und vielleicht müsst ihr an mancher Stelle zukünftig anders vorgehen.

Fairness

Bei einer Trennung vergleicht man Äpfel mit Birnen. Insbesondere wenn Kinder da sind, gibt es eine oft „klassische“ Rollenaufteilungen. Der eine hat eher das Geld nach Hause gebracht, und dafür auch in seine Karriere und finanzielle Zukunft investiert, während der andere sich um die Familie gekümmert und dem Geldverdiener den Rücken frei gehalten hat.

Eine faire Aufteilung ist nicht leicht zu erzielen. Ziel sollte auf keinen Fall die Bereicherung auf Kosten des Anderen sein, sondern ein „vernünftiges“ Leben für alle zu ermöglichen.

Um fair bleiben zu können ist wichtig, dich etwas von deinen Gefühlen zu distanzieren und einen (möglichst) ruhigen und kühlen Kopf zu bewahren. Lasst euch ein wenig Zeit für diese Gespräche, wenn das geht.

FAZIT:

Eine Trennung ist komplex. Pauschal-Tipps zu geben ist schwierig, da jede Trennung anders ist. Die Tipps, die ich dir gegeben habe, sind nicht 1:1 anzuwenden, sondern als Anregung zum Nachdenken gedacht. Mein Wunsch ist, dass ihr euren eigenen guten Weg und gute Lösungen für eure Trennung findet.

Besonders schön ist die alte Partnerschaft in eine neue Form von Freundschaft umzuwandeln. Dies ist aus vielen Gründen oft nicht erwünscht oder nicht machbar. Aber wenn keine Freundschaft möglich ist, dann sollte wenigstens keine Feindschaft entstehen.

Autor: Diana Lüchem, Paar- & Sexualtherapeutin
Thema: Umgang mit Trennung vom Partner
Webseite: https://lineart-coloring.eu

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