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Die Meisten werden das sicherlich kennen, dass sich Freunde, Bekannte oder Familienmitglieder an sie wenden, weil sie ein Problem haben und nicht die richtige Lösung dafür wissen. Oft geht es dabei um Konfliktsituationen, vielleicht auch um Liebeskummer oder um unangenehme Gefühle in herausfordernden Lebenssituationen, wie zum Beispiel Prüfungen.

beraten ratschlaege

Frohen Mutes und gut gestimmt wird dann in den meisten Fällen ganz selbstverständlich eine Lösungsmöglichkeit beschrieben. Nur setzt bei dem anderen oftmals nicht die erhoffte Freude oder Erleichterung ein, sondern eher die Reaktion:

„Ja, aber...“
„Das geht nicht, weil...“
„Das habe ich schon probiert...“ (wirklich?)
Usw.

Es entstehen also eher ein Widerstand und Ablehnung. Fast so, als wollte der andere die Bestätigung dafür, dass es keine Lösung gibt, statt tatsächlich eine Lösung an die Hand zu bekommen.

Auch im Coaching und in der Psychotherapie gibt es solche Situationen. Einerseits kommt der Klient, weil er sich von einem Problem befreien will, andererseits wird das Problem verteidigt und keine Lösungsmöglichkeit scheint die richtige.

In solchen Situationen ist es sinnvoll, nicht um die Wette zu diskutieren. Die Erfolgschancen, jemand anderem ein Problem auszureden, sind extrem klein. Viel mehr steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Streit entwickelt und damit wäre dem anderen ja nun auch nicht geholfen.

Was ist denn jetzt geschickt in solchen Situationen zu tun, wenn man sich in der Rolle des Ratgebers wiederfindet?

Als Erstes gilt die Regel:

Solange kein guter Draht zum Gesprächspartner besteht, wird keine Lösungsidee die richtige sein.

In der Fachsprache wird der gute Draht Rapport genannt. Damit ist das gemeinsame Schwingen auf einer Wellenlänge gemeint.

Die Tatsache, um Rat gebeten worden zu sein, bedeutet zugleich nicht, dass der gute Draht zum anderen stabil genug ist, so dass dieser auch offen dafür ist, neue Ideen anzunehmen.

Zum Aufbau oder Stabilisieren eines guten Drahts, ist es hilfreich, sich empathisch zu verhalten und viel Verständnis für das Problem zu zeigen. Dies lässt sich gut darüber erreichen, indem man in das Gespräch folgende oder ähnliche Formulierungen einfließen lässt:

„Das verstehe ich...“
„Das glaube ich...“
„Das kann ich gut nachempfinden...“
„Das kann ich gut nachvollziehen...“
„Das würde mir auch nicht gefallen...“
„So ähnlich ging es mir auch schon mal...“
Usw.

Als Zweites gilt die Regel:

Wer fragt, der lenkt.

Fragen lösen Zweifel an der Überzeugung aus, dass es keine Lösung für das Problem zu geben scheint. Zudem steigern Fragen die Bereitschaft, neue Gedanken zu denken, statt die bisherigen Gedankengänge weiter zu festigen und sich mehr oder weniger weiter im Kreis zu drehen.

Und, Fragen vermeiden das Kratzen an der Eitelkeit. Es ist sicherlich kein schönes Gefühl, wenn für ein Problem jemand anderes mal eben so eine Lösung aus dem Hut zaubert.

Fragen aus einem empathischen Verständnis heraus und welche die Aufmerksamkeit in die Richtung einer Lösung lenken, können sein:

Beispiele

„Ich verstehe, dass dich das sehr belastet, nur gibt es denn wirklich nichts, was du tun kannst, um die Lage irgendwie etwas mehr in den Griff zu bekommen?“

„Ich kann gut nachempfinden, was du sagst, nur frage ich mich, was brauchst du und meinst du nicht zu haben, so dass du wüsstest, jetzt schaffe ich das?“

„Ich glaube, ich würde erst mal genauso fühlen wie du, nur glaube ich auch, dass ich mich irgendwann fragen würde, möchte ich die ganze Sache weiter so ernst und dramatisch empfinden oder geht das auch irgendwie anders und wie kann ich das hinbekommen?“

„Dass dich die Situation runterzieht, ist wohl gut nachvollziehbar und ich weiß gerade auch nicht, wie ich damit umgehen würde. Wer kommt denn mit der Situation besser zurecht und was macht derjenige anders? Oder was würde XY (bester Freund) an deiner Stelle tun?“

„Ich hatte auch schon mal so eine ähnliche Situation und wusste auch nicht so recht, was ich jetzt machen soll und weißt du, was mir dann eingefallen ist?“

„Ich kann mir gut vorstellen, wie du dich fühlst, nur wie würdest du dich gerne fühlen und wie kann ich dir und du dir selbst dabei helfen?“

Autor: Michael Keller
Thema: Zaubertrick für jeden Ratgeber

Webseite: http://www.mk-michael-keller.de

 

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