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Hilfe durch Craniosacrale Therapie?

Derzeit leidet etwa jeder 6. Deutsche unter Ängsten bzw. unter dem, was im Fachjargon unter „Angststörung“ bekannt ist. Insgesamt sind aktuell sage und schreibe 9,8 Millionen Menschen in Deutschland betroffen. Damit zählen Ängste zu den häufigsten psychischen Erkrankungen und verursachen den Betroffenen je nach Ausprägung und Schweregrad sehr viel Leid.

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Doch was steckt hinter diesen Gefühlen? Wie können wir diese Ängste verstehen und überwinden? Welche Strategien und Methoden gibt es neben den gängigen pflanzlichen und chemischen Medikamenten sowie Psychotherapien?

Was ist Angst und wozu dient sie?

Angst ist ein menschliches Ur-Gefühl und besitzt seit jeher Alarmfunktion vor einer realen äußeren Bedrohung. Sie veranlasst den Menschen, aktiv zu werden (oder manchmal auch passiv zu bleiben) um eine Gefahr abzuwenden. Angst ist damit ein unermesslich wichtiger Schutzfaktor für den Menschen. Könnte der Mensch keine Angst empfinden, wäre er wahrscheinlich spätestens mit dem Säbelzahntiger wieder ausgestorben.

Bemerkenswert an der Angst ist, dass sie immer den ganzen Menschen ergreift, d.h. sie äußert sich neben der psychischen immer auch auf der körperlichen Ebene. Neben dem unangenehmen und belastenden Gefühl der Bedrohung  aktiviert Angst das sogenannte sympathische Nervensystem, den Teils des vegetativen Nervensystems, welcher den Körper für die ganz ursprünglichen Reaktionen „Kampf oder Flucht“ bereit macht. Dies zeigt sich in Herzklopfen, Atembeklemmung, vermehrtem Schwitzen, kann sich je nach Ausprägung aber auch in Zittern, Übelkeit, Schwindel bis hin zu dem Gefühl drohender Ohnmacht oder gar unwillkürlichem Stuhl- und Harnabgang äußern.

So belastend, einschränkend und quälend Angst auch sein kann, so bedarf die Angst vor einer realen äußeren Bedrohung selten einer Behandlung. Teils hat sie neben der oben genannten Schutzfunktion sogar auch einen leistungssteigernden Effekt und dient damit als ein wichtiger Faktor zur Bewältigung von Herausforderungen, z.B. bei Prüfungen oder wichtigen beruflichen Projekten. Jeder Mensch entwickelt im Laufe seines Lebens unterschiedliche Bewältigungsstrategien im Hinblick auf solche realen Alltagsängste und lernt von klein auf,  diese zu überwinden.  Vielen Menschen genügt dabei z.B. schon das Gespräch mit Familienangehörigen oder guten Freunden.

Was kennzeichnet Angststörungen und woher kommen sie?

Angst wird dann problematisch, wenn sie sich unabhängig von realen, äußeren Bedrohungen verselbständigt und eskaliert. Dann kann sie auf der körperlichen und geistigen Ebene so lähmend wirken, dass die erlernten Bewältigungsstrategien versagen.  Die krankhafte Angst ist also deutlich intensiver als die „normale“ Angst, dauert länger als diese und scheint im Hinblick auf eine erlebte Situation unangemessen.  Die Ängste können auch losgelöst von einer äußeren als bedrohlich empfundenen Situation ausgelöst werden, können plötzlich und ohne Vorwarnung ausbrechen oder kontinuierlich vorhanden sein.

Die Frage, woher solche krankhaften Ängste kommen, ist bis heute nicht eindeutig zu beantworten. Es wird vermutet, dass sowohl familiäre Prägungen durch Eltern und nahe Bezugspersonen eine wichtige Rolle spielen. Unangemessene Angst könnte demnach vorgelebt und durch entsprechende Reaktionen in der Familie verstärkt und aufrechterhalten worden sein.

Auch eine genetische Veranlagung, die die Bereitschaft beeinflusst, auf bestimmte Reize zu reagieren, wird diskutiert.

Als wichtiger angstauslösender Faktor erkannt ist seit einiger Zeit der sogenannte „Angstkreis“, d.h. die gegenseitige Verstärkung körperlicher und psychischer Symptome. Dabei werden die körperlichen Symptome wie z.B. Herzklopfen vom Betroffenen als sehr bedrohlich erlebt, was erneut das Angstgefühl und damit wiederum die Körpersymptome steigert.

Besonders heikel ist beim Thema Angst, dass viele Betroffene aus Verzweiflung zu Alkohol oder Beruhigungsmitteln greifen, um Ihre Ängste zu betäuben. Es ist nicht schwer zu erahnen, dass diese Art der Angstbewältigung zu Abhängigkeit und damit zu weiteren sozialen Problemen, wie z.B. Beziehungs- oder Arbeitsplatzverlust, führen kann, die sich dann wiederum negativ auf die Ängste auswirken.

Ohne Therapie werden Angststörungen leider oft stärker und auch chronisch. Viele Betroffene isolieren sich zunehmend und können dann zusätzlich auch eine Depression entwickeln. Daher ist es äußerst wichtig, krankhafte Ängste nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, sondern sich Hilfe zu suchen.

Was tun, um Ängste zu überwinden und erfolgreich zu behandeln?

Gängige Therapien von Angststörungen sind heute die Behandlung durch Medikamente und Psychotherapie. An Psychopharmaka werden vor allem Benzodiazepine, Antidepressiva und Betablocker eingesetzt. Aus dem klassischen psychotherapeutischen Repertoire hat sich neben der Psychoanalyse und der Gesprächstherapie v.a. die Verhaltenstherapie bewährt.

Viele Menschen fragen sich jedoch, welche Alternativen und Ergänzungen es zu den altbewährten Methoden gibt, um ihre Ängste besser zu verstehen und diese nachhaltig zu überwinden. Der Bereich der Komplementärmedizin bietet heute zahlreiche Ansätze, um Angstpatienten auf Ihrem Heilungsweg zu unterstützen. Häufige Anwendung finden z.B. Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, Aroma- und auch Phytotherapie. Auch die traditionelle chinesische Medizin oder die Homöopathie bieten äußerst wertvolle Ansätze in der Behandlung von übersteigerten Ängsten. Herausgreifen möchte ich heute eine auch in der Behandlung von Angststörungen zunehmend bekannter werdende Therapieform, die ich in meiner Praxis täglich anwende: die Craniosacrale Therapie.

Was ist Craniosacrale Therapie und wie hilft sie, Ängste zu verstehen und zu überwinden?

Die Craniosacrale Therapie ist eine aus der Osteopathie hervorgegangene sanfte und zugleich sehr tiefgehende Behandlungsform. Sie fußt auf dem craniosacralen Rhythmus, dem dritten Körperrhythmus (neben der Atmung und dem Herzschlag). Dieser tritt im äußerst feinen Pulsieren der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) zu Tage.

Der Liquor fließt zwischen Schädel (Cranium) und Kreuzbein (Sacrum). Sein freies Pulsieren und damit die ungehinderte Entfaltung des craniosacralen Rhythmus ist eine wichtige Grundlage für die Gesundheit unseres zentralen und vegetativen Nervensystems, welches auch für die Entstehung und Behandlung von Angststörungen eine zentrale Rolle spielt.

Ein erfahrener Therapeut kann den craniosacralen Rhythmus am Körper des Patienten erspüren und ihn harmonisieren. So können Ungleichgewichte, Schmerzen und Einschränkungen, die u.a. auch durch Ängste oder chronischen Stress entstanden sind, behandelt werden. Unsere Lebenskraft und unsere Selbstheilungskräfte, auf körperlicher wie auf psychischer Ebene, erfahren eine tiefgreifende Stärkung.

Wie genau wirkt nun die Craniosacrale Therapie auf emotionaler Ebene?

An angstauslösende Erlebnisse und Faktoren und andere mit Angstgefühlen belastete Erfahrungen erinnert sich unser Körper im sogenannten Zellgedächtnis – man könnte auch sagen, unser Körper ist unser „Fleisch gewordenes Tagebuch“. Dort sind all unsere Emotionen und Gefühlsreaktionen auf bestimmte belastende Lebensereignisse gespeichert. Durch das Lösen von Blockaden und Einschränkungen im craniosacralen System des Körpers können somit auch emotionale Heilungsprozesse in Gang gesetzt werden.

Mit der Therapie wirken wir über den freien Liquorfluss auch direkt auf das Nervensystem und auf das Zellgedächtnis ein. Somit kommen viele Patienten während  der Behandlung mit den für sie belastenden und angstauslösenden Faktoren oder auch mit unverarbeiteten, teils auch weit zurückliegenden Erlebnissen und Gefühlen in Kontakt.

Sie können diese mit therapeutischer Hilfe in einem geschützten Raum anschauen, verstehen und verarbeiten. Dabei unterstützt der Therapeut dabei, sich den mit den Ängsten verbundenen Empfindungen konkret zuzuwenden und diese anzuschauen, statt zu versuchen, sie zu unterdrücken und zu betäuben. Leitfragen im Verlauf einer Sitzung können dabei sein: Wie äußert sich das Angstgefühl im Körper? Wie und wo genau wird es im Körper spürbar? Bleibt diese Empfindung im Körper gleich oder verändert es sich? Oft sind die Patienten verblüfft, wenn die mit den Angstattacken oder kontinuierlich vorhandenen Angstzuständen verbundenen Gefühle sich dann deutlich abschwächen oder sich manchmal gar verabschieden.

Die Kombination aus sanfter Körperarbeit und einfühlsamer Begleitung ist damit eine entscheidende Stärke der Craniosacralen Therapie. Somit vermag diese Behandlungsform ausufernde Ängste und die sie auslösenden Faktoren und Erlebnisse zu integrieren, so dass wir diese verstehen und überwinden können.

Autor: Alexandra Beisch
Thema: Ängste verstehen und überwinden
Webseite: http://www.craniosacral-duesseldorf.de



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