Durchsetzen lernen – mit der sinnbildlichen Faust auf den Tisch hauen, Tacheles reden, sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen, sagen, wo’s lang geht! Diese Bilder verbinden wir gemeinhin mit der erfolgreichen Durchsetzungsfähigkeit eines Menschen.

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In unserer Kultur sind solche Verhaltensweisen hoch angesehen, stehen doch auch weitere geschätzte Eigenschaften wie Zielsicherheit, Robustheit, Hartnäckigkeit auch gegen Widerstände oder die Ausdauer direkt mit dem Durchsetzungsvermögen in Verbindung.

Aber da gibt es noch das kleine Grüppchen am Rande unserer Gesellschaft, dass diesem so angesehenen Habitus beständig, teils wissentlich, teils unbewusst und häufig unter eigenem Leidensdruck, trotzt – hochsensible Menschen. Anders als die glorreichen Gallier Asterix, Obelix und seine Freunde sind jedoch die meisten Feinfühligen nicht solch freudige Kämpfer und schon gar nicht, wenn es um die eigene Sache geht: eigene Bedürfnisse, Fähigkeiten, Grenzen.

Schauen wir uns dazu an, was hochsensible Menschen gemeinhin ausmacht und werfen dann einen Blick auf die besondere Dynamik, die sich in der Kombination von Veranlagung und Verhaltensweise entwickelt.

Das Phänomen Hochsensibilität

Etwa 20 Prozent aller Menschen sind nach derzeitigem Stand der Wissenschaft hochsensibel. Das bedeutet, dass die Person deutlich mehr sowohl innere als auch äußere Reize und Informationen wahrnimmt und sie entsprechend vielfältig und tief verarbeitet. Dies betrifft sämtliche Sinneskanäle, wobei nicht alle gleichermaßen empfangsbereit sind (was hin und wieder aber auch vorkommt). Diese Veranlagung ist weder Krankheit noch Störung und es betrifft Frauen wie Männer gleichermaßen.

Häufig sind sich die Betroffenen dieser Veranlagung nicht bewusst, leiden aber stark unter den Auswirkungen unstimmiger Lebensumstände sowie unter Unverständnis oder gar einer Ablehnung seitens ihres Umfeldes, die den Unterschied vielleicht nicht versteht, ihn aber durchaus spürt und darauf reagiert.

Merkmale, Bedürfnisse und Schwierigkeiten

Das zentrale Merkmal der Hochsensibilität ist die erhöhte sensorische Wahrnehmungs- und neuronale Verarbeitungsfähigkeit. Auf der Basis dieser Veranlagung ergeben sich weitere, damit in Verbindung stehende Potenziale, Bedürfnisse und Schwierigkeiten, denn: wo viel hereinkommt, passiert viel und steht anschließend – im optimalen Falle - viel zur Verfügung.

Potenziale: Hohe Kreativität; gute Vorausschau (Planung) und Überblick auf Zusammenhänge, komplexes Denken und Handeln; tiefgründiger Kontakt zu Menschen, Tier und Pflanze; meist hohe Empathie; eigentlich oft neugierig und offen, sofern dies aufgrund belastender Vorerfahrungen (noch) möglich ist; großes Verantwortungsbewusstsein; achtsame Kommunikation und Situationsgestaltung; etc.

Bedürfnisse: inhaltlich (gerne auch kognitiv) anspruchsvolle Situationen und herausfordernde Aufgaben; ruhige und überschaubare Umgebung, um nicht zu sehr überreizt zu werden; intensive innere Nachverarbeitung und Vorbereitung vergangener oder zukünftiger Situationen; sinnvolle Tätigkeiten; ehrliche und tiefe Kontakte; meist großes Harmoniebedürfnis, um mögliche Reizquellen einer unbekannten bzw. ungewissen Situation zu vermeiden; starker Gerechtigkeitssinn; etc.

Schwierigkeiten: schnelle Frustration oder Langeweile durch geringe inhaltliche oder sinnhaftige Herausforderungen; schnelle sensorische Überreizung; schnelle Erschöpfung durch hohe innere Verarbeitungsfrequenz bzw. zu viel Abwehrhaltung gegen unstimmige Situationen; psychisch-emotionale Verletzlichkeit durch wiederholte Erfahrungen von Unverständnis und Ablehnung; erhöhter Dauerstresspegel (Cortisol) durch häufige belastende, weil reizüberflutende oder unstimmige Situationen; etc.

Es gäbe noch eine Vielzahl typischer Merkmale zu nennen, aber die hier genannten werden genügen, um die Problematik der Durchsetzungsfähigkeit zu verdeutlichen.

psychosomatische beschwerden

Durchsetzen heißt ...

Wie eingangs erwähnt wurde bislang in unserer Kultur ein durchsetzungsfähiger Mensch mehr geschätzt als der stille und sanftmütige. In einer Untersuchung der Waterloo Universität aus Ontario (Kanada) und der Pädagogischen Hochschule Shanghai (China) wurde dieser Sachverhalt bei Kindern überprüft. Man wollte wissen, welche Wesenszüge ein in der Schule angesehener Schüler mitbringt. Dazu verglich man Klassen in Kanada und in Shanghai. Das Ergebnis verwundert nicht wirklich: in Kanada, einer westlich orientierten Kultur, waren die robusten, extrovertierten, agilen und eben auch durchsetzungsfähigen Kinder die angesehensten. Im asiatischen Shanghai waren es die stillen, sanftmütigen und zurückhaltenden. Die Frage, welchen Wert Durchsetzungsvermögen hat, ist also stark vom kulturellen Kontext geprägt.   

Aber da wir hier jedoch in einer westlichen Kultur leben, sollten Hochsensible ihren Weg damit finden. Es ist daher sinnvoll, sich sowohl die eigenen Bedürfnisse und Grenzen, als auch die – vermeintlichen – Erfordernisse des kulturellen Verhaltenskodex zu veranschaulichen.

Ich möchte typische Verhaltensweisen und Haltungen einer Durchsetzungsfähigkeit der hochsensiblen Wesensart gegenüberstellen, um typischen Schwierigkeiten Feinfühliger zu verdeutlichen.

Ich bin zielsicher: Wer sich durchsetzt, weiß, was er oder sie will. Das wissen Hochsensible durchaus auch, aber die Haltung, die es braucht, um das eigene Ziel anderen Menschen gegenüber zu vertreten und vorrangig zu behandeln, verursacht bei Hochsensiblen häufiger Probleme: nicht gerne im Mittelpunkt/Brennpunkt des Geschehens stehen; nicht gerne gegen Widerstände arbeiten; fremde Meinungen und Argumente ebenso überzeugend empfinden wie die eigenen u.v.m.

Auch normalsensible Menschen müssen sich gegen Widerstände durchsetzen, aber in der Regel verfügen sie über ein Wesensmerkmal vermehrt als Feinfühlige:

Robustheit: Dies bedeutet, sowohl von sensorischen, aber auch von emotional-psychischen Momenten nicht so schnell angegriffen zu sein. Daher schlagen sie hochsensiblen auch gerne das „dicke Fell“ vor, denn sie selbst verfügen darüber. Hochsensible nicht! Hochsensible schwingen aufgrund ihrer hohen Aufnahme- und Verarbeitungsfrequenz anderes. Dies macht dünnhäutiger – das heißt feinfühliger, sensibler, empfänglicher und labiler. Es ist wie Grashalm und Buschzweig: beides ist biegsam, beweglich, aber der Buschzweig hält mehr Wind und Wetter aus, wohingegen ein Grashalm viel schneller unter ungünstigen Bedingungen leider oder gar verkümmert. Die logische Konsequenz ist, dass Hochsensible solche Situationen (ver-)meiden.

Ein weiterer Punkt ist die Hartnäckigkeit, auch gegen Widerstände.

Ich ziehe das durch: Sind die beiden vorhergehenden Komponenten gegeben, ist dieser Aspekt logisch und auch umsetzbar. Auf diese Weise gelange ich zu meinem Ziel. Hartnäckigkeit ist in meinen Augen nun kein Merkmal, das sich für Normal- und Hochsensible unterschiedlich aufschlüsseln ließe. Aber sehr wohl das Thema Widerstände. Zwar gibt es auch Normalsensible, die Widerstände vermeiden, jedoch liegt Hochsensiblen der Umgang mit Widerständen aus folgenden Gründen nicht:

  • Eine Situation, in der Widerstand auftritt, beinhaltet Ungewissheit. Ein schwieriger Aspekt für Hochsensible, da nicht absehbar ist, wie die Situation sich entwickelt wird und welche Probleme dabei auftauchen können. Das stets gut vorbereitete System der Feinfühligen versucht daher, möglichst rasch alle Eventualitäten auszuloten und sich darauf vorzubereiten – ein enormer innerer Kraftakt. Im Sinne des psychologischen Selbstschutzes wird er nach Möglichkeit vermieden, das heißt, die betreffende Person versucht, Widerstände im Gegenüber zu vermeiden.
  • Widerstand beinhaltet die Möglichkeit einer (persönlichen) Ablehnung. Da das Selbstwertempfinden eines hochsensiblen Menschen aufgrund der frühen und häufigen Bedürfnis- und Grenzverletzungserfahrungen meist angeschlagen ist, bedeutet jede kritische Äußerung oder Auseinandersetzung Gefahr. Das innere Schutzsystem schlägt Alarm und die Person zieht sich nach Möglichkeit aus dem Geschehen zurück.

Aber außerhalb fachlich notwendiger Schritte kann Durchsetzen auch auf ganz persönlichen Motivationen basieren:

Ich bin toll und gut: Menschen, die sich gut durchsetzen können, sind in der Regel auch von sich überzeugt, zumindest in dem Bereich, in dem sie sich durchsetzen. Dass dies nicht immer der Realität entspricht ist in diesem Moment nebensächlich.

Den meisten Hochsensiblen liegt eine solche Haltung aus zweierlei Gründen fern:

  • Ein Bedürfnis nach Harmonie und Sinnhaftigkeit schafft meist Raum für Vielfältigkeit und Variationsreichtum. Es kann also sein, dass die oder der andere gut ist, aber jemand anderes eben auch. Somit wird die Situation nicht als „entweder – oder“ gesehen, sondern „als sowohl – als auch“. Darüber hinaus sorgt ein harmonischer Umgang für weniger Reibung und somit weniger Reizüberflutung im Miteinander.
  • Hochsensible sind in der Selbstpräsentation und Selbstbewertung meist sehr bescheiden und „verkaufen“ sich aus den bereits genannten Punkt häufig unter Wert. Daher werden auch die meisten Feinfühligen eine solche Aussage: Ich bin gut! nicht äußern, selbst wenn es stimmt und ihnen gut zu Gesicht stehen würde.

Es gibt noch etliche weitere Aspekte, warum das Durchsetzen für Hochsensible schwierig ist, wie z.B. nicht gerne im Mittelpunkt stehen, andere durch eigene Saufwertung abwerten, nlieber kooperativ agieren als in Konkurrenz zu gehen u.v.m.

Wie können Sie nun lernen sich als feinfühliger Mensch durchsetzen?

Die oben genannten Punkte verdeutlichen, welche Hürden Sie als hochsensibler Mensch nehmen müss(t)en, um sich durchzusetzen. Aber sich ständig in die zweite Reihe zu begeben, immer wieder herausfordernden und auch verletzenden Situationen aus dem Weg zu gehen, kann letztlich nicht die Lösung sein, wenn auch Sie sich mit Ihren Gaben, Grenzen und Bedürfnissen zeigen wollen, zeigen müssen.

Es wäre jedoch auch müßig, sich nun auf den beschwerlichen Weg der Kompetenzerweiterung im Sinne der Normalsensibilität zu begeben. Dass dies für Feinfühlige in der Regel kontraproduktiv ist, habe ich in meinem Buch „Perlen im Getriebe – Hochsensibel im Beruf“ genauer beschrieben.

Viel interessanter und – nervenschonender – ist es, sich Gesetzmäßigkeiten zu Nutze zu machen, die von alleine dafür sorgen, dass Sie an die richtige Position gelangen.

Dazu möchte ich einen kleinen Exkurs zum Thema Druck und Sog einfügen.

Druck und Sog: In der Natur gibt es Dynamiken, die für ein gesundes Wachstum und eine ausgewogene Entwicklung sorgen. Dies sind die Prinzipien von Druck und Sog. Diamanten und Kohle entstehen durch Druck, der Baum erhält sein Wasser durch Sog. Das Wichtigste dabei ist das ausgewogene Verhältnis dieser beiden Prinzipien zueinander. Normalerweise ist dies etwa 1/3 Druck zu 2/3 Sog. In unserer vor allem westlichen Kultur sind wir jedoch bei inzwischen geschätzten 80 – 90 Prozent Druck angekommen. Das heißt, die gesunde Entwicklungsdynamik ist völlig außen vor. Dies schlägt sich nicht nur im Umgang mit natürlichen Ressourcen, sondern auch im zwischenmenschlichen Umgang nieder. Aber dank welcher natürlichen Prinzipien können wir uns nun wieder aus dieser Schieflage befreien?

Begeisterung und Anziehung: Dies beides sind Aspekte des Sog. Kennen Sie Menschen, die Kraft ihrer Begeisterung und Freude an dem, was sie tun, andere damit anstecken? Und haben Sie sich schon einmal anstecken lassen? Sicherlich werden Sie dann bemerkt haben, dass es Ihnen zum Einen eine Freude war, an dem Geschehen teilzuhaben und dass sich zum Anderen die begeisterte Person in keiner Weise sich oder ihr Anliegen Ihnen aufdrücken musste. Hat sich diese Person durchgesetzt? Ja, hat sie. Und das vermutlich (fast) ohne Druck.

Das bedeutet: Finden Sie Gefallen an dem, was Sie tun, dann zeigen und teilen Sie Ihre Begeisterung und Ihre Interessen. Laden Sie Menschen ein, mit Ihnen gemeinsam zu tun und zu erleben. Das geht nicht immer,  sagen Sie? Zum Beispiel, wenn Sie im Job an den Rand gedrängt werden und Sie sich dann nicht durchsetzen können? Dann wäre eine grundlegende Situationsanalyse hilfreich, um zu klären, ob Sie als feinfühliger Mensch in einer solchen Umgebung gut aufgehoben sind. Nicht immer kann man einen radikalen Schnitt machen, wenn etwas nicht passt, aber meine Erfahrung zeigt, dass es in den „Zwischenbereichen“ mehr Möglichkeiten gibt, etwas zu verändern, als wir gemeinhin annehmen. Es gilt daher, diese Zwischenbereiche zu beleuchten und zu Beginn kleine, kreative Lösungen zu entwickeln, z.B. der Vorschlag einer bestimmten Arbeitsteilung oder zeitlich begrenzter Maßnahmen.

Qualität vs. Macht: Eine etwas diffizile Möglichkeit ist, Ihre qualitativen Muskeln spielen zu lassen. Punkten Sie durch Ihr Knowhow und die Qualität Ihrer Handlungen. Das können Hochsensible im Prinzip gut, denn aufgrund des feinfühligen Wesens liegt Ihnen das Bedürfnis und die Fähigkeit, gute Ergebnisse zu erzielen, im Blut. Aber wer sich durchsetzt, tut dies nicht immer auf der Basis hochwertiger Ergebnisse. Sollten Sie also, zum Beispiel im Beruf, sich mit jemanden messen müssen, der oder die sich gut durchzusetzen weiß, kann Ihr Weg, sich über Ihre Qualität zu positionieren, zu einem Machtgerangel führen. Die Sach- und somit auch die Qualitätsebene rutscht dabei in den Hintergrund. Schauen Sie, dass Sie die Sachebene wieder in Licht rücken bzw. erkunden Sie mögliche andere, meist emotionale Hintergründe, die zu der Auseinandersetzung geführt haben. Manchmal hilft in einer solchen Situation die Frage, wie es der oder dem anderen geht, ob möglicherweise hinter dem momentanen Konflikt ein anderes Thema steht oder sprechen Sie das Gefühl, das Sie von Ihrem Gegenüber wahrnehmen, in Form einer Frage an.

Falls dies alles nicht möglich ist, treten Sie innerlich und äußerlich einen Schritt zurück. Abstand und eine Unterbrechung kann häufig eine sich aufschaukelnde Situation wieder entspannen und den Weg für konstruktive Lösungen frei machen.

Selbsterkenntnis und Selbstwert: Ich sprach bereits das labile Selbstwertgefühl vieler Hochsensibler an. So belastend und frustrierend dies auch ist, Sie können und sollten etwas dagegen tun, wollen Sie sich zukünftig mit sich selbst und Ihren Handlungen wohlfühlen. Hilfreiche Maßnahmen können von Entspannung über Bewusstseinsarbeit bis hin zu Therapie in verschiedener Form reichen.

Aber warum ist das nötig, wenn es um Ihre Durchsetzungsfähigkeit geht? Weil Sie Selbstvertrauen in sich und Ihre Fähigkeiten brauchen, egal ob Sie sich auf klassische Weise durchsetzen oder auf die sanfte Art andere begeistern mögen. Sollten Sie sich auf der Basis eines instabilen Selbstwerts durchsetzen wollen, so wird dies immer Druck und Macht benötigen (auch Mobbing und Einschmeichelei ist eine Frage der Macht!) und das ist hochsensiblen Menschen sehr unangenehm. Also unterlassen sie dies in der Regel und bleiben still im Hintergrund.

Nicht zu unterschätzen ist, dass ein Mensch, der dank eines gesunden Selbstempfinden in sich ruht, andere Menschen bereits allein durch diese innere Stabilität anzieht. Es lohnt sich also auf jeden Fall, die eigene Selbstsicherheit zu stärken.

Eigene Bedürfnisse stark vertreten: Besonders herausfordernd wird es für die meisten Menschen, wenn es darum geht, eigene Bedürfnisse gegen die Interessen andere durchzusetzen. Sie möchten einen schönen Abend zu zweit Zuhause verbringen, Ihre Partnerin oder Ihr Partner möchte aber gerne raus „auf die Piste“. Sie brauchen eine ruhige Arbeitsumgebung, Ihre Kollegin oder Ihr Kollege mag es als Inspiration aber gerne gesellig. Hier sind Toleranz, Kompromisse und kreative Lösungen gefragt. Aber allzu häufig führen solche Unterschiedlichkeiten tatsächlich zu Machtkämpfen, bei denen sich die oder der Stärkere durchsetzt.

Üben Sie sich in der Stärkung Ihrer Persönlichkeit und somit auch Ihren Bedürfnissen. Interessanterweise erzeugen jene Menschen, die von tief innen mit aller Ehrlichkeit, Klarheit und Einfachheit für ihre eigenen Belange einstehen, weniger Reibung und Auseinandersetzung. Mit ihrer selbst-bewussten Haltung befinden sie sich im Prinzip des Sog und wirken daher anziehend. Durchsetzung im klassischen Sinne ist unnötig.

Generell möchte ich abschließend noch darauf hinweisen, dass Kompromisse und Toleranz auch für hochsensible Menschen durchaus gute Schritte sind, aber sie sind nur dann möglich, wenn sie mit ihren Kräften und Energien nicht bereits am Limit sind. Dann ist der eigene Spielraum zu klein, um kooperative Wege zu beschreiten. Daher ist es gerade für Hochsensible so wichtig, bereits im Vorfeld gut für sich zu sorgen, die eigenen Bedürfnisse und Grenzen zu kennen und das Lebensumfeld entsprechend daran auszurichten. Seien Sie es sich selbst-wert, sich ggf. auf diesem Weg Unterstützung zu gönnen, denn es wäre schade, wenn Sie sich von Ihren (alten) Stolpersteinen aufhalten ließen. Werden Sie anziehend und setzen Sie sich auf ganz natürliche Weise durch!

Autor: Cordula Roemer
Thema: Durchsetzen lernen als hochsensible Person
Webseite: http://www.sensibel-beraten.de

Autorenprofil Cordula Roemer:

cordula roemer

Dipl. Pädagogin, Beraterin, Coach, Dozentin, Autorin

Veröffentlichte Bücher:

Hurra, ich bin hochsensibel! Und nun? (Springer)
Hochsensibel - leichter durch den Alltag ohne Reizüberflutung (G&U)
Mein hochsensibles Kind - leichter durch den Alltag mit Naturheilkunde (G&U)
Ein hochsensibles Jahr mit Gustav - Episodenroman (Springer)
Ich bin wie ich bin - hochsensible Menschen erzählen aus ihrem Leben (Schibri)
Perlen im Getriebe - hochsensibel im Beruf (Humboldt)

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