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Während Selbstzufriedenheit etwas bequemes, überhebliches, pharisäerisches hat, das zu Stolz und einem Bedürfnis nach Anerkennung tendiert – gehen mit der Zufriedenheit mit sich selbst innere Kraft, Sicherheit und Authentizität einher.

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Ersteres trennt und spaltet vom Leben ab, zweiteres verbindet mit dem Leben, läßt am Leben sein.

Zufriedenheit gibt es nicht 'to go' oder als Instant-Rezept

„Zufriedenheit mit sich selbst“ ist zu kurz gegriffen.

Ist man zufrieden mit sich selbst, ist man im Frieden mit sich selbst.

Mit sich selbst kann man nur im Frieden sein, wenn man mit der Um-Welt im Frieden ist – das eine ist ohne das andere nicht möglich. Alle Bereiche des Lebens sind miteinder verknüpft und beeinflussen sich gegenseitig.

Die Aussage: „Zufriedenheit mit sich selbst“ spiegelt den Zeitgeist wider und ist sehr und auf das Selbst bezogen. Frieden mit dem Leben schließen, mit allen Facetten die dieses Leben bietet - mit allem im Frieden sein - das ist Zu-Frieden-Sein. Das geht weit über das eigene Leben hinaus.

Noch einen Gedanken zur „Zufriedenheit mit sich selbst“ auf Knopfdruck:

NLP-ler könnten vorschlagen einen entsprechenden Anker zu setzen. Gute Idee und das Gefühl der Zufriedenheit wird sich einstellen. Zu welchem Preis? Diese Anker rufen vergangene Erfahrungen auf und trennen vom gegenwärtigen Augenblick, sie erfassen nicht das gesamte Wesen.

Die Lernprozeße der Gegenwart werden durch den Filter der Vergangenheit gepreßt. Die Erfahrungen des Jetzt können in den Anker integriert werden, aber die Möglichkeiten, die Offenheit und Weite des Jetzt werden beschränkt.

Die Entwicklung des Selbst auf den verschiedenen Ebenen wird eher blockiert, weil die Ganzheit beschnitten wird. Es ist keine Zufriedenheit, die das gesamte Wesen erfaßt.

Wie entsteht der Frieden mit sich selbst?

Sich zu vergleichen mit anderen Menschen, die Gegenwart mit der Vergangenheit in Bezug setzen oder die Zukunft vorweg nehmen, führt weg von Zufriedenheit.

Der unreflektierte Konflikt zwischen Kopf und Herz nimmt den inneren Frieden. Kongruent sein im Denken und Handeln im Einklang mit dem eigenen Wesen und seiner Lernprozesse führt zum Frieden mit sich selbst. Das eigene Leben gestalten, wie es für einen selbst gemacht ist, das führt zu innerem Frieden.

Das stecken von Zielen, die nicht die eigenen sind, sondern aus begeisternden äußeren Impulsen kommen, von Autoritätspersonen vorgegeben werden oder einem Gruppenzwang erwachsen – kurz: Ziele, die das Ego füttern bringen auf lange Sicht Unbehagen. Der Fluß des Lebens wird blockiert, und Unzufriedenheit breitet sich langsam aus.

Die „Du kannst das, du schaffst das – Mentalität“ fragt nicht danach, ob das, was geschafft werden soll auch zum Wesen des jeweiligen Individuums paßt. Oder ob es die Person schafft, im Sinne von bedrückt, erdrückt bzw. fertig gemacht. Es sollte bei allen Motivationsversuchen eine zentrale Frage sein, ob das, was gewünscht wird stimmig ist mit der Entwicklung des eigenen Wesens der Persönlichkeit.

Zufrieden mit sich selbst sein, heißt im Frieden mit sich selbst sein

Im Frieden sein ist Balance, Harmonie und Gleichgewicht.

Das Leben in Balance zu halten ist ein dynamischer Prozeß, der immer wieder hergestellt werden will. Dieses kontinuierliche ausbalancieren der Lebensumstände schafft ein harmonisches Umfeld, in dem es im Laufe der Zeit leichter wird, das Gleichgewicht zu wahren.

Dieses Gleichgewicht bringt Ruhe ins Leben, und die Ruhe bringt den Frieden.

Die Arbeit zu diesem Prozeß beginnt natürlich bei uns selbst.

Dieser Zustand setzt Selbstreflexion voraus und bezieht viele Ebenene des Seins mit ein. Schritt für Schritt kann sich dann der Frieden entfalten und immer größere Kreise ziehen und umfassender werden.

Möglichkeiten für den Weg zur Zufriedenheit

Es ist unerläßlich, seine eigenen Wert- und Moralvorstellungen zu ergründen. Wie zeitgemäß sind diese noch? Passen sie in das eigene heutige Leben? Sind sie aufgedeckt, gilt es danach zu handeln.

In Momenten der Unzufriedenheit empfiehlt es sich innezuhalten und sich fragen: „Warum bin ich jetzt unzufrieden?“, „Was will ich jetzt wirklich?“, „Wie kann ich es in harmonischer Weise in Einklang mit meinen Werten und den Anforderungen der Umwelt verwirklichen?“

Ganz praktisch ist es, die Situation aufzuschreiben und schriftlich eine Lösung finden. Besonders empfehlenswert ist es mit Papier und Bleistift zu arbeiten.

Möglich, daß die Unzufriedenheit auch daher rührt, daß unsere Vorstellung vom Ablauf der Geschehnisse oder unsere momentanen Erfahrungen mit der Wirklichkeit nicht unseren Vorstellungen und Plänen entspricht.

Beispiel: Die Bahn fällt aus, die nächste auch. Gut. Betrachtet man es als geschenkte Auszeit, beobachtet den eigenen Atem, entspannt sich, nimmt die Umgebung wahr.

Nein, nicht der x-te Blick auf das Kommunikationsmittel, denn das würde wieder weg vom Jetzt führen und die Chance wäre vertan.

Die Ablenkungen durch die Kommunikationsspielzeuge führen weg vom Jetzt und weg vom Frieden.

Die Angst, etwas zu verpassen oder nicht rechtzeitig zu reagieren, bringt das Frieden, gibt das Zufriedenheit?

Es stellen sich die Fragen: Verpassen 'Was'? Zeitnah reagieren im Verhältnis wozu? Und nach wessen Regeln?

Mitunter ergeben sich in diesen unerwarteten Stops und dem blockieren der Pläne neue Gelegenheiten, andere Wege oder Inspirationen. Wahrnehmen kann man diese nur, wenn man sich darauf einläßt und sich nicht von der Aktualität des Geschehens ablenken läßt.

Unliebsame Arbeiten zur eigenen Zufriedenheit ausführen

Es gibt gelegentlich etwas, das getan werden möchte und wozu die Motivation fehlt. Auch bei diesen Angelegenheiten kann man Zufriedenheit erfahren, in dem man mehr gibt als gefordert wird. Etwas draufsetzen, eine persönliche Note einfügen, sich selbst fragen, ob man damit zufrieden wäre und wenn 'nein', daran arbeiten, bis es sich rund anfühlt.

Ein Zitat aus den Evangelien. Bei Matthäus 5:41 liest man: „Und so dich jemand nötigt eine Meile mit ihm zu gehen, so gehe mit ihm zwei.“

Ganz praktisch in den Alltag übersetzt könnte es bedeuten, wenn Aufgaben anstehen, die unschön sind, dann nehme man sie an und und versuche noch etwas darüber hinaus zur Ergänzung zu finden.

Und man führe die Aufgaben mit Ruhe und Bedacht, ohne Hektik aus.

In dem Moment, wo es hektisch wird und schnell eine Sache erledigt werden will, ist man nicht mehr zufrieden, weil man dann nicht mehr im Augenblick lebt.

Es muß dann schnell gehen, damit es fertig werde und abgeschlossen werden kann.

Hält man kurz inne, erkennt man: man ist nicht mehr bei sich und deshalb auch nicht mehr im Frieden mit sich und Unzufriedenheit macht sich breit.

Natürlich gibt es Angelegenheiten, die schnell erledigt werden müssen, aber sie geschehen zügig und im Fluß, weil es ihre Natur ist, weil sie im Fluß sind, sie in die Situation passen – sie geschehen zwar schnell, aber nicht hektisch.

Übrigens:

In Hektik kommt der Buchstabe K zweimal vor. K wie Kraft, ergo Hektik kostet doppelte Kraft. Was zügig verläuft, ist im Fluß. Es verläuft fließend, ohne Widerstand – kein Widerstand ist Frieden.

Aus den bisherigen Darstellungen ergibt sich, daß Zufriedenheit ohne spirituelle Anbindung keine ganzheitliche Dimension hat.

Zufriedenheit entsteht bei der Balance zwischen Innen und Außen, den geistigen und den materiellen Aspekten des Lebens.

Es reicht nicht, auf dem Meditationskissen zu sitzen und Zufriedenheit zu empfinden, man muß sie auch in die Welt tragen. Die Zufriedenheit in jedem Augenblick erfahren.

Zufriedenheit und die praktische Anwendung Fünf Reiki-Lebensregeln

Abschließend soll das Thema „Zufriedenheit“ noch mit den Fünf Lebensregeln des Usui-Systems der natürlichen Heilung beleuchtet werden.

Es wird die Übersetzung der Regeln von Frank A. Petter benutzt, wie er sie in seinem Buch „Das Reiki-Feuer“ ISBN 3-89385-187-9 herausbrachte.

Die Lebensregeln nach Mikao Usui lauten:

Nur Heute

Ärgere dich nicht

Sorge dich  nicht

Sei dankbar

Tu Deine Pflicht

Sei nett zu deinen Mitmenschen

Soweit die Übersetzung.

Nur Heute

Zufrieden mit mir selbst sein kann ich nur Heute.

Nicht gestern und nicht morgen. Nur das Heute fordert uns heraus, an uns zu arbeiten, im Augenblick zu leben, nicht in die sehnsüchtigen Projektionen der Zukunft zu gleiten oder in der nostalgischen Erinnerung der Vergangenheit kleben zu bleiben... die Kraft und Macht für unsere Zufriedenheit liegt nur im jetzigen Augenblick.

Ärgere dich nicht

Warum auch? Es bringt nichts. Sich zu ärgern bringt aus dem Gleichgewicht, sich zu ärgern verursacht Streß im Körper und läßt die Zellen altern, sich zu ärgern bringt Spannungen in die Umgebung und somit zu den Mitmenschen. Sich zu ärgern ist keine konstruktive Lösung für ein Problem. Eine Möglichkeit zum förderlichen Umgang mit herausfordernden Situationen ist die Meditation.

Meditation kann helfen, das Bewußtsein zu klären.

Sorge dich nicht

Sich sorgen ist Besitz ergreifen von den Umständen oder auch von Personen. Es ist ein nichtvertrauen in die natürlichen Prozesse des Lebens, in die Weisheit jedes einzelnen Wesens und auch in die Autonomie der jeweiligen Person. Nicht nur das wir dem anderen die Fähigkeiten absprechen für sich selbst zu sorgen, wir machen die Probleme der anderen zu unseren – das führt von der eigenen Mitte weg und somit aus der Balance.

Aus der Balance zu sein ist nicht im Frieden mit sich selbst sein.

Sei dankbar

Dankbarkeit bringt uns zurück in die Gegenwart, zurück in den gegenwärtigen Augenblick. So dunkel es auch sein mag, vielleicht kostet es auch sehr viel Mühe, aber es gibt immer etwas, wofür man dankbar sein kann.

Wie wäre es mit Dankbarkeit für die eigenen Fähigkeiten, Lösungen zu finden … in diesem Bewußtsein der Dankbarkeit finden Sie zu Ihrem eigenen Frieden zurück.

Tu deine Pflicht

Sich über das zu beklagen, was zu den eigenen Aufgaben gehört ist albern, bereitet Streß und bringt aus der inneren Mitte und somit aus dem Frieden. Akzeptiert man die Aufgaben, die an einen herangetragen werden und die Aufgaben, die man selbst übernommen hat, nimmt man an, was ist. Hier liegt ein unbeschreibliches Potential für innenre Frieden.

Sei nett zu deinen Mitmenschen

In Frieden mit anderen zu leben, verschafft einem selbst Frieden.

Wie ist es mit den Zeitgenossen, die immer und immer wieder an unseren Nerven zerren und wie auf einer Harfe die Saiten anzupfen, die so gar nicht zu uns passen? Ärgere dich nicht, Sie können sie nicht ändern, sei dankbar, daß Ihnen diese Menschen im Leben begegnen, damit Sie Tolernaz, Güte und Liebe erlernen und üben können, Tu deine Pflicht und nehmen Sie sie an, versuche Sie diese Menschen zu verstehen ...und … sei nett zu deinen Mitmenschen.

Fazit: Viele Gedanken zur Zufriedenheit führen zum Erleben des gegenwärtigen Augenblicks – ins Hier und Jetzt. Zufriedenheit mit sich selbst ist ein Lernprozeß, der immerwieder durchlaufen werden muß.

Autor: Lars Suhr
Thema: Zufriedenheit mit sich selbst
Webseite: https://www.larssuhr.de



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