Um negative Glaubenssätze zu verändern muss man erstmal wahrnehmen, dass man welche hat. Das ist der erste Schritt, um sich davon zu lösen und eine Veränderung herbei zu führen.

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Sie haben das erkannt? Dann sind Sie schon mittendrin in der Veränderung! Sie haben einen negativen Glaubenssatz erkannt und nun ist der zweite Schritt dran:

Wie muss  sich der Glaubenssatz anhören, anfühlen, damit er positiv ist?

Um das zu formulieren, ist es nötig, sich mit den Konsequenzen, die der negative Glaubenssatz für unser Leben hatte, zu beschäftigen. Natürlich können wir auch ganz simpel aus  „Ich kann es nicht“ „Ich kann es!“ machen. Wir können unser Gehirn sicherlich durch beharrliches Wiederholen des neuen Satzes irgendwann davon überzeugen, dass  er wahr ist. Die innere Überzeugung ist damit aber nicht gegeben. Und die sollten wir nicht außer Acht lassen. Dazu eine kurze Erläuterung, warum die innere Überzeugung so wichtig ist:

Unser Unterbewusstsein beeinflusst in hohem Maße unser gesamtes Handeln, nämlich zu knapp 95%!

Die restlichen 5% steuert unser Bewusstsein. Vor dem Hintergrund dieses Wissens erscheint es also durchaus sinnvoll, sich mit dem Ursprung des negativen Glaubenssatzes zu beschäftigen. Unser Unterbewusstsein lässt sich durch die bloße Wiederholung des neuen, positiven Glaubenssatzes nicht von seiner ursprünglichen Überzeugung abbringen und wird, eben unbewusst für uns, weiter in der gewohnten Weise agieren.

Das tut es nicht, um uns zu ärgern, nein, denn unser Unterbewusstsein glaubt uns beschützen zu müssen und wird daher weiter an dem festhalten, was es ursprünglich als richtig gelernt hat. Noch einmal ein kleiner Exkurs zur Erklärung:

Alle Erfahrungen, die wir machen, werden von unserem Gehirn sozusagen markiert, um bei einer Wiederholung die gelernte Reaktion darauf schneller abrufen zu können. Ob die Reaktion überhaupt angemessen ist, wird dabei nicht berücksichtigt! Es erkennt nur  „Das kenne ich, die Erfahrung habe ich schon gespeichert“.

Die abgespeicherte, erlernte Erfahrung kann daher immer weiter wirken, und je öfter sich diese Erfahrung wiederholt, desto mehr festigt sich die Reaktion darauf. Diese nun durch bloßes Immer-wieder-Aufsagen verändern zu wollen ist mühselig und die innere Überzeugung arbeitet weiter in gewohnter Weise. Daher ist der Ursprung, die Entstehung des negativen Glaubenssatzes immens wichtig für eine Veränderung.

Wie finden wir den Ursprung unseres negativen Glaubenssatzes?

Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen können wir mit unserem Bewusstsein als Verbündeten nach Situationen in unserer Vergangenheit suchen, uns diese betrachten und mit unserem Verstand analysieren. Die Erkenntnis, die unser Verstand gewonnen hat, ist sicherlich wichtig und ich möchte das gar nicht schmälern!

Unser Verstand weiß nur leider manchmal gar nicht um die allererste Erfahrung, die den negativen Glaubenssatz so unerschütterlich verankert hat. Denn es gibt Zeiten, an die wir noch keine bewussten Erinnerungen haben und können diese dann natürlich mit unserem Verbündeten, dem Bewusstsein, auch nicht finden.

Hat nun unser Verstand die vermeintliche Ursprungssituation ausgemacht und mit dem Verstand „umgelernt“, so ist unsere innere Überzeugung nur leider noch lange nicht auf dem gleichen Stand. Dafür nochmals eine Erklärung dazu, wie unser Gehirn arbeitet:

Unserem Verstandesgehirn sind einige Stationen vorgeschaltet und die reagieren eben vor dem Verstand. Bis also die Situation beim Verstand ankommt und von ihm bewertet werden kann, hat unser Stammhirn schon lange reagiert. Wir können dann mit unserem Verstand die Reaktion relativieren, die körperliche Reaktion ist aber immer schon da und muss mit „logischen“ Erklärungen wieder eingefangen werden. Das kostet Kraft und kann manchmal auch demotivierend wirken und zur Frustration führen..... Und schon ist Platz für Zweifel:

Ist vielleicht der negative Glaubenssatz doch richtig?

Denn ich habe doch zum Beispiel beschlossen, dass ich mich ab sofort nicht mehr einschüchtern lasse, dass ich erfolgreich bin, selbstbewusst usw. Bin ich es nun oder nicht? Verstehen Sie mich nicht falsch: Dieser Weg ist auf jeden Fall eine Möglichkeit, seine negativen Glaubenssätze zu verändern. Er ist nur sehr langwierig und den einen oder anderen verlässt unterwegs die Motivation, am Ball zu bleiben, bis sich der gewünschte Erfolg einstellt.

Nun gibt es noch einen anderen Weg, die negativen Glaubenssätze zu verändern. Dieser Weg ist meinen Erachtens der sinnvollere Weg. Wer schon einmal Erfahrungen mit Hypnose gemacht hat, der weiß, dass in der Hypnose unser Unterbewusstsein in höchstem Maße konzentriert und aufnahmebereit ist für alles, womit es uns unterstützen kann. In der Hypnose holen wir uns unser Unterbewusstsein mit ins Boot. Es hilft uns die Ursprungssituation zu finden, und zwar auch dann, wenn sie so lange zurück liegt, dass wir keine bewusste Erinnerung daran haben können. Denn unser Unterbewusstsein weiß um alles, was wir jemals erfahren haben.

Hypnose ist leider auch mit einigen Vorurteilen behaftet. Dazu eine kurze Erläuterung, um Ihnen diese Vorurteile zu nehmen: Hypnose ist ein tiefentspannter Wachzustand, in dem der Klient immer ansprechbar und handlungsfähig ist. Der Klient hört alles, was der Hypnotiseur sagt und verliert keinesfalls die Kontrolle über sein Tun.

Nun ein paar Worte zur Vorgehensweise: zu allererst muss natürlich der negative Glaubenssatz an sich entlarvt werden. Ist er gefunden, steht die Überlegung an, wie der neue, positive Glaubenssatz aussehen kann und wird formuliert. Fragen hierzu können sein: Wie möchte sich der Klient zukünftig in der Situation fühlen, wie soll seine Reaktion aussehen usw. Diese Fragen werden  in der Hypnose nochmals gestellt, um das Unterbewusstsein in die Integration des neuen, positiven Glaubenssatzes mit einzubeziehen. Dann beginnt der Hypnotiseur mit der Einleitung in die hypnotische Trance. Ist diese erreicht, bittet der Hypnotiseur das Unterbewusstsein, ihn an den Ursprung für den negativen Glaubenssatz zu führen.

Durch gezieltes Befragen des Unterbewusstseins wird diese Situation neu bewertet und mit der neuen Bewertung verankert. Der negative Glaubenssatz kann losgelassen werden. Diese Methode zur Veränderung negativer Glaubenssätze ist effektiv und sanft. Sollten Sie Angst davor haben, dass Sie Erlebnisse vorfinden, die für Sie nicht zu ertragen sind, so möchte ich darauf hinweisen, dass unsere Seele uns nur die Dinge zugänglich macht, die wir verarbeiten können.

Ähnlich wie bei der Hypnose gehen wir beim EMDR vor. EMDR ist ebenfalls sehr effektiv und geht auf die Suche mit dem Unterbewusstsein als Unterstützung. Wir arbeiten in einer leichteren Trance als der in der Hypnose und nähern uns der Ursprungssituation langsam an. In der Ursprungssituation animieren wir das Gehirn durch bilaterale (beidseitige) Stimulationen  zur Neuverarbeitung.

Wie negative Glaubenssätze unser ganzes Leben beeinflussen, dazu gibt es die Parabel über den Elefanten, der seine Freiheit fand, nachzulesen zum Beispiel in den Büchern Jorge Bucays. Lesen Sie diese Parabel und machen Sie sich auf, Ihre Freiheit (wieder) zu finden.

Jeder muss für sich seinen eigenen Weg finden, den, der für ihn richtig ist. Die Entscheidung liegt allein bei Ihnen, welcher Weg der Ihre ist. Ich wünsche Ihnen von Herzen eine erfolgreiche Veränderung Ihrer negativen Glaubenssätze!

Autor: Kirsten Romeiks
Thema: Negative Glaubenssätze verändern
Webseite: https://www.psychotherapie-romeiks.de

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