Wenn wir uns mit diesem Thema beschäftigen, stellen wir fest, dass es Menschen gibt, die grundsätzlich eine schnellere und höhere Aggressionsbereitschaft haben als andere.

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Unabhängig davon gibt es aber auch bei jedem Einzelnen Phasen oder Situationen im Leben, in denen er oder sie schneller gereizt und aggressiv reagiert als zu anderen Zeiten.

Dies kann natürlich unterschiedliche Ursachen haben. In diesem Artikel möchte ich körperliche Ursachen, wie z.B. Schilddrüsenprobleme, Hormonveränderungen, Tumore etc. unberücksichtigt lassen und mich lediglich mit einigen psychischen und energetischen Ursachen beschäftigen.

Sind die anderen schuld?

Zum einen gibt es da die Einflüsse, die von außen kommen (extrinsische Einflüsse) und uns „triggern“ können. Sicher haben Sie schon festgestellt, dass es z.B. Wetterlagen gibt, die Sie, aber auch andere, nervöser, reizbarer und unter Umständen auch aggressiver reagieren lassen. So z.B., wenn ein Gewitter aufzieht. Dann spüren wir die elektrische Ladung in der Atmosphäre und auch den Einfluss, den diese auf unsere eigene „Ladung“ hat. Der Mond kann eine ähnliche Wirkung auf manche Menschen haben.

Ein anderer extrinsischer Einfluss kann die politische Lage in einer Stadt oder einem ganzen Land sein. Je mehr Menschen aufgebracht und aggressiv über die jeweilige Situation sind, desto gereizter und aggressiver wird die gesamte Schwingung in diesem Land. Dies nehmen wir bewusst oder unbewusst auf und es überträgt sich auf uns. Im Volksmund würde es heißen „da liegt was in der Luft“ oder „es brennt die Luft“.

Genauso verhält es sich im „Kleinen“. Wenn wir morgens zur Arbeit kommen und unsere Kollegen sind „schlecht drauf“, dann kann sich diese Energie ebenfalls auf uns übertragen. Ehe wir uns versehen, sind wir auch gereizt und wissen vermutlich gar nicht, woher das nun kommt.

Dennoch sollten wir es uns nicht so leicht machen und die „Schuld“ auf die äußeren Umstände oder die anderen Menschen schieben. Denn selbst wenn wir von außen getriggert werden, haben wir die Möglichkeit, dies zu erkennen und uns klar dafür zu entscheiden, diese Schwingungen nicht zu unseren zu machen. D.h. wir übernehmen die Verantwortung für unsere Stimmung, bleiben bei uns – in unserer eigenen Schwingung – und grenzen uns gegenüber den negativen Schwingungen bewusst ab!

Stimmt mit mir etwas nicht?

Die andere Möglichkeit, die ich persönlich für noch viel wichtiger halte, ist die, dass die schnelle Gereiztheit und Aggressionsbereitschaft intrinsisch (von innen her) ausgelöst wird.

Natürlich gibt es auch hier wieder sehr viele mögliche Gründe. Auf ein paar dieser Möglichkeiten möchte ich hier beispielhaft eingehen.

Eine Ursache, mit der wir uns vermutlich alle schon mal konfrontiert gesehen haben, ist die Unzufriedenheit. Wenn wir mit Teilen unseres Lebens nicht zufrieden sind, neigen wir dazu, schneller gereizt und aggressiv zu reagieren. Dabei ist es egal, ob wir die Unzufriedenheit im privaten oder beruflichen Bereich empfinden. Je länger diese Situation anhält, die uns unzufrieden (nicht im Frieden) sein lässt, desto unausgeglichener werden wir. Es wühlt uns auf, bringt uns aus der Mitte. Wir sind nicht im Frieden mit uns selbst. Somit können wir auch nicht im Frieden mit unseren Mitmenschen sein. Da reicht oft nur ein unbedachtes Wort unseres Gegenübers und schon fliegt uns sprichwörtlich der Deckel weg.

Eine weitere Möglichkeit, die wir immer in Betracht ziehen sollten, ist die der Spiegelung! Wir können davon ausgehen, dass das, was uns an anderen Menschen reizt, stört oder gar aggressiv macht, etwas ist, was wir selbst auch in unserem „Schatten“ haben. Wenn ich in diesem Zusammenhang von „Schatten“ spreche, so meine ich damit unser Unbewusstes. Also das, was wir selbst nicht sehen und somit auch für uns alleine nicht erkennen können.

Dazu möchte ich ein Beispiel geben:

Es ärgert Sie maßlos, dass Ihr Chef Sie für Ihre Arbeit und Ihren tollen Einsatz nie lobt. Sie empfinden das respektlos und fühlen sich von Ihrem Chef für das, was Sie tun, nicht geachtet und wertgeschätzt. Auf die Dauer macht Sie das reizbarer und irgendwann vielleicht sogar aggressiv. Beim einen passiert das früher, beim anderen später – je nach dem, wie hoch bzw. niedrig seine Schwelle ist.

In diesem Fall gibt es zwei mögliche Gründe für die Spiegelung:

  • Sie gehen oft auch nicht respekt- und achtungsvoll mit Ihren Mitmenschen um und haben das bisher noch nicht erkannt.
  • Sie gehen mit sich selbst nicht respekt- und achtungsvoll um. Würden Sie das nämlich tun, würden Sie sich selbst wertschätzen. Dann wären Sie nicht „abhängig“ von der Wertschätzung anderer – in diesem Fall von der Ihres Chefs! Daraus folgend würde Sie sein Verhalten Ihnen gegenüber nicht mehr aggressiv machen.

Bleiben wir beim Unbewussten. Dort befinden sich all diese Dinge, die uns – wie der Name schon sagt – nicht bewusst sind. Diese „Dinge“ möchte ich nachfolgend „Blockaden“ nennen, denn das ist das, was sie dort tun. Sie blockieren uns in unserem Weiterkommen, in unserer persönlichen Entwicklung, auf unserem Weg zu Zufriedenheit, Glück, Gesundheit, Erfolg, Liebe etc.

Aber wieso sind sie dort? Woher kommen sie? Und vor allen Dingen – wie werde ich sie los?

Diese ungelösten Blockaden – und so lange sie sich in unserem Unbewussten befinden, sind sie garantiert ungelöst - kommen von früheren Erfahrungen. Dabei kann es sich um unsere eigenen Erfahrungen handeln oder um die unserer Vorfahren. Das bedeutet, es kann durchaus sein, dass uns Erfahrungen blockieren, die nicht wir, sondern beispielsweise unsere Großeltern gemacht haben. Wir bekommen sie quasi vererbt. Auch falsche Glaubenssätze, die uns beigebracht wurden oder die wir uns selbst angeeignet haben, können solche Blockaden darstellen. Ein Beispiel für einen solchen Glaubenssatz:

„Um viel Geld zu verdienen, muss ich viel und hart arbeiten.“

Die Blockaden sind so individuell wie wir selbst. Die schlechte Nachricht ist: wir kommen in der Regel selbst nicht an sie ran, da sie sich, wie bereits erwähnt, in unserem Unbewussten befinden. Die gute Nachricht aber ist: es ist möglich, sie ins Bewusstsein zu bringen und sie dort aufzulösen. Dazu bedient man sich am besten der Hilfe eines erfahrenen systemischen Coaches oder Therapeuten. Lösen wir sie nicht auf, „kokeln“ sie weiter in unserem Unbewussten vor sich hin und verhindern das, was wir uns so sehr wünschen – z.B. Zufriedenheit, Glück, Gesundheit, Liebe, Erfolg.

Last but not least kann es sich durchaus um eine „Ersatzreaktion“ handeln, wenn wir gereizt oder aggressiv reagieren. Dies kann passieren, wenn wir unsere wahren Gefühle, wie z.B. Angst oder Trauer, unterdrücken und sie somit nicht zulassen können oder wollen. Dabei ist es egal, ob wir dies bewusst oder unbewusst tun. Diese Unterdrückung des echten Gefühls stresst uns natürlich. So kann es passieren, dass wir gereizt oder aggressiv reagieren, obwohl wir im Grunde ängstlich oder traurig sind. Würden wir das wahre Gefühl in diesem Moment ausdrücken - vorausgesetzt, es ist uns bewusst - würde das die gereizte oder aggressive Reaktion obsolet machen.

Wenn Sie also das nächste Mal gereizt oder aggressiv sind, denken Sie daran: sehr oft haben Sie die Wahl!

Autor: Nicole Weigand
Thema: Schnell gereizt und aggressiv
Webseite: https://weigand-coaching.de

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