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Zuallererst sei gesagt, dass NLP ein humanistischer Ansatz der praktischen Psychologie darstellt, der auf der theoretischen Basis des Konstruktivismus basiert.

Das bedeutet vereinfacht gesagt, jeder „konstruiert“ und erschafft sich seine eigene Welt durch viele Lebenserfahrungen, Bewertungen und Beobachtungen. Dabei entspricht die „eigene Welt“ dann im Vergleich eher einer Landkarte, als der realen Umwelt. Je differenzierter wir jedoch wahrnehmen und bewerten können, desto genauer kommt unsere Landkarte an die tatsächliche Umwelt heran.

spiegelbild

Das ist schon alleine dadurch verständlich, dass wir von vorne herein durch unsere Sinnes- und Wahrnehmungssysteme stark begrenzt sind. Im Tierreich wird ein Hund viel mehr riechen, ein Adler viel mehr Details sehen, usw. Dabei reden wir noch nicht mal über unsere subjektive Interpretation der Dinge (unsere mentalen Filtermechanismen), die wir beobachten und auf Basis unserer Erfahrung bewerten und bei uns einsortieren.

Dieser Aspekt der „eigenen Landkarte“ ist wichtig, gerade wenn es um das Thema Selbstfindung und Selbstentwurf mit NLP unter systemischen Gesichtspunkten geht.

Wer bin ich und was macht mich aus?

Um mich selbst „neu zu entwerfen“ oder weiter zu entwickeln, müsste ich zuerst auch jemand sein können oder zu jemandem werden, der sich traut, offen hinzuschauen bei sich selbst. Die Selbstfindung spielt dabei die grundlegende Rolle beim Selbstentwurf. Nur was ich erkenne über mich selbst oder aus feedback über mich lerne, kann ich auch verändern, lösen oder anpassen.

Moshe Feldenkrais sagte einmal:

„Nur wenn ich wahrnehme was ich tue, kann ich tun was ich will.“

Dabei ist eine Vorannahme für eine Verändnerung äußerst hilfreich. „Mit uns ist alles in Ordnung.“

Aus meiner praktischen Coaching Erfahrung tragen viele Menschen die Überzeugung in sich – oft unbewusst –, dass sie so wie sie sind, nicht richtig sind. Also z.B. sich schuldig fühlen, das Gefühl haben oft etwas falsch zu machen oder nicht richtig machen zu können, versagen, peinlich sind, etc. Das verursacht die verschiedensten „Antreiber“ auf Verhaltensebene.

Mit der Vorannahme „Mit mir ist alles richtig. So wie ich bin, bin ich in Ordnung.“ fällt das Hinschauen in den eigenen Reflektionsraum wesentlich einfacher. Dann gibt es nämlich auch keine „Leichen im Keller“ zu entdecken, sondern gemachte Erfahrungen zu reflektieren. Und auch die damit einhergegangenen getroffenen Entscheidungen, die ich zu dem damaligen Zeitpunkt und meinem damaligen Wissensstand nach bestem Gewissen und Gewissen daraus getroffen hatte. Und das heißt nicht, dass es aus heutiger Sicht die beste Entscheidung war. Aber aus damaliger eben schon. Und die gute Nachricht ist…wenn ich damals entschieden habe, heißt das, dass ich heute neu entscheiden kann. Weil ich habe die Macht darüber.

Alte Gewohnheiten auflösen und neue Wege gehen

Hierfür können uns gute NLP Techniken und praktische systemische NLP Methoden sehr hilfreich sein. Auf dem Weg der Selbstfindung wird es immer mal wieder nötig sein zusätzlich zur eigenen Erkenntnis auch gute Werkzeuge für das Auflösen von Blockaden, das Reduzieren von Ängsten und das Verändern von Verhaltensmustern zur Verfügung zu haben. Daran ist nichts Verkehrtes. Wie wir uns erinnern…“Mit mir ist alles richtig“…während ich mich weiter entwickele und meine Potenziale und persönlichen Kompetenzen mehr und mehr aus ihren Einschränkungen und entstandenen Limitierungen befreie.

Ja…stimmt schon. Aber warum sollte ich diesen Weg überhaupt gehen?

Aus meiner persönlichen Erfahrung und auch aus der Erfahrung in unseren NLP Ausbildungsgruppen, sowie in vielen Einzelcoachings weiß ich, dass in jedem Menschen viel mehr steckt, als man meint oder er selbst glaubt.

Die meisten sind vielleicht durch eine Lebenskrise oder Vorkommnisse motiviert sich selbst zu finden und neu auszurichten. Das sind zum Beispiel Karrierewünsche, sehr deutliche feedbacks, Arbeitsplatzwechsel oder eine Entlassung, Streit in der Partnerschaft, finanzielle Einbrüche, ein Schuss vor den Bug was die Gesundheit betrifft, Unzufriedenheit in der Lebensmitte, uvm.

Es gibt aber auch Menschen, die haben einfach Spaß dabei, sich selbst und ihre Potenziale einfach immer tiefer zu ergründen und daraus etwas immer großartigeres werden zu lassen. Wie dem auch sei, Menschen sind aus meiner Perspektive großartig und in jedem stickt eine Menge Kompetenz und Potenziale. Gerald Hüther schreibt dazu wie ich finde auch sehr inspirierende Zeilen in seinem Buch „Was wir sind und was wir sein könnten.“

NLP geht davon aus, dass jeder Mensch alle Ressourcen in sich trägt, die er benötigt, um Veränderungen zu erreichen, die er möchte. Es lohnt sich also, diesen Weg zu gehen, egal ob uns das Schicksal diesen Schritt abnötigt oder wir ihn von Anfang an mit Freude und Spaß gehen. Niemand muss, aber jeder kann.

Konkrete Tipps, wie man einen neuen Selbstentwurf fördern kann

Ein systematischer Ansatz mit NLP ist vielleicht für intuitive Menschen zuerst oft ungewohnt, bietet aber gerade in Veränderungszeiten Leitung und Strukturen für die eigenen Inhalte. In unseren NLP Master und Master Coach Ausbildungskursen ist das Thema "Selbstfindung und Selbstentwurf" ein fester Bestandteil der NLP Ausbildung und die Teilnehmer geben die Rückmeldung, dass gerade ein strukturiertes Vorgehen hilft, schnell mehr Licht ins Dunkel zu bringen und die Visionen umzusetzen.

Beginne Dir Deine Werte bewusst zu machen

Werte sind das Dach oder auch das tragende Fundament unserer Handlungsmotive. Sie leiten uns, geben uns auch übergeordnete Orientierung. Was ist Dir wichtig in dem betroffenen Lebensbereich (Beruf/Berufung, Beziehung, Sinnhaftigkeit meines Lebens, mein Körper/Gesundheit, finanzielle Sicherheit, etc.)? Welcher Wert macht Dich bei seiner Erfüllung zufrieden? Was dürfte auf keinen Fall als Wert fehlen? Welcher Wert schmerzt Dich, wenn er verletzt wird?

Von den Werten zur Vision

Eine Vision motiviert uns. Es entstehen Bilder in uns, vielleicht zu Beginn sogar als Traum. Walt Disney sagte einmal sinngemäß:

„Nur was Du träumen kannst, kannst Du auch tun.“

Bilder und Visionen haben eine große Macht in uns. Sieh Dich immer wieder in der Zukunft und male Dir die Vision kreativ aus. Sei mutig und großzügig mit Dir selbst. Nach und nach mit weiterer Prüfung werden die Visionen doch immer realer und bodenständiger, bis es passt.

Erfolg entsteht durch viele kleine, konkrete Schritte

Fang einfach an. Plane nicht zu lange, sondern sammle lieber auf Deinem Wege neue Erfahrungen und probiere etwas aus. Wenn etwas schief geht, ok. Lerne daraus. Wenn es klappt, weiter so und dann bitte das feiern nicht vergessen!

Ernst Bloch sagte einmal „Man muss ins Gelingen verliebt sein, nicht ins scheitern.“ Mache aus der Erfahrung heraus lieber kleine und konkrete Schritte auf die Vision hin. Und dann immer auch wieder den nächsten bewusst machen, sobald der letzte gegangen ist…so lässt sich die Umsetzung kaum noch aufhalten.

Auch noch ein paar Tipps zum Scheitern

Scheitern ist ein Teil unseres Lernprozesses. Trotzdem gibt es auch Blockaden, die sehr zäh sein können und uns immer wieder zurückholen können auf den „Boden der Tatsachen“.

Gerade hier ist es wichtig dranzubleiben und gute Techniken und Methoden hinzu zu ziehen, damit sich eine negative Erfahrung beim Scheitern nicht festsetzen kann. Ich habe mal gelesen, dass ein Kind, das Laufen lernt, im Schnitt ca. 3000-mal hinfällt, bis es klappt und das Kind läuft. Kinder stehen immer wieder auf, kokettieren manchmal sogar mit dem Hinfallen, heulen, lachen…und machen weiter. Zumindest habe ich noch kein Kind gesehen, das einfach sitzen geblieben ist, oder?

Die gute Nachricht ist, wir alle waren mal Kinder und diese Qualität gibt es in jedem von uns. Wir wissen also schon wie es geht dranzubleiben und müssen es uns nur erlauben diese Kraft und Haltung in unserem Körpergedächtnis wieder zu aktivieren und wieder zu entdecken.

Plane die Zukunft aus einem guten Zustand heraus

Viele denken an die Zukunft, wenn gerade etwas nicht passt, sie unzufrieden sind oder etwas schief läuft und sie es anders haben möchten. Das führt in der Regel dazu, dass wir in diesem Moment auch die negativen Erfahrungen und Gefühle mit in die Zukunft projizieren. Auf dieser Basis können wir uns wahrscheinlich wenig große neue Visionen ausmalen. Versetze Sich also zuerst in einen richtig guten und kreativen Potenzialzustand und dann lege los…

Wessen Ziele verfolge ich eigentlich?

Es macht aus der praktischen Erfahrung im systemischen NLP Coaching Sinn, die Ziele und Visionen auch in Bezug auf das Motiv zu hinterfragen. Viele Menschen machen bei ihrer Selbstfindung immer wieder die Erfahrung, dass sie eine ganze Zeit zwar sehr ambitioniert die Ziele verfolgt haben, diese am Ende aber eigentlich gar nicht ihre waren. Manchmal waren es interpretierte oder reale Erwartungen der Eltern, der Erziehungspersonen, von Lehrern, Chefs, der Firma, den Freunden, dem kulturellen Umfeld, usw. Was will ich wirklich? Bin ich so mutig den Weg – meinen Weg - zu beschreiten?

Vergleiche mit anderen

Sich mit anderen zu vergleichen, um zu wissen wo man steht, ist für die Selbstfindung durchaus eine hilfreiche Sache. Öfters führen diese Vergleiche allerdings dazu, dass wir uns selbst „alt aussehen lassen“ dabei. Oder umgekehrt, im Vergleich zu „x“ geht es mir doch eigentlich ganz gut. Ich müsste zufrieden sein, aber…

Wenn wir es schaffen durch Vergleiche gute Standortbestimmungen für uns selbst zu ermöglichen und tolle Vorbilder zu finden, die auch ihren authentischen Weg gehen, ist das oft sehr hilfreich.

Nur was Du stimmig glauben kannst, kannst Du auch tun

Was Du selbst nicht glauben kannst, wird sich nicht einstellen. Es geht beim Selbstentwurf nicht darum, einfach positiv über sich zu denken. Oft scheitert das sogar oder zeigt wenig Wirkung. Bei der Selbstfindung und dem neuen Selbstentwurf, geht es darum, Dir ein realistisches Zukunftsbild von Dir selbst vorzustellen oder dieses auf dem Wege mehr und mehr neu zu erfahren. Auch aktiv feedback zur Dir einzuholen. Und dabei offen, gelassen und bodenständig auch die negativen eigenen Muster zu betrachten, um sie verändern zu können. Manchmal geht das gut alleine, manchmal kann man lernen wie es selbst geht, manchmal ist es gut Unterstützung dafür anzunehmen.

Zum Abschluss möchte ich noch sagen, dass gerade humanistische Methoden wie zum Beispiel NLP und die systemische Arbeit mit NLP aus meiner Sicht sehr geeignet sind, um diese persönlichen Entwicklungsprozesse zu begleiten. Insofern bietet NLP nicht nur eine geniale Methodensammlung zu gelingender Kommunikation, Coaching Techniken und dem auflösen von Blockaden und Mustern, sondern ermöglicht es Menschen im Selbst Coaching oder in der NLP Begleitung ihre Potenziale in der Tiefe ganz konkret zu entdecken und zu entfalten.

Das führt zu einer sicheren und stabilen Basis im stetigen Veränderungsprozess und ermöglicht persönliche Freiheitsgrade und spürbare Lebensqualität. Und das nicht nur für Unternehmer, Führungskräfte oder Angestellte in der beruflichen Entwicklung, sondern gerade auch im Alltag und in unseren Beziehungen.

Denn, wie ich manchmal zu sagen pflege:

"Unser Auto lassen wir auf dem Parkplatz stehen, aber bei den Menschen und Kontakten schwingt unsere Persönlichkeit immer mit – ohne wenn und aber".

Viel Spaß auf ihrem Wege der Selbstfindung und des Selbstentwurfes!

Autor: Michael Löhlein
Thema: Selbstfindung und Selbstentwurf

Webseite: http://www.pfalz-nlp.de

Autorenprofil Michael Löhlein:

Michael Löhlein ist NLP Lehrtrainer, Lehrcoach & Executive Business Coach Leiter der Pfalz NLP Academy in Neustadt/Weinstraße

 

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