Was sind subjektive Bewertungen?

Subjektive Bewertungen sind Bewertungen, die ein einzelner Mensch einer Sache, einem Zustand oder einer Handlung zuordnen. Meist, ob etwas gut oder schlecht ist sowie die Intensität in die jeweilige Richtung.

gut boese engel teufel

https://vg07.met.vgwort.de/na/d5e484989ddd41b59f61dfcd113a62a3Objektiv betrachtet ist jedoch alles und mag es für den Einzelnen betrachtet noch so grausam und unmenschlich erscheinen dennoch neutral und wertefrei.

Warum sehen Menschen ihre subjektive Bewertungen als allgemeingültig an?

Das hat vor allem folgende Gründe. In einem Gesellschaftssystem werden gezielt Bewertungen definiert und anerzogen. Diese Bewertungen dienen hauptsächlich dem Schutz der gesellschaftlichen Struktur und der vorherrschenden Machtverhältnisse des Kollektivs. Diese allgemeinen Bewertungen sind jedoch von Kultur zu Kultur sowie von Epoche zu Epoche verschieden. Ein nicht zu vernachlässigender Grund ist Hollywood. Wir leben in einer Zeit, in der fast jeder Mensch in seiner Freizeit meist mehrere Filme ansieht. Personen, die eine Abneigung gegen die Flimmerkiste haben, sind ebenfalls nicht vor dem Effekt geschützt, auf den ich hinaus will. In Filmen oder in Büchern sind gut und böse klar definiert. Dieser Umstand stärkt in uns den Glauben, dass es gut und böse auch im realen Leben gibt. Der wichtigste Grund dürfte jedoch sein, dass Menschen immer von sich selbst ausgehen und ihre Meinung als allgemeingültig ansehen.

Aber es gibt doch wahrhaft grausige Dinge und Verbrechen, wird jetzt so mancher Leser denken. Diese können doch nicht wertefrei sein, das ist doch ganz klar böse! In den nächsten Abschnitten möchten wir uns diese vermeintlich unumstößlichen Bewertungen daher mal etwas genauer ansehen.

Lüge und Wahrheit

Ob es eine Allgemeingültigkeit Wahrheit gibt, lassen wir mal dahingestellt, darüber streiten sich die Philosophen. Dennoch hat die Wahrheit gesellschaftlich eine gute Bewertung, die Lüge wird dagegen verpönt. Ich persönlich denke, wenn jeder die Wahrheit oder zumindest das, was er wirklich denkt, sagen würde, wir hätten auf der Welt Mord und Totschlag. Für ein friedliches Beisammensein, kann die Wahrheit oft sehr schädlich sein.

Ein weniger gewalttätiges Beispiel; Kinder. Wenn Kinder zum Beispiel etwas malen oder bauen, dann ist das meist kein großes Kunstwerk. Dennoch ist es hier besser, dem Kind zu sagen, wie schön das ist, auch wenn es nicht ganz der Wahrheit entspricht. Der Aufbau von Selbstvertrauen ist hier wichtiger als die nackte Wahrheit.

Die Lüge ist weit besser als ihr Ruf und im Grunde in unserem Leben allgegenwärtig.

Liebe und Hass

Liebe und Hass, es vergeht wohl kaum ein Tag, an dem man auf Facebook nicht auf einen schlauen Spruch stößt, der die gute Liebe und den bösen Hass, den es zu bekämpfen gilt, zum Thema hat.

Prinzipiell handelt es sich bei beidem um sehr starke menschliche Gefühle. Dessen Kontrolle sich in meinen Augen schwierig gestalten dürfte. Ein Gefühlsmensch hasst und liebt von ganzem Herzen. Ein gefühlloser Soziopath kennt weder das eine noch das andere.

Um beim Thema Bewertungen zu bleiben. Ich will nicht wissen, ob das Gefühl "Hass" oder das Gefühl "Liebe" mehr Gräueltaten über einzelne Menschen gebracht hat. Dann war das aber keine Liebe, sondern ein anderes Gefühl! Wird jetzt so mancher einwenden. Liebe ist nur gut! Wenn Sie das subjektiv so sehen, ja, dann ist das für Sie persönlich auch so.

Krieg und Frieden

Krieg und Frieden. Da müsste die Bewertung doch klar sein. Wer findet denn Krieg schon gut? Krieg ist böse! Manche, besonders die direkt Betroffenen werden dies mit Sicherheit subjektiv so bewerten. Aber auch hier gibt es wiederum andere, die das genau anders sehen. Na also, mag man jetzt meinen. Diese Leute sind doch jetzt ganz klar böse! Ja, für manche sicherlich, wo wir schon wieder bei der subjektiven Bewertung wären.

Krieg ist immer "Gut" gehen "Böse". Das Problem ist nur jede Seite, hält sich für die Guten und bekämpfen das Böse. Der Gewinner schreibt dann die Geschichte.

Tod und Leben

Auf den ersten Blick scheint es auch hier wieder klar, Leben - gut, Tod - schlecht. Für die Person, die nicht mehr am Leben ist, ist der Tod im Grunde irrelevant, es trauern jedoch  Hinterbliebene, denen der Verstorbene wichtig war. Für alle anderen ist die Bewertung ebenfalls weitgehend neutral. Soweit zu den vorhandenen Bewertungen.

Kommen wir nun auf den Betroffenen zurück. Finden Betroffene den Umstand des eigenen Todes immer als schlecht? Wohl eher nicht, der Tod wird oft mit dem Begriff „Erlösung“ in Verbindung gebracht. Man denkt dabei zuerst an ältere Menschen, die ihr Leben gelebt haben und sich wünschen, friedlich einzuschlafen. Es gibt jedoch auch viele Menschen, die mitten im Leben stehen und sich nichts sehnlicher wünschen, als diese Erde zu verlassen. Anmerkung; Die Suizidrate in unserer Gesellschaft ist sehr hoch.

Noch ein anderer Aspekt zu diesem Thema aus früheren Epochen. In vielen alten Kulturen war es eine Ehre, sein Leben zu opfern. Die vielen Beispiele würden jetzt den Rahmen sprengen. Es soll nur verdeutlichen, dass selbst ein nicht selbstbestimmter Tod von einem Betroffenen als positiv bewertet werden kann.

Gewalttaten

Gewalt. Der mit Sicherheit schwierigsten Punkte. Das liegt vor allem daran, dass diesem Bereich in der heutigen Gesellschaft eine sehr hohe Gewichtung gegeben wird. Hier weichen wohl nur sehr wenige von der vorgegebenen Bewertung ab. Wir möchten uns das dennoch mal ein wenig genauer anschauen.

Gewalt ist in der Natur allgegenwärtig. Im Tierreich erkennt man sehr gut die schwächere Bewertung der Gewalt. Niemand würde einen Löwen für böse halten, wenn er ein Zebra reist. Kommen wir zu den Menschen zurück. Physische Gewalt hat in unserem System eine Bewertung des Unmenschlichen erhalten. Aber hat er das Verlangen aufgegeben, Gewalt auf andere auszuüben? Wohl eher nicht. Er hat es nur subtiler gestaltet. Durch Hierarchien und Besitztum üben Menschen enorme Gewalt auf ihre Umwelt aus. Sind das nun böse Menschen? Wenn man sie selbst fragen würde, wäre ihre Antwort wohl ein klares Nein. Direkt Betroffene würden das wiederum (subjektiv) ganz anders bewerten.

Kommen wir auf die körperliche Gewalt zurück und wie diese subjektiv bewertet wird. In den sozialen Medien würde mit Sicherheit die Mehrheit der Menschen „Nein zur Gewalt“ unterstützen. Doch schauen wir nur wenige Jahrhunderte zurück. Veranstaltungen, bei denen anderen Menschen oft brutalste Gewalt angetan wurde, es waren Spektakel der Massen. Heutzutage natürlich undenkbar, jedoch sähe es auch zu unseren Zeiten nicht anders aus. Veranstaltungen, bei denen anderen Menschen Leid zugefügt wird, wären heute genauso stark besucht wie in früheren Zeiten.

Fazit

Gut und Böse gibt es nicht, es handelt sich dabei immer um eine subjektive Bewertung.

Prinzipiell lässt sich sagen, dass es Bewertungen gibt, die ein Großteil der Menschen teilt. Zumeist sind dies jene Dinge, die von der Gesellschaft von klein auf vermittelt werden.

Wenn etwas medial oder geschichtlich als gut oder böse bewertet wird, liegt hier immer eine Verzerrung der Realität vor. Eine persönliche Anmerkung; Wird etwas oder vor allem eine Person als extrem gut dargestellt, bin ich immer besonders vorsichtig.

#Verhaltensmuster, #Gewalt, #Gedanken, #Gefühle

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