Viele Hausfrauen und Hobbyköche kennen das Problem. Es ist Wochenende, alle Geschäfte sind geschlossen und es hat sich lieber Besuch zum Essen angekündigt. Zum Glück sind alle wesentlichen Lebensmittel vorhanden, doch den besonderen Geschmack bringen erst erntefrische Zutaten. Menschen mit eigenem Garten haben zumindest im Sommer gute Chancen, sie können dort das ernten, was frisch sein soll.

kraeuterschale

Im Winter oder bei gänzlich fehlendem Garten ist die Situation prekär, frische Kräuter oder frische Salate sind dann ein Wunschtraum, oder? Zum Glück ist es nicht so, denn mittlerweile ist es dank moderner LED-Technik möglich, mit relativ geringem Aufwand in den eigenen vier Wänden Pflanzen aller Art wirtschaftlich lukrativ aufzuziehen. Was dabei zu beachten ist, das beleuchtet dieser Artikel.

Vor wenigen Jahren noch war es aufwändig und teuer, ein Pflanzzelt oder einen Aufzuchtschrank im Innenraum zu betreiben. Leuchtstoffröhren und Metalldampflampen, die damals besten Alternativen, verbrauchten viel Energie, ohne das Wachstum wirklich zu fördern. Das liegt daran, dass Pflanzen für ihre Photosynthese vorwiegend die roten und blauen Anteile des sichtbaren Lichts benötigen. Die grün-gelben Teile werden von uns Menschen deutlich intensiver wahrgenommen, darum ist eine für unser Empfinden helle Lampe unter Umständen für ein Gewächs nur eine trübe Funzel. Das ist bei modernen LED-Pflanzenleuchten anders. Diese emittieren genau das Licht, das von den Pflanzen zum optimalen Wachstum benötigt wird. Auch die Hydrokultur, in dem die Pflanzen in anorganischem Material wurzeln, ist mittlerweile auf einem fortgeschrittenen Stand. Fachleute werden zudem mit der noch recht jungen Hydroponik, in dem die Wurzeln frei in der Luft liegen und regelmäßig mit Nährstoffen benetzt werden, liebäugeln.

Kurzum, die Zeit ist reif für einen kleinen Garten mitten in der eigenen Wohnung. Kräuter wachsen schon auf kleinstem Raum und in einer Pflanzkiste von rund einem viertel Quadratmeter, also ein Schrank mit 40 x 60 Zentimeter Grundfläche, lassen sich zusätzlich sogar andere beliebte Pflanzen aufziehen. Auch die Energiekosten sind erfreulich gering. Die erwähnte Fläche lässt sich mit einer LED-Spezialleuchte mit einer Leistungsaufnahme von nur 75 Watt optimal ausleuchten. Wird diese tagtäglich 16 Stunden lang eingeschaltet, dann werden nicht mehr als 30 Cent Stromkosten pro Tag fällig. Das ist sehr wenig, weil für dieses Geld alle im Haushalt verwendeten Kräuter frisch geerntet werden können. Auch Gurken, Auberginen, Salate und Chilis wachsen in einer solchen Pflanzkiste ganz hervorragend und bereichern das Angebot an frischen Zutaten.

Es stellt sich nun die Frage, was für so eine Kiste gebraucht wird. Dazu erst einmal ein paar grundsätzliche Überlegungen. Pflanzen brauchen in der Regel Wasser, Licht, Kohlendioxyd, Wärme und Nährstoffe, um wachsen zu können. Kohlenstoffdioxyd findet sich in der Atmosphäre, in Wohnräumen ist es meist ausreichend warm und Wasser wird kostengünstig aus der Leitung entnommen. Es empfiehlt sich übrigens, das Wasser über Nacht offen stehen zu lassen. So kann es Kohlendioxyd aus der Luft aufnehmen, das macht das Wasser ein wenig saurer und Nährstoffe können darum besser aufgenommen werden. Für die Aufnahme dieser Stoffe sind die Wurzeln der Pflanzen verantwortlich, egal ob sie in einer Hydrokultur von Nährlösung umgeben sind, wie bei der Hydroponik mit Nährlösung besprüht werden oder traditionell in Pflanzerde eingegraben sind. Einsteigern wird an dieser Stelle empfohlen, mit traditioneller Erde zu beginnen, dann auf Hydrokultur umzusteigen und erst bei größeren Anlagen Hydroponik zu erwägen.

Nun zu der Kiste selbst. Entweder wird ein nicht gebrauchter Schrank umfunktioniert, ein solcher selbst geschreinert oder unter einem einfachen Pflanzzelt aus Folie angebaut. Die optimale Höhe liegt bei rund einem Meter und mehr, sonst ist das Arbeiten zu beengt. Gut geeignet sind Kleiderschränke, diese sind ausreichend hoch und oft kann eine kleine Fläche durch den Einsatz eines Trennbrettes für den Anbau freigemacht werden. Die LED-Leuchte wird dann an dem Bügelhalter befestigt und etwa 30 Zentimeter über den Pflanzen fixiert. Eine Zeitschaltuhr wird so eingestellt, dass die Leuchte täglich zwischen 12 und 16 Stunden mit Strom versorgt wird. Die Dunkelphase muss sein, damit der Calvin-Zyklus abgeschlossen werden kann. Er ist dafür verantwortlich, dass das aufgenommene Licht auch in Nährstoffe überführt wird. Die LED-Pflanzlampe soll bei der Aufzucht von sonnenliebenden Sorten so ausgelegt sein, dass pro Quadratmeter bestrahlter Fläche etwa 300 Watt Aufnahmeleistung verfügbar sind. Bei einer Fläche von 45 x 30 Zentimeter, das wäre typisch für einen abgetrennten Teil eines Kleiderschranks, wäre schon eine LED-Pflanzenlampe von nur 40 Watt Aufnahmeleistung ausreichend, um für ein üppiges Wachstum bei sonnenliebenden Arten zu sorgen.

Gerade bei diesen sonnenliebenden Arten ist das Licht besonders wichtig. Sowohl Intensität als auch das emittierte Spektrum haben einen direkten Einfluss auf das Wachstum der Pflanzen. Viele Hobbygärtner sparen aus Unwissenheit an der falschen Stelle und geben ihr Geld für günstige, aber ungeeignete Leuchten aus. Das führt zwangsläufig zu schlechten Ernten und bitteren Misserfolgen, die dann generell dem Innenraumanbau angelastet werden. Eine hohe Qualität der verwendeten Beleuchtung stellt den Ertrag und die Güte der Ernte sicher. Gute LED-Spezialleuchten finden Sie bei der Firma Growking.

Das sind schon die wichtigsten Dinge, die zu beachten sind. Wer es noch besser machen möchte, der wird seinen Pflanzschrank mit reflektierendem Material auskleiden, das bringt zusätzliches Wachstum. Bei stark riechenden Kräutern kann auch eine elektrische Luftreinigung sinnvoll sein. Ein Thermometer, das einem die Temperatur innerhalb des Anzuchtschrankes angibt, ist manchmal auch sehr hilfreich, damit es nicht zu kalt (unter 20° Celsius) oder zu warm (über 45° Celsius) wird. Angehende Profis beachten auch die relative Luftfeuchtigkeit und den PH-Wert samt Nährstoffkonzentration des Substrates bzw. der Nährflüssigkeit. 

Wer alles richtig gemacht hat, der wird am Ende mit stets frischen Zutaten für eine exklusive Küche belohnt. Saatgut für alle gängigen Kräuter und Gewürze sind in jeder gut sortierten Gartenabteilung des nächsten Baumarktes zu finden. Was dort nicht angeboten wird, kann von einem der zahlreichen Händler im Internet wie beispielsweise samenhaus.de bezogen werden. Bei der Auswahl ist lediglich zu beachten, dass keine schattenliebenden Sorten mit sonnenliebenden gemeinsam angebaut werden. Wenn schattenliebende Pflanzen mit unter der Leuchte stehen, dann ist die Leistung der installierten Leuchte zu reduzieren. Es gilt also dann, dass pro Quadratmeter beleuchteter Fläche lediglich 65 Watt vonnöten sind, um diese ausreichend mit Licht zu versorgen. Für das Beispiel weiter oben wäre dann eine LED-Speziallampe von nur 13 Watt völlig ausreichend, die Kosten wären mit täglich fünf Cent zu vernachlässigen.

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