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Übersicht: Arten von Stress

Zunächst wird in Eustress und Distress unterschieden. Eine Herausforderung kann Eustress auslösen, wenn sie bewältigt werden kann und geht somit mit Motivation und Glücksgefühlen einher.

stress loesen

Distress wird als Zustand unter Belastung erfahren, welcher durch Anspannung und Widerstand gegen äußere Stimuli (Stressoren) gekennzeichnet ist. Der Stressor mag eine Herausforderung sein, der wir uns nicht gewachsen fühlen, eine Prüfung zum Beispiel, Zeitdruck, Unfälle, Operationen, die eigene Geburt oder interpersonelle Konflikte wie Tod oder Trennung. Auch ein Trauma verursacht Stress. Im Grunde ist auch eine Posttraumatische Belastungsstörung eine Form, wie der Körper und die Seele auf extreme Weise mit Stress reagieren.

Ob und in welcher Tragweite eine alltägliche Situation als Eustress oder Distress gedeutet und erfahren wird, ist persönlich sehr unterschiedlich.

Es gibt Stressreaktionen auf einzelne Situationen, oder auch Dauerstress. Letzterer kann, bei mangelnden Stresslösefähigkeiten (Coping-strategien), in einen Zustand der Überlastung führen, in dem der Sympathikus nicht mehr loslässt, das vegetative Nervensystem also im Stressmodus verharrt. Das ausgeschüttete Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol wird bei Dauerstress nicht mehr abgebaut. Der Parasympathikus (Entspannung) hat keine Chance. Dieser Zustand macht auf Dauer krank: Burnout oder psychische Erscheinungen wie depressive Verstimmung, aber auch schlimmere Krankheiten können die Folge sein.

Wie entsteht Stress?

Die Reaktion, die wir heute als Stress bezeichnen, resultiert aus der Zeit, als wir noch Jäger und Sammler waren. Auf damals lebensbedrohliche Situationen reagierte das System mit den drei „F“: Fight, flight, freeze. Also Kampf, Flucht oder Erstarrung. Damit einher ging eine rasante Umverteilung des Blutes im Körper, der Kiefer spannte sich maximal an, um durch Starrheit der Knochenstruktur das Gehirn zu schützen, der Herzschlag schnellte in ungeahnte Höhen, alle Kräfte wurden mobilisiert. Die Ausschüttung des Nebennierenhormons Adrenalin löste eine vegetative Wirkungskette aus, die letztlich den Blutdruck und den Blutzucker sowie den allgemeinen Muskeltonus erhöhte. Dies ermöglichte schnelle Reaktionen, um z.B. vor einem Feind die Flucht zu ergreifen, das bedrohliche Tier schnell zu erlegen, oder um sich mucksmäuschenstill zu verhalten.

Dies hieß aber: Nachdenken ist nicht möglich, zu langsam. Jede Sekunde Verzögerung hätte den Tod bedeutet. Also reagierte das System lebenserhaltend: mit einem Switching (empfundene Trennung der Zusammenarbeit beider Hirnhälften zugunsten schneller, quasi monosynaptischer Reaktionen.)

Leider dominiert unser „Reptiliengehirn“ auch bei uns Menschen der modernen Welt immer noch gegenüber dem Frontallappen. Nur: das ist in den wenigsten Fällen sinnvoll. Wie oft sieht man sich einem Angreifer gegenüber und sollte fliehen? Und der Chef, naja, der erwartet eine andere Reaktion als Kampf, Flucht oder Erstarrung. Das, was für uns heute eine sinnvolle Reaktion wäre, nämlich Nachdenken und eine Lösung finden, ist durch die automatische Stress-Reaktion unseres Systems erstmal erschwert.

Stress kann aber auch aus der eigenen Bewertung von externen Situationen entstehen. Zum Beispiel eigene Anforderungen, Perfektionismus, mangelndes Selbstwertgefühl mit resultierender Angst vor dem Scheitern, die von außen betrachtet in keinem Verhältnis stehen vor der Anforderung. Eine andere Person in einer vergleichbaren Situation würde vielleicht mit Eustress reagieren und zu Höchstleistungen beflügelt werden. Hier spielen die Erfahrungen hinein, die wir in unserem Leben schon gemacht haben. Konnten wir Anforderungen leicht bewältigen? Oder haben wir im Referat versagt? Da reicht eine Situation, die schief gegangen ist, aus, um unsere Erwartungshaltung und unser Selbstbild dementsprechend negativ zu prägen.

Woran merke ich, dass ich unter Stress leide?

Körperliche und psychische Merkmale:

Innere Anspannung Gefühl des gehetzt seins, erhöhter Puls, nicht Abschalten können, Schlafstörungen, Schwierigkeit, eine Lösung zu finden, Erwartung des eigenen Versagens, leugnen dass man gestresst sei, eine ganze Palette von negativen Gefühlen aller Art, bei Dauerstress: Abnahme der Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit Stressfolgen: Angst, Depression etc…

Möglichkeiten der Stresslösung

Als erstes steht die Vermeidung von Stress. Dies kann jedoch zu einem verkleinerten Handlungsradius führen, was nicht der Bewältigung dient, sondern einfach in eine Sackgasse führen kann.

Um Stress wirkungsvoll lösen zu können, muss er angesehen und akzeptiert werden. In der Therapie gilt: Nur was anerkannt wird, kann sich auch verändern. Es gibt einige wirkungsvolle Stresslösungen.

Situationsbezogene Stresslösung und Lösung von Dauerstress.

In der Situationsbezogenen Stresslösung geht es um ein klar umrissenes Ereignis in der Zukunft, das im Jetzt den Stress auslöst, wie z.B. Prüfungen, Wettkämpfe, Rede oder Präsentation halten. Dies kann bei einer Person mit zuvor negativen Erfahrungen Distress auslösen. Hier kann in einer kinesiologischen Sitzung der Stress in Hinsicht auf das Ereignis wirkungsvoll gelöst werden. Man kann durch den kinesiologischen Muskeltest die Ursache und den Zeitrahmen herausfinden, in dem die Stresslösung durchgeführt werden soll. Dies geschieht meist durch energetische Abläufe, sei es mit dem Lösen von Blockaden in den Meridianen, als auch durch andere Balancen die auf Zellebene wirken.

Die Ziele der Stresslösung werden persönlich formuliert, zum Beispiel: Ich schlafe tief und fest vor xxx und kann in der xxx Situation all mein Wissen leicht abrufen. Oder: Ich fühle mich leicht und frei, alles was ich wissen muss, ist mir in jedem Augenblick zugänglich.

Wird diese Art der Stresslösung öfter in Anspruch genommen, lernt das System um. Eigene Copingstrategien werden somit gefördert, da das System erkennt: es geht auch ohne Stress und Aufregung.

Andere Möglichkeiten von situationsbezogener Stresslösung sind Methoden, die die Gefühle aufdecken, die der Stress verbirgt. Es sei hier die körperzentrierte Herzensarbeit von Safi Nidiaye genannt, die ich umgewandelt habe in eine eigene Methode (imaginative Körperarbeit). Hier wird die Situation gefühlsmässig wahrgenommen und im Körper lokalisiert. Es geht darum, zu schauen, was der Körper an darunter liegenden Gefühlen noch gespeichert hat. Durch wahrnehmen, annehmen und ins Herz nehmen können diese Gefühle aus dem Körper gelöst werden, und darunter liegende Schichten wie Angst Trauer, Sehnsucht können sich zeigen. Dies ist eine sehr wirkungsvolle, tiefe Arbeit. Es sei hier auch die Methode der „Journey“ genannt, die ähnlich vorgeht.

Es gibt auch die Möglichkeit, Situationen aus der Vergangenheit, die Stress ausgelöst haben, abzulösen. Z.B. Operationen, die eigene Geburt, Unfälle etc. Hier kann man mit Aufstellungen arbeiten, indem das Ereignis getrennt von den Seelenanteilen aufgestellt wird, so dass das Trauma nicht erneut durchlebt werden muss, und durch eine neue Sicht einen anderen, passenderen Platz finden kann. Eventuell abgespaltene Seelenanteile können wieder integriert werden, die Referenz im System ändert sich.

Die Lösung von Dauerstress verlangt etwas mehr an Zeit. Da der Mensch kaum mehr Erholungsphasen hat, in denen das System abschalten kann, sollten zunächst die Stressmomente verringert und die Erholungsphasen verlängert werden. Hier können zum Beispiel autogenes Training oder progressive Muskelentspannung als zusätzliche Hilfen erlernt und eingesetzt werden, da sie den Parasympathikus (den Gegenspieler vom Sympathikus, der für die Entspannung sorgt) stärken.

Zusätzlich sind kinesiologische Sitzungen oder andere Techniken hilfreich, in denen die Veranlagung, in den Dauerstress zu rutschen, herausgefunden werden kann. Es geht auch hier darum, die eigenen Gefühle wahrzunehmen, denn wer in den Dauerstress abrutscht, übergeht oftmals sich und seine Bedürfnisse und stellt die Bedürfnisse und Erwartungen Anderer höher als das eigene Wohlergehen.

Stresslösungen im Alltag

Bereits fünf Minuten Bewegung in grüner Umgebung bessern die Laune und das Selbstwertgefühl bemerkenswert gut und lindern Stress.

Eine kleine Übung, die jeder in stressigen Momenten einsetzen kann:

auf der Stirn gibt es links und rechts über den Augenbrauen die Stirnhöcker. Man berührt mit den Fingern einer Hand beide Stirnhöcker für ein bis zwei Minuten und atmet ruhig weiter.

Für zu Hause - Stirn-Hinterkopf halten:

Eine Hand bedeckt die Stirn, die andere den Hinterkopf. Diese Berührung bewirkt, dass die Energien zwischen Stirn und „Reptiliengehirn“ ausgeglichen werden.

Gehirnschaukel:

In der Vorstellung eine Schaukel zwischen rechter und linker Gehirnhälfte schwingen lassen, so lange, wie es nötig scheint. Dann die imaginäre Schaukel zwischen Vorder- und Hinterhirn schwingen lassen, ebenfalls so lange wie nötig.

Zuletzt einen Aufzug von oben nach unten visualisieren. Dies wirkt beruhigend und gleicht die Aktivitäten in den Hirnhälften aus.

Autor: Anne Biedermann
Thema: Lösen von Stress jeder Art

Webseite: https://www.coaching-anne-biedermann.de

Quellen: Wikipedia, Klaus Wienert

 

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