Ratgeber Lifestyle

Die meisten Menschen sehnen sich danach, ihr Leben selbst gestalten zu können. Kaum etwas ist befriedigender als ein selbstgestecktes Ziel zu erreichen. Nicht immer muss es sich dabei zwangsläufig um etwas handeln, was mit Statusgewinn oder materiellem Wohlstand einhergeht. Eine befriedigende Partnerschaft, gesündere Ernährung, mehr Bewegung sowie Zeit für Familie, Hobbys oder Freunde: all das sind Lebensumstände, die für viele Menschen höchst erstrebenswert sind.

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Wir alle haben Sehnsüchte, die wir mit mehr oder weniger Nachdruck verfolgen. Die Frage lautet aber: wie kommt es, dass manche Menschen den Erfolg anscheinend für sich gepachtet haben, während andere sich abmühen und ihnen dennoch nichts so recht gelingen will? Und wieso machen manche von uns die Erfahrung, dass ihnen in einem bestimmten Lebensbereich – wie zum Beispiel im Beruf – alles wie von selbst in den Schoß fällt, während in einem anderen – wie dem Privatleben – eine Pechsträhne der anderen folgt?

Natürlich kann uns nicht immer alles sofort gelingen, was wir anpacken. Manche Wünsche begleiten uns ein Leben lang und erfüllen sich erst spät oder sogar nie. Wir Menschen sind eben nicht übermächtig. Manchmal müssen wir lernen unser Schicksal auch gerade dann anzunehmen, wenn uns dieses nicht behagt. Andererseits sind wir jedoch nicht ohnmächtig sondern dafür geschaffen, in der Welt etwas zu bewegen. Wenn Dir also trotz großer Anstrengung etwas so gar nicht gelingen will, dann könnte es sich lohnen genauer hinzuschauen.

Es kann verschiedene Gründe haben, warum sich Ziele einfach nicht erfüllen wollen. Denn es müssen schon einige Faktoren erfüllt sein, damit ein Projekt auch Chancen hat. Wenn Du Dich also schon lange abmühst und der Erfolg sich einfach nicht einstellen mag, dann solltest Du die folgenden Punkte checken um zu schauen, an welcher Stelle Du dich eventuell selbst blockierst:

1. Denke ich zielorientiert?

2. Will ich das wirklich?

3. Bin ich bereit, den Preis zu bezahlen?

4. Verfüge ich über die notwendigen Fähigkeiten oder kann ich diese erlernen?

5. Traue ich mir den Erfolg auch zu und erlaube es mir erfolgreich zu sein?

Im Folgenden werde ich diese Erfolgskriterien ein wenig näher beleuchten:

Zielorientiert denken

Gehörst Du auch zu den Menschen, die immer nur damit beschäftigt sind, was sie nicht mehr wollen?

• Du siehst nach dem Duschen in den Spiegel und das was Du siehst gefällt Dir nicht.

• Dein Job nervt Dich und Du denkst Dir: Lange mache ich das nicht mehr mit!

• Der morgendliche Hustenanfall erinnert Dich daran, dass Du schon lange das Rauchen aufgeben wolltest.

• Du bist genervt davon, wie es in Deiner Wohnung aussieht, kannst Dich aber einfach nicht aufraffen etwas daran zu ändern.

Nun, Ärger und Nerv sind wichtige Impulse. Sie können der Initialfunke zu einer wirklich nachhaltigen Veränderung sein. Aber von allein wird sich nichts tun. Der erste Schritt, um Erfolgsblockaden zu überwinden und diesen „Weg-Von“-Impuls in eine konstruktive Richtung zu lenken ist die Frage: Was will ich stattdessen? Wohin soll sich mein Leben verändern? Deine Taten folgen Deinen Gedanken. Solange Du darüber nachdenkst, das Rauchen aufzugeben hast Du Zigaretten im Kopf. Also: was willst Du stattdessen? Frei und leicht durchatmen vielleicht? Einen guten Geschmack im Mund haben? Dass Deine Klamotten und Deine Wohnung frisch riechen?

Mache Dir eine Vorstellung davon, was Du erreichen möchtest. Stell Dir vor, Du hättest es bereits geschafft. Male es Dir aus, mit all Deinen Sinnen. Genieße es und stelle Dir vor, wie schön es sein wird, wenn Du dort bist. Kannst Du nun die Vorfreude bereits spüren? Dann bist Du auf dem richtigen Weg. Nun zeigst Du Deinem Unterbewusstsein, wohin die Reise gehen soll? Deine Sinne orientieren sich um. Plötzlich nimmst Du all das wahr, was Dich Deinem Ziel näherbringen kann.

Will ich den Erfolg auch wirklich?

Oberflächlich ist alles soweit klar: Du hast Dir die Sache in den Kopf gesetzt und nun möchtest Du es auch. Aber hast Du Dich jemals gefragt, warum Du das überhaupt möchtest? Passt das, was Du Dir vorgenommen hast überhaupt zu Dir und zu Deinem Leben? Zu dem, was Dir wirklich am Herzen liegt?

Manche Menschen laufen Dingen hinterher ohne zu hinterfragen, warum sie das eigentlich wollen. Weil andere das auch haben? Weil es dabei hilft, sich bedeutungsvoller zu fühlen? Weil es einem eingetrichtert wurde, dass man das braucht? Ich kannte einen Arzt, der viele Probleme in seinem Leben hatte. Auch sein Beruf machte ihm nicht so richtig Spaß. Als ich ihn fragte, warum er überhaupt Arzt geworden sei antwortete er, dass sein Vater das von ihm verlangt hatte. Dieser war ebenfalls Arzt gewesen und erwartete von seinem Sohn, dass der irgendwann die Praxis übernimmt. So kam es schließlich auch. Eigentlich wollte der Sohn ja Musiker werden und all seine Lehrer bestätigten ihm großes Talent. Aber schließlich beugte er sich dem Druck und tauschte das Cello gegen das Stethoskop. Was für viele andere ein Traumjob wäre, wurde für ihn zu einer Lebenslüge. Kein Wunder also, dass sein Leben nicht wirklich glücklich verlief.

Läufst Du auch einem Ziel hinterher, dass nicht wirklich zu Dir passt? Dann wäre es nicht verwunderlich, wenn Dir auf Deinem Weg vieles nicht gelingen mag. Natürlich ist schon die Erreichung des Ziels – das Erfolgserlebnis an sich – attraktiv. Doch nur wenn dieser Erfolg auch eine wirkliche und nachhaltige Bereicherung Deines Lebens bedeuten würde und das Glücksgefühl nicht bereits kurz nach nach dem Erfolg schon wieder verpufft wäre, dann solltest Du es auch konsequent angehen.

Der Preis des Erfolges

Alles was Du in Deinem Leben veränderst hat einen Preis. Du musst etwas opfern. Manche Opfer bringt man sicher gern. Vielleicht ist es okay, dass die schöne neue Wohnung ein paar Euro mehr Miete kostet und Du nach Feierabend 20 Minuten länger für den Heimweg brauchst. Andere Opfer sind da vielleicht schon schwieriger zu erbringen – und sind vielleicht auch nicht immer gleich so offensichtlich. Würde dieser interessante und gutbezahlte Job Dich wirklich glücklicher machen? Oder würde dieses Mehr an Verantwortung und der damit verbundene Erfolgsdruck vielleicht dazu führen, dass Du am Ende weniger Spaß an der Arbeit hättest als bisher? „Wenn das die Lösung ist, dann hätte ich gern mein Problem zurück!“ Das hat schon manch einer gedacht, nachdem er sein Ziel erreicht hat. Das solltest Du mitbedenken, wenn Du Deine Erfolge planst. Denn unbewusst ist vielleicht längst klar, was Dich der vermeintliche Erfolg kosten würde. Und diese mentale Grenze könnte verhindern, dass Du Dein Ziel erreichst.

Kann ich das überhaupt?

Wenn Dir etwas wirklich am Herzen liegt, dann fügen sich die Dinge oft auf wunderbare Weise, so dass der Erfolg in greifbare Nähe rückt. Was Du Dich dennoch realistisch fragen solltest, bevor Du ein Projekt angehst: Welche Fähigkeiten benötige ich? Kann ich das, was ich dazu brauche? Oder kann ich es zumindest lernen?

Mancher Misserfolg entsteht aus mangelndem Selbstvertrauen. Aber manch einer auch, weil sich die Betreffenden zuvor zu wenig Gedanken gemacht haben, ob sie überhaupt das Zeug zur Umsetzung mitbringen. Manch eine Selbstständigkeit ist schon gescheitert, weil der Neu-Unternehmer zuvor nicht kritisch genug mit sich selbst war. Sei also realistisch und pragmatisch. Du möchtest vielleicht auswandern und im Süden Europas nach einem Job suchen? Dann solltest Du Dich fragen, wie leicht es Dir fallen wird, die Landessprache zu lernen. Und wenn Du Dich selbständig machen willst, dann sollte Dir klar sein, dass Du vielleicht auch einen Part übernehmen musst, der Dir weniger liegt.

Kann ich das oder kann ich es lernen? Wenn Du Dich realistisch hinterfragst und diese Frage mit „Ja“ beantworten kannst, dann wirst Du merken, wie sehr Dir dies Kraft für Dein Vorhaben gibt. Versuchst Du Dich nach der Devise „wird schon schiefgehen“ Drumherum zu mogeln, wird diese mentale Baustelle möglicherweise dafür sorgen, dass der Erfolg ausbleibt.

Stehe ich mir den Erfolg überhaupt zu?

Dieser letzte Erfolgsfaktor ist vielleicht der subtilste und kniffligste und die betreffenden Erfolgsblockaden die heimtückischsten. Wenn es Dir öfters passiert, dass aus unerfindlichen Gründen die Dinge plötzlich aus dem Ruder laufen, alles wie verhext erscheint oder Du einfach nicht zum Abschluss kommst, dann solltest Du prüfen, ob bei Dir vielleicht ein mentales Selbst-Sabotageprogramm am Laufen ist.

Vielleicht gibt es etwas in Dir, das glaubt, den Erfolg gar nicht verdient zu haben? Ein altes Schuldgefühl oder ein längst überholter Glaubenssatz, der Dir suggeriert, dass so ein Erfolg nicht für Dich gedacht ist? Vielleicht hast Du auch eine unbewusste Loyalität gegenüber jemandem, der Dir nahe steht? „Wenn es meinem Bruder so schlecht geht, dann darf ich doch nicht ein so schönes Auto fahren!“

Ich hatte einen Klienten, der sehr viele Talente hatte, aber immer nur am Existenzminimum herumkrebste. Auf der Suche danach, was in seinem Inneren dem Erfolg entgegenstehen könnte, kam irgendwann ein interessanter Glaubenssatz ans Licht. „Wenn ein Mensch Erfolg hat, so geht das immer auf Kosten eines anderen. Ich möchte nicht für das Leid anderer Menschen verantwortlich sein.“ Klar, das ist ein mentales Programm, was jeden Schimmer eines Erfolges im Keim erstickt! Erst als sich mein Klient dieser Überzeugung bewusst wurde und er sie zu hinterfragen begann veränderte sich auch seine Lebenssituation. „Ich kann meine Fähigkeiten zum Wohle anderer Menschen einsetzen und mir dadurch einen soliden Lebensunterhalt ermöglichen.“ Dieser Satz begleitete ihn fortan. Und er ermöglichte ihm, Freude daran zu haben, Gutes für andere Menschen zu tun und gleichzeitig für sich selbst einen fairen Erfolg einzufahren.

Das was wir glauben bestimmt unser Leben. Unser Tun und Lassen folgt unseren Gedanken. Gibt es etwas in Dir, was Dich daran hindert zu erreichen wonach Du Dich sehnst? Unsere Überzeugungen sind keine objektiven Wahrheiten, auch wenn wir sie mitunter dafür halten. Die gute Nachricht lautet: Mentale Erfolgsbremsen lassen sich verändern! Schritt eins: Du musst Dir zunächst einmal selbst auf die Schliche kommen. Achte zum Beispiel darauf, wie Du über erfolgreiche Menschen denkst. Das, was Du bei anderen abwertest wirst Du selbst kaum erreichen können.

Wenn Du glaubst, dass Erfolg unmoralisch sei oder Du Dich verbiegen müsstest um erfolgreich zu sein, dann machst Du es Dir unnötig schwer. Erlaube Dir, diese Haltung zu hinterfragen und in Zweifel zu ziehen. Mach Dir bewusst, dass das alles nur Deine Gedanken sind. Vielleicht hast Du diesen Glauben irgendwann in Deinem Leben von jemandem übernommen? Oder Du hast eine schlechte Erfahrung verallgemeinert? Suche Dir Gesprächspartner, mit denen Du Dich über Deine Gedanken austauschen kannst. Vor allem versuche mit erfolgreichen Menschen ins Gespräch zu kommen, die Du sympathisch findest. Und dann bemühe Dich herauszufinden, wie diese über Erfolg denken.

Bald wirst Du merken, dass Deine Annahmen nicht in Stein gemeißelt sind. Du kannst diese Einstellung verändern. „Wie muss ich die Welt betrachten, damit ich mir Erfolg zugestehen und mir selbst dabei treu bleiben kann?“ Du wirst bald merken, dass Dir diese Auseinandersetzung mit verborgenen mentalen Blockaden gut tut. Wenn Du Deine Einstellung verändern kannst, dann wird alles sehr viel leichter werden. Denn dieser Weg ist viel konstruktiver, als einfach nur verbissen gegen Deinen inneren Widerstand anzukämpfen. Du wirst entdecken, dass es Dein Geburtsrecht ist, erfolgreich zu sein.

Autor: Christian Rosenblatt
Thema: Erfolgsblockaden

Webseite: http://www.rosenblaetter.de

Autorenprofil Christian Rosenblatt:


Lehrtrainer und Lehrcoach (DVNLP); Heilpraktiker (psych). Ist seit fast 3 Jahrzehnten als Führungs- und Persönlichkeitscoach sowie als Systemischer Organisationsberater tätig.

 

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