Manchmal stößt man im Leben auf Situationen, die einen herausfordern oder sogar überfordern, oder – anders gesagt – welche die momentan zur Verfügung stehenden eigenen Bewältigungsstrategien übersteigen.

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Um das Ganze übersichtlich zu halten, möchte ich mich auf die Entwicklung einer psychischen Dysbalance fokussieren. Mit Hilfe meines ganzheitlichen Entstehungsmodells  (= Ätiologiemodells) werde ich Ihnen erläutern, wie sich eine psychische Symptomatik, z.B. eine Depression, entwickeln kann und Ihnen im nächsten Schritt Wege aufzeigen, wie Sie Ihre natürlichen Selbstheilungskräfte aktivieren können, um in Ihrem individuellen Tempo zu ganzheitlicher Gesundheit zu gelangen. Wichtig ist mir hierbei zu erwähnen, dass es stets individuelle Abweichungen geben kann.

Bereits Hippocrates, der „Vater der Medizin“, hat in der Antike das weise Sprichwort geprägt: “Die wirksamste Medizin ist die natürliche Heilkraft, die im Inneren eines jeden von uns liegt”. Diese Philosophie entspricht auch meiner Lebens- und Arbeitshaltung.

Selbstverständlich darf und soll - auch ohne, dass es im Leben zur Entwicklung einer körperlichen und/ oder psychischen Dysbalance kommt, Krankheitsprävention betrieben werden bzw. ganzheitliche Gesundheit angestrebt werden.

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Aufgrund von diathetischen und psychosozialen prädisponierenden Faktoren (Erläuterung s. Grafik oberhalb) entwickeln Menschen eine Vulnerabilität (vulnerare, lat. = verwunden), d.h. Verletzbarkeit bzw. Verwundbarkeit und sind somit empfänglich für emotionale Verletzungen. Das hinzukommende Verhältnis an “Risikofaktoren/ Stressoren” und “Protektiven Faktoren” entscheidet letztendlich darüber, ob es zur Dekompensation (= Entgleisung) kommt und sich eine psychische Dysbalance entwickelt oder ob die Bewältigungsstrategien der Personen ausreichen, um sich wieder zu regulieren und eine psychische Balance herzustellen.

Im Falle einer psychischen Dekompensation gilt es nun, nach erfolgter Anamnese die individuellen Entstehungs- und Aufrechterhaltungsgründe zu erforschen, diese – eingebettet in die jeweilige Lebenssituation – zu verstehen und einen ganzheitlichen Behandlungsplan zu erstellen.

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Das oberste Ziel einer Behandlung sollte meiner Ansicht nach die Heilung des Menschen sein. Zu einer ganzheitlichen Gesundheit kann es nur kommen, wenn der Mensch in seiner individuellen Gesamtheit wahrgenommen wird.

Mein Behandlungsansatz bezieht gemäß meines “Logos” die folgenden vier interagierenden Bereiche der Gesundheit mit ein, um eine optimale ganzheitliche Gesundheit zu erreichen:  

Auf unserem Weg zu ganzheitlicher Gesundheit, beginnen wir mit dem Bereich Ernährung & Stoffwechsel:

Ganzheitliche Gesundheit - Ernährung & Stoffwechsel

Ein jeder von uns kennt das Zitat „Du bist, was du isst“, was vielmehr heißen müsste: „Du bist, was du resorbierst und verdaust“ (aber wir wollen mal nicht kleinlich sein), wozu es jede Menge an Literatur und Filmmaterial gibt.

Doch ist den meisten von uns bewusst, welch großen Einfluss unsere Ernährung, unser Lebensstil wirklich auf unsere Gesundheit hat?

Unseren Vorfahren war es definitiv bewusst…

Die Ernährungslehre (Diätetik) war bereits im Altertum als medizinische Disziplin verankert. Das zeigt, dass den Menschen schon sehr früh die Zusammenhänge zwischen Lebensstil und Wohlbefinden bewusst waren.

Hippocrates, einer der berühmtesten Ärzte des Altertums, der im 3. Jh. v. Chr. lebte, gehörte zu den Ersten, die die Hypothese aufstellten, dass jede Krankheit im Darm beginne. In den alten traditionellen Heilsystemen galt der Darm seit Jahrhunderten als der eigentliche "Sitz der Gesundheit".

Zahlreiche Studien belegen heute eindeutig eine Verbindung zwischen funktionellen Darmstörungen und der Entstehung von chronischen Erkrankungen - treffender gesagt – „Lebensstilerkrankungen“.

Weshalb der Begriff „Lebensstilerkrankungen“?

Weil diese zu einem Großteil durch unseren Lebensstil bedingt werden, welcher definitiv nicht mehr mit unserem biologisch vorprogrammierten kompatibel ist.

Man weiß heute, dass 75% der Gesundheit durch die Epigenetik (= das Aktivieren bzw. Deaktivieren von Genen durch die Umwelt) gesteuert werden können, d.h. drei Viertel unserer Gesundheit haben wir durch die Wahl günstiger Umweltfaktoren selbst in der Hand, natürlich abgesehen von nicht beeinflussbaren externen Faktoren.

Wenn das nicht genial und Grund genug ist, unserem faszinierenden und komplexen Organ „Darm“, dem Sitz unseres Immunsystems, mehr Aufmerksamkeit zu schenken…

Eine wichtige Rolle im „Schutzsystem Darm“ spielt dabei unsere Darmflora (= die Gesamtheit aller Bakterien, die den Darm bewohnen; bis zu 100 Billionen an der Zahl), auch als Mikrobiom bezeichnet. Sie beeinflusst praktische alle Gesundheitsaspekte auf der emotionalen, physischen und psychischen Ebene.

Wenn wir zu wenig auf unsere Darmflora achten, rebelliert sie, fängt an, in ihrer eminenten Schutzfunktion nachzulassen und schädliche Stoffe, die sie normalerweise abfangen würde und die mit dem Stuhlgang wieder ausgeschieden werden würden, „durchzulassen“.

Was ist die Folge davon?

Es entstehen mikroskopisch kleine Lücken zwischen den (Dünn-)darmschleimhautzllen, unser Darm wird „leck“.

Was heißt das wiederum?

Der gesamte Schutzwall zwischen Darminhalt und Körperinnerem, unsere Darmbarriere, und damit unser Immunsystem, verliert zunehmend die Kontrollfunktion und Krankheiten aller Art, wie sämtliche Autoimmunerkrankungen, Krebs, psychische Dysbalancen u.v.m. sind auf dem Vormarsch.

Und wer gilt nun als Auslöser für diese Funktionsstörung, namens „Leaky Gut-Syndrom“?

Vor allem…

  • Substanzen, die Bakterienkolonien der Darmflora abtöten oder ihre Zusammensetzung negativ verändern (z.B. künstliche Süßmittel, industriell verarbeitete Lebensmittel, die Gluten enthalten, genetisch bedingte Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Nahrungsmittelzusätze, chemische Medikamente)
  • ein Mangel an Vital- und Ballaststoffen, die gesunde, unterschiedliche Stämme gesundheitsfördernder Mikroben unterstützen
  • sowie eine hohe Stressbelastung und wenig Bewegung.

Und jetzt wäre doch noch interessant zu wissen, wie man einen „lecken“ Darm feststellt, wenn er schon so schwer zu erkennen ist, oder?

Für diese spezielle Diagnostik können wir in Deutschland auf hervorragende mikrobiologische Fachlabore zurückgreifen.

Folgende Analysen sollten meiner Ansicht nach durchgeführt werden, wobei auch hier stets eine individuelle Diagnostik im Vordergrund steht:

  • Blut: Bestimmung bestimmter Vitamine, allergenspezifischer Antikörper, Nahrungsmittelallergien (v.a. Typ III-Allergien), ggf. weiterer, spezifischer Parameter sowie Durchführung einer Omega-Fettsäuren-Analyse
  • Stuhl: Bestimmung spezifischer intestinaler Parameter zur Beurteilung der Entzündungsaktivität der Darmschleimhaut, der Darmschleimhautimmunität, der Darmschleimhautpermeabilität, der Zusammensetzung der Darmflora sowie ggf. weiterer, spezifischer Parameter

Wenn der Darm dann ausreichend „durchforstet“ wurde, stellt sich nun die Frage, was es dann zu tun gibt…

Das wären meine folgenden Vorschläge für eine natürliche Optimierung der Darmgesundheit…

  • Eliminationsdiät (= Weglassen der Nahrungsmittel, die nicht vertragen werden)
  • Aufbau der Darmflora (Entgiftung der Organe des Verdauungstraktes, Beseitigung der Toxinbelastung, Stärkung der Darmbarriere)
  • Optimale Versorgung des Darms mit Vitalstoffen mit Zurückgreifen auf hochwertige natürliche Nahrungsergänzung sowie Naturheilmittel
  • Abwechslungsreiche Ernährung anhand von artgerechten Leitlinien:
  • so natürlich wie möglich – kohlenhydratarm – fettreich (gesunde Fette!)
  • die Einschränkung von insulinotropen Nahrungsmitteln (Getreide, Hülsenfrüchte, Milchprodukte) in unserem Ernährungsplan
  • Fördern der Somatischen Intelligenz – die eigene naturgemäße Ernährung finden (dem Körper die Nahrungsmittel zuführen, die ihm guttun; nach Hunger und Sättigung essen; stets für ein stressfreies Essenssetting sorgen).

Ganzheitliche Gesundheit - Bewegung

Neben einer optimalen Ernährung sollte auch die weitere Säule der ganzheitlichen Gesundheit – die Bewegung -  nicht zu kurz kommen.

Wussten Sie, dass…

regelmäßige Outdoor-Aktivität (v.a. in Form von Ausdauerbewegung), individuell gestaltet, beispielsweise in Form von Joggen, Walken, Spazierengehen, Wandern, Radfahren u.v.m. als äußerst effektives, „natürliches Antidepressivum“ gilt?

Noch dazu wartet das „natürliche Antidepressivum“ mit Riesen-Vorteilen gegenüber der Einnahme von Psychopharmaka auf…

  • es treten keinerlei schädigende Nebenwirkungen auf (sofern die eigenen Grenzen nicht überstrapaziert werden)
  • darüber hinaus gehen zahlreiche positive gesundheitliche Synergieeffekte damit einher, wie…
  • der Aufbau von Muskelmasse, -spannung und -kraft, der Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems, der Lebensqualität sowie der Kapazität des Immunsystems mit zahlreichen neuen Mitochondrien – den Kraftwerken der Zellen
  • der Abbau von Müdigkeit, Entzündungen im Körper, Herzfrequenz, Blutdruck und Stress und…
  • last, but not least der Reduzierung der psychischen Symptomatik im Allgemeinen

Wenn das nicht überzeugende Gründe sind, gleich heute den „Motor anzuschmeißen“…

Ganz wichtig ist es selbstverständlich auch in diesem Bereich, achtsam mit dem eigenen Körper umzugehen, d.h. seine Bedürfnisse zu (er-)spüren und unserer Somatischen Intelligenz, einem Goldschatz unseres Daseins, nämlich unserer Urform der Intelligenz, die bereits unsere Vor-, Vor- Vorfahren, die Einzeller, besaßen und die sich lange Zeit vor dem Bewusstsein, ja sogar vor unserem Sexualtrieb entwickelte, mehr „Stimmrecht“ einzuräumen.

Was heißt das nun wiederum, der Somatischen Intelligenz „Stimmrecht“ einzuräumen?

Naja… der eigene Körper sollte (mehr) Fürsorge bekommen in dem Sinn, dass die körperlichen Grenzen rechtzeitig erkannt und berücksichtigt werden. Dazu sollten stets die beiden Aspekte Dauer und Intensität des Trainings im Auge behalten werden.

Erläutern wir es am Beispiel des Joggens. Es sollte eine Streckenlänge gewählt werden, die den Körper fordert, aber nicht überfordert. Optimal wäre es, diese nicht im Vorfeld festzulegen, sondern an die jeweilige Tagesverfassung anzupassen. Auch die Geschwindigkeit sollte sich nach der Tagesform richten. Wer es kann – wer noch nicht, der kann es lernen – kann sich das Tempo vom eigenen Körper vorgeben lassen. Ziel ist es, in einen meditativen Zustand zu kommen, in dem man sich allen inneren und äußeren Erfahrungen des Moments öffnen, diese willkommen heißen kann, ohne sie zu bewerten. Wer möchte, kann z.B. auch kleine Atemübungen und Dehnübungen in die Joggingrunde einbauen und an individuell bedeutsamen Orten, sog. Kraftorten, beispielsweise für ein Gebet und/ oder für das Aussprechen von Affirmationen verweilen.  

Womit wir schon beim nächsten Gesundheitsbereich - der Psychohygiene - angelangt wären, die z.T. durch Bewegungsaktivitäten mitabgedeckt wird.

Ganzheitliche Gesundheit – Psychohygiene

Als einen bedeutungsvollen Aspekt für die psychische Genesung bzw. einer ganzheitlichen Gesundheit sehe ich die Achtsamkeitspraxis.

Was bedeutet eigentlich Achtsamkeit?

… es bezeichnet eine gezielte Form der Aufmerksamkeitslenkung, bei der man sich auf die im aktuellen Moment erlebbaren inneren und äußeren Erfahrungen konzentriert. Das bedeutet, dass die Aufmerksamkeit auf die Gegenwart, das „Hier und Jetzt“ gelenkt wird, zu dem, was man gerade wahrnimmt, fühlt, denkt und tut – ohne sich in Erinnerungen oder Zukunftsplanungen zu verstricken.

Das schließt mit ein, dass man wohlwollend annimmt, was gerade ist – unabhängig davon, ob es sich angenehm oder unangenehm anfühlt – und dass man bei Abschweifen der Gedanken immer wieder zum Fokus zurückkommt.

Ein Schlüsselbegriff hierbei ist die „Annehmende Haltung“…

Akzeptanz bedeutet nicht, Dinge gutzuheißen, sondern „nur“ Achtung vor dem zu haben, was im Moment tatsächlich ist.

Achtsamkeit bezeichnet also eine Fertigkeit, die hilft, ganz bewusst im „Hier und Jetzt“ zu sein und das Leben, so wie es gerade ist, zu betrachten, ohne es zu bewerten, und es bereitwillig anzunehmen und zu akzeptieren.

Obwohl diese Fertigkeit jedem Menschen angeboren ist, geht sie leicht im Alltag verloren…

Aber mit Hilfe regelmäßiger Achtsamkeitsübungen kann es gelingen, die Achtsamkeit zu einer Art „Lebensmotto“, einer Lebenshaltung, werden zu lassen. Und das ist wunderbar…

Manchmal reichen die bisher vorgestellten Ansätze jedoch nicht aus, um eine psychische Dysbalance zu heilen…

Da kann es beispielsweise hilfreich sein, weitere therapeutische Strategien, wie die Innere-Kind-Arbeit oder Walking-In-Your-Shoes, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte, hinzuzuziehen:

Innere-Kind-Arbeit

Die Innere-Kind-Arbeit ist meiner Erfahrung nach eine geniale Methode, um verletzte Persönlichkeitsanteile, die in der Kindheit durch zu wenig „Nestwärme“, Schutz und Unterstützung sowie das Erleben von Traumata entstanden sind, behutsam bewusst zu machen, zu versorgen und heilsam in die Persönlichkeit zu integrieren.

Vielleicht kennt der ein oder andere von Ihnen Situationen, die in Aspekten an Kindheitserlebnisse erinnern und in denen Sie sich im „Heute“ wieder verletzt wie früher fühlen.

Das kann zum Beispiel eine Situation sein, in der sie sich ungerecht behandelt fühlen wie in einer Situation aus der Kindheit, mit einem Wutausbruch reagieren, die Gefühle von damals z.B. „nicht wichtig zu sein“, „zu kurz zu kommen“ durchleben, gekränkt sind und einen Streit mit ihrem Partner vom „Zaun brechen“.

Kurze Zeit später, nachdem Sie sich wieder etwas beruhigt haben, merken Sie, dass Ihre Reaktion überzogen war, es machen sich Schuldgefühle breit, den Partner zu Unrecht, so angeschrien zu haben. Ihnen wird bewusst, dass Sie sich nicht wie ein Erwachsener verhalten haben, sondern wie ein Kind.

Warum verhalten wir uns manchmal wie ein Kind?

Weil wir unser Inneres Kind, die Gesamtheit aller emotionalen unbewussten Prägungen aus der Kindheit durch wichtige Bezugspersonen, in diesem Fall der negativen Emotionen, aus einer Schutzreaktion des Körpers heraus, ablehnen. Damit sind uns Handlungen, in denen wir voll und ganz mit unserem „Schattenkind“ identifiziert sind, nicht bewusst und der Zugriff auf unseren Verstand fehlt dann oftmals.

Und je mehr wir unser Inneres Kind zu verdrängen versuchen, d.h. nicht zu spüren, umso stärker wird es uns zum Verhängnis und macht sich beispielsweise in dysfunktionalen Verhaltensweisen wie Impulsivität, Zwängen, Abhängigkeiten u.v.m. bemerkbar, die uns in unserer Entwicklung sowie in unserer Beziehungsgestaltung enorm beeinträchtigen können.

Dank der Inneren-Kind-Arbeit ist es möglich, unser verletztes Inneres Kind zu trösten und seine damals nicht erfüllten Bedürfnisse nun als liebevolles Elternteil zu versorgen.

Und je besser es uns gelingt, die emotionalen, unbewussten Verletzungen zu heilen, desto mehr kommen auch unsere positiven emotionalen Anteile aus der Kindheit, unser „Sonnenkind“ – die Unbeschwertheit, Ausgelassenheit, Natürlichkeit und Freude – zum Vorschein, wir können uns von unseren inneren emotionalen Fesseln lösen und ein Leben in Freiheit und Selbstbestimmung führen. 

Wie vorhin versprochen, möchte ich Ihnen noch eine weitere äußerst kraftvolle, leichte und sanfte Methode aus meinem „Therapie-Werkzeugkasten“ vorstellen…

Walking-In-Your-Shoes

ist eine ganzheitliche Selbsterfahrungsmethode, die heilendes Verständnis Ihnen selbst, Ihrem Leben und anderen Personen und Lebewesen gegenüber ermöglicht.

Ursprünglich entwickelt wurde sie vor ca. 30 Jahren in Kalifornien von dem Psychotherapeuten John Cogswell, der leider 2012 verstarb, um sowohl seine KlientInnen mit ihren Symptomen besser verstehen zu können als auch den KlientInnen selbst eine Möglichkeit zu bieten, ihre Symptomatik besser verstehen und vor allem annehmen zu können.

Das ist ja oftmals ein Kernproblem vieler Therapien, dass die Krankheitseinsicht fehlt.

John Cogswell holte sich den Schauspieler und Drehbuchautor Joseph Culp hinzu und die beiden übertrugen Walking-In-Your-Shoes auf die Film- und Theaterszene. Somit kamen nicht nur die Schauspieler in den Genuss, ihre Rollen noch „echter“ bzw. authentischer nachfühlen und -spielen zu können, sondern auch das Publikum profitierte durch eine überzeugendere Darstellung.

Im Jahr 2008 lernte Christian Assel (Systemischer Therapeut aus Hannover) die beiden Gründerväter von Walking-In-Your-Shoes kennen und schätzen und war von der Methode so begeistert, dass er sie im gleichen Jahr noch nach Deutschland brachte und diese sich in vielfältigen Lebensbereichen, weit über die Psychotherapie und das Schauspiel hinaus, wachsenden Erfolges erfreut.  

Innerhalb der alternativen psychologischen Behandlungsmethoden hat Walking-In-Your-Shoes mittlerweile einen großen Stellenwert eingenommen.

Um eine klarere Vorstellung davon zu bekommen, eignet sich der Vergleich mit dem Familienstellen recht gut, ohne irgendwelche Wertungen vorzunehmen.

So teilt es mit dem Familienstellen das Kriterium, dass mit Stellvertretern gearbeitet wird. Bei Walking-In-Your-Shoes handelt es sich im Unterschied jedoch zum Familienstellen um einen dynamischen Prozess und der Fokus liegt auf aktuellen Anliegen einzelner Personen.

Diese können beispielsweise sein…

  • eine Person an sich,
  • Persönlichkeitsanteile davon, wie das "Innere Kind", der "Inneren Kritiker", der "Innere Antreiber",
  • Beziehungen,
  • Krankheiten, Symptomen,
  • momentane „Blockaden“ beruflicher wie privater Art,
  • Tiere sowie andere Lebewesen u.v.m..

Das Verständnis beim Walken entsteht nicht aus einem systemischen Zusammenhang wie beim Familienstellen, sondern aus der reinen Kraft der Empathie für die Rolle selbst. Dadurch wird ein umfassendes und tiefgründiges Erfassen der Einzelanliegen ermöglicht.

Jetzt werden Sie sich vermutlich die Frage stellen, wie das „Walken“ abläuft, oder?

Der „Walker“ schlüpft in die vorher festgelegte Rolle, verlässt sich auf seine Intuition und handelt danach, d.h. es kann sein, dass er beschwingt durch den Raum springt oder dass er vor Anspannung erstarrt oder oder oder… Jeder Walk läuft ganz individuell ab. 

Es werden jedenfalls durch das freie, intuitive körperliche Bewegen und Erleben im Raum  Gefühle, Gedanken und Verhaltensmuster sicht- und fühlbar, welche der „Walker“ i.d.R., benennen, verstehen und annehmen kann.

Diese unbewussten emotionalen, gedanklichen und behavioralen Muster werden sozusagen bewusst gemacht bzw. gespiegelt, um ins Stocken geratene Bereiche der eigenen Persönlichkeit bzw. des eigenen Lebens wieder in den Fluss zu bringen.

Ganzheitliche Gesundheit - Energetische Balance

Zu guter Letzt möchte ich auf die Energetische Gesundheit eingehen.

Diese stellt meiner Ansicht und Erfahrung nach einen nicht zu vernachlässigenden Aspekt für die Erlangung von ganzheitlicher Gesundheit dar. Eine bedeutende Rolle kommt hierbei der Osteopathie zu.

Die Osteopathie vermag als manuelle und energetische Methode, körperliche Blockaden - seien sie auf der Ebene der Faszien, der Gelenke, der Eingeweide oder auch cranio-sacral - auf sehr sanfte Weise zu lösen und damit Menschen, dabei zu unterstützen, sich von ihren inneren Fesseln der psychischen und/ oder körperlichen Dysbalance zu befreien. Dabei werden gravierende Blockaden gelöst, werden oft lange hinausgeschobene Entscheidungen realisiert – Menschen finden sich selbst.

Das Lösen der Blockaden verhilft den PatientInnen dazu, wieder in ihre Kraft zu kommen, ihr wahres Potential und ihren wahren Kern unter Berücksichtigung der bereits vorgestellten Methoden zum Ausdruck bringen und entfalten zu können.

Wie bereits weiter oben im Text aufgeführt, geht es darum, den Menschen zu unterstützen, seine natürlichen Selbstheilungskräfte wieder zu aktivieren, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, um ganzheitliche Gesundheit zu erlangen.

Meine eigene Erfahrung hat gezeigt, dass die Synergien der soeben beschriebenen vier Bereiche von Gesundheit ein gutes „Rüstzeug“ darstellen, um ganzheitlich gesund zu werden bzw. zu bleiben.

Autor: Andrea Maurer
Thema: Ganzheitliche Gesundheit
Webseite: http://www.andreamaurer.de

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Beiträge Gesundheit

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