Noch niemals standen uns so viele verschiedene Lebensmittel zur Verfügung, die jederzeit greifbar und bezahlbar sind. Gleichzeitig ist Essen für viele Menschen mehr als nur Nahrungsaufnahme, sondern ein Lifestyle, zu dem die entsprechenden Produkte gehören. Wer Probleme mit dem Gewicht oder der Nährstoffversorgung hat, ist angesichts der vielen, teils widersprüchlichen Aussagen über die ideale Ernährung schnell verwirrt. Ich gebe Tipps für eine ausgewogene Ernährung.

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Was ist eigentlich eine ausgewogene Ernährung?

Die Essenz einer ausgewogenen Ernährung steckt schon im Begriff, der uns deutlich darauf hinweist, dass es um die Themen Balance und Ausgeglichenheit geht. Man könnte lapidar sagen, sich ausgewogen ernähren, bedeutet, von allem etwas zu essen und quasi nichts auszulassen. Das ist jedoch nur bedingt der Fall, denn unter Umständen müssen besondere Ansprüche wie Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder ein besonders hoher Nährstoffbedarf berücksichtigt werden. Zudem wird sich jeder Vegetarier oder Veganer gegen die Aufforderung verwehren, auch nur ein bisschen Fleisch oder tierische Produkte zu konsumieren. Doch auch diese Personen können sich ausgewogen ernähren.

Dennoch lässt sich sagen: Bleiben Sie beim Essen und Trinken in Waage! Wählen Sie sorgfältig aus dem großen Angebot und berücksichtigen Sie dabei Ihre Lebensumstände.

Richtig ernähren in der heutigen Zeit

Es lässt sich nicht verleugnen, mit den geänderten Lebensgewohnheiten in den letzten Jahrzehnten haben sich auch der Nährstoff- und Kalorienbedarf verändert. Dennoch essen viele Menschen noch so, wie sie es von ihren Eltern und Großeltern gelernt haben, deren Gewohnheiten in einer Zeit geformt wurden, als körperliche Arbeit an der Tagesordnung war und Lebensmittel häufig selbst angebaut wurden. Fleisch gab es vielleicht einmal pro Woche, den berühmten „Sonntagsbraten“, und im Supermarkt herrschte längst nicht der Überfluss, der unsere heutige Einkaufswelt prägt.

Heute hingegen wird eine Vielzahl an Tätigkeiten im Sitzen ausgeführt, was sich nicht nur schädigend auf den Halteapparat auswirken kann, sondern mit einem veränderten Kalorienbedarf einhergeht. Zudem stehen uns viele industriell verarbeitete Lebensmittel zur Verfügung, die häufig Zucker und Fette enthalten, die als Geschmacksträger fungieren und die Lust am Essen steigern.

Beachten Sie Ihren persönlichen Kalorienbedarf. Hören Sie auf Ihren Körper, der durch verschiedene Symptome auf sich aufmerksam machen kann. Überprüfen Sie in einem solchen Fall kritisch Ihre Ernährung.

Wie sich die Ernährungspyramide verändert hat

Die Ernährungspyramide ist ein Modell, das die empfohlenen Mengen der täglich bzw. wöchentlich verzehrten Lebensmittel sehr gut veranschaulichen kann und deren Verhältnis zueinander grafisch darstellt. Erfunden wurde sie wahrscheinlich in Schweden und dort 1974 staatlich verbreitet, das United States Department of Agriculture veröffentlichte seine Empfehlung 1992. Die amerikanische Pyramide hat horizontale Einteilungen, die deutsche und österreichische hingegen vertikale. In Deutschland werden die Empfehlungen von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung formuliert, die eine Vollwertkost empfiehlt.

Hierzulande gibt es noch keine Lebensmittelpyramide für Vegetarier und Veganer. Es existieren Pyramiden für eine Ernährung nach Atkins (sehr arm an Kohlenhydraten), für die asiatische Ernährungsweise und für die Logi-Methode. Die breite Basis der Pyramide bilden die Nahrungsmittel, welche die Grundlage der Ernährung sein sollten, an der kleinen Spitze finden sich die Zutaten bzw. Lebensmittel, die am wenigsten gegessen werden sollen.

Vor einigen Jahren wurde die Basis der Pyramide aus zuckerfreien und alkoholfreien Getränken gebildet, dann folgten Getreideprodukte, Obst und Gemüse, Fisch und Milchprodukte, dann Fleisch, Eier und ganz oben tierische Fette und Süßigkeiten.

Heute haben sich Getreideprodukte sowie Obst und Gemüse bei der Wertigkeit abgewechselt, die Basis einer guten Ernährung sollen Obst und Gemüse sein.

Allerdings: Es gibt verschiedene Nahrungspyramiden, wie aber finden Sie die passende Zusammenstellung an Lebensmitteln für sich selbst?

Ernährung ist immer etwas Individuelles

Wer sein Idealgewicht hält und keine ernährungsinduzierten Krankheiten beklagen muss, der hat wahrscheinlich sein persönliches Lebensrezept schon gefunden. Alle anderen Personen haben den Wunsch, etwas zu ändern und fragen sich, wie sie ihre Ernährung besser ins Gleichgewicht bringen können.

Ich würde hier den Empfehlungen der DGE insofern folgen, dass eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und viel Obst und Gemüse eine ideale Basis darstellen. Beachten Sie jedoch, dass sich hier krankheitsbedingt bestimmte Einschränkungen ergeben können. So kann zu viel Fruchtzucker schädlich sein, und ein fortgeschrittenes Nierenleiden erfordert eine kaliumarme Ernährung und damit den Verzicht auf viele Obst- und Gemüsesorten.

Der Arzt oder Heilpraktiker gibt hier die entscheidenden Hinweise. Produkte aus Getreide liefern dem Körper wichtige Nährstoffe. Bevorzugen Sie Vollkornprodukte und gekeimtes Getreide. Probieren Sie einmal weniger bekannte Getreidesorten wie Hirse, Buchweizen, Amarant oder Quinoa, denn diese wurden im Laufe der Zeit nicht so stark modifiziert wie der weit verbreitete Weizen. Tierische Fette und Zucker sollten den kleinsten Teil Ihrer Ernährung ausmachen.

In der Realität sieht es jedoch anders aus: gerade diese beiden Inhaltsstoffe werden in großem Maße verspeist. Sie stecken in vielen industriell verarbeiteten Lebensmitteln, selbst dort, wo man es nicht vermuten würde. Viele Verbraucher wollen nicht auf diese Dinge verzichten. Es ist eben die „Gewohnheit“, „man gönnt sich ja sonst nichts“ und „es schmeckt eben so gut“. Ja, es ist schwierig, Gewohnheiten zu ändern, doch eine bessere Gesundheit und der angestrebte Gewichtsverlust sind der Lohn. Der Geschmack ändert sich ebenfalls mit der Zeit und passt sich der neuen Ernährung an.

Mein Resümee:

  • Trinken Sie viel Wasser und ungesüßte, nicht alkoholische Getränke.
  • Essen Sie täglich Obst und Gemüse.
  • Sättigen Sie sich mit vollwertigem oder glutenfreien Getreide.
  • Greifen Sie selten zu Fisch und noch seltener zu Fleisch.
  • Gehen Sie sparsam mit tierischen Fetten um.
  • Setzen Sie auf gute, pflanzliche Fette und gekeimte Sprossen.

Weiter Tipps für eine ausgewogene Ernährung:

  • Vermeiden Sie Diäten und stellen Sie Ihre Ernährung lieber um.
  • Kochen Sie bevorzugt mit frischen Lebensmitteln.
  • Probieren Sie Alternativen: Wie wäre es, Kartoffelchips selbst aus Kartoffeln oder Süßkartoffeln herzustellen, oder beim Grillen eine vegetarische Alternative zu wählen?
  • Essen Sie selten Fleisch, und wenn, kaufen Sie das beste Fleisch, das Sie bekommen können.
  • Bevorzugen Sie biologische und regionale Lebensmittel.
  • Hören Sie auf Ihren Körper und machen Sie ihn sich zum Freund.

Autor: Bettina Neff
Thema: Ausgewogene Ernährung
Webseite: https://www.heilpraxis-bettina-neff.de

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