Burnout-Prävention mittels Natur-Coaching

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„Ich fühle mich nur noch müde. Alles ist so anstrengend und an manchen Tagen weiß ich nicht mal mehr, warum und für wen ich morgens überhaupt aufstehen soll. Nichts scheint Sinn zu machen. Ich bin einfach so schlapp. Diese bleierne Schwere in meinen Gedanken und allen Körperregionen zieht mich derart runter, dass ich Panik bekomme. Angst, dass das nie wieder anders werden könnte. Dabei muss es doch weitergehen, aber ich schaffe es einfach nicht, habe keine Kraft mehr. Mein Körper schmerzt.“. Eine Gefühlskulisse wie diese, beschreibt sehr anschaulich ein Phänomen, das die Medizin seit den 1970er Jahren mit dem bildhaften Ausdruck Burnout verbindet, einem Zustand des „Ausgebranntseins“. Ausgelöst, durch übermäßigen Stress und psychische, sowie körperliche Belastungen weit über die eigenen Grenzen hinaus, zeigen Betroffene häufig eine Vielzahl unterschiedlicher Symptome.

Was ist Burnout?

Das sogenannte Burnout-Syndrom ist streng genommen gar kein eigenes Krankheitsbild, sondern vielmehr ein umfassender Symptomkomplex, der die Folgen einer Lebensweise beschreibt, die Letztenendes zu Problemen in der Bewältigung des persönlichen Alltags führen kann. Waren es zu Beginn der Beobachtungen eher Menschen in Sozial- und Pflegeberufen, die mit diesen Begleiterscheinungen einer beruflichen Überlastung zu kämpfen hatten, so wandelte sich das Bild in den letzten Jahren deutlich. Betroffen sind jetzt auch immer mehr Arbeitnehmer und Selbständige in anderen Berufssparten, die erschöpfungsbedingt ihre Tätigkeit ganz oder teilweise nicht weiter ausüben können. Die Palette der geschilderten Symptome reicht dabei von depressiver Stimmungslage, körperlichen Erschöpfungszuständen, Konzentrationsschwierigkeiten, Angst und Panikattacken, über Schmerzempfindungen, Unruhe und Schlafstörungen, bis hin zu suizidalen Gedanken. Offiziellen Zahlen zufolge[1] ist das Risiko an Burnout zu erkranken in Deutschland mittlerweile leider relativ hoch: derzeit zehn Prozent, Tendenz steigend. Ein guter Grund, sich mit diesem Phänomen eingehender zu beschäftigen.

Zu den Ursachen von Burnout

Was sind eigentlich die Auslöser dieser Überlastung und warum leiden trotz objektiv gleicher oder sogar höherer Belastung manche Menschen nicht an vergleichbaren Symptomen? Ein bildlicher Vergleich, der gut in die herbstliche Jahreszeit passt, verdeutlicht die Hintergründe anschaulicher. Stellen wir uns eine Reihe unterschiedlicher Dekobeleuchtungen auf einem Gartentisch im Freien vor. Da steht zum Beispiel das kleine ungeschützte Teelicht auf einem Teller, dessen Flamme bedrohlich im Wind hin und her flackert. Flankiert von einer hohen schlanken Kerze in einem klassischen Windlicht, gut geschützt vor den Einflüssen etwaiger Zugluft. Rechts daneben eine farbenfrohe Petroleumlaterne, deren Docht sich den Brennstoff kontinuierlich aus einem vergleichsweise riesigen Vorratsbehälter saugt und mit der Flamme, ebenfalls windgeschützt durch einen Glaskolben, die Umgebung angenehm warm erhellt. Beim Vergleich der drei verschiedenen Lichter wird schnell klar, dass Helligkeit und Brenndauer gleich von mehreren Faktoren abhängen: der Menge des Brennstoffvorrates, der Qualität des Brennstoffs und der Effizienz dessen Einsatzes, sowie dem Schutz vor äußeren Wind- und Witterungseinflüssen, die ebenfalls eine lange Beleuchtungsdauer vereiteln könnten.

Ganz ähnlich ist es auch beim Menschen. Jeder Einzelne reagiert unterschiedlich auf belastende Situationen und geht individuell mit Stress und Ängsten um. Während der eine bereits im Kindesalter gelernt hat, mit stressigen Sachlagen souverän umzugehen, leiden andere Charaktere viel mehr unter dem Druck, der von außen auf sie einwirkt. Zudem spielt auch die Selbstwahrnehmung eine wesentliche Rolle. Durch Versagensängste oder übertriebene Perfektionismusansprüche wird der eigene Energieverbrauch oft zusätzlich weiter erhöht. Die Ursachen, die zu einem möglichen „Burnout“ führen, sind also in höchstem Maße individuell begründet und bedürfen daher natürlich eingehender Würdigung bezogen auf den Einzelfall sowie gegebenenfalls auch fachärztliche Abklärung. Allen Fällen ist in der Regel aber gemein, dass sie bei frühzeitigem Erkennen und einer gezielten Korrektur der krankmachenden Lebensweise und Verhaltensmuster zumindest in der Wucht der auftretenden Symptomatik deutlich abgemildert werden können.

Natur-Coaching als natürlich präventiver Ansatz

Schaut man der Natur mal genauer auf die Finger, so erkennt man schnell, dass sie grundsätzlich nicht destruktiv gegen Probleme oder schwierige Situationen ankämpft. Sie hat bereits vorher passende Stärkungsprogramme parat und widmet sich mit deren Hilfe lieber konstruktiv der eigenen Gesunderhaltung. Vorsorge ist eben besser als Nachsorge. Speziell in Sachen Burnout gilt dieser etwas abgedroschene Slogan umso mehr. Der Grund hierfür liegt auf der Hand. Ähnlich dem kleinen Kerzenbeispiel ist das „Ausbrennen“ kein Ereignis, das plötzlich und unvermittelt auftritt, sondern ein Prozess, der sich in den meisten Fällen über viele Jahre hinziehen kann. Losgelöst vom eigentlichen Auslösegeschehen spielt neben den körperlichen Ressourcen insbesondere die Denk-, Sicht- und Verhaltensweise der Betroffenen eine enorm wichtige Rolle. Gelingt es diese im Vorfeld einer drohenden Erkrankung positiv zu beeinflussen, so lassen sich die damit verbundenen Folgen in aller Regel auch aktiv mindern oder sogar präventiv verhindern.

Mit der noch relativ neuen Methode des sogenannten Natur-Coachings lassen sich speziell auf diesem Gebiet sehr eindrucksvolle Ergebnisse erzielen. Die naturgestützte Coaching-Technik setzt unter anderem auf die von Natur aus vorhandene „innere Intelligenz“ des menschlichen Individuums. Der Grundidee nach, weiß jeder auf intuitiver Ebene selbst am besten darüber Bescheid, was ihm guttut oder eher nicht. Das Problem dabei ist jedoch, dass „gut gemeinte“ Ratschläge, langjährige familiäre, gesellschaftliche und kulturelle Prägungen sowie auch das Gefühl von Schuld und Verpflichtung, den „Lebenskompass“ mitunter meilenweit vom ursprünglichen Ziel ablenken können. Das Ergebnis sind Auswirkungen, wie die eingangs geschilderten. Statt zufrieden das eigene Leben zu genießen und selbstgewählte Herausforderungen kraftvoll meistern zu können, versucht man sich frustriert an der Umsetzung einer holprigen Streckenvorgabe der lieben Mitmenschen. Sozialen Medien sei Dank, mangelt es dem digitalisierten Menschen in dieser Beziehung auch immer weniger an Nachschub. Abhängig von den eigenen Kräften führen solche Um- und Abwege früher oder später zur psychischen und körperlichen Erschöpfung.

Was muss (s)ich ändern, ...?

Der Schlüssel zu einer der einfachsten Anti-Burnout-Strategien ist die eigene Zufriedenheit. Die Rede ist dabei nicht von einer aufgesetzten oberflächlichen Bedürfnisbefriedigung, sondern von dem wohligen Gefühl, mit sich und der Welt im Reinen zu sein. Jeder der diese Stimmung erlebt hat weiß, dass sich jenes Glücksgefühl in aller Regel dann einstellt, wenn man zum Beispiel ein selbst gestecktes Ziel trotz einiger Hindernisse gut erreichen konnte. Oder aber auch einfach nur die Früchte eines erfüllten sozialen Miteinanders genussvoll ernten durfte. Genau in diesem Zustand passieren medizinisch gesehen viele positive Dinge im Körper. Ein natürlicher Hormoncocktail führt nicht nur zu tiefem Wohlbefinden, sondern überdies zum Aufladen des eigenen „Akkus“. Körpereigene Regenerationsprozesse werden in Gang gesetzt und auch das Immunsystem wird aktiv gestärkt. Genau das Gegenteil der Burnout-Wahrnehmungen also.

Will man dem innerlichen „Ausbrennen“ vorbeugen, so lohnt es, sich selbst eine wichtige Frage zu stellen: Was will ich wirklich und was muss (s)ich deshalb ändern, damit ich zufrieden bin? Die Natur hilft bereits in Phasen leichter Erschöpfung auch ohne anleitenden Coach. Mein Tipp: Sich einfach täglich eine Stunde die Zeit nehmen und für sich alleine einen Spaziergang in den Wald unternehmen. Keine Ablenkung, keine Termine, Handy aus, Gedanken gleichgültig weiterziehen und schrittweise den Trubel hinter sich lassen. Die Natur unterstützt dabei aktiv den geistigen und körperlichen Erholungsprozess. Ein Kurzurlaub für die geschundene Seele könnte man sagen. Mit jedem Schritt wird der Kopf wieder klarer und der unverstellte Blick auf die eigene nervenaufreibende Situation freier.

Diese kleinen Auszeiten alleine sind dabei allerdings im wahrsten Sinne des Wortes nur der erste Schritt. Sie helfen, sich mehr mit sich selbst und den eigenen Herzenswünschen zu beschäftigen. Zusätzlich schaffen sie durch ein Plus an Sauerstoff, ein moderates Maß an Bewegung im Freien und durch die aufkommende Naturfaszination wieder den Zugang zur „eigenen Natur“. Man lernt sich selbst stückweise besser kennen und wertschätzen. Persönliche Ressourcen werden gestärkt und bieten im Idealfall auch neue Kraft, um im Alltagsleben den erforderlichen nächsten Schritt in Richtung Zufriedenheit vollziehen zu können. Weg von dem, was man eigentlich gar nicht möchte. Hin zu dem, was einen glücklich macht und damit täglich ein Stück weiter raus aus der Burnoutfalle.

[1] Pschyrembel online: Epidemiologie Burnout-Syndrom, geschätzte Prävalenz

Autor: Dirk Stegner, Naturcoach
Thema: Natürliche Anti-Burnout-Strategie
Webseite: https://www.der-natur-coach.de

Autorenprofil Dirk Stegner:

Der gebürtige Coburger, Jahrgang 1972, lebt und arbeitet als Natur-Coach, Autor und psychologischer Berater in seiner Heimatstadt Coburg. Nach dem Studium der Wirtschaftsinformatik und der langjährigen Tätigkeit als IT- und Internetfachmann, begann er sich bereits vor mehr als 15 Jahren aufgrund eigener gesundheitlicher Probleme mit alternativen Behandlungsmethoden für stress- und angstbedingte Erkrankungen auseinanderzusetzen.

Dirk Stegner bietet auch regelmäßig Vorträge, Workshops und Seminare zu seinen Buch- und Publikationsthemen an.

Expertenprofil:

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