Warum habe ich immer so ein Völlegefühl?

Zunächst einmal möchte ich klarstellen, dass in diesem Artikel Erfahrungen aus meiner 20 –jährigen Praxis als Ernährungsberaterin aufgeschrieben sind. Die hier genannten Symptome und vorgeschlagenen Hilfen ersetzen im Zweifelsfalle nicht den Arztbesuch. Auch gehe ich nicht auf spezifische Erkrankungen wie Reizdarm-Syndrom, Magenschleimhautentzündung, Milchzucker-Unverträglichkeit etc ein. Auch hier gilt es erst bei einem Arzt abzuklären, was genau dahinter steckt und dann zusätzlich eine Ernährungsberatung aufzusuchen.

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1.) Völlegefühl - Was ist das genau?

Völlegefühl drückt meistens ein Gefühl im Bauch aus, bei dem niemand so genau formulieren kann, was eigentlich schmerzt. Oft wird es so beschrieben: der Magen-/Darmtrakt fühlt sich „voll gestopft“ an. Manchmal kommen noch Blähungen, Verdauungsbeschwerden und Übelkeit dazu. Die meisten meiner Klienten drücken es kurz so aus: „mein Bauch fühlt sich an, wie ein prall gefüllter Luftballon“

2.) Welche möglichen Ursachen kann es für Völlegefühl geben?

Da gilt es einfach mal auf die Suche zu gehen. Die folgenden Fragen können dabei schon zielführend sein: was habe ich in den letzten 24 Stunden alles gegessen? Wieviel habe ich gegessen? Wie habe ich gegessen? Was habe ich getrunken? Und wieviel Bewegung hatte ich? In nicht wenigen Fällen war die Auswahl der Speisen und deren gegessene Mengen das Problem. Hier ein paar Beispiele:

zuviele Kohlenhydrate (z.B. Brot, Brötchen, Nudeln, Kuchen….). Hier entstehen bei der Verdauung Gase im Darm, die sich häufig als Blähungen äussern. Ebenso zuviele blähende Lebensmittel (z.B. manche Kohlarten, Hülsenfrüchte). Oder auch ein zuviel an sehr fetten Speisen

Als weitere Ursache hat sich in den Gesprächen herausgestellt, dass viele Menschen zu hastig essen und die einzelnen Bissen zu wenig kauen. Stress ist kein guter Essensbegleiter, Computerarbeit, Zeitung lesen, Smartphone ebensowenig. Die Verdauungsarbeit wird dadurch erschwert und der Speisebrei hat eine sehr lange Verweildauer. Dies führt wiederum zu Blähungen und Aufstoßen. Es gelten noch immer so alte Weisheiten wie: „Gut gekaut ist halb verdaut“.

Auch Entzündungen im Magen -/Darmbereich oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten können zu Unwohlwohlsein, Blähungen und Aufstossen führen. Dies sollte auf jeden Fall ärztlich abgeklärt werden.

Die nächste Frage gilt den Getränken: sind es meist kohlensäurehaltige Getränke wie Limonaden, Bier, kohlensäurehaltiges Mineralwasser wirken sie ebenfalls blähend. Wenn diese Getränke dann noch während einer hastig eingenommenen Mahlzeit getrunken werden, ist der Magen schnell „voll“. Werden dann noch schlecht zerkaute Nahrungsmittel mit diesen Getränken hinuntergespült, ist der Magen restlos überlastet. Was macht er? Er wehrt sich, indem er die vielen Gase gleich wieder nach oben schickt (Aufstoßen) und zusätzlich fordert er einen sofortigen Aufnahmestopp neuer Nahrung (Völlegefühl).

Der nächste Block, der zu betrachten ist: Bewegung. Der alte Spruch „Nach dem Essen sollst Du ruhen oder 1000 Schritte tun“ passt da nicht schlecht. Wobei man immer das Letztere bevorzugen sollte. Nicht zuletzt um Übergewicht entgegenzuwirken.

3.) Welche Möglichkeiten kann ich selbst nutzen um Völlegefühl vorzubeugen?

Mein Ansatz in den Beratungen besteht aus diesen 3 Komponenten:

1.) Ernährung

Wenn keine Nahrungsmittelunverträglichkeiten vorliegen, kann man eine gewisse Zeit (ca 4 Wo) auf rohes und stark blähendes Gemüse (wie z.B Kohl, Sauerkraut) verzichten. Das restliche Gemüse sollte immer schonend kurz gedünstet werden. Es sollten aber dennoch viel Ballaststoffe gegessen werden, um einer Verstopfung vorzubeugen. Außerdem versorgt uns rohes (gut gekautes) Gemüse mit vielen Vitalstoffen. Auch mit Getreideprodukten sollte sparsam umgegangen werden, und z.B. Vollkornbrot sehr lange gekaut werden. Auf Zucker und Süßigkeiten sollte verzichtet werden.

Auch sehr fette Speisen, wie fettes Fleisch, fette Saucen, Bratkartoffeln, Pommes, Frittiertes sollte nicht auf den Teller kommen.

Generell gilt: zum Essen darf man sich Zeit lassen, sodass die einzelnen Bissen gut gekaut und eingespeichelt werden können. Auf diese Art spürt man auch rechtzeitig, wenn die Sättigung eintritt.

Getränke am besten vor den Mahlzeiten, oder ca 20 Min nachdem aufgegessen wurde.

Ich empfehle 3 Mahlzeiten am Tag, damit sich zwischendrin der Darm etwas ausruhen kann. Die Mahlzeiten so gestalten, dass man Sättigung erreicht aber sich nicht „voll“ fühlt. Über den Tag verteilt ist es gut 2-3 Liter (stilles Wasser, Kräutertee, Aloeblütentee) zu trinken.

Im Krankheitsfall sollte man sich nach dem Arztbesuch Rat bei einer/m ErnährungsberaterIN suchen. Hier können speziell abgestimmte Ernährungspläne erstellt werden.

Eine Ernährungsform, die sich in meiner Praxis bei Magen -/ Darmproblemen bewährt hat, ist die VOLLWERTIGE TRENNKOST. Hier ernähre ich mich so, dass ich innerhalb einer Mahlzeit bestimmte Eiweiße von bestimmten Kohlenhydraten trenne. Verzichtet wird dabei auf nichts, da über den Tag verteilt von Allem gegessen wird. Die Verdauungsarbeit für Magen und Darm wird durch die Trennung stark erleichtert, die Verweilzeit des Speisebreis im Körper verkürzt. Also weniger Zeit zur Ansammlung von Schlackestoffen im Darm, oder zur Gasbildung durch halbverdaute Kohlenhydrate.

Wobei ich es nicht für ausreichend ansehe sich aus Kochbüchern einige Rezepte zu entnehmen. Besser ist es, sich über die genaue Durchführung aufklären zu lassen. Hierüber führe ich Kurse in Kleingruppen durch; bei Bedarf auch Einzelcoachings.

2.) Nahrungsergänzung

In Ergänzung zur Ernährung halte ich es für wichtig, den Darm zu pflegen und ein – zweimal im Jahr Kuren mit Probiotica durchzuführen. Zudem findet man in ALOE VERA GEL einen guten ständigen Begleiter, der dem Körper nicht nur wertvolle Vitalstoffe liefert, sondern auch den Darm und die Zellzwischenräume von Ansammlungen befreit. (vgl. hierzu z. B. verschiedene Bücher von Michael Peuser und mehrere Bücher über Aloe Vera).

3.) Bewegung

Nicht zuletzt ist natürlich für eine funktionierende Verdauung ausreichend Bewegung/Sport an der frischen Luft sehr nützlich. Da im Darm ein Großteil unseres Immunsystems sitzt, freut sich unser Körper auch bei Regen und Schnee über eine Extraportion frische Luft jeden Tag aufs Neue.

Den eigenen Schweinehund überzeugt man am Besten durch Verabredungen – zur Not auch mit sich selbst. Dazu noch einige Bauchmuskelübungen und tägliche Bauchmassagen unterstützen den Körper bei der Arbeit. Hier finden sich auf Youtube jede Menge Anregungen.

Autor: Sieglinde Bosch
Thema: Völlegefühl
Webseite: https://bosch.flp.de

#Stress, #Ernährung, #Schmerzen, #Lebensmittel, #Verdauung

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