Was ist eine Psychovegetative Erschöpfung?

Ich wurde gefragt, ob ich einen Artikel zum Thema „psychovegetative Erschöpfung“ schreiben könne…

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Dies gestaltete sich als Herausforderung für mich, da ich selbst immer noch unter einer psychovegetativen Erschöpfung leide.

Wahrscheinlich ist Ihnen der synonyme Begriff „Burnout“ eher geläufig, ist ein Burnout doch in den letzten Jahren gesellschaftsfähig geworden und man hat den Eindruck, jeder der etwas auf sich hält, klagt mittlerweile darüber ein Burnout zu haben. Allerdings versteckt sich hinter dem Begriff „Burnout“ nichts anderes als eine Erschöpfungs-depression und eine Depression zu haben, mag man sich nicht so gerne eingestehen.

Für all meine Symptome fand ich lange Zeit Ausreden und Erklärungen. Ich wollte mir nicht eingestehen, wie schlecht es mir wirklich geht, bis ich schließlich zusammengebrochen bin und in der Klinik landete. Vielleicht können meine Zeilen Sie, liebe Leserinnen und Leser, davor bewahren es mir gleich zu tun.

Was nun bedeutet psychovegetative Erschöpfung?

Eine psychovegetative Erschöpfung ist ein dauerhaft energiearmer Zustand, der eine umfassende professionelle Therapie erfordert. Neben einer Antriebsstörung (besonders am Morgen) belasten unter anderem Schlafstörungen, ein hoher Blutdruck, Kopfschmerzen / Migräne, Hitzewallungen und Schweißausbrüche, Magen-Darmprobleme, Konzentrationsstörungen, Lustlosigkeit und Überforderungsgefühl, sowie Schmerzen die Patientinnen und Patienten. Sozial zieht man sich immer weiter zurück.

Eine psychovegetative Erschöpfung findet sich in allen Gesellschaftsschichten und ist dadurch gekennzeichnet, dass die Betroffenen lange Zeit nicht wahrhaben wollen, dass sie krank sind.

Der Drückeberger geht zum Arzt und klagt „Herr Doktor ich habe ein Burnout.“ Der daran Erkrankte sieht dies hingegen nicht, da er in seinem Hamsterrad von Funktionieren müssen, gefangen ist.

Die Ursachen für ein Erschöpfungssyndrom sind vielfältig: Ängste und Sorgen, Geldnot, Konkurrenzdruck, Zeitdruck, keine Freude an der Arbeit, Unter- und Überqualifikation, fehlende Selbstbestimmung, es immer allen rechtmachen wollen, fehlender Ausgleich und fehlende Ruhephasen. Schlechte Ernährung, Alkohol und Nikotin sowie mangelnde Bewegung belasten zusätzlich.

Was passiert im Körper bei Stress? Neurobiologisch kommt es zur „Fight- and Flight“ Reaktion: die Hormone Adrenalin und Noradrenalin werden im Nebennierenmark, Cortisol in der Nebennierenrinde ausgeschüttet. Der Sympathikotonus ist erhöht und damit Pulsschlag und Blutdruck. Die Muskeln spannen sich an – wir sind in Kampfbereitschaft. Verdauungsfunktion und Immunabwehr sind vermindert, ebenso wie Leistungsfähigkeit und Lebensfreude.

Das Erkennen, das Zulassen und der Weg heraus aus dieser Stresserkrankung ist für die Betroffenen nicht einfach und ein längerer Prozess. Müssen sie doch ihr bisheriges Leben, ihre Ziele und Pläne und ihre bisherigen Anforderungen an sich selbst grundlegend auf den Prüfstein stellen und ändern.

Belastungen und negativer Stress sind zu reduzieren, beziehungsweise zu meiden. Dazu zählen ebenso ein Zuviel an körperlicher als auch geistiger Arbeit. Das kann auch der zu intensive Freizeitsport auf Leistungsniveau oder ein berufsbegleitendes Studium sein, die Schlaf- und Ruhezeiten kosten.

Work-Life-Balance ist das Zauberwort, das durch äußere (Position, Verantwortung) und innere (ich schaffe das, ich bin stark, ich muss es jedem recht machen) Zwänge aber oft nicht erreichbar ist.

Eine weitere Ursache für Burnout ist das Helfersyndrom, das nicht nur bei heilenden und pflegenden Berufen auftritt. Anerkennung, Zuneigung, Selbstwertgefühl, Identität und Empathie werden über Leistung bezogen. Durch die Verdrängung von eigenen Empfindungen wie Ärger, Unmut, Verdruss und auch Wut, die man als „Dienstleister“ gegenüber Patienten, Klienten oder Kunden nicht zeigen beziehungsweise zulassen kann, wird ein Burnout oft noch forciert.

Eine psychovegetative Erschöpfung ist eine ernst zu nehmende Erkrankung. Sie entwickelt sich schleichend über längere Zeit und benötigt auch eine längere Zeit in der Therapie. Je früher man gegensteuert, desto schneller geht es den Betroffenen besser.

Am besten ist es natürlich, es erst gar nicht so weit kommen zu lassen. Man muss sich darüber im Klaren sein, dass der Weg aus einem echten Burnout eine wirkliche Herausforderung darstellt und man seine volle Leistungsfähigkeit anschließend sehr wahrscheinlich nicht mehr erreichen wird. In unserer leistungsorientierten Gesellschaft ist dies nur gar nicht so einfach.

„Was will ich eigentlich im Leben?“ Eine ehrliche Antwort auf diese Frage hilft nicht nur bei der Burnout Therapie, sondern auch bei der Burnout Prophylaxe. Es geht darum die eigenen Bedürfnisse, Fähigkeiten und Grenzen wahrzunehmen, Ziele neu zu definieren und sich Möglichkeiten zur Entspannung und Regeneration zu entwickeln, um zu mehr Gelassenheit im Leben zu kommen.

Befinden wir uns im Zustand psychovegetativer Erschöpfung, bzw. in einem Burnout Zustand, dann ist die Sinnhaftigkeit und die Bewältigbarkeit unseres Lebens nicht mehr gegeben.

Es geht letztendlich darum, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und das Grundprinzip der beiden Pole Angst und Liebe zu verstehen und sich künftig immer mehr in Richtung der Liebe zu bewegen. Denn dort befinden sich Freude, Zufriedenheit, Mut, Zuversicht, Wertschätzung, Vertrauen, Freiheit, Fülle – Gesundheit & Glück.

Autor: Gerrit Ulrike Schramm
Thema: Was ist eine Psychovegetative Erschöpfung?
Webseite: https://www.naturheilpraxis-gerlinger-heide.de

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