
...ich weine jeden Tag für die Millionen Opfer des Holocausts, ich weine für die, die in der Ukraine sterben, ich weine für die, die im Sudan verhungern und die, die im Libanon aus Angst keine Nacht schlafen können. Ich weine für jeden, der in Myanmar leidet, vergieße Tränen für die Menschen in Burkina Faso oder im Jemen, für jeden, der aufgrund seines Aussehens, seiner Herkunft oder seiner Religion nicht sicher in seinem Land ist, die, die ständig Angst verspüren, weil sie nicht lieben dürfen, wen sie lieben oder ein ICE-Beamter klingeln könnte. Ich kenne ihre Namen nicht, ich weine trotzdem oder vielleicht auch deswegen. Und dann klingelt das Telefon, ist der Kaffee durchgelaufen oder ein Schüler kommt an, mein Alltag ruft, es geht weiter, die Tränen vergessen, bis morgen. Ich kann nur versuchen, meine Schülern Toleranz zu lehren, ihnen Stärke und Selbstbewusstsein mitgeben, damit sie meine Trauer verstehen und künftige Tränen trocknen.
Autor: Anke Wachtendorf - Schülercoach, Lern- und Erziehungsberatung, Verlagsautorin
Thema: Ich weine...
Webseite: http://www.schuelercoaching-wachtendorf.de
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