Als Liebespaar trennen Sie sich - als Eltern bleibt die Fürsorge für Ihre gemeinsamen Kinder.  

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Die Trennung will mit dem Kind verarbeitet werden. Lassen Sie Ihr Kind nicht im Regen stehen, verheimlichen Sie keine, für das Kind notwendigen Informationen. Es hilft dem Kind über persönliche Ängste zu reden. Nehmen Sie Äußerungen Ihres Kindes ernst - Kinder lassen ihre eigene Realität entstehen um die äußeren Vorgänge.

Versuchen Sie sich in das Kind hinein zu versetzen. Zeigen Sie dem Kind Respekt und Wertschätzung im Umgang mit ihm. Geben Sie dem Kind auch den Raum um darüber traurig sein zu dürfen und auch wütend. Gefühle müssen ohne Projektion einen Kanal finden um sie zu leben, in einer wohltuend befreienden Form. Gefühle zu benennen: "Ja, ich habe Angst" - hilft uns ein Gefühl bewusst zu machen, dann bekommen wir wieder Kontrolle darüber. Das ist ok - Ja, ich darf Angst haben.

Sorgen Sie dafür, dass sich das Kind auch zurückziehen kann, ohne den Zugang zu ihm zu verlieren. Versuchen Sie einen guten Draht zu den Kindern aufrecht zu erhalten und das Verhalten genau zu beobachten. Kinder suchen aus ihrer Verunsicherung heraus sonst Ventile zur Kompensation, die ihnen nicht guttun auf lange Sicht. Das können Rauschmittel wie Alkohol und andere Drogen sein. Oder sie suchen Anschluss an Gruppen mit extremen Auswüchsen um sich dort die vermeintliche Sicherheit und Anerkennung zu holen. Kinder, die sich in sich zurück ziehen sind suchtgefährdeter. Haben Sie ein liebevoll wachsames Auge auf Ihre Schützlinge - Elternzeit endet nicht mit der Trennung.

Achten Sie auch auf Ihre eigenen Bedürfnisse

Ihre eigenen Befürchtungen stehen bei einer frischen Trennung auch im Raum und Kinder haben ein gutes Gespür für das Wohlbefinden ihrer Eltern. Auch wenn man meint sehr kleine Kinder bekommen Trennungen nicht mit, ist dies ein schwerwiegende Denk-Fehler der Eltern. Spannungen unter den Eltern bekommen Kinder oft mit, bevor der Streit begonnen hat - Kids haben feine Antennen für Stimmungen. Ihre eigenen Themen, die durch die Trennung auftauchen dürfen nicht mit den Kindern besprochen werden. Drücken Sie den Kindern gegenüber nicht Ihre Sorge über die Paarbeziehung aus. Kinder, auch wenn sie schon älter sind dürfen nicht in den Rosenkrieg hineingezogen werden oder gar in diesbezügliche Entscheidungen mit einbezogen werden. Sie dürfen nicht Mittel zum Zweck werden um den ehemaligen Partner "schlecht aussehen" zu lassen. Verhalten Sie sich in Anwesenheit der Kids Ihrem getrennten Partner gegenüber so neutral wie möglich. Kritisieren Sie ihn nichts, auch wenn es Sie noch so schmerzt, was ER - SIE Ihnen angetan hat. Fahren Sie auch keine Attacke gegenüber der Familie des getrennten Partners. 

Ziehen Sie Ihre Kinder nicht zu Rate in Beziehungsfragen, auch wenn Sie nicht getrennt sind. Kinder befinden sich auf einer anderen Ebene als Eltern. Bert Hellinger in der Familientherapie sagt dazu: "Kinder sind die Kleinen und Eltern die Großen" und das bleibt auch so wenn die Kinder selbst schon Eltern sind oder gar Großeltern. Gegenüber unseren Eltern bleiben wir immer Kinder!

Zwingen Sie das Kind nicht dazu sich zu entscheiden, welchen Elternteil es lieber hat. Es ist klar, dass das Kind meist zeitgleich nicht mehr bei beiden Elternteilen leben kann. Und doch soll es beide Elternteile lieben können so wie es möchte, ohne den Eindruck zu haben: Papa ist beleidigt und traurig, wenn ich die Mama auch noch lieb habe und vermisse. Partner sind manchmal so tief verletzt, dass sie den Kindern den Umgang mit dem anderen Elternteil madig machen. Es fällt den Kids dann schwer diesem Elternteil überhaupt zu begegnen. Verunsicherung kommt auf und die Idee: "Wenn ich nett zu Mama bin, mag Papa das nicht."

Erinnern Sie sich daran: was Sie da vor sich haben, dieses Kind, verkörpert immer zur Hälfte Sie selbst und Ihren ehemaligen Partner.

Um dem Kind eine Hilfe zu sein, wenn Sie als Paar sich trennen, ist es wichtig ihm in einem entspannten Moment zu erklären was los ist. Bereiten Sie sich gut auf dieses Gespräch vor und sorgen Sie für sich, damit es Ihnen in diesem Moment emotional gut geht. Achten Sie darauf den Kopf selbst soweit wie möglich aufgeräumt und den Groll und

Ihre eigenen Befürchtungen, für den Moment des Gespräches, beruhigt zu haben. Pflegen Sie einen - soweit wie möglich - neutralen Umgang mit einander, auch in Abwesenheit der Kids. Das lässt die eigene emotionale Spannung sinken. 

Erklären Sie dem Kind in seiner Sprache und nach seinem Verständnis was sich ändern wird, beispielsweise ein Ortwechsel. Heben Sie alle Dinge hervor die unverändert bleiben. Halten Sie Antworten bereit für Ihr Kind wie es jetzt weiter geht. Im Idealfall bearbeiten beide Eltern nun mit dem Kind die Veränderungen. Hier ist es sinnvoll sich in Ruhe mit dem Kind zu besprechen, vielleicht verabreden Sie sich zu einem Gespräch mit dem Kind und machen anschließen mit ihm etwas Schönes, z. B. ein Eis essen gehen, eine Radtour etc.

Kleinen Kindern sagt man, dass die Eltern nicht mehr zusammenleben wollen. Lassen Sie sich Zeit dabei und schauen Sie wie Ihr Kind reagiert. Zeigen Sie dem Kind Ihre Eltern-Liebe und Nähe. Manchmal ist es ratsam, bei mehreren Kindern, sie einzeln zu informieren und erst danach mit allen zusammen zu sprechen.  Älteren Kindern erklärt man die Zusammenhänge in deren Sprache und Verständnis. Kurze Erklärung in einfachen, neutralen Worten ohne Schuldzuweisung - auch sich selbst gegenüber nicht. Sie brauchen Ihren Entschluss sich zu trennen mit den Kindern nicht zu diskutieren und Sie müssen sich ihnen gegenüber keinesfalls rechtfertigen. Bei mehreren Geschwistern müssen Sie mit unterschiedlichen Reaktionen rechnen. Was aus der Sicht des einen Kindes eine Folge der vielen Auseinandersetzungen der Eltern ist, kann für das andere ein totales Trauma sein. Die Geschwister können sich gegenseitig unterstützen und sie sollten sich dabei nicht allein überlassen bleiben. Gelegentlich ist auch hier professionelle Hilfe notwendig.

Manchmal glauben Kinder sie seien Schuld an der Trennung der Eltern. Beugen Sie diesem Zustand vor und nehmen Sie den Kindern diese Befürchtung. Machen Sie ihnen klar, dass sie keinen Einfluss auf Ihre Entscheidung hatten.

Bedeuten Sie dem Kind wie wichtig es im Leben von Ihnen und Ihrem Partner ist und vermitteln Sie ihm seine Priorität. Für das Kind ist es wichtig die Botschaft zu hören: "Mama und Papa lieben dich (euch) nach wie vor und sind für euch da." Dies ist bisweilen eine große emotionale Herausforderung für die Eltern, da sie dem getrennten Partner immer wieder begegnen.

Psychosoziale Herausforderung an die Kleinfamilie

kind mit teddybaer auf terasse

Eltern sein ist in der heutigen Familiensituation eine so große Herausforderung als würde man mit zwei Geschäftsführern, die oft unterschiedliche Vorgehensweisen vertreten, einen Konzern leiten wollen. Noch vor einigen Jahrzehnten lebten Menschen in Großfamilien, die viele Aufgaben des Paares mit getragen haben. Meist sind heute die Menschen in kleineren sozialen Strukturen zuhause. Großeltern übernehmen manchmal einen Part im Leben der Kids. Diese sollten darauf achten sich nicht übergriffig zu verhalten und Absprachen mit den Eltern zu treffen, um die Kinder entsprechend zu fördern. Das Sagen obliegt den sorgerechtstragenden Eltern oder dem Elternteil. Als Großeltern, Tante, Onkel usw. sollten Sie sich zurückhalten mit Bemerkungen über das Verhalten oder die Person des nichtverwandten Elternteils. Denn auch das schwächt die Kinder in ihrer Integrität und verunsichert sie. Stärken Sie die Kinder und geben Sie ihnen einen Schutzraum, indem sie <sie selbst sein> können.

Es gibt allerdings Trennungssituationen, die Ideal-Lösungen nicht zulassen. In Trennungen kann so viel Verbitterung sein und nun "Soll" man sich versöhnlich verhalten? Den Partner nicht angreifen? Was ist wenn es für das Sichtrennende-Paar emotional nicht möglich ist und evtl. ein Partner den Hass gegen den ehemaligen Partner an die Kinder weitergibt, die Kinder versucht zu instrumentalisieren um den eigenen Groll auszuagieren. Hassvolle Trennungen laufen meist tief unbewusst ab, das heißt die Partner selbst ahnen nichts von ihrem schädlichen Verhalten sich selbst und den Kindern gegenüber. Vielleicht sogar weil sie es selbst bei ihren eigenen Eltern als Kind auch so erlebt haben und dieses als Muster ungeprüft in ihr eigenes Leben übernommen haben. Das kann zu psychosozialen Störungen führen. Eine nötige Trennung, die das Wohl aller Beteiligten im Auge hat, ist ein anstrengender Spagat. In manchen Fällen ist es sinnvoll sich professionelle Hilfe zu holen, ggf. auch nur von einem Elternteil.

In meiner Praxis arbeite ich mit den Eltern(TEILEN) zusammen um ihnen über die Trennung hinweg zu helfen. Im Laufe der Zeit lerne ich dann die Kinder kennen. Spielerich, über verschiedenen Formen der Darstellung und Analyse und behutsam tasten wir uns gemeinsam zu den Themen vor, die Eltern und Kinder belasten. Das Aufstellen einer Situation auf dem Familienbrett kann rasch Klarheit schaffen. Die Methode ist auch schon für kleinere Kinder geeignet. Sie gibt Aufschluss über die Position in der sich das Kind, bzw. der Elternteil befindet und welche Gefühle eine Rolle spielen. Um in diese und andere Hilfestellungen hinein zu schnuppern können Sie gerne einen Themen-Workshop buchen, der in meiner Praxis stattfindet. Bitte beachten Sie die Informationen auf meiner Webseite.

Ferner gibt es weitere Ansätze mit den Eltern, bzw. mit einem Elternteil und den Kindern zu arbeiten. Kleine Kinder und verschlossene Patienten können den Zugang zu den unterdrückten Gefühlen über die Biodynamik nach Gerda Boyesen finden, eine Art der Körperpsychotherapie - hier wird über das Vegetativum die körperliche Dimensionen menschlichen Erlebens gleichwertig behandelt. Kinder können auch körperliche Beschwerden zeigen, die ihre seelische Not ausdrücken. Dann kann man mit ihnen gut über die Biodynamik nach Boyesen arbeiten, wenn Kinder ihre innere Unsicherheit nicht erklären können.

Respektvollen Umgang wahren                                 

Zunächst wird mit den Erwachsenen das Ziel definiert. Beispielsweise die Kinder zunächst liebevoll und achtsam in die Situation einzuweihen. Je nach Alter kann die Trennung in eine Art Geschichte gepackt werden, in der sich die Kinder wiederfinden. Und es können bekannte Fabelwesen den Kindern als Unterstützung dienen. Dies kann eine Hilfe sein mit Kindern zu reden, bzw. mit ihrer Welt in Kontakt zu kommen und die Situation in ihrer derzeitigen Sprache verständlich zu machen. Wichtig ist eine ehrliche Beziehung zu haben zu den Kindern. Eltern versuchen, im emotional entspannten Zustand, das Beste für ihre Kinder zu tun.

Kids sammeln während einer Trennung Erfahrungen für ihr eigenes Erwachsenen Leben. Eltern leben es ihnen vor wie man mit Krisen umgeht, wie man sich sortiert, bei wem man sich Unterstützung holen kann. Für Kinder ist es wichtig das Gefühl zu haben von beiden Eltern geliebt sein. Und Kinder haben das Bedürfnis beide Eltern lieben zu dürfen. Wenn eine Trennung in diesem Sinne gelingt können alle Beteiligten daran wachsen und Stärke finden für die Herausforderungen des Lebens.

kind mit giraffe

Hier ein Fall aus der Praxis. Eine Patienten schrieb mir aus der Klinik den folgenden Brief:

Bad Nauheim, 12.Mai 2005

Sehr geehrte Frau Jansen-Noufal,

nachdem ich hier in der Klinik bin mit Psychosomatischer Behandlung kann ich mich gut sortieren. Mit Ihrer Unterstützung, die ich in etlichen Themen bei Ihnen bekommen habe und dem Abstand zu meinem gewohnten Lebensraum, kann ich wieder durchatmen.

Ich habe mich dazu entschlossen Zurückhaltung meinem Kind gegenüber zu wahren. Und erst einmal keine Erwartungen an einen regelmäßigen Kontakt zu haben, damit es sich nicht "Hin und Hergerissen fühlt" und vom Vater noch mehr unter Druck gesetzt wird. Ich sehe dies nicht als Opfer an, sondern als ein Geschenk für mein Kind, das ich von Herzen liebe. Immer wieder bekommt mein Kind von seinem Vater zu hören: "Deine Mutter hat UNS verlassen!" Auch wenn mein Sohn bereits 15 Jahre alt ist, ich spüre er ist durch die Trennung traumatisiert. Er steckt es nicht so leicht weg. 

Als Kind hat er sich immer Anerkennung und Aufmerksamkeit vom Vater gewünscht, die er nie bekommen hat. Gerade dieser Punkt, den wir ja auch bei Ihnen in der Praxis bearbeitet haben, verstärkt meine Entscheidung. Jetzt, wo der Vater alleine mit ihm ist, bekommt er das alles und ich werde schweren Herzens zur Seite treten, ihm nicht im Weg stehen. Und ich tue was ich kann es meinem Sohn leicht zu machen - setze ihn nicht unter Druck. 

Sie hatten Recht, und die Psychologen bestätigen Ihre Herangehensweise an mein Thema: ich kann in dieser Situation nichts Besseres für mein Kind tun, als mich neutral zu verhalten und gut für mich zu sorgen. Ich bin nicht schuld an dieser Trennung und übernehme die Verantwortung für mich selbst in dieser Angelegenheit.

Aus der Klinik liebe Grüße und bis bald Nina B.

Lassen Sie es nicht soweit kommen wie in diesem Fallbeispiel, dass zum Drama der Trennung an sich auch noch eine Vereinnahmung und Instrumentalisierung der Kinder hinzukommt und oder indem der andere Partner denunziert und verurteilt wird. Abgesehen davon ist es für Sie selbst auch ein Hindernis in Ihrer persönlichen Entwicklung, wenn Sie dem anderen die Schuld geben. Denn solange nach "Schuldigen" gesucht wird, ist keinerlei Veränderung in Ihnen selbst möglich. Nur wenn Groll und Hass sich allmählich auflösen dürfen, ist innerer Frieden erlebbar. 

Autor: Rose Jansen-Noufal, Heilpraktikerin
Thema: Trennung überwinden mit Kindern
Webseite: http://www.heilrose.de

Autorenprofil Rose Jansen-Noufal:

Bei diesen und anderen Themen kommen in meiner täglichen Arbeit folgende Therapieverfahren zum Einsatz:

  • Systemischen Familienaufstellung, auf dem sogenannten Familienbrett (Ludewig). Die Analyse Ihrer derzeitigen Situation bringt Ihnen die nötige Klarheit und öffnet die deutliche Sicht für Lösungen auf Ihre aktuellen Lebensthemen und Hintergründe.
  • Nutzung und Entdeckung eigener Ressourcen. - Meditationstherapie; Biodynamik - Heilströmen; Entspannungsverfahren wie Tiefenentspannung - Autosuggestion.
  • Gesprächstherapie - Kraft schöpfen aus einer guten Beziehung, vor allem aus einer guten Beziehung zu sich selbst.
  • Förderung der Lebensqualität mit einem Erholungsaufenthalt im “Haus Heilrose”

Expertenprofil:

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