Woher sie kommt und was man dagegen tun kann

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Den Begriff der Verlustangst verbinden die meisten Menschen mit der Angst, eine ihnen nahestehende Person zu verlieren. Tatsächlich umfasst die Verlustangst jedoch ein wesentlich größeres Gebiet. Die Angst, etwas zu verlieren, das dem Betroffenen auf eine bestimmte Art und Weise wichtig ist, kann sich außer auf einen nahestehenden Menschen auch auf ein geliebtes Haustier, die Heimat, finanzielle oder soziale Sicherheit und Anderes beziehen.

Im Folgenden möchte ich auf den Bereich der Verlustangst, der den Verlust eines nahestehenden Menschen betrifft näher eingehen. Bei dieser Form der Verlustangst bezieht sich die Ursache, des befürchteten Verlustes neben Krankheit oder Todesfall auch auf die Möglichkeit, dass sich die betroffene Person abwendet und / oder ihre Liebe, Zuneigung  und/oder Aufmerksamkeit entzieht.   

Ursachen der Verlustangst

Die Ursachen der Verlustangst liegen meist in früher Kindheit oder Jugend. Die Betroffenen haben entweder einen tatsächlichen, schweren Verlust (z.B. durch Tod, Scheidung oder Trennung) erlitten oder die Erfahrung gemacht, dass sie von nahen Bezugspersonen getrennt wurden (Flucht, Vertreibung, Klinik- oder Heimaufenthalte). Es können sich auch wichtige Bezugspersonen ablehnend gezeigt oder zurückgezogen haben, so dass das betroffene Kind oder der Jugendliche kein Gefühl für sichere Beziehungen entwickeln konnte. Die Betroffenen ziehen für sich den Schluss, dass keine Beziehung wirklich sicher ist und versuchen andere an sich zu binden, indem sie klammern oder kontrollieren, um Sicherheit bzgl. der Beziehungen zu bekommen. Fatalerweise führt dieses Verhalten relativ schnell dazu, dass sich die Freunde oder PartnerInnen zurückziehen. Dies wiederum wird von den Betroffenen als Bestätigung für die Unsicherheit der Beziehungen gewertet, womit ein ständiger Kreislauf beginnt. Um sichere Beziehungen zu erhalten entwickeln die Betroffenen unterschiedliche Strategien. Manche Menschen suchen sich nur noch Beziehungen unter ihrem Niveau oder versuchen ihre Freunde oder Partnerschaften in Abhängigkeit zu bringen, da ihnen die Beziehung dann sicher erscheint. Da die Verlustangst in Bezug auf nahestehende Menschen oft mit dem Gefühl einhergeht, es nicht wert zu sein, dass andere Menschen mit ihnen in Beziehung stehen oder bleiben, leiden Menschen mit Verlustängsten häufig auch unter einem geringen Selbstwertgefühl.

Bewältigung der Verlustangst

Um die Verlustangst zu bewältigen, benötigen die Betroffenen zunächst einmal die Einsicht, dass sie unter Verlustangst leiden. Wichtig ist dabei auch, genau zu hinterfragen, was eigentlich Angst macht und welche Strategien bisher angewendet wurden, um die Angst zu lindern. Wie wurden bisherige Beziehungen und Freundschaften erlebt? Welche Erwartungen, Forderungen oder gar Demütigungen waren damit verbunden?  Manchmal stellt sich dabei heraus, dass hinter der Verlustangst eigentlich eine maskierte Bindungsangst steckt.

Betroffene können dann einen achtsameren Umgang mit ihren Gefühlen, Gedanken und Handlungen erlernen, und akzeptieren, dass das Leben Veränderungen unterworfen ist und ihre Beziehungen mit einer inneren Gelassenheit gestalten.      

Wenn dies allein nicht gelingt, ist es sinnvoll sich professionelle Unterstützung (Therapie oder Coaching) zu suchen.

Autor: Renate Kunke-Piesold
Thema: Verlustangst
Webseite: https://www.praxis-kunke.de

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