Wie merkt man, dass man manipuliert wird?

Wie merkt man, dass man manipuliert wird? Diese sehr allgemeine Frage ist in Einzelfällen ganz einfach zu beantworten.

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Jeder Hundebesitzer kennt die Situation: Der vierbeinige Liebling setzt seinen „Bettelblick“ auf, um sein Ziel zu erreichen. Es wirkt auf uns Herzerweichend, wenn unser Hund seinen Kopf auf unseren Oberschenkel legt und uns mit seinen Augen anbettelt.

Das zweite Beispiel sind Kinder. Welches Eltern oder Großelternteil kennt es nicht? Das Kind möchte etwas von uns und je nach Alter setzen Kinder dann ihre Blicke oder auch ihre Körpersprache zu unserer Manipulation ein.

In diesen Fällen ist uns die Manipulation sehr bewusst und wir lassen uns mehr oder weniger gerne darauf ein. Dies hängt damit zusammen, dass wir wissen, das Tiere und kleine Kinder von uns abhängig sind. Ihnen bleibt nur diese Möglichkeit uns zu manipulieren, um ihre Bedürfnisse erfüllt zu bekommen. Sie brauchen uns, um versorgt zu werden. Sie sind zu 100 Prozent von uns abhängig.

Denken sie einmal an die Disney Filme. Wie sind die Figuren gezeichnet bzw. am Computer entwickelt? Sie haben das „Kindchenschema“. Einen proportional zum Rest des Körpers großen Kopf und sehr große Augen. Besonders deutlich und bewusst gemacht wird die Manipulation in dem Film: Der gestiefelte Kater, dem besten Freund des Ogers Shrek. Hier wird bewusst gezeigt, wie dieser Kater mit seinen Augen arbeitet und manipuliert. Als Zuschauer lachen wir über diese Szenen und erinnern uns sicher auch an die ein oder andere Situation aus unserem eigenen Leben, in denen uns das begegnet ist.

Wie steht es generell mit der Manipulation? Sind wir immer in der Lage sie zu durchschauen und auch dagegen intervenieren? Zunächst einmal die harte Wahrheit: Wir alle manipulieren und werden manipuliert. Immer. Zu jeder Zeit. Wir wissen dies mehr oder weniger und lassen uns mehr oder weniger darauf ein. Ein Heiratsantrag, der in einem bewusst romantischen Szenario inszeniert wird, ist die pure Manipulation.

Viele Menschen nutzen heute Social Media, um andere Menschen zu manipulieren. Es ist allgemein bekannt, das bei Instagram mit Fotofiltern gearbeitet wird. Hier ist auch direkt eine Gefahr gegeben. Immer mehr junge Menschen fallen auf diese Manipulation herein, und beginnen diesen Schönheitsidealen nachzueifern. Die Influencer, die sich gegen diese Manipulation wehren und ehrliche Fotos mit vermeintlichen Schönheitsfehlern veröffentlichen, oder eben nicht dem allgemein gültigen Schönheitsideal entsprechen, werden beschimpft, gemobbt und beleidigt.

Wie kann das geschehen, obwohl die Manipulation hier auch offen zugegeben wird? Ja, teilweise sogar auffällt, weil die Fotonachbearbeitung misslungen ist und auffällt? Warum wollen Menschen trotzdem diesem Menschen gleichen? Weil wir Herdentiere sind. Weil wir, jeder von, an jedem Tag andere Menschen manipulieren und uns selbst auch manipulieren.

Kennen Sie das Phänomen der „selbsterfüllende Prophezeiung“? Vielleicht erinnern Sie sich noch an eine wichtige Prüfung in der Schule, während des Abiturs, oder in der Berufsausbildung, bei der sie gezweifelt haben, ob sie diese auch schaffen werden? Vielleicht haben sie, wie es mir geschehen ist, von ihren Eltern den Satz gehört: Du schaffst das. Glaube an Dich. Du wirst es schaffen. So gestärkt sind sie in die Prüfung und haben auch an sich geglaubt. Diese Prüfung haben sie bestanden. Das ist Manipulation in ihrer Reinform. Es geht auch im negativen Sinn. Sie können sich „einreden“ und somit programmieren, dass sie durch die Prüfung fallen werden. So wird es dann kommen. Das ist die selbsterfüllende Prophezeiung.

Die größte, bekannteste Manipulation ist die Werbung. Wir alle wissen, Werbung ist Verkaufsmanipulation. Manchmal erkennen wir auch die Methoden dieser Manipulation. Generell ist Manipulation überlebensnotwendig. Jeder von uns braucht andere Menschen, um seine Bedürfnisse erfüllt zu bekommen. Innerhalb einer Familie brauchen wir den Zusammenhalt, die Geborgenheit und auch die Sicherheit, die uns die Familienmitglieder bieten können.

Manipulation wird immer negativ besetzt. Zumindest wird das Wort sehr oft mit negativem Verhalten gleichgesetzt. Seien sie im Alltag achtsamer, auch mit sich selbst und sie werden entdecken, wie alltäglich unsere gegenseitige Manipulation ist und wie wichtig sie auch für uns sein kann. Woran erkennen wir zum Beispiel PolizistInnen, SanitäterInnen, VerkäuferInnen? Durch Manipulation der Kleidung. Diese Berufsgruppen haben eine vorgeschriebene Kleiderordnung, die uns sofort erkennen lässt, zu welcher Berufsgruppe sie gehören. Das bietet uns Sicherheit, baut Vertrauen oder Misstrauen auf. Es erleichtert uns das Einschätzen von Freund oder Feind.

Sicherlich gibt es auch negative Manipulation. Denken wir an die NS Zeit, werden wir viele Beispiele von negativer Manipulation finden, die schon in der Erziehung der Kinder beginnt. Kinder wurden je nach Geschlecht schon sehr früh in die Hitlerjugend oder den BDM integriert, um sie sofort mit dem Gedankengut des Naziregimes zu indoktrinieren.

Mein Fazit ist: Wir alle erkennen Manipulation und in manchen Fällen lassen wir uns gerne darauf ein. Bei unseren Kindern und Enkelkinder so wie bei unseren Tieren. Es gibt uns Macht, das andere uns brauchen, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen oder schlicht zum Überleben. Das ist es auch, was Manipulation so gefährlich macht. Macht kann ein Suchtpotential entwickeln.

Autor: Sabine Thiel
Thema: Wie merkt man, dass man manipuliert wird?
Webseite: https://www.beraterin-thiel.de

#Verhaltensmuster, #Unterbewusstsein, #Zwangsverhalten

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