Wohlbefinden durch Duftöle

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Geschichte der ätherischen Öle

Seit Jahrtausenden werden Duftstoffe von Pflanzen für das Wohlbefinden genutzt. Im alten Ägypten verräucherten die Tempeldiener der Pharaonen duftende Pflanzen und nutzten sie zum Mumifizieren der verstorbenen Würdenträger. Dort entstanden schon vor 6500 Jahren die ersten Parfüms und Balsame für die Körperpflege, was durch Inschriften an Tempeln belegt ist. So fand man im Grab des Tutenchamun 50 Alabastergefäße, die noch Spuren von ätherischen Ölen enthielten. 
Duftstoffe wurden in der indischen Heilkunde dem „Ayurveda“ zur Behandlung eingesetzt und auch in Griechenland für Zeremonien in den Tempelanlagen verwendet. In der Bibel gibt es Hinweise auf die Anwendungen der Duftöle im Zusammenhang mit der Abwehr von Krankheiten, ein Wissen das in den mittelalterlichen Klöstern wieder aufgegriffen wurde.

Durch die Araber kam das Wissen um die Heilkunde mit Duftstoffen und die Anwendungen in der Kosmetik über Spanien nach Europa. Die Kenntnisse der Herstellung von ätherischen Ölen und das Wissen über die Anwendungen wurde vor allem in Frankreich aufgegriffen und dort weiterentwickelt. Es entstanden die ersten Parfümerien und bis heute sind die Franzosen führend in der Anwendung von ätherischen Ölen und erforschen die Wirksamkeit an ihren Universitäten. Bekannte Vertreter der Aromatherapie sind René-Maurice Gattefossé mit ersten „wissenschaftlichen“ Forschungen 1937 und Dr. Jean Valnet, der sein Leben der Erforschung von ätherischen Ölen widmete und 1964 das Buch „Aromatherapie“ herausbrachte.

Allgemeine Betrachtungen zu ätherischen Ölen

Ätherische Öle sind Duftstoffe von Pflanzenteilen, die in Wurzeln, Blättern, Blüten, Samen, Früchten, Hölzern, Nadeln und Schalen in unterschiedlicher Menge vorkommen. Die Pflanze bildet ätherische Öle um ihren Fortbestand zu sichern, indem sie damit Insekten anlockt oder um Pilze, Bakterien oder Fressfeinde abzuwehren.

In der Pflanze selbst wirken ätherische Öle ähnlich wie Hormone im menschlichen Organismus – wie diese dienen sie der Kommunikation innerhalb der Pflanze und mit der Umwelt. Die Pflanze „prägt“ ihr ätherisches Öl mit ihren typischen Informationen und somit begegnen wir der Essenz einer Pflanze durch ihren Dufstoff.

Es gibt verschiedene Wege ätherische Öle herzustellen. In früheren Zeiten verwandte man eine Form der Mazeration, bei der das Pflanzenmaterial zerquetscht und mit meist tierischem Fett vermischt wurde. Rinden wurden pulverisiert und dann in Öl oder Gänsefett und mit speziellen Tüchern eingelegt und erhitzt, damit sich der ätherische Duftstoff löste. Ebenso wurden Pflanzenteile in Wein oder Bier gegeben und somit aromatisiert. Auch heute gibt es noch eine ähnliche Form der Gewinnung, die sich Extraktion nennt und bei der Alkohol als Tägerstoff den Pflanzen das ätherische Öl entnimmt.

Eine heute übliche Extraktionsmöglichkeit ist die Wasserdampfdestilation. Diese stellt die häufigste Gewinnung der ätherischen Öle dar. Bei diesem Verfahren entwickelt sich durch Hitze und Wasser Dampf, indem sich die leicht flüchtigen ätherischen Öle lösen und aufsteigen, bis sie durch eine eingeleitete Kühlung wieder als „Niederschlag“ kondensieren und aufgefangen werden können. Bei Früchte und Schalen wird das Ausgangsmaterial mit Wasser besprüht, gewaschen und zerquetscht und durch Zentrifugieren das ätherische Öl abgetrennt.

Hauptsächlich nehmen wir ätherische Öle über die Geruchsrezeptoren der Nasenschleimhaut auf. Die dortigen Riechnerven geben das Signal ans Gehirn weiter. Wissenschaftlich bewiesen wurde die Wirkung der ätherischen Öle direkt auf das im Gehirn befindliche Limbisches System und damit auf den Sitz unserer Emotionen. Wir erleben das durch die direkte Vorliebe oder Abneigung für einen Duftstoff, über Erinnerungen die geweckt werden und unsere Erfahrungen mit diesem Duft aktivieren. Manche Menschen kennen das z.B. vom Vanillepudding bei der Großmutter oder von Lavendelkissen aus dem Kleiderschrank. Über das Limbische System wird durch die Duftstoffe indirekt der Blutdruck beeinflusst, die Herzfrequenz oder das Stressempfinden. Ausserdem wirken ätherische Öle auf den Hypothalamus, der als Regulationsstelle im Gehirn für Hormone wirkt und auch u.a. unseren Schlaf/Wachrhythmus, das Sättigungsgefühl und die Körpertemperatur reguliert. Ätherische Öle dringen auch über die Haut ein, z.B. bei der Nutzung von Erkältungsbalsam oder über den Magen, wenn wir Pflanzen essen die starke ätherische Öle enthalten – wie das Basilikum oder die Minze.

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Anwendungen der ätherischen Öle und ihre Wirkungen

Anwendungsmöglichkeiten für Ätherische Öle werden in der Wissenschaft international erforscht. Bekannt sind die folgenden Wirkungen, die ählich in den Ausgangspflanzen vorhanden sind: antibakteriell, antifungal (pilzwidrig), antiparasitär (gegen Parasiten), antiviral, antiseptisch (Keime reduzierend) und allgemein entgifend.

Empfehlenswert für den Einsatz ist die Anwendung durch einen Kalt-Diffuser, welcher einen mikrofeinen Sprühnebel im Raum freisetzt und den Duft über Stunden in der Luft verbleiben läßt. Im Kalt-Diffuser sollten nur Öle Verwendung finden, die nicht so viel Wachs enthalten. Die übliche Aromalampe zerstört leider durch die Hitze des Teelichts die empfindlichen ätherischen Stoffe und ist für die Aromatherapie deswegen ungeeignet.

Eine pure Inhalation ist möglich, indem ein Tropfen auf die Handflächen gegeben wird. Die Handflächen werden zu einem Körbchen vor der Nase gefaltet (Handkörpchenmethode) und das Öl so inhaliert.

Ebenso können Sie ätherische Öle auf die Fußsohlen geben, um den ganzen Körper über die Reflexzonen zu erreichen. Nutzen Sie auch gern geeignete Duftstoffe zusammen mit Salz in der Badewanne oder unter der Dusche am Morgen wie z.B. den Rosmarin, der ähnlich wach wie eine Tasse Kaffee macht.  Sie können ätherische Öle auch in den Nacken oder an die Schläfen geben wie z.B. die Pfefferminze, wenn Sie unter Verspannungen  oder Kopfschmerzen leiden.

Aber Achtung: Waschen Sie Ihre Hände nach der Nutzung des Öls, damit Sie dieses nicht versehentlich in die Augen reiben.

Einige Wirkungen ätherischer Öle zur Nutzung in einem Diffuser

  • Grapefruit: Stimmungsaufhellend, Immunabwehrsteigernd, Stoffwechselanregend
  • Rosmarin: wirkt bei geistiger Erschöpfung, verbessert Konzentration und Aufmerksamkeit, steigert den Blutdruck, macht wach wie Kaffee
  • Bergamotte: antidepressiv wirkend, beseitigt Angstzustände
  • Kiefer: antiseptisch, stark die Raumluft reinigend, innere Struktur gebend, bei Atemwegsbeschwerden
  • Lemongrass: fördert die geistige Klarheit z.B. bei der Büroarbeit     
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Einige Wirkungensbeispiele für die äußere Anwendung über das „Handkörbchen“

  • Balsamtanne: wirkt erdend, fördert das Gefühl von innerer Stärke und Standfestigkeit, motiviert beim Lernen und unterstützt die Konzentration
  • Eucalyptus: antimikrobiell, schleimlösende Wirkung auf die Nebenhöhlen, entzündungshemmend
  • Orange: Stimmungsaufhellend, antidepressiv, steigert die Immunabwehr
  • Engelwurz: hilft aufgestaute Gefühle zu lösen, beugt Ansteckungen vor

Eine weitere Möglichkeit ist die äußere Anwendung von ätherischen Ölen, wie man sie z.B. aus dem Massagebereich kennt. Aber Achtung: Viele ätherische Öle wirken durch ihre Inhaltsstoffe hochkonzentriert und damit so intensiv, dass sie nicht pur auf der Haut angewendet werden können, sondern mit einem neutralen Trägeröl verdünnt werden sollten. Sie können ätherische Öle in Form von warmen oder kühlen Kompressen anwenden oder in der Badewanne/Dusche nutzen.

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Wirkungsbeispiele für die äußere Anwendung von Duftölen

  • Kiefer: Mischen Sie 50ml Trägeröl (Mandel-, oder Kokosöl) mit 10 Tropfen Kiefernöl und reiben Sie es auf schmerzhafte Gelenke
  • Majoran: „Die Pflanze der Glückseligkeit“, soll zu langem Leben verhelfen, unterstützt die Entspannung der Muskulatur in einem Trägeröl, wirkt Gefäßerweiternd
  • Pfefferminze: ausgesprochen wirkungsvoll bei Kopfschmerzen direkt im Schläfenbereich und Haaransatz im Nacken aufgetragen, antiparasitär bei Würmern im Analbereich, wirkt allgemein schmerzlindernd auch auf Gelenken, bei Herpes und Hautproblemen
  • Weihrauch: kann als Öl mit der Tagespflege gemischt werden; unterstützt bei Hautproblemen wie Akne und Rosacea und bei Entzündungen, schafft eine meditative bzw. ruhige Stimmung
  • Lemongrass: wirkt antimykotisch (pilzwidrig), entzündungswidrig, bei Parasiten
  • Teebaumöl: stark antibakteriell und antiviral, bei Entzündungen, fördert die innere und äußere Reinigung

Auch die innere Anwendung ist bei manchen Ölen möglich. Hier ist die genaue Kenntnis der ätherischen Öle wichtig. Für Babys, Kleinkinder, Schwangere und sehr sensible Menschen sollte man auf die innerliche Anwendung verzichten!

Wirkungsbeispiele für die innere Anwendung von Duftölen

Zum Kochen und Backen, für Getränke oder Salatsoßen reichen 1-4 Tropfen des  ätherischen Öls auf 250-500ml Flüssigkeit .

Ein schöne Marinade besteht aus: 4 EL Balsamico-Essig, 1 Prise Meersalz, 1 Prise schwarzer Pfeffer, 8 EL Olivenöl und 1-4 Tropfen Limettenöl oder Grapefruitöl.

Probieren Sie einmal einige ätherischen Öle in Butter, Olivenöl, Zitronensaft oder zum Backen mit dem Mehl zu verrühren. Sie werden über den Geschmack begeistert sein!

Peppen Sie ihren Zitronenkuchen einfach mal mit einem „echten“ Zitronenöl auf oder geben Sie reines Vanilleöl in den Vanillepudding. Sie werden merken: Das ist Genuß pur.

Ätherisches Basilikumöl passt bestens zur Pizza und in die Salatsoße. Ingweröl können Sie an jedes asiatische Essen geben, es ist aber recht scharf. Ihr Olivenöl können Sie mit Zitrone, Mandarine oder Oreganoöl veredeln – das wäre auch ein schönes Mitbringsel zum Grillabend. Sehr appetitlich ist es die Holzspieße für den Grillabend mit einem Gemisch aus Olivenöl und Thymianöl oder Oreganoöl einzureiben. Das macht ihren Gästen sofort Lust auf das Grillgut, erinnert an laue Sommerabende im Süden und wirkt nebenbei desinfizierend beim Fleich oder Fisch.

Eine Aromabutter können Sie ganz leicht aus Butter, frischen Kräutern und einigen Tropfen von Rosmarinöl herstellen und schmeckt wunderbar auf Gegrilltem und Kartoffeln. Und im Sommer schmecken Lavendelkekse mit einem Glas gekühltem Weißwein einfach herrlich.

Die Möglichkeiten mit der Aromatherapie zu arbeiten und ätherische Öle anzuwenden wurde mit dieser Auflistung nur angerissen. Jeder einzelne Duftstoff hat mannigfache Anwendungsbereiche, wobei der geneigte Leser hier auf die Fachliteratur verwiesen wird. 

Es gibt einige zu beachtende Gegenanzeigen

Grundsätzlich soll man ätherische Öle nicht anwenden bei Kindern unter 18 Monaten! Einige Öle wie Pfefferminze, Bergamotte, Grapefriut Orange machen lichtempfindlich. Nicht im Augenbereich oder direkt im Ohr anwenden. Das führt zu starken und unangenehmen Reaktionen. Nicht ohne den Rat und das Einverständnis einer Hebamme in der Schwangerschaft und während der Stillzeit verwenden. Bei der Anwendung in einem Duftvernebler auf möglichen Kontakt mit Allergikern achten.

Die Qualität der ätherischen Öle im Handel

Beachten muss man die Qualitätsunterschiede bei den ätherischen Ölen, die je nach Standort, Klimabedingungen, Anbauweise und Gewinnungsverfahren unterschiedlich ausfallen und die zum Teil großen Preisunterschiede erklären. Viele Blüten werden von Hand gesammelt, teilweise aus Wildbeständen.

Auf dem Markt werden neben ätherischen Ölen aus biologischer Anbauweise auch solche auf synthethischer Grundlage angeboten, da manche Pflanzen nur wenig ätherisches Öl liefern - wie die Rosenblüte (30 Blüten = 1 Tropfen), oder die Jasminblüte (8 Millionen Blüten für 1 Liter Öl).  Es gibt Herstellungsunterschiede welche die Qualität beeinflussen. In der Industrie wird teilweise durch Hitze und kürzerer Destillationszeit ein gut duftendes Öl hergestellt, dass aber nicht den gleichen therapeutischen Nutzen aufweisen kann, wie ein Öl aus einem zeitlich längerem und hitzeschonenden Verfahren.

Da die Duftintensität also nicht gleichbedeutend mit Qualität zu sehen ist, ist der Kauf von ätherischen Ölen damit eine Vertrauenssache. Achten Sie auf die Volldeklaration des 100 % reinen ätherischen Öls, bei der Pflanzennamen und verwendeter Pflanzenteil aus Wildsammlung oder kontrolliertem biologischen Anbau, das Gewinnungsverfahren, sowie das Herstellungsland/Anbaugebiet genannt werden. Zertifikate wie das Demetersiegel, Biosiegel und Rückstandskontrollen geben Ihnen außerdem weitere Sicherheit beim Kauf.

Autor: Elisabeth Jaskolla, Heilpraktikerin
Thema: Wohlbefinden durch Duftöle
Webseite: http://www.angelos-zentrum.de

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