Resilienzfaktoren – oder was macht unsere Seele stark

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Resilienz – was ist das eigentlich?

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Es geht um unsere seelische Widerstandskraft oder auch unsere psychische Abwehr, also um die Fähigkeit, Stress zu bewältigen, in schwierigen Situationen innere Stärke zu bewahren und ein Lebenskünstler zu sein oder auch ein seelisches Stehaufmännchen.

Psychische Abwehr in Analogie zum körperlichen Immunsystem

In unseren heutigen bewegten Zeiten halte ich es für wichtiger denn je, dass wir diese seelische Widerstandsfähigkeit stärken, doch wie vermag uns dies zu gelingen? Es geht dabei ja um unsere psychische Abwehr gegenüber störenden äußeren Einflüssen, die ich gerne in Analogie zu unserem körperlichen Immunsystem erkläre. Letzteres benötigt beim Kind zunächst einmal viele Infekte und Fieber, um zu reifen und ganz ähnlich ist es auch mit unserer psychischen Widerstandskraft, die sich nur durch regelmäßige, wenn nicht Krisen, so doch Herausforderungen formen und festigen kann.

Moderater Stress in jungen Jahren gut für spätere Resilienz

In der Resilienzforschung heißt es sogar, dass regelmäßiger moderater Stress im Jugendalter eine wichtige Grundlage für spätere Resilienz darstellt – also zum Beispiel das Theaterstück, bei dem man die Hauptrolle spielt und plötzlich allein auf der großen Bühne vor einem Saal mit Hunderten von Menschen steht oder ähnliches. Erst durch solche Erfahrungen werden wir uns unserer wahren Stärke bewusst, ja können sogar gestärkt aus einer Krise hervortreten; gerade so, wie wir z.B. nach einer gut begleiteten und durchgemachten Lungenentzündung auch eine stabilere Gesundheit als zuvor erlangen können (frei nach Prof. Volker Fintelmann).

Selbstberuhigungsfähigkeit als weiterer Aspekt

Ein weiterer wichtiger Schlüssel für die Resilienz ist die Selbstberuhigungsfähigkeit, die wir bereits als Säugling von der Mutter lernen, sie unterliegt also in höchstem Maße der Prägung. Hierin liegt es begründet, ob wir uns bei Ängsten und Sorgen selbst beruhigen und immer wieder dafür sorgen können, auch in schwierigen Zeiten zur Ruhe zu kommen. Selbstberuhigung erwächst aus dem Grundvertrauen, das jeweils individuell ist und das zum Beispiel über herzgeleitete Körperpsychotherapie mit der Methode Bindungsenergetik gestärkt werden kann, so dass daraus ein stabiles Selbstvertrauen entsteht und sich die eigenen Potenziale in gesunder Art und Weise entfalten können. So festigt sich das „Ruhe bewahren Können“, was zum einen die Nerven schont und für bessere Regeneration sorgt sowie zum anderen ein Gegengewicht zur Angst bildet. Außerdem stabilisiert es das Grundvertrauen in tragfähige Bindungen, die existenzielle Sicherheit versprechen. Schließlich sind wir soziale Wesen und brauchen Bindungen zum Überleben.

Innere Arbeit ist eine wichtige Grundlage

Doch aus meiner Sicht kommt es vor allem auf eine kontinuierliche innere Arbeit an, um unsere seelische Widerstandskraft zu stärken. Dafür ist es wichtig, sich täglich mindestens einmal ganz aus dem Alltagsleben herauszuziehen – und seien es nur fünf Minuten am Tag – um so Augenblicke der inneren Ruhe zu erschaffen, die Raum für Reflexion unserer eigenen Handlungen, Erlebnisse, Gefühls- und Gedankenreaktionen ermöglichen. So können wir uns mit etwas Abstand wie von außen betrachten, was bereits eine sehr heilsame Wirkung hat. Es lässt uns mit der Zeit ruhiger und sicherer werden in unserem Tun, während Befürchtungen und Selbstzweifel abnehmen, so dass wir unsere Herzensangelegenheiten realisieren können. So ziehen immer mehr Gedanken in uns ein, die förderlich für unser Leben sind und wir lassen die schwächenden Gedanken hinter uns. Wir schaffen so innerlich Raum für uns selbst, ganz unabhängig von den äußeren Umständen, wie eine Pflanze, die sich in einer Felsspalte entwickelt und dadurch immer mehr Raum für sich in Anspruch nimmt an diesem unwirtlichen Ort.

Steter Tropfen und kleine Schritte: Mit Beharrlichkeit zum Ziel

In unserem Alltag geht es vor allem um die kleinen Schritte: Mehr von denen, die uns stärken und weniger von denen, die uns schwächen. Hilfreich ist es, immer wieder zu üben, Dankbarkeit in uns hervorrufen, um positive Emotionen zu verstärken und sorgenvollen Gedanken weniger Aufmerksamkeit schenken. Welch starke Wirkung Optimismus hat, also die Zuversicht, sich nicht unterkriegen zu lassen, zeigte auch eine Studie aus den USA, die der Psychologe Martin Seligmann mit 577 Testpersonen durchgeführt hat. Die Teilnehmer sollten eine Woche lang jeden Abend alles notieren, was sie im Laufe des Tages Positives erlebt hatten (der Vorläufer des modernen Dankbarkeitstagebuchs) und siehe da: Noch sechs Monate nach Abschluss des Trainings wiesen die Probanden eine optimistischere Grundhaltung und weniger depressive Symptome auf, als die Teilnehmer der Kontrollgruppe, die nur ganz allgemein ihre Tageserlebnisse aufgeschrieben hatten, ohne den Fokus auf das Positive zu richten.

Die zehn wichtigsten Säulen für Resilienz

  • Soziale Kontakte aufbauen und pflegen (Ehrenamt, Religionsgemeinschaften o.ä.)
  • Das Beste im Leben erwarten (visualisieren, was man sich wünscht)
  • Ziele setzen und täglich etwas dafür tun, um sie zu erreichen
  • Krisen nie als unlösbare Probleme ansehen, sondern als Chance für Wachstum
  • Akzeptieren, dass Veränderungen und widrige Umstände zum Leben dazugehören
  • Selbstberuhigungsfähigkeit üben
  • Zu sich selbst finden und sich immer besser kennenlernen (z.B. durch Selbsterfahrungsgruppen, Coaching, Achtsamkeits-Kurse oder eine Therapie)
  • Gut für sich selbst sorgen (auf eigene Gefühle und Bedürfnisse achten, Dinge tun, die einen entspannen, sich regelmäßig bewegen)
  • Positive Sicht auf sich selbst entwickeln (auf Problemlösungsfähigkeit und Intuition vertrauen)
  • Bei Problemen entschlossen handeln, statt den Kopf in den Sand zu stecken
  • Und das Wichtigste zum Schluss: spirituell werden. Nicht nur, weil Menschen, die "an etwas Höheres" glauben, Krisensituationen besser meistern, sondern weil darin für uns als Menschheit und für Mutter Erde die Zukunft liegt, wie ich glaube!

Autor: Celia Schönstedt, Heilpraktikerin
Thema: Resilienzfaktoren - oder was macht unsere Seele stark
Webseite: https://herzheilpraxis.de
Blog: https://heal-and-grow.de

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