Wer kennt nicht den berühmten Spruch von Pfarrer Kneipp: „Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen!“? 

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Kräuterheilkunde ist die älteste Heilmethode der Menschheit und ihre Kenntnis und Anwendung zieht sich durch viele verschiedene Kulturen der Erde. Auch wenn die Menschen damals noch wenig über Wirkstoffe wussten, so wussten sie sich doch die verschiedenen Wirkungsweisen der Pflanzen zunutze zu machen. Viele Rezepte sind uns in alten Schriften überliefert worden – ein Zeugnis für diese uralte Heilkunst.

Die Kenntnisse wurden seitdem immer weiter vertieft und erweitert und auch heute noch können viele Störungen mit der Kräuterheilkunde erfolgreich unterstützt und behandelt werden.

Können Heilkräuter eigentlich auch bei Haustieren angewendet werden?

Ja! Aus der naturheilkundlichen Praxis am Tier lässt sich die Kräuterheilkunde nicht mehr wegdenken. Rechtzeitig angewendet können Heilkräuter so manches Wehwehchen sehr gut unterstützen. Das Ganze sehr einfach und obendrein frei von Nebenwirkungen – wenn die Kräuter passend angewendet werden. Je nach Tier kann man die Kräuter pulverisiert oder als Teeaufguss bequem ins Futter mischen oder als Tinktur oder Aufguss äusserlich anwenden. Auch das Auflegen eines handwarmen Kräutersäckchens kann wunderbare Linderung bringen – nicht nur für uns Menschen.

Es ist bekannt, dass Tiere in freier Wildbahn bei Unwohlsein ganz gezielt bestimmte Pflanzen suchen und fressen und sich damit sozusagen selbst kurieren. Für unsere Haustiere ist das leider nicht mehr möglich – zu eingeschränkt ist ihr Bewegungsradius und zu rar sind die Pflanzen in unserem zivilisierten Umfeld gesät. Was für ein Glück, dass man Heilpflanzen heutzutage auch ganz bequem und einfach kaufen kann!

Doch auf was muss ich achten, wenn ich mein Tier mit Heilkräutern unterstützen möchte?

  • Zuallererst ist es wichtig zu wissen, dass nicht jedes Kraut für jedes Tier angewendet werden darf! Die verschiedenen Tierarten verstoffwechseln die verschiedenen Pflanzen unterschiedlich und manchmal ganz anders als wir Menschen. Das bedeutet: was für uns Menschen gut ist, muss nicht unbedingt für mein Tier gut sein! Ganz besonders Katzen reagieren empfindlich auf bestimmte Stoffe und dürfen sie daher auf keinen Fall bekommen. Aus diesem Grund ist das oberste Gebot, vor der Anwendung sicherzustellen, welche Kräuter für mein Tier geeignet sind.

  • Achten Sie beim Kauf auf gute Qualität! Ja, es macht einen Unterschied, ob ich hochwertige Kräuter aus biologischen Anbau verwende oder in Massen angebaute und mit Insektiziden behandelte Kräuter.

  • Und natürlich behandeln wir nur solche gesundheitlichen Störungen unserer Tiere selbst, die wir sicher einschätzen können. Stellt sich bei akuten Geschehen nach 1-2 Tagen keine Besserung ein, muss das Tier dem Tierarzt vorgestellt werden. Das selbe gilt, wenn unter der Anwendung von Kräutern eine Verschlechterung eintritt. Und selbstverständlich behandeln wir NIEMALS eine lebensgefährliche Erkrankung selbst!

Wobei können Kräuter also meinem Tier helfen?

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Im Umkehrschluss bedeutet das, dass Kräuterheilkunde für unsere Tiere sehr gut bei chronischen Geschehen anzuwenden sind, also Erkrankungen, die längerfristig oder auch zeitlebens andauern.

Häufig können so auch dauerhafte Medikamentengaben reduziert werden. Erkrankungen des Bewegungsapparates, der Knochen und Gelenke zum Beispiel, aber auch Erkrankungen des Stoffwechsels oder des Verdauungsapparates können sehr gut mit Heilkräutern unterstützt werden. 

Sehr gut wirken Kräuter für Ihr Tier auch äusserlich gegen Parasiten wie Flöhe. Geben Sie für Ihre Katze Salbei oder Zitronenmelisse und für Ihren Hund oder Ihr Pferd Salbei, Melisse, Lavendel, Wacholder und Rosmarin zu gleichen Teilen in ein Kräutersäckchen und legen Sie es ins Schlafkörbchen. In einem Tuch um den Hals gebunden oder als Pulver in das Fell des Tieres eingearbeitet verteilt sich der feine Duft über den Körper Ihres Tieres. So haben Sie ein natürliches und wirksames Anti-Floh-Puder. Es muss nämlich nicht immer gleich die Chemiekeule sein…

Autor: Sindy Engert, Tierheilpraktikerin
Thema: Heilkräuter für Hund und Katze
Webseite: https://haustier-campus.com/heilkrauter

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