Stoffwechsel natürlich anregen – eine weit verbreitete Formulierung, doch was ist damit eigentlich gemeint?

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Stoffwechsel bezeichnet ganz allgemein den Vorgang einer Verarbeitung/Veränderung von Stoffen, um sie für einen Organismus verfügbar zu machen. Stoffe sind dabei für den menschlichen Organismus vor allem Nahrungsmittel und Atemluft. Stoffwechsel scheint so gut wie immer und quasi von selbst stattzufinden. Warum also den Stoffwechsel anregen?

Die Vorgänge rund um den Stoffwechsel und die Ergebnisse dieser Vorgänge halten uns am Leben; sie versorgen uns auf verschiedenen Ebenen „mit Energie“ und erhalten unsere Abwehrkraft. Diese allgemeine Formulierung zeigt schon, wie wichtig der Stoffwechsel ist und dass es von Vorteil ist, wenn dieser gut funktioniert.

Ein Blick in die Medizintraditionen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und der Traditionellen Europäischen Medizin (TEM) zeigt, dass die Betrachtung und Beeinflussung der Vorgänge rund um den Stoffwechsel ganz grundlegende Elemente sind. Die TCM rechnet den Stoffwechsel vor allem der Wandlungsphase Erde (oder Mitte) zu und versucht in ihren verschiedenen therapeutischen Methoden, die „Funktion“ der Erde zu stärken, damit man gesund bleibt. In einem der ältesten Lehrsätze der TCM heißt es darüber hinaus, dass über die Mitte alle Krankheiten behandelt werden können. Für die TEM und ihre Vier-Säfte-Lehre ist der Stoffwechsel einer der sechs gesundheitsrelevanten Faktoren. Auch der TEM ist es wichtig, diesem Bereich genügend Aufmerksamkeit zu widmen, um einen ausgeglichenen Energiehaushalt zu gewährleisten und somit gesund zu bleiben.

Der Weg, den Stoffwechsel anzuregen, geht sowohl für TCM als auch für TEM zunächst über die Ernährung. Aber: „Diätetik“ meint ursprünglich nicht nur Ernährungslehre, sondern viel umfassender die Lehre eines „gesunden“ Lebensstils in all seinen Facetten. Daher geht es neben der Ernährung auch um eine Lebensweise, die den Stoffwechsel positiv beeinflussen kann: also auch die Bereiche innere Haltung (etwa Meditation, Lebenssicht etc.) und die äußere Haltung (z.B. Bewegung, Sport).

Um etwas für den eigenen Stoffwechsel zu tun, ist es förderlich, den Ausgangspunkt gut zu bestimmen, also eine Momentaufnahme zu machen. Was steht an? Welche Bereiche sollen in den Fokus genommen werden? TCM und TEM können an dieser Stelle gute Hilfestellungen leisten, weil sie beide personalisierte Medizinsysteme sind und individuelle Antworten geben können. Stellen Sie sich folgende Fragen und verlassen Sie sich bei der Beantwortung auf das eigene Bauchgefühl: Was tut mir gut? Was vertrage ich gut? Was gibt mir genügend Energie? Was hält mich gesund?

TCM und TEM kommen zu folgenden Schlüssen:

Mehr kochen: Selbst kochen – und das bis zu drei Mal am Tag – ist ein guter Anfang und macht Spaß. Nach der TCM kann man nicht oft genug kochen bzw. oft genug Warmes essen. Aus ihrer Sicht auch verständlich, weil die Mitte umso besser „funktioniert“, je weniger Aufwand sie mit dem hat, was wir uns einverleiben. Und nicht zu verachten: umso mehr Energie steht am Ende für den gesamten Organismus zur Verfügung. Interessanter Gedanke: Die TEM versteht unter „Kochen“ auch so etwas wie Fermentieren und Marinieren. Auch in diesen Schritten werden wie beim Kochen Lebensmittel bekömmlicher gemacht.

Unverarbeitete Zutaten: Möglichst unverarbeitete und frische Lebensmittel bieten eine Vielzahl von Nähr- und Aromastoffen. Außerdem wissen Sie auf diese Weise immer, was in Ihrer Mahlzeit enthalten ist, was bei Fertigprodukten oft eher schwierig nachzuvollziehen ist.

Kräuter und Gewürze: Gehen Sie „verschwenderisch“ mit Kräutern und Gewürzen um. Sie bereichern nicht nur geschmacklich, sondern sie sind der Turboantrieb für den Stoffwechsel. Frische Kräuter wie Petersilie, Schnittlauch, Rucola, Basilikum, Salbei, Ingwer oder meistens in getrockneter Form Kurkuma, Kümmel, Kardamom, Kreuzkümmel, Zimt, Muskat, um nur ein paar zu nennen.

Wildkräuter: Im Frühling/Sommer kann gerade auch das frische Grün den Stoffwechsel unterstützen, also frische Kräuter, aber auch die sogenannten Wildkräuter vor der Haustür wie Löwenzahn, Brennnessel, Gänseblümchen, Gundermann, Giersch etc. Als Salat, Pesto, Suppe oder als Zutat in einem Getränk (z.B. Smoothie) stehen sie ganz oben, wenn es um die Anregung des Stoffwechsels geht.

Bitterstoffe: Traditionell denkt man bei Bitterstoffen zunächst an Leber und Galle, dabei sind sie ganz allgemein für die Stärkung des Organismus zuständig und können den Stoffwechsel gut ankurbeln. Wenn Sie viel mit Kräutern und Gewürzen kochen, dann sind Sie vermutlich schon gut mit Bitterstoffen versorgt. Ergänzend können Sie Bitterkräuter wie Wermut, Enzian, Artischocke, Löwenzahn etc. auch in Form von Tee oder Tropfen zu sich nehmen.

Trinken: Zur guten Ernährung gehört natürlich auch das Trinken. Genügend, also dem eigenen Bedarf entsprechend, vorwiegend Wasser. Ein Glas warmes Wasser morgens, pur oder mit Ingwer oder Zitrone, bringt den Stoffwechsel in Schwung. Warmes oder heißes Wasser ist auch tagsüber das Beste für den Stoffwechsel. Alle anderen Getränke sollten nur in geringeren Mengen genossen werden.

Die Lebensweise: ist für die Funktion des Organismus im Allgemeinen und des Stoffwechsels im Besonderen nicht zu unterschätzen. Das fängt beim Essen an: In welchem Umfeld, in welcher Stimmung esse ich, wann esse ich (z.B. nur innerhalb eines gewissen Zeitfensters wie beim Intervallfasten), mit wieviel Genuss esse ich? Aber die Lebensweise, die Diätetik, umfasst auch andere Bereiche des Lebens wie Schlaf (genug?), Kreativität, Ruhephasen und Spiritualität. Ja, auch Geist und Seele gehören zum Organismus und haben beide große Anteile daran, wie gut der Stoffwechsel funktioniert. Dazu gehört, dass der Geist zum einen genügend Futter bekommt, also auch gefordert, aber nicht überfordert wird. Abwechslung und ausreichend Pausen gehören ebenso dazu. Die Verschränkung von „Bauch und Kopf“ sind in TCM und TEM schon immer klar gewesen. Beide haben eine ganzheitliche Sicht auf den Menschen. Die aktuelle Forschung der Neurobiologie/der Medizin weiß mittlerweile auch um die Verbindung und um die wechselseitige Beeinflussung.

Meditation/Atmung: Eine Möglichkeit, um vom Kopf zum Bauch bzw. vom Geist/Seele zum Körper zu gelangen, ist die Meditation. Meditieren ist in allen Kulturen in den unterschiedlichsten Ausformungen zu finden. Ein paar Minuten Zeit, etwas Ruhe, evtl. ein bestimmter Raum oder Ort (Kirche, Wald etc.) und sich auf den eigenen Atem konzentrieren, das ist ein guter Anfang. Nachgewiesen wirkt sich eine gute Atmung, die mit dem Meditieren fast schon automatisch kommt, positiv auf den Organismus aus, vor allem auf das parasympathische System, das aus medizinischer Sicht für den Stoffwechsel hauptsächlich verantwortlich ist. Eine der schönsten Übungen, die ich mit dem Stichwort Meditation verbinde und die ganz schnell mal gute Laune macht, ist das Innere Lächeln, eine Übung, die ich auf meiner Homepage beschrieben habe.

Bewegung: Den Stoffwechsel natürlich anregen – das bedeutet einfach auch, sich in Bewegung zu bringen. Egal ob es das Qigong der TCM, die Leibgebärden der TEM oder Sport in irgendeiner Form ist, die Bewegung des Organismus bringt ganz automatisch den Stoffwechsel auch in Schwung, da alle bewegten Strukturen wie Muskeln etc. Nährstoffe brauchen und Abfallstoffe entsorgt werden müssen.

Äußere – innere Haltung: Die Bewegung und die damit verbundene äußere Haltung hat immer Auswirkung auf die innere Haltung. Machen Sie doch mal einen Selbstversuch: Stellen Sie sich aufrecht hin, lassen Sie die Schultern entspannt und versuchen Sie den Brustkorb zu weiten, indem Sie das Brustbein nach vorne schieben. Bleiben Sie ein paar Atemzüge in dieser Position. Wenn Sie wissen wollen, wie gut Ihnen diese Haltung tut, stellen Sie sich einfach mal in eine gegensätzliche Position: hängende, nach vorne eingerollte Schultern, der Kopf hängt schwer nach vorne, der Brustkorb ist eingeengt. In welcher Haltung geht es Ihnen besser? Vermutlich in der ersteren. Sie können so besser atmen, haben eine bessere Selbstwahrnehmung, haben einen besseren Stand, haben mehr Energie. An dieser Übung lässt sich recht einfach zeigen, wie sehr die äußere Haltung die innere Stimmungslage beeinflussen kann; aber es geht auch umgekehrt. Beide Seiten, die innere wie die äußere Haltung, haben entscheidenden Anteil daran, wie gut der Stoffwechsel funktioniert.

Fazit: Den Stoffwechsel natürlich anregen – das ist auf viele Arten und Weisen möglich. Viele lassen sich ohne großen Aufwand einfach in den Alltag einbauen oder für ein paar Wochen ausprobieren. Seien Sie kreativ und bleiben Sie gesund.

Autor: Thomas Spies
Thema: Stoffwechsel natürlich anregen
Webseite: https://www.naturheilpraxis-spies.de

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