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Eines Morgens komme ich zur Arbeit und werde von unserer Sekretärin gerufen, ich solle eine Unterschrift leisten, es wäre etwas für mich im Sekretariat. Hm, denke ich, was kann das wohl sein? Und siehe da,10 Packungen à 100 g Schokoladentafeln  in verschiedensten Varianten. Ein Gruß vom Landrat für die hervorragende Arbeit in „Corona-Zeiten“.

Der Arbeitsaufwand in der Röntgenabteilung hat sich sehr verändert:

Mundschutz, Kittel, Handschuhe, Maske und viel Desinfektionsmittel. Schön, dass da ab und zu an die „Systemrelevanten“ Berufe gedacht wird. Ich muss mich beeilen, denn ich habe direkt meinen jährlichen Termin beim Betriebsarzt des Krankenhauses. Mir (seit 8 Jahren Heilpraktikerin) schießt direkt durch den Kopf – Zuckerschock für mein Immunsystem. Das möchte ich ansprechen. 

Die Betriebsärztin ist etwas überrascht – „Warum freuen Sie sich denn nicht?“

„Na ja“, antworte ich, „nichts schwächt mein Immunsystem mehr als Zucker, und dann diese volle Ladung.“ 

Ich dachte die Gesundheit der „Systemrelevanten“ Mitarbeiter sollte erhalten bleiben. Aber so funktioniert unser Belohnungssystem, welches wir anerzogen und gelernt und immer wieder in der Werbung, im Supermarkt, in sozial Media, bei Pop-ups usw. suggeriert bekommen. 

Die Zeiten haben sich aber geändert. Früher war es etwas Besonderes – eine Tafel Schokolade.  Sie wurde eingeteilt, mit Genuss gewürdigt. Heute, mal ganz ehrlich, ohne diesen „Zuckerkick“ können sich  viele ein Leben nicht mehr vorstellen.

Aber warum ist dies so schlecht für unser Immunsystem?

Zucker, v.a. raffinierter Zucker steckt in den meisten Fertigprodukten und löst in unserem Körper eine Kaskade von Stoffwechselprozessen aus. Beanspruchen diese Stoffwechselprozesse unseren Körper zu sehr, so bleibt keine „Energie“ mehr um die wirklich krankmachenden Eindringlinge wie Viren, Bakterien, Pilze, etc. in Schach zu halten.

Unser Immunsystem besteht aus vielen ausgetüftelten Spezialtrupps, von denen jeder einem präzisen Ablauf folgt. Diese Spezialtrupps werden vom ersten Atemzug an geschult und immer wieder mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Von der Geburtsstunde an, durch die Muttermilch oder durch das Mikrobiom im Geburtskanal. Dabei lernt das Immunsystem ein Leben lang. Und das ist wichtig, denn immer neue Herausforderungen stehen an. 

Jeder kennt die ersten Kindergartenjahre, hier trifft das Immunsystem auf unendlich viel Unbekanntes und lernt fürs Leben. Oft sind die Kinder in dieser Zeit verschnupft oder haben Fieber. Später in der Schule, in der Pubertät, bei Ortswechsel, in unbekannten Stresssituationen und natürlich, wenn neue Keimlinge in unseren Körper eindringen „arbeitet“ das Immunsystem für uns auf Hochtouren. So ist es nicht nur der Zucker der unser Immunsystem schwächt, auch Alkohol, Rauchen, Fast Food, unser „stressiger“ Alltag und Elektrosmog (Computer, Handy, Tablett, Fernseher, Verkabelung überall) gehören dazu.

Und nun auch noch Corona, und wir wundern uns alle, warum wir dieses Virus nicht in den Griff bekommen. Unser Immunsystem schafft das alleine nicht, es braucht unsere Unterstützung. Es schreit förmlich um Hilfe!

Vieles ist noch unerforscht was das Immunsystem angeht und immer wieder gibt es neue Erkenntnisse. Mittlerweile wissen wir aber, dass 70 % unserer Immunzellen im Darm lokalisiert sind. Dieses sogenannte Mikrobiom hat ein Gewicht von ca. 2 bis 3 kg. Sie überwachen was aus der Nahrung in unsere Körper darf.

Lebensmittel für unser Immunsystems:

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Unterstützen wir unser Immunsystem mit Nährstoffen durch die Nahrung. Bieten wir ihm das Futter was es braucht um uns den bestmöglichsten Schutz geben zu können.  Dabei schauen wir auf Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente (Zink, Selen, Jod, …), sekundäre Pflanzenstoffe (Polyphenole, Sulfide, …) und vieles mehr.  Wasser – ist Transport- und Lösungsmittel: möglichst ohne Kohlensäure, pur so wie es uns die Natur schenkt.

Tipp: Direkt morgens ein Glas Wasser und der Tag startet mit Schwung.

Obst – enthält wertvolle Vitamine (z.B.: C, K, Folsäure, Biotin), Mineralstoffe (z.B.: Magnesium, Kalzium, Phosphor, Eisen, Kalium): 

Apfel, Aprikose, Avocado, Banane, Blutorange, Brombeere, Cranberry, Datteln, Feige, Granatapfel, Himbeere, Johannisbeere (rot und schwarz), Kirsche, Kiwi, Limette, Mango, Mirabelle, Papaya, Pfirsich, Physalis, Quitten, Mango, Nektarine, Mandarine, Orange, Renekloden, Sauerkirschen, Wassermelone, Weintrauben, Zitrone, Zwetschge, …

Gemüse – enthält wertvolle Vitamine (z.B.: C, E, D, K, A, B, Folsäure, Provitamine), Mineralstoffe (z.B.: Kalium, Kalzium, Phosphor, Eisen, Magnesium, Jod, Zink):

Artischocke, Blattgemüse, Brokkoli, Blumenkohl, Chinakohl, Frühlingszwiebeln, Grünkohl, Gurke, Kartoffeln, Karotte, Lauch, PakChoi, Rettich, Radieschen, Rote Beete, Rotkohl, Rucola, Spargel, Spinat, Staudensellerie, Süßkartoffeln, Tomate, Zwiebel, …

Tipp: Obst und Gemüse gibt es natürlich noch viel mehr, generell ist jedes gesund. 

Wichtig ist hier zu schauen, woher kommt es (möglichst regional),  ist es reif geerntet (möglichst saisonal) – damit die Nährstoffe auch erhalten sind.  Falsche Lagerung, zu langer Transport oder auch eine zu heiße Zubereitung verringern die wertvollen Nährstoffe. 

Sprossen und Keimlinge – enthalten viele Mineralstoffe, Spurenelemente, Enzyme und Aminosäuren (z.B. gut fürs Gedächtnis), sie machen das Essen vollwertig und sollten so oft wie möglich zugefügt werden.

Getreide - als Vollkornprodukte sind alle sehr wertvoll, wobei alte Sorten und Dinkel vorzuziehen sind.

Tipp: sehr gute alternativen für Getreide sind Amaranth, Quinoa, Chiasamen, echter Buchweizen, Kichererbsen – sie enthalten viele Mineralstoffe und Spurenelemente und bringen eine schmackhafte Abwechslung auf den Speiseplan. Außerdem enthalten sie kein Gluten und sind daher sehr gut verträglich.

Nüsse - eine Handvoll davon jeden Tag und wir haben eine köstliche Immunstärkung. 

Tipp: Energiebällchen aus Nüssen und Datteln sind köstlich und geben

Power. Sehr zu empfehlen z. B. bei Wanderungen. Man kann sie mit Kokosraspeln oder gemahlenen Pistazien zu einer wahren Delikatesse machen.

Kräuter  - sie sind wahre Experten wenn´s ums Immunsystem geht. Sie müssen sich in der Natur behaupten und mit ihrem Standort zurechtkommen. Was sie hierbei lernen geben sie mit ihren Inhaltsstoffen an uns weiter. Sie bilden die sogenannten sekundären Pflanzenstoffe auch als Polyphenole bekannt (ätherische Öle, Flavonoide, Alkaloide, Bitterstoffe, …)

Himbeerblätter, Ingwer, Knoblauch, Koriander, Kurkuma, Petersilie, Oregano, Rosmarin, Salbei, Thymian, Zitronenmelisse, …

Tipp: würzen sie ihre Speisen täglich mit frischen Kräutern, so werden diese basischer, besser verträglich und das Immunsystem wird nachhaltig gestärkt. 

Wildpflanzen und Honig - sind Vitaminspender und tun der Seele gut:

Aloe Vera, Brennnesselblätter, Hagebutte, Honig, Löwenzahn, wilde Blaubeere...

Gewürze - sie bringen eine „Lebenserfahrung“ mit, bei der es oft ums Überleben ging. Sie besitzen, wie die Kräuter auch, viele sekundäre Pflanzenstoffe und sind somit immunstärkend:

Zimt, Kardamon, Kurkuma, Muskat, Kreuzkümmel, …

Diese Lebensmittel bieten eine große Abwechslung auf unserem Speiseplan und lassen sich zu köstlichen Speisen verarbeiten. 

Einfache Faustregel für den Alltag:

So bunt wie möglich mit Obst und Gemüse mit Kräutern und Gewürzen den Alltag zum „Immuntag“ machen.

In diesem Sinne bleiben Sie gesund!

Autor: Claudia Betz, Heilpraktikerin
Thema: Lebensmittel für das Immunsystem
Webseite: http://www.heilpraktiker-claudia-betz.de

Quellen:

  • www.ernaehrungs-umschau.de/news/16-07-2020-covid-19-und-ernaehrung/
  • www.vital-express.de/Immunsystemcheck
  • www.kraeuter-buch.de
  • Medical Food – Anthony Williams Arkana Verlag
  • Innere Medizin – Heiner Greten Thieme Verlag
  • Zucker Der Heimliche Killer – Dr. med. Kurt Mosetter/Dr. Wolfgang A. Simon/ Anna Cavelius/ Angelika Ilies GU Verlag
  • Kinder Kinder Der etwas andere Ratgaber – Dr. med. Ingke Andreae/ Dr. med. Bettina Flint/ Dr. med. Christine Heins/ Madeleine Wittgenstein GU Verlag
  • Bilder: https://pixabay.com/de

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