Schnelle Hilfe gegen Durchfall

Durchfall – in mehr oder minder starker Form hat ihn wohl schon jeder einmal erlebt.

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Er ist unangenehm, oft begleitet von Krankheitserscheinungen wie Bauchschmerzen, Fieber oder Blähungen und kann in extremen Fällen sogar gefährlich werden: nämlich bei Austrocknung, die besonders bei Babys oder älteren Menschen leicht entstehen kann, da ihr Körper nicht so gut in der Lage ist den Flüssigkeitsmangel auszugleichen.

Durchfall kann verschiedene Ursachen haben und sich auch in unterschiedlicher Form – von flüssig bis breiig – und Häufigkeit zeigen.

Zu den Ursachen gehören:

  • Infektionen (bakteriell, viral, Pilze oder Parasiten)
  • Lebensmittelvergiftung
  • Unverträglichkeiten oder Allergien
  • Medikamente (z.B. Antibiotika)
  • Entzündungen im Darm oder anderen Verdauungsorganen (wie Bauchspeicheldrüse oder Galle)
  • Begleiterscheinung anderer Erkrankungen
  • Divertikel oder Tumore
  • psychosomatisch bedingt

Wichtigstes Gebot bei jeder Art von Durchfall ist immer eine Dehydrierung (Austrocknung) zu vermeiden. Als einfacher Test dient das Anheben einer Hautfalte (beispielsweise am Handrücken). Bleibt die Falte stehen, so besteht akuter Flüssigkeitsmangel. In dem Fall sollte der Betreffende schleunigst in ärztliche Versorgung kommen.

Natürlich auch, wenn der Patient apathisch wirkt, mehr als 3 Tage fiebert oder sich der Durchfall länger als 4 Tage hinzieht.

Zum Glück sind die meisten Durchfallerkrankungen harmlos und innerhalb von wenigen Tagen überstanden. Dennoch sind die Beschwerden oft unangenehm und können mit diversen Hausmitteln gut begleitet werden.

In der ersten Phase des Durchfalls besteht oft Appetitverlust, was in dem Fall absolut physiologisch ist. Der Darm braucht Ruhe und Schonung. Viel trinken ist notwendig und meistens tut eine Wärmflasche gut, um die Darmmuskulatur zu entspannen. So können Krämpfe und Blähungen gelindert werden. Auch Kräutertees wie Kamille, Fenchel oder Minze tragen häufig zur Linderung bei.

Bei starkem Flüssigkeitsverlust ist es sinnvoll Elektrolyte zuzuführen. Man bekommt sie als fertiges Pulver in der Apotheke oder kann sie als Hausrezept selbst herstellen: 4 TL Zucker, 3/4 TL Salz, 1 Tasse Orangensaft, 1 l Wasser (laut WHO).

Solange Durchfall besteht und besser auch noch 24 Stunden danach sollte auf Schonkost umgestellt werden: Kein Fett, keine Milchprodukte, nichts Scharfes. Stattdessen besser leichte Kost. Als geeignete Durchfallkost möchte ich besonders den geriebenen Apfel hervorheben, da das darin enthaltene Apfelpektin in der Lage ist Toxine zu binden und gleichzeitig die Darmwand zu schützen. Es gibt auch Apfelpektin fertig zu kaufen in der Apotheke oder im Reformhaus. Auch die gute alte zerdrückte Banane ist reich an Pektinen und hat eine ähnliche Wirkung. Reis bindet Wasser und wirkt deshalb stopfend. Außerdem bindet er Giftstoffe und ist sehr kaliumreich.

karotten moehren klein

Noch aus der Zeit vor den Antibiotika stammt das Karottensuppenrezept nach Dr. Moro. Damals ließ sich mit dieser Suppe die Kindersterblichkeit drastisch verringern:

500 Gramm geschälte Karotten werden in einem Liter Wasser eine Stunde lang gekocht. Dann die Möhren im Mixer ohne Kochwasser. pürieren Der so entstandene Brei wird erneut mit Wasser auf einen Liter aufgefüllt und mit einem Teelöffel Salz gewürzt. Die Suppe sollte am besten gleich zu Beginn der Beschwerden und mehrfach täglich in kleinen Mengen verzehrt werden.

Um den Durchfall schnell zu stoppen kann 2x täglich 1 TL Heilerde eingenommen werden (gibt es als Pulver, Granulat oder Kapseln). Heilerde bindet Toxine und quillt im Darm auf, so dass der Durchfall oft schnell gestoppt werden kann.

Medizinische Kohle aus der Apotheke bindet Giftstoffe und ist daher bei akuten Durchfällen, sei es durch Lebensmittelvergiftung oder bakteriell bedingt, gut geeignet. Sie sollte allerdings nicht über längere Zeit eingenommen werden, da sie auch notwendige Vitalstoffe an sich bindet.

Flohsamenschalen sind für den Darm eine vielfältige Kur. Sie wirken sowohl gegen Durchfall als auch gegen Verstopfung. Es sollten bis zu dreimal täglich 1-2 TL in Wasser oder Tee eingerührt und getrunken werden. Auch Flohsamen binden Giftstoffe im Darm, haben aber zusätzlich durch die Schleimstoffe die Eigenschaft die entzündete Darmwand zu beruhigen.

Homöopathische Mittel haben sich auch bei Durchfallerkrankungen bewährt und können zum Einsatz kommen. Für die Hausapotheke eignen sich die D-Potenzen (z.B. D6 oder D12) besonders gut. Es sollte nach Abwägung der Symptome ein Mittel gegeben und dann die Wirkung abgewartet werden. Eine erneute Gabe desjenigen Mittels, welches zu einer Verbesserung geführt hat, sollte erst bei erneuter Verschlechterung der Beschwerden gegeben werden.

Hier eine Auswahl gängiger Durchfallmittel, die sich in meiner Praxis bewährt haben:

  • Nux Vomica bei Übelkeit und Erbrechen nach Stress. Patient ist gereizt.
  • Arsenicum Album bei Nahrungsmittelvergiftung. Patient ist ängstlich, frostig und sehr durstig.
  • Okoubaka bei Reisedurchfall
  • Dulcamara bei Durchfall nach nasskaltem Wetter
  • Ipecacuanha Durchfall mit Erbrechen. Der Patient ist durstlos und fühlt sich besser an der frischen Luft.
  • Colocynthis bei schaumig-wässrigem Durchfall mit starken Bauchschmerzen. Der Patient krümmt sich zusammen.

Diese Aufzählung ist natürlich nicht vollständig. Es lohnt sich durchaus bei Beschwerden, die sich durch Hausmittel allein nicht deutlich verbessern lassen, einen Homöopathen zu konsultieren. Mit der Gabe des passenden Mittels geht es dem Patienten meist schlagartig besser.

Autor: Kerstin Hamo, Heilpraktikerin
Thema: Schnelle Hilfe gegen Durchfall
Webseite: https://www.naturheilpraxis-hamo.de

#Homöopathie, #Naturheilkunde, #Lebensmittel, #Verdauung

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