Was sind Essstörungen?

In Deutschland leiden etwa fünf Millionen Frauen und Männer an unterschiedlichen Arten von Essstörungen.

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Die Liste der Essstörungen ist lang: Adipositas, Bulimie, Anorexia nervosa, Binge eating. Die verschiedenen Formen von Essstörungen können auch ineinander übergehen. Essstörungen haben viele Gesichter, aber eines spielt bei allen entscheidende Rolle ,die menschliche Psyche.

Wann wird Essen zum Problem?

Gemeinsam ist den Betroffenen von Essstörungen, dass Essen sowie die Beschäftigung mit den Themen „Essen“ und „Figur“ Gedanken, Leben und Alltag massiv bestimmen.

Die Psyche gilt als Herrscher über das Essverhalten. Eine Essstörung wird definiert als eine tiefe seelische Störung, die durch das Essen ausdrückt wird.

Essstörungen sind ernst zu nehmende psychosomatische Erkrankungen. Der zentrale Punkt ist die ständige gedankliche und emotionale Beschäftigung mit dem Thema Essen.

Der Umgang mit dem Essen und das Verhältnis zum eigenen Körper sind hierbei gestört.

„Psycho“ bedeutet „Seele“ und „Soma“ bedeutet „Körper“. Bulimie, Magersucht und Binge Eating haben seelische Ursachen, die sich körperlich äußern.

Diäten sind Einstiegsdrogen in die Essstörungen.

In welchem Alter treten Essstörungen auf?

An Essstörungen erkranken meistens junge Menschen. Die Magersucht beginnt meistens im frühen Jugendalter bzw. während der Pubertät. Bulimie und Binge eating beginnen meist im späteren Jugendalter und im jungen Erwachsenenalter.

Welche seelischen Aspekte stecken hinter einer Essstörung?

Mangelndes Selbstbewusstsein, fehlende Selbstliebe und – Akzeptanz?

Krankhafter Perfektionismus und zu hoher Leistungsanspruch an sich selbst?

Hier gibt es unterschiedliche Erklärungsansätze:

Negatives Selbstbild:

Frauen mit Essstörungen haben meistens Mütter, die mit ihrem Aussehen und ihrem Gewicht unzufrieden sind oder waren. Viele haben außerdem von ihrem Vater nicht genügend Unterstützung und Beachtung erhalten. Sie sind nicht genügend beachtet worden. Das Selbstbild ergibt sich durch das Verhalten der Eltern und nicht durch deren Aussagen.

Ungesunde Schönheitsideale:

Mädchen und Frauen möchten einem bestimmten Schönheitsideal entsprechen. Das heutige Schönheitsideal lautet: Möglichst schlank zu sein.

Erhöhte Ansprüche:

In vielen Fällen steht der Leistungsgedanke , nicht genug leisten zu können im Vordergrund.

Doppelte Botschaften:

Durch die Medien bekommen wir vielerlei Informationen und Suggestionen, wie z.B. „ Sei du selbst, höre auf dein Bauchgefühl“ und im gleichem Atemzug „ Zehn Tricks zur erfolgreichen schlanken Bikinifigur“.

Symbiotische Beziehungen:

Oft bestehen Probleme sich von Zuhause abzunabeln.

Ernährungstrends:

Low Carb, Paleo, Keto Diät, Dukan Diät, Weight Watchers... .

Viele Personen mit Essstörungen folgen diesen neuen Ernährungstrends.

Anorexie (Magersucht) aus psychischer Sicht

Magersüchtige machen ihren Selbstwert und ihr Wohlbefinden meist von ihrem Gewicht abhängig.

Hier wird jegliche form von Nahrung zurück gewiesen, die unsere Nährmutter Erde symbolisiert, hier wird die eigene Mutter verworfen.

Indem sie sich gegen ihre eigene Mutter sperrt, sperrt sie sich auch gegen ihre eigene feminine Seite. Sie finden kein Gefallen an der Nahrung mehr, da sie sich jegliche Freude am Leben und Handeln versagen.

Adipositas (Übergewicht) aus psychischer Sicht

Erniedrigungsgefühl in der Jugend. Die Betroffenen haben Angst, sich für sich oder andere schämen zu müssen.

Die Seele braucht Nahrung, die sie anderweitig nicht bekommt.

Die Übergewichten fühlen sich innerlich häufig zu leicht, Ihnen mangelt es an Erdung, mit der Nahrung wollen sie diese Leichtigkeit beschweren.

Bulimie (Ess-Brechsucht) aus psychischer Sicht

Auch hier treten wie beim Binge eating Essanfälle auf, allerdings haben die Betroffenen Angst vor einer Gewichtszunahme und greifen darum zu verschiedenen Gegenmassnahmen, wie Erbrechen nach dem Essen, Abführ- und Entwässerungsmittel, übertriebener Sport.

Das Gewicht hat einen starken Einfluss auf das Selbstwertgefühl und Wohlbefinden.

Perfektionismus oder eine starke Sorge um Aussehen, Figur und Gewicht werden als auslösende Faktoren in Betracht gezogen.

Häufiges Erbrechen schädigt dauerhaft Zähne und Speiseröhre. Es kommt zu Störungen des Elektrolyt- und Wasserhaushalts, was zu lebensbedrohlichen Symptomen wie Herzrhythmusstörungen führen kann.

Binge eating (Essattacken ohne zu Erbrechen)

Binge eating steht für exzessives, übermäßiges Essen.

Menschen mit einer Binge eating Störung leiden unter immer wiederkehrenden Essanfällen. Bei diesen Anfällen nehmen die Betroffenen innerhalb kurzer Zeit große Mengen an Nahrungsmitteln auf.

Im Unterschied zur Bulimie werden keine gewichtsreduzierenden Maßnahmen wie Erbrechen oder Abführmittelmissbrauch durchgeführt.

Auslöser für Anfälle sind meistens emotionale Faktoren.

Aufgrund der Essattacken leiden die Personen häufig an Übergewicht.

Oft leiden die Betroffenen auch unter anderen psychischen Erkrankungen, wie Depressionen und Ängsten.

Die Erstmanifestation tritt am häufigsten zwischen dem 20. und dem 30. Lebensjahr auf.

Welche langfristigen Folgen haben diese Essstörungen für unseren Körper? 

Binge eating

Die Binge-Eating-Störung ist nicht nur auf psychischer Ebene für die Betroffenen eine starke Belastung. Auch körperlich haben die immer wiederkehrenden Essanfälle Folgen. Warum Binge-Eating ein Gesundheitsrisiko ist?

Bei starkem Übergewicht erhöht sich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörungen.

Anorexie:

Kreislaufprobleme, da Puls, Blutdruck und Temperatur aufgrund der niedrigen Energie heruntergefahren werden.

Weitere Folgen sind Vitamin- und Mineralstoffmangel, Mangel an lebensnotwendigen Elektrolyten (Kochsalz, Magnesium, Kalium), Osteoporose, Hypothermie, Anämie, Herzrhythmusstörungen, Obstipation, verringerte Östrogenproduktion (Amenorrhoe) Zusätzlich können die exzessive körperliche Betätigung und vor allem der Missbrauch von Abführ- und Entwässerungsmitteln gravierende körperliche Störungen verursachen.

Bulimie:

Vitamin- und Mineralstoffmangel, Herzrhythmusstörungen und Obstipation, durch Kaliummangel, Zahnschäden (die Magensäure zerstört den Zahnschmelz), Entzündungen an der Speiseröhre. Elektrolytstörungen, erhöhtes Risiko für Magenschleimhautentzündung und Magengeschwür.

Wie kann ich meine Essstörung besiegen bzw. kontrollieren?

Heilung von einer Krankheit bedeutet Loslassen. In diesem Aspekt Loslassen von Gefühlen, die belastend wirken. Es geht nicht nur darum sein Essverhalten zu verändern, sondern auch darum, einen neuen Lebensweg einzuschlagen.

„Ohne das Wissen um eine richtige Ernährung ist es kaum möglich sich einer guten Gesundheit zu erfreuen.“

Wege aus der Essstörung ?

Die Betroffenen müssen zuerst einmal die Bereitschaft zeigen eine Therapie beginnen zu wollen.

Selbstliebe, Selbstakzeptanz sind der Schlüssel zur Seele.

Das perfekte Aussehen, den perfekten Körper gibt es nicht. Wahre Schönheit kommt von Innen, es sind die inneren Werte, die einen Menschen ausmachen.

Das Aussehen definiert einen Menschen nicht, sondern seine Charaktereigenschaften.

Ohne diese Einsichten ist die Prognose äußerst ungünstig und Therapieerfolge sind kaum zu erwarten.

In der Behandlung geht es darum die Auslöser der Essstörungen zu erkennen und zu beseitigen.

Verhaltensänderungen sind ein unbedingtes muss:

Jeder mit einer Essstörung muss lernen, Konflikte auszuhalten, „nein“ zu sagen (wenn sie nein meinen), sich von ihren überhöhten Ansprüchen zu verabschieden und das sie das Recht haben, so zu sein, wie sie tatsächlich sind.

Es braucht viel Zeit, Mut und Geduld diesen Weg zu gehen. Und jeder Weg raus aus den Essstörungen ist gepflastert mit Umwegen und Rückfällen.

Wie können Mitmenschen bei einer Essstörung helfen?

Nahe Angehörige, Freunde, aber auch Lehrer und Kollegen sollten ein Gespräch mit den Betroffenen suchen. Vermeiden Sie Kritik, Vorwürfe oder gut gemeinte Ratschläge.

Welche alternativen Therapien gibt es?

Folgende Alternative Therapien haben sich als zusätzliche Hilfestellung bewährt:

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) mit Akupunktur und Ernährungslehre nach den fünf Elementen, Hypnose, Bachblütentherapie,Familienstellen nach Bert Hellinger, Klassische Homöopathie, Ganzheitliche Psychosomatik.

In der ganzheitlichen Psychosomatik geht es darum bestimmte Fragen zusammen mit dem Betroffenen zu beantworten, die in einen Zusammenhang mit der Essstörung gebracht werden können.

Welche Fragen sollten Betroffene mit Essstörungen für sich beantworten?

Wonach hungert die Seele, nach Anerkennung, Liebe, Urvertrauen oder Beachtung?

Warum will ich mich leicht fühlen, was erschwert mir sonst das Leben?

Wie sehe ich mich selbst?

Warum sehe ich mich so?

Gründe warum ich meine Essstörung besiegen möchte?

Was hindert mich daran?

Welche hohen Ansprüche, Ziele, Ideale habe ich im alltäglichen Leben?

Was könnte eine Alternative zum Essen bzw. nicht Essen sein?

Die ganzheitliche Psychosomatik deckt die wahren Hintergründe einer Essstörung auf.

Welche Persönlichkeit und welche Erfahren stecken dahinter?

Essstörungen aus Sicht der TCM:

Auch in der TCM spielen Emotionen, wie Wut, Sorgen,Ängste eine sehr große Rolle.

Darum werden auch hier bei allen Arten von Essstörungen die eigentlichen Ursachen in den seelischen Wurzeln gesucht.

Aus Sicht der TCM sind jegliche Arten von Essstörungen die Folge eines Ungleichgewichts im Element Erde.

Zum Erdelement gehören die Meridiane Magen,Milz und Pankreas.

Geschwächt wird dieses Element durch langanhaltende Emotionen, wie Sorgen,ständiges Grübeln über ein bestimmtes Thema und auch Ängste.

Zu viele Sorgen führen oftmals zu einem unkontrolliertem Essverhalten, entweder zu viel oder zu wenig.

Das Essen ist keine Reaktion mehr auf Hungergefühle, sonder ein Ersatz für unerfüllte emotionale Bedürfnisse.

Das Essen ist für den Betroffenen ein Weg mit Ängsten, Überforderung, Nähe, Ärger, Trauma, Wut, Zurückweisung, innerer Leere, Einsamkeit , Intimität und Selbstkritik umzugehen.

Für die Therapiegrundlage in der TCM ist eine sehr umfangreiche Anamnese und Diagnostik, wie Zungen- und Pulsdiagnose notwendig, um gezielt Akupunkturpunkte und entsprechende Nahrungsmittel zu ermitteln.

Faszit:

Die Seele hat bei allen Arten von Essstörungen eine enorme Bedeutung und sollte immer mit behandelt werden.

„Die stärksten Menschen sind nicht die, die immer gewinnen. Es sind die, die nicht aufgeben wenn sie einmal verloren haben.“

Autor: Jeannette Laux
Thema: Was sind Essstörungen?
Webseite: http://www.natura-laux.de

#Ernährung, #Probleme

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