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Was sind Depressionen?

Depressionen sollten nicht verwechselt werden mit Phasen der Trauer und Melancholie, die zum Leben gehören, genauso wie Freude und Glück. Bei Depressionen handelt es sich um länger andauernde psychische Störungen mit krankhafter Veränderung der Stimmung. Betroffene klagen insbesondere über gedrückte Stimmung, Interessenverlust und Antriebsarmut.

Häufig ist die Empfindung aller Gefühle reduziert. Dies wird auch mit einem "Gefühl der Gefühllosigkeit" beschrieben. Aber auch weitere Symptome wie z.B.  Konzentrationsstörungen, vermindertes Selbstwertgefühl, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen und auch Schmerzen können auftreten. Für die betroffene Person ist es möglicherweise nicht einfach, zu erkennen, dass sie an einer behandlungsbedürftigen Depression leidet. Manchmal werden auch Angehörige, Freunde oder Bekannte einen Hinweis geben.

Wenn ein Verdacht vorliegt, sollte eine Beurteilung von einem Therapeuten vorgenommen werden.  Ein erster Ansprechpartner kann durchaus auch der Hausarzt oder ein Heilpraktiker sein, die dann ggf. an den Fachtherapeuten verweisen.

Therapiemöglichkeiten von Depressionen

Die gute Nachricht: Depressionen können mit Erfolg behandelt werden. Je nach Schweregrad ist eine psychotherapeutische und/oder medikamentöse Behandlung erforderlich. Bei einer leichten Depression und depressiven Episoden können naturheilkundliche Therapien durchaus erfolgreich sein. Bei mittleren und schweren Depressionen ist eine begleitende Behandlung mit Naturheilverfahren möglich. 

Dadurch kann vielfach eine verkürzte Behandlungsdauer erreicht werden, oder aber die Dosierung der Antidepressiva (Medikamente zur Behandlung von Depressionen) kann manchmal reduziert werden. Dies ist insofern hilfreich, als auch Antidepressiva teilweise gravierende Nebenwirkungen haben.

Merke: Dauert eine depressive Phase an oder verschlimmern sich die Symptome, so sollte ein Therapeut aufgesucht werden.

Viele naturheilkundliche Therapien kennen Möglichkeiten zur Unterstützung der Behandlung einer Depression. 

Im Bereich der Medikamente sind dies beispielsweise homöopathische Medikamente, SchüsslerSalze (Biochemie), Bachblüten oder auch die Phytotherapie. Ergänzt wird die medikamentöse Behandlung z.B. durch Akupunktur, Lichttherapie und eine Verbesserung der Ernährung.

Auch im Bereich der körperlichen Therapien gibt es viele Möglichkeiten, die Behandlung zu unterstützen. TaiChi, QiGong, Yoga oder auch die Atemtherapie kommen hier in Frage. Bewegung an der frischen Luft, insbesondere in freier Natur (Wald, Strand,…) ist ebenfalls wichtig. Besonders bei der sogenannten „Winterdepression“.

Aus dem bunten Strauß der Möglichkeiten muss für den Patienten das passende gefunden werden. Was im Einzelfall Sinn macht, kann sich von Patient zu Patient durchaus unterscheiden, häufig sind auch Kombinationen hilfreich. Es ist wichtig, die Betroffenen zu ermuntern, auch selbst etwas für sich zu tun, da die Hilfe bei Depressionen nur zum Teil von außen kommen wird. Heilung geschieht wie bei vielen Erkrankungen auch von innen. Der Patient ist häufig selbst der beste Therapeut. Insbesondere die Nachhaltigkeit ist hier hervor zu heben.

In diesem Artikel soll daher ein besonderes Augenmerk auf die Atemtherapie gelegt werden, da hier eine Vielzahl an Übungen zur Verfügung steht, die ein einfaches Mittel sind, das von den Betroffenen selbst angewendet werden kann.

Atemübungen

Warum Atemübungen?

Das menschliche Nervensystem wird unterteilt in das willkürliche (somatische) und unwillkürliche (vegetative) Nervensystem.

Das willkürliche (somatische) Nervensystem unterliegt (wie der Name schon sagt) dem Willen des Menschen. Hierüber werden Bewegungen gesteuert und auch ein Teil der Nahrungsaufnahme (Kauen und Schlucken).  Auch die Atmung unterliegt zum Teil der Steuerung des willkürlichen Nervensystems.

Aber nicht nur!!!  

Die Atmung wird zum größten Teil vom unwillkürlichen (vegetativen) Nervensystem gesteuert. So ist es z.B. nicht möglich, durch bloßes Luftanhalten (willkürlich) zu ersticken. Irgendwann übernimmt dann das unwillkürliche Nervensystem die Kontrolle und man holt wieder Luft.

Und genau diesen Aspekt, dass die Atmung sowohl zum willkürlichen als auch zum unwillkürlichen Teil des Nervensystems gehört, kann man sich bei der Behandlung verschiedener Krankheiten, auch bei Depressionen, zu Nutze machen.

Eine depressive Stimmungslage führt häufig auch zu einer niedergedrückten Körperhaltung. Der Begriff „Depression“ leitet sich her aus dem lateinischen Verb „deprimere“ für „herunterdrücken“. Genauso, wie die Stimmungslage die Körperhaltung beeinflusst, ist es umgekehrt auch möglich, durch die Aufrichtung des Körpers die Stimmung zu heben. 

Gleiches gilt für die Mimik des Gesichts, die einerseits die aktuelle Stimmung erkennen lässt, gleichzeitig aber auch die Stimmung beeinflusst.

Die Kombination von ausgesuchten Atemübungen aus der Atemtherapie mit der Aufrichtung des Körpers und einer positiven Mimik hilft, die Stimmung zu verbessern. Regelmäßiges Ausführen führt dazu, dass der Körper die neue Haltung verinnerlicht und als positiv wahrnimmt.

frau gluecklich streckt haende in die luft klein

Beispiele für Atemübungen bei Depressionen

Depressive Menschen haben häufig eine gebeugte Körperhaltung. Sowohl im Sitzen als auch im Stehen. Die Folgen dieser gebeugten Haltung für die Atmung:

  • Rasche, flache Atemzüge
  • Die unteren Lungenanteile und das Zwerchfell bleiben weitgehend ungenutzt
  • Es entsteht eine Blockade im Bauchraum

Durch Aufrichtung des Körpers und die dadurch verbesserte Atmung kommt es zu

  • Langsamerer, voller Atmung
  • Die Lunge wird vollständig genutzt
  • Das Zwerchfell wird aktiviert
  • Die Bauchgegend nicht eingeengt

Die Aufrichtung des Körpers bewirkt gleichzeitig eine Aufrichtung der Psyche.

Merke: Ganz allgemein sind alle Übungen gut geeignet, in denen der Körper aufgerichtet wird und bei der Aufrichtung gleichzeitig eine Einatmung erfolgt.

Im Folgenden sind drei Beispiele aufgeführt, in Kursen zur Atemtherapie gibt es noch eine Fülle weiterer Übungen.

Atemübungen im Stehen  

  • Beine schulterbreit auseinander.
  • Locker stehen. 
  • Die ganzen Fußsohlen haben Kontakt zum Boden

Sonnenaufgang

Wirkweise: allgemeine Aktivierung

Durchführung

Start: Hände locker vor dem Unterbauch. Handinnenflächen zeigen nach oben. Die Fingerspitzen zeigen zueinander mit ein wenig Abstand.

Einatmen: Arme locker gestreckt bis auf Herzhöhe heben. Der Blick folgt den Händen.

Vorstellung: die Hände heben locker die aufgehende Sonne aus dem Meer in den Himmel.

Atempause: Hände drehen, so dass die Handinnenflächen nach unten zeigen.

Ausatmen: Hände absenken bis zum Unterbauch, der Blick bleibt geradeaus (auf die Sonne) gerichtet.

Atempause: Hände drehen, so dass die Handinnenflächen wieder nach oben zeigen, der Blick senkt sich zu den Händen.

Wiederholung: 3-5x 

Ende: Mit dem Ausatmen vor dem Unterbauch, mit dem Blick geradeaus zur Sonne.

Besonderheit: Visualisierung beim Heben der Hände: Sonnenaufgang (zur Aktivierung des Kreislaufs)

Seitliche Dehnung des Brustkorbs mit kreisenden Armen

Wirkweise: seitliche Dehnung des Brustkorbs, durch die kreisende Bewegung der Arme in wechselnden Richtungen wird der Organismus ins Gleichgewicht gebracht

Durchführung

Start: Den im Ellenbogen leicht angewinkelten rechten Arm über die Seite nach oben bewegen und über den Kopf nach links beugen. Der Handrücken weist nach oben, Fingerspitzen zeigen nach links. Die linke Hand wird in die linke Hüfte gesetzt.

Ausatmen: Nach links beugen

Einatmen: Aufrichten und gleichzeitig die Arme in einer kreisenden Bewegung wechseln (linker Arm nach oben, rechte Hand in rechte Hüfte)

Ausatmen: Nach rechts beugen

Wiederholung: 3-5x wechseln

Atemübungen im Sitzen

  • Auf der vorderen Stuhlkante (Stuhl ohne Armlehnen) aufrecht sitzen. 
  • Beine leicht geöffnet und parallel.
  • Füße sind gut mit der ganzen Sohle am Boden geerdet!

Harmonisierungsübung

Wirkweise:  Zwerchfell lockern, verbesserte Bauchatmung

Durchführung

Einatmen: Arme bis über den Kopf heben

Ausatmen: Langsam durch den nur leicht geöffneten Mund, Arme und Oberkörper senken, Fesseln umfassen

Atempause abwarten

Einatmen: schnuppernd (als ob man an einer duftenden Blume riecht) Nase und Oberkörper wieder aufrichten.

Wiederholung: 3-5x

Auch durch Singen und Lachen wird das Zwerchfell effektiv gelockert und die Atmung verbessert sich.

Fazit

Bei Depressionen handelt es sich um eine ernstzunehmende Krankheit, schlimmstenfalls mit Suizidgefahr, die je nach Schweregrad psychotherapeutisch und auch medikamentös behandelt werden muss.

Eine unterstützende Behandlung durch naturheilkundliche Verfahren wie z.B. der Atemtherapie macht aber in vielen Fällen Sinn, um die Behandlungsdauer zu verkürzen und vielleicht auch die Dosierung der Antidepressiva zu verringern. Nebenwirkungen können möglicherweise verringert/vermieden werden. Bei depressiven Episoden und leichter Depression kann so sogar manchmal komplett auf Antidepressiva verzichtet werden.

Autor: Ute Reinke, Heilpraktikerin
Thema: Wie können Atemübungen depressiven Menschen helfen?
Webseite: https://www.naturheilpraxis-reinke.de

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