Um diese Frage zu beantworten, stellen wir uns zunächst die Frage danach, wie kommunizieren wir eigentlich?

menschen unterhalten sich meeting

Welche „Werkzeuge“ nutzen wir für unsere alltägliche Kommunikation? Setzen wir diese bewusst ein oder nutzen wir sie unbewusst? Grundsätzlich ist Kommunikation ein fester Bestandteil unseres Lebens. Wir werden als kommunikative Wesen geboren. Kommunikation hilft uns zu erkennen, wer Freund und wer Feind ist, und wer sich eventuell „neutral“ verhält. Sie hilft uns auch darauf aufmerksam zu machen, wenn wir Hilfe brauchen. Neugeborene, Babys und Säuglinge können nur überleben, wenn andere, ältere Menschen sie versorgen. Sie nutzen die Kommunikation, um ihr Überleben zu sichern.

Somit sichert Kommunikation in erster Linie unser Überleben und regelt unser Miteinander, als soziale Wesen, die wir Menschen sind.

Daraus ergibt sich die Frage: Wie kommunizieren wir? Ab wann kommunizieren wir miteinander?

Die wichtigsten Funktionen der Kommunikation

  • Hilfe erbitten
  • Versorgung sichern
  • Unterscheidung von Freund und Feind
  • Herstellen von Gemeinschaft
  • Austausch von Gedanken und Gefühlen
  • Mitteilen von Regeln und Gesetzen
  • Weitergeben von Traditionen und Geschichte
  • Gefahren signalisieren
  • Konflikte und Streit auflösen
  • Texte erfassen und verfassen
  • Genereller Austausch untereinander
  • Konflikte und Streit
  • Ausgrenzung
  • Kriege führen
  • Gruppen bilden
  • Verbindung untereinander herstellen

Diese Liste lässt sich individuell fortsetzen oder anders sortieren. Für jeden Menschen bedeutet Kommunikation etwas anderes. Auch Schweigen ist eine Art der Kommunikation. Schon Watzlawick erkannte: „Wir können nicht, nicht kommunizieren“.

Es gibt unterschiedliche Formen der Kommunikation. Jeder der einmal das Land verlassen hat, in dem seine „Muttersprache“ gesprochen wird oder der sich entschlossen hat, eine „Fremdsprache“ zu erlernen, kennt auch die ersten Schwierigkeiten in der Kommunikation.

Eine Kommunikationsart, die wir alle von Geburt an miteinander teilen, ist die Körpersprache. Sie ist die ehrlichste Form der Kommunikation, die wir besitzen und einsetzen. Schon Babys kommunizieren viel über ihre Körpersprache. Diese Sprache ist universell. Wir alle sind in der Lage zu erkennen, ob ein Mensch Angst hat, ob er einen Angriff plant oder ob er seine friedlichen Absichten zeigen will. Unabhängig davon, ob wir seine Sprache sprechen oder nicht. Diese grundsätzliche Körpersprache ist ehrlich. Selbst sehr gute Schauspieler haben in manchen Situationen Schwierigkeiten zu 100% das darzustellen, das die Rolle von ihnen verlangt. Es sind Mikromimiken, die uns stutzig machen. Darüber hinaus birgt die bewusst eingesetzte Körpersprache allerdings auch Potenzial für Missverständnisse. So gibt es viele Gesten, die je nach Herkunft des Menschen unterschiedlich benutzt und definiert werden. Dies gilt in unserer, von Social Media geprägten Welt, auch für die Symbole, die wir benutzen. Sie merken, ich habe hier bereits drei „Werkzeuge“ der Kommunikation genannt.

Hier noch einmal (eine unvollständige) Liste der Kommunikationsmittel:

  • Körpersprache
  • Gesten
  • Mimik
  • Worte
  • Laute
  • Stimme
  • Tonlage
  • Lautstärke
  • Schreie
  • Symbole
  • Verkehrsschilder
  • Emojis
  • Piktogramme

Dies alles ist Kommunikation. Dies alles soll uns helfen, uns miteinander zu verständigen und auszutauschen. All diese „Werkzeuge“ sollen uns helfen, unser Mit-Einander zu regeln und zu erleichtern. All das macht Kommunikation schwer, weil es viel Möglichkeiten für Missverständnisse und Konflikte bietet.

Eine wichtige Funktion der Kommunikation ist das Herstellen von Bindung zwischen Menschen

Dies beginnt schon vor der Geburt. Der Fötus kann schon mit seiner Mutter kommunizieren. Ab der 19 Schwangerschaftswoche können die Bewegungen des Kindes im Bauch wahrgenommen werden. Je größer der Fötus wird, desto stärker werden die Bewegungen wahrgenommen. Auf diese Art und Weise beginnt die erste Kommunikation zwischen Mutter und Kind, die die Bindung und damit auch das Überleben des Kindes nach der Geburt sichern soll. Jede Mutter lernt schnell das Schreien des Kindes zu unterscheiden. Dies ist die erste auditive Kommunikation. Sie dient der Versorgung und Sicherheit des Kindes. In diesem Stadium wird im Allgemeinen auch die Bindung zwischen der Mutter und dem Kind immer enger.

Bei Liebespaaren gibt es den Spruch: „Hier schlagen zwei Herzen im selben Takt.“ Dies kann es tatsächlich geben. Menschen, die einander zugeneigt sind, verstehen sich auch ohne Worte. Sie erkennen an den Gesten, der Körpersprache, ja, sogar am Geruch des anderen, wie es ihm geht. Was er fühlt. Ob sie sicher sind, ob sie schützen sollen, ob sie sich zurückziehen sollen. Auch das ist eine Funktion der Kommunikation.

Jeder Mensch kommuniziert auch mit sich selbst. Kommunikation sichert überleben und auch die Regeln in einer Gemeinschaft. Generell wird die Kommunikation in digitale (harte) und analoge (weiche) Kommunikation unterteilt. Bei der digitalen Kommunikation handelt es sich um den Inhalt der Nachricht, die übermittelt wird.

Die analoge Kommunikation bezieht sich auf die Beziehung zwischen dem Sender der Nachricht und dem Empfänger der Nachricht. Wir reden mit Freunden und Familie anders als mit Vorgesetzten. Wir sprechen und kommunizieren mit Kindern anders als unter Erwachsenen. Beamte und ihr Sprachgebrauch unterscheiden sich von dem Sprachgebrauch der restlichen Bevölkerung.

Dies gilt auch für andere Berufsbilder, wie zum Beispiel Ärzten oder Politiker, um hier einmal zwei Beispiele zu nennen, die wir alle kennen und bei denen wir uns oft fragen, was wollen sie uns sagen?

Jede Form der Kommunikation ist von der Beziehungsebene, in der sich die Menschen begegnen und den Inhalten der Nachrichten geprägt. Sie ist immer komplementär und immer auch symmetrisch. Dies alles zeigt, wie schwierig Kommunikation ist. Sie bietet viele Möglichkeiten des Missverstehens und des Angriffs. Worte sind schärfer als jedes Schwert.

Durch das Zusammenspiel von gesprochenem Wort und Körpersprache stellen wir unbewusst, oder wenn wir gut geschult sind, fest, ob ein Mensch authentisch ist. Wie oft ist es Ihnen schon z.B. in einem Verkaufsgespräch aufgefallen, dass sie sich unwohl fühlen? Das sie leichte Zweifel haben, ob der Verkäufer, die Verkäuferin es ernst meint, wenn sie sagt, sie möchte nur das Beste für Sie. Oder diese lästigen Anrufe aus dem Callcenter, wenn uns mal wieder ein neues Angebot per Telefon unterbreitet wird. Wir merken, dass hier von einem vorgegebenen Leitfaden abgelesen wird und gut einstudierte Kommunikationsabläufe angewandt werden. Im Callcenter gilt das Gebot: Wenn der Kunde nicht dreimal nein sagt, hat man eine Chance etwas zu verkaufen.

Dies alles bedeutet Kommunikation. Es ist nur eine Übersicht. Eine erste Erklärung über die Funktionen von Kommunikation.

Generell gilt der Satz:

„Ich bin nur verantwortlich für das was ich sage, nicht für das was Du daraus hörst.“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen immer eine achtsame Kommunikation und fragen sie lieber einmal öfter nach, ob sie auch die Nachricht richtig verstanden haben.

Autor: Sabine Thiel, Heilpraktikerin Psychotherapie
Thema: Welche Funktion hat Kommunikation?
Webseite: https://www.beraterin-thiel.de

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