Wenn man sich die sinnverwandten Wörter für ‚Manipulation’ anschaut, z. B. Beeinflussung, Lenkung, Überredung und Verführung, bekommt man schon eine konkrete Vorstellung seiner Bedeutung.

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Bei der Manipulation versucht eine Person (Manipulant) unauffällig Einfluss auf eine andere Person (Manipulierter) zu nehmen um seine die Ziele durchzusetzen. Manipulation ist allgegenwärtig, in Berufsleben, Beziehung, Familie, Erziehung, Werbung, Medien, ... und es ist wirklich sinnvoll sich damit auseinander zusetzen, damit man sie erkennt und in der Lage ist, sich dagegen wehren zu können. 

Sind Sie manipulierbar?

Sie werden jetzt vermutlich sofort abwinken, nein mit mir kann man das nicht machen. Tja, leider muss ich die Frage mit „ja“ beantworten. Wir alle sind manipulierbar und nicht erschrecken, wir manipulieren auch. Ich bin mir ziemlich sicher, dass niemand ehrlich von sich behaupten kann, er wurde bzw. habe noch nie manipuliert. Die meisten von uns manipulieren allerdings nicht gezielt zu eigenem Nutzen. Wenn Sie sich etwas schickes Anziehen um jemandem zu Gefallen oder sich dadurch etwas Erhoffen, ist das schon eine Art der Manipulation. Oder nehmen wir ein Beispiel aus der Partnerschaft. Haben Sie schon einmal geschmollt? Das ist ein subtiler Weg um den Partner zum Einlenken zu bewegen. Ihnen fallen jetzt vielleicht noch andere Begebenheiten ein, die Sie im Nachhinein mit Manipulation in Verbindung bringen.

Wieso lassen wir uns manipulieren?

Das hat seinen Ursprung in unserer frühesten Entwicklung. Menschen lebten in kleinen Gemeinschaften, jeder kannte jeden. Diese Gemeinschaften boten Schutz und jeder musste bzw. konnte sich auf den anderen verlassen. Der Urinstinkt kannte intuitiv den Unterschied zwischen  Wahrheit und Täuschung. Wenn jemand die Gemeinschaft nachteilig behandelte oder ausnutzte – versuchte zu manipulieren – wurde das sofort erkannt und es konnte entsprechend gehandelt werden.

Der Urinstinkt suggeriert uns immer noch, er könne jederzeit zwischen Wahrheit und Täuschung unterscheiden. Nur ist heute alles komplexer, die Menschen sind kreativer und experimentierfreudiger auch im negativen Sinn. Man hat täglich mit anderen Menschen zu tun und jeder verfolgt seine eigenen (privaten/wirtschaftlichen) Interessen. Es fällt daher nicht immer leicht Wahrheit von Täuschung zu unterscheiden, bzw. auf den ersten Blick Manipulation zu durchschauen. Wir sind soziale Wesen und wollen uns in einer Gruppe akzeptiert fühlen. Wir streben das Zugehörigkeitsgefühl an, dann empfinden wir uns als gleichwertige Partner und haben Selbstvertrauen. Viele Menschen glauben allerdings dieses Zugehörigkeitsgefühl nur durch Zugeständnisse o.ä. zu erhalten. Das ist aber gerade der Wegbereiter um manipuliert zu werden.

Was macht uns anfällig für Manipulationen?

Angst

Ängstliche, unsichere Menschen, nicht alltägliche Situationen/Gegebenheiten führen dazu, dass man leichter beeinflussbar ist. Wenn mit Konsequenzen gedroht wird, löst das Verlustgefühle oder Schrecken aus. All dies kann dazu führen, dass ein Mensch Dinge tut, die er sonst nie tun würde.

Ausgrenzung

Wenn ein Manipulator einen Einzelnen, z. B. in einer Dreier-Gruppe, ausgrenzt (Unwahrheiten behauptet oder gegen andere ausspielt), schließt sich der andere dem Manipulator an, um selber nicht ausgegrenzt zu werden. Man redet jemanden nach dem Mund obwohl man eine andere Meinung vertritt.   

Mangelndes Selbstgefühl

Kommt dann jemand der einem schmeichelt und Komplimente macht, lässt man sich leichter verleiten, etwas entgegen der eigenen Meinung zu tun.

Wie erkennt man Manipulation?

Manipuliert zu werden können wir nicht verhindern, es wird immer jemand geben der es versucht, ist man aber in der Lage das zu erkennen, kann man sich wehren und selber dafür sorgen, die Situation unter Kontrolle zu halten.

Es gibt verschiedene Techniken der Manipulation, ich habe ein paar von den gängigsten rausgesucht:

Wiederholung

Manipulation begegnet uns z. B. in der Werbung oder den Medien in Form von regelmäßiger Wiederholung. Was wir immer wieder „vorgesetzt“ bekommen, glauben wir irgendwann.

Entweder- oder-Argumente

„Entweder fahren wir nach Köln oder bleiben hier.“

Durch die Aussage wird der Eindruck erweckt, dass man die Wahl hat, doch wenn beide Möglichkeiten vom Manipulator so gewählt wurden, wird er in jedem Fall seinen Willen bekommen.

Experten vorschieben

„Nicht nur ich bin dieser Meinung sondern auch die Psychologen.“

Hier wird ohne spezielle namentliche Nennung oder Quelle eine Berufsgruppe genannt, um Glaubhaftigkeit zu vermitteln. 

Statistiken oder Zahlen 

Der Manipulator wirft Prozentzahlen ohne Quellenangabe in die Runde, um Glaubwürdigkeit weis zu machen.

Gegner „mundtot“ machen

Sätze wie: Jeder weiß doch, dass .....; Jedes Kind weiß, ....; Alle sind sich einig, dass.... Es wird einfach nur ein Sachverhalt als wahr und richtig bezeichnet, ohne Lieferung einer Argumentation oder Begründung.

Blockieren

Keine Antwort geben, so tun als ob man nicht verstanden hat, Ausweichen.

Traditionstaktik-Killerphrase

Das war schon immer so. Es ist gut, weil es schon alt ist. Damit lassen sich Neuerungen und Veränderungen abwehren.

Was können Sie Manipulationen entgegen setzen?

Kritische Fragen

  1. B. Experten vorschieben, Statistiken.

Bleiben Sie kritisch und hinterfragen Sie Aussagen und Informationen. Holen Sie sich sozusagen verschiedene Meinungen, schauen Sie in unterschiedlichen offiziellen, fundierten Quellen.

Bewusst entscheiden

z. B. Wiederholung, Entweder- oder-Argumente

Entscheidungen zu treffen fällt nicht immer leicht und da ist man empfänglich für äußere Einflüsse. Gehen Sie deshalb kurz in sich und machen sich bewusst, ob dies wirklich ihre Entscheidung ist oder ob ihnen da jemand was „schmackhaft“ gemacht hat. Wenn ich mir bewusst bin, dass jemand mich „einlullen“ will, kann ich die Entscheidung treffen „auszusteigen“.

Handeln ohne Bauchgrummeln

Wenn Sie aus Schuldgefühlen handeln und nicht aus eigenem Antrieb dann wurden Sie voraussichtlich manipuliert. Achten sie vermehrt auf Ihre eigene Wahrnehmung.

Untypische Schmeicheleien prüfen

Wenn jemand entgegen seines sonstigen Verhaltens extrem seinen Charme versprüht, sollten Sie im Hinterkopf haben, dass er Sie - nicht unbedingt zu ihrem Vorteil - beeinflussen will.

Nicht in Klischees denken z. B. Traditionsstatistik

Denken Sie nicht in Klischees, wie z. B. alle „schwarzen Schafe“ sind schlecht. Das ist nicht beurteilbar, es sei denn Sie haben alle schwarzen Schafe selber kontrolliert.

Abwägen

z. B. Entweder- oder-Argumente

Fragen Sie sich immer, ob es noch andere Möglichkeiten als die vorgeschlagenen gibt. Es ist nicht alles nur schwarz und/oder weiß und es gibt immer eine dritte Möglichkeit!

Standhaft bleiben

Wenn jemand versucht in einem Themen-Gespräch abzulenken, auf andere Themen überzugehen oder immer zu unterbrechen, nutzen Sie die Abwehrtechnik „Schallplatte mit Sprung“ und bleiben Sie konsequent beim

Ursprungsthema. Sollten Sie weiter „überrollt“ werden, versuchen Sie das Gespräch auf einen anderen Zeitpunkt verschieben. Das gibt Ihnen Gelegenheit sich entsprechend Vorzubereiten.

Fazit

Es kann schon beunruhigend sein, sich vorzustellen, dass jemand versucht einen zu manipulieren. Aber wenn man sich darüber im Klaren ist, dass das leider zum heutigen Alltag gehört und Realität ist, ist das schon die halbe Miete.

Wenn Sie auf Menschen treffen, die Sie (noch) nicht gut kennen und die ggf. Einfluss in ihrem Arbeitsbereich o. ä. haben, nutzen Sie Ihren Instinkt. Wir haben gute Antennen, spüren Sie in sich. Wenn Sie sich bei Kontakt mit bestimmten Menschen unwohl oder auf eine Ihnen unbekannte Art und Weise nicht gut fühlen, seien Sie wachsam und überstürzen Sie nichts. Bleiben Sie erst einmal distanziert und beobachten. Und wenn es erforderlich ist wehren Sie sich mit der passenden Technik.

Auch wenn Manipulation einen faden Beigeschmack hat, ist sie ja nicht immer nur negativ, sondern kann auch für Positives angewendet werden, z. B. wenn

  • Eltern behutsam in der Erziehung zum Wohle des Kindes manipulieren oder
  • wenn man jemanden mit Feingefühl dazu bringt einen aus gesundheitlichen Gründen passenderen Lebensstil anzunehmen.

Grundsätzlich empfinde ich es als unmoralisch durch Manipulation einem anderen zu schaden, aus diesem Grunde halte ich es mit der Aussage Platons:

„Solange der Mensch dem anderen Gutes tut, ist Manipulation nichts schlimmes.“

Autor: Ulrike Deutsch
Thema: Was bedeutet Manipulation?
Webseite: https://www.unisana-koeln.de

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