In meine Privat-Praxis für Psychotherapie und Persönlichkeitsentwicklung kommen oft Menschen, die in herausfordernden Lebenssituationen stecken, die sie aus ihrer Balance gebracht haben und für die sie Unterstützung suchen.

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Ich beglückwünsche jeden Klient, der im Erstgespräch im Sessel Platz nimmt, dass er zu mir gefunden hat. Warum, wird jetzt der Eine oder Andere fragen. Ganz einfach, meist geht dem Schritt, sich Begleitung zu suchen, ein mehr oder weniger langer Weg voraus. Der/die  KlientIn hat einen Leidensdruck erlebt, der ihn/sie in den Prozess der Veränderung führt.  Der/die  KlientIn kommen zu dem Entschluss, sich Hilfe zu suchen. Das ist der sogenannte erste Schritt in einem Prozess, der in Gang gekommen ist.

Was sind schwierige Lebensphasen?

Jeder Mensch durchläuft in seinem Leben Phasen, die er als schwierig, anstrengend, herausfordernd erlebt. Das können z. B. Trennung, Scheidung, Verlust des Arbeitsplatzes, schwere Krankheit, Verlust eines lieben Menschen sein.

Du bist nicht mehr in deiner Balance.

Dem Lebensereignis geht meist ein Weg voraus, der geprägt sein kann von verschiedensten Facetten. Z. B. erfolgt eine Trennung in den meisten Fällen nicht unvorhergesehen und plötzlich. Da gab es Auseinandersetzungen, Streit, Vorwürfe oder Handlungen, die verletzt haben. All das belastet die Seele. Der Mensch spürt, wie er buchstäblich aus seiner Balance gerät. 

Du stellst dir Fragen wie: 

  • Warum fühle ich mich so antriebslos?
  • Warum mache ich nicht das, was ich eigentlich tun will?
  • Warum fühle ich mich wie in einem Hamsterrad?
  • Warum kann ich mich nicht entscheiden?
  • Warum komme ich nicht in die Umsetzung?
  • Wie wird mein Leben weitergehen?
  • Warum ist es so weit gekommen?
  • Was habe ich falsch gemacht?

Signale des Körpers wahrnehmen, erkennen, handeln

Neben psychischen Symptomen wie Gedankenkreisen, grübeln, Niedergeschlagenheit, Konzentrationsstörungen, Selbstwertproblemen oder innerer Unruhe, meldet sich der Körper mit körperlichen Signalen wie Verdauungsprobleme, Appetitlosigkeit verbunden mit Gewichtsverlust, Unwohlsein, Kopf- oder Rückenschmerzen, um einige zu benennen.

Die Symptome sind ernst zu nehmen, denn sie verursachen ein Leidensgefühl bei/m KlientIn. Für dieses Leid gibt es Ursachen und diesen gehen wir in der Begleitung auf den Grund. Das Leid kann beendet werden, und ich finde gemeinsam mit meinem/r KlientIn einen praktikablen Weg, dieses Leid zu beenden.

Vorgehen in der Begleitung

Ich betrachte den Menschen immer als ganzheitliches Gebilde mit Einheit von Körper, Seele und Geist. Mit meiner Unterstützung lernt der/die KlientIn das offensichtliche Leid anzunehmen, ihm ins Auge zu schauen. Dazu gehören das Zulassen der Gefühle und Emotionen, die damit verbunden sind.

Emotionen und Gefühle

Eine Flut von Gefühlen durchströmt dich, wie Trauer, Wut, Angst Schuld. Diese Gefühle wollen wir Menschen eigentlich nicht, wir haben gelernt negative Gefühle zu verdrängen. Wir wollen sie einfach „weghaben“.  Das ist nicht der Weg, um Leid zu beenden und die Ursachen anzunehmen. Das Annehmen deiner Gefühle, die Auseinandersetzung damit, das Durchleben zeigen dir, dass es Leid gibt und führen dich zu den Ursachen dessen. So wie wir schöne Augenblicke, Erlebnisse nicht festhalten können, so funktioniert das auch mit den leidvollen Erfahrungen, um schwierige Lebensphasen zu überwinden. Wir reagieren auf Ereignisse meist mit Bewertungen wie gut oder schlecht, angenehm oder unangenehm. Dabei geht es letztlich um Habenwollen oder Ablehnung. Dies kann große Spannung im Geist und Körper hervorrufen.

In schwierigen Lebensphasen an dir arbeiten

Wenn du ins Handeln kommst, dann brauchst du dafür eine Motivation, diese kann heilsam, unheilsam oder neutral sein. Für die Bewältigung schwieriger Lebensphasen ist eine heilsame Motivation notwendig. Das bedeutet, dass das, was du tust hilfreich ist und geprägt von Weisheit, Mitgefühl, Offenheit und Zuneigung. Dein Tun hilft dir weiter, erzeugt Klarheit, Verständnis und Wohlgefühl. Handelst du hingegen unheilsam, so kannst du die Dinge nicht annehmen, wie sie sind. Du reagierst unwirsch und bist emotional verstrickt. Dies führt zu Emotionen wie Eifersucht, Zorn, Wut Unglück u.a. Situationen können sich dadurch verschlimmern. Neutrale Handlung bedeutet, dass diese keiner der beiden vorgenannten Kategorien entspricht. Eine routinemäßige Handlung, wie das Schließen der Wohnungstür, hat keine besonderen Auswirkungen. Zusammenfassend gesagt, wirkt deine Handlung abhängig von deiner Motivation, mit der du diese ausführst und danach zu dieser stehst.

Es ist schwierigen Lebensphasen eigen, dass die Motivation teilweise zum Erliegen kommen kann. Um die Motivation in dir wieder zu wecken, braucht es nach dem Prozess des Annehmens, was ist, eine Selbstreflektion. 

Selbstreflektion

  • Was ist das wichtigste in meinem Leben?
  • Wo investiere ich meine Zeit, Energie, Kreativität, Liebe?
  • Wie stehe ich zu mir selbst?
  • Welche Erwartungen habe ich an das Leben?
  • Wie soll mein Leben aussehen?
  • Was ist das größte Glück in meinem Leben?
  • Welchen Traum habe ich mir in meinem Leben erfüllt?
  • Was ist mein Lebensmotto?
  • Was ist der Sinn meines Lebens?
  • Wer bin ich?

Aus der Selbstreflektion finde deine (LEBENS) ZIELE, die künftig dein Motivator sind, dein Leben wieder in Fluss zu bringen. Wie deine Handlung wirkt, ist abhängig von deiner Motivation, mit der du handelst. Durch dein Handeln entstehen Eindrücke in deinem Geist, die die Wahrnehmung von der Welt prägen. Dabei haben manche unserer Handlungen eine unmittelbare Wirkung, andere entwickeln ihre Wirkung erst im Laufe der Zeit.

SOS-Punkte in schwierigen Lebensphasen

  • Tu dir was Gutes, achte auf dich.
  • Kümmere dich um dich – gesunde Ernährung, Trinken, ausreichend Schlaf.
  • Hol dir Hilfe – Telefonseelsorge, Freunde, Familie, Psychologen, Heilpraktiker für Psychotherapie etc.

 

Schwierige Lebensphase als Chance?

Was macht eine erfolgreiche Krisenbewältigung aus?

Bei allen Problemen, die dich gegenwärtig belasten, kann es hilfreich sein zu schauen, wie du frühere Krisen bewältigt hast. Die Rückschau auf bereits bewältigte schwierige Lebensphasen kann positive Effekte haben. Du erinnerst dich, welche Strategien dir bei der Bewältigung früherer Probleme geholfen haben. Das sind bewährte Denk- und Verhaltensmuster, die dir möglicherweise auch bei deiner aktuellen Herausforderung helfen können. Dabei führst du dir vor Augen, wie viele Krisen du in deinem Leben schon gemeistert hast. Du kannst Vertrauen in deine eigenen Fähigkeiten entwickeln, um das aktuelle Problem zu lösen. Dabei stärkst du dein Selbstbewusstsein. Durch den Rückblick, kannst du deine positiven Emotionen (z. B. Mut, Zuversicht, Stolz) aktivieren. Diese positiven Emotionen helfen dir dabei, dich deinen Problemen zu stellen und diese aktiv anzugehen.

Nimm ein Blatt Papier und beschreibe die schwierige Lebensphase (Krise, Problem), die du bereits bewältigt hast. Benenne die Problememotionen im Zusammenhang mit dieser Krise (z. B: Hilflosigkeit, Sorge, Schuld, Angst).

Beschreibe, wie du die Situation konkret bewältigt hast. Welche Ressourcen haben dir dabei geholfen (z. B. Unterstützung durch gute Freunde, Selbstfürsorge, Organisationstalent, Liebe zu deinen Kindern)? 

Was sagt die Bewältigung der Krise über dich aus? Welche Emotion (en) löst der Gedanke an die erfolgreiche Krisenbewältigung in dir aus?

Aus diesem Rückblick schau dir nun dein aktuelles Problem an und beschreibe es. Wie kannst du deine Erfahrung aus der früheren Krisenbewältigung für die Bewältigung des/der aktuellen Problems/en nutzen?

Hier noch mal die Punkte der erfolgreichen Krisenbewältigung zusammengefasst

  • Auf bewährte Strategien zurückgreifen
  • Selbstvertrauen stärken
  • Positive Emotionen aktivieren
  • Ressourcen aktivieren und nutzen

Was sind Ressourcen?

Zu deinen Ressourcen werden alle Fähigkeiten, Interessen, Erfolge, positive Lebensumstände und Beziehungen gezählt, die dir bei der Befriedigung deiner Bedürfnisse bzw. zur Lösung von Problemen helfen. Du verfügst bereits über Ressourcen aufgrund deiner Lebenserfahrungen. Du musst dich nur daran erinnern, dass du über sie verfügst. Daher der Rückblick, wie du frühere Krisen bewältigt hast. Ressourcen kommen zum einen von außen, zum anderen aus dir selbst (dein Wissen, deine Fähigkeiten, deine Fertigkeiten). Es gibt für jede, auch scheinbar ausweglose, Situation Ressourcen, die dir weiterhelfen. Diese wirken ermutigend und motivierend. Jeder Mensch verfügt über bestimmte Ressourcen, die in schwierigen Lebensphasen helfen und positive Emotionen aktivieren können. Ressourcen werden in fünf Gruppen eingeteilt. 

  • Das sind positive persönliche Eigenschaften und Fähigkeiten, die du an dir magst und die für dein Leben hilfreich sind.

  • Weiterhin deine Interessen und deine Freizeitgestaltung – Dinge und Tätigkeiten, die dich entspannen und deine positiven Emotionen aktivieren können.

  • Positive Beziehungen und Kontakte zu Menschen, die dir etwas bedeuten.

  • Spiritualität, Religion oder Lebensphilosophie, die Überzeugungen bzw. Glaubensinhalte, aus denen du Kraft und Zuversicht schöpfst.

  • Sinn gebende Lebensgestaltung, d.h. Interessen und Tätigkeiten (z. B. Sport, außerberufliches Engagement, Hobbies), welche deinem Leben Sinn geben.

Ich wünsche jedem auf seinem Weg der Bewältigung von schwierigen Lebensphasen Geduld, Selbstvertrauen und Achtsamkeit.

Autor: Meike Gräf, Heilpraktikerin für Psychotherapie
Thema: Schwierige Lebensphasen überwinden
Webseite: http://www.meike-graef.de

Literatur:

  • Therapie-Tools Emotionsregulation, Eismann und Lammers 2017
  • Der kleine Alltags-Buddhist, Maren Schneider 2015

Expertenprofil:

Beiträge Persönlichkeitsentwicklung

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