Den Begriff spiritueller Wachstum halte ich für etwas unglücklich gewählt, da er werte basierend ist und impliziert, dass jemand eine höhere, bessere und fortgeschrittenere Stellung hat als ein anderer.

Dabei sitzen die Personen, die unter dem Berg der Erleuchtung ein Feuerchen machen und die Personen, die sich oben an der Spitze des Berges den Arsch abfrieren und am besten auch schnell ein Feuer anmachen sollten auf derselben Stufe.
Ach ja, und dann gibt es da ja auch noch die Menschen, die ganz andere Gipfel der Erleuchtung erstürmen. Sind diese jetzt besser oder erleuchteter, als die der anderen Gipfel oder gar der Camper am Fuß des Berges?
Erleuchtung ist ein ideologischer Begriff, bei der „Erleuchtung“ erkennt man im Grunde nur, dass die höchste Erkenntnis der Wahrheit, die man als Mensch erreichen kann, im besten Fall eine Kritzelzeichnung eines Fünfjährigen der Wirklichkeit ist. Das berühmte „Ich weiß, dass ich nichts weiß…“.
Eine andere Sache, die mir im spirituellen auffällt ist, dass viele der Ansicht sind, dass die Menschheit beziehungsweise die Zivilisation krank ist und es einer Veränderung bedarf. Auch hier erkenne ich wieder Bewertungen. Gibt es objektiv gesehen eine verbesserte Form des Zusammenlebens überhaupt? Ein Grundgesetz des Universums ist Gleichgewicht. Im Grunde ist alles zu jeder Zeit im Gleichgewicht. Alles andere ist eine subjektive Wahrnehmung und Bewertung.
Was uns zum nächsten Punkt bringt. Lässt sich das Universum in die Karten spielen? Kann man es beeinflussen? Diese Frage wird in der Literatur oft thematisiert. Am bekanntesten wohl in „Die Zeitmaschine“, wo der Protagonist vergeblich versucht seine Geliebte vor dem Tod zu „retten“und es nicht schafft, obwohl er weiß, was geschehen wird.
Ich denke, dies ist der nächste Grundpfeiler der Erleuchtung. „Loslassen“, man kann und muss niemanden retten!
Die Macht der Liebe. Ein Extrem, auf das ich ebenfalls immer wieder stoße. Wo man wieder bei dem Thema Gleichgewicht wären. Kann ein Extrem eine optimale Lösung sein? Ich glaube eher nicht. Alles ist Liebe, hört sich schön und gut an, jedoch denke ich nicht, dass es als Lösung für das Universum OK wäre. Bei diesem Punkt werden mir wahrscheinlich viele widersprechen, da diese Macht der Liebe Ideologie sehr stark verbreitet ist und sich vom Grundgedanken ja auch sehr gut anhört. Mein Problem damit ist wie gesagt, dass es ein Extrem ist und ich Gleichgewicht und Balance als ein Gesetz des Universums sehe und das würde in diesem Blickwinkel im Chaos enden.
summa summarum sind das meine Gedanken zum Thema Erleuchtung. Wie erwähnt auch nur eine primitive Karikatur der Wirklichkeit. Zusammengefasst würde ich sagen. Erleuchtet ist man, wenn man loslässt etwas zu bekämpfen oder steuern zu wollen, sondern das Universum machen lässt. Niederlegung von Bewertungen. Jeder ist OK wie er ist, man muss nicht wachsen oder bewegt sich in eine falsche Richtung. Alles ist zu jeder Zeit genau das, was sein muss. Falls man denkt, etwas sei falsch oder nicht richtig, liegt das daran, dass man lediglich ein Mensch ist und den Sinn davon einfach nicht erkennt. Loslassen, Gelassenheit, Wertefreiheit und das Wissen nichts zu wissen, in meinen Augen die vier Grundpfeiler der kleinen Erleuchtung, die ein Mensch erreichen kann.
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