Wünsche und Träume haben die meisten Menschen. Allerdings gelingt es nicht jedem, aus diesen Wünschen und Träumen ein ehrgeiziges Ziel oder ein konkretes Projekt abzuleiten.

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Doch worin besteht eigentlich der Unterschied zwischen Wünschen, Träumen und Zielen?

Während sich Ziele auf der rationalen Ebene mit einem konkreten Motiv und einem dahinter liegenden Bedürfnis verbinden lassen und damit sachlich zu begründen sind, stehen Wünsche eher für ein Gefühl, etwa für die Sehnsucht nach einem bestimmten Zielzustand, dessen Erfüllung aber möglicherweise nicht ernsthaft betrieben wird. Träume stellen hingegen die (gefühlsmäßige) Steigerung dieses Wunschzustandes dar. Sie sind zwar ebenso unkonkret, dabei aber emotional stärker besetzt.

Sie können durchaus den Wunsch haben, Millionär zu sein. Wenn Sie aber tatsächlich davon träumen, werden Sie sich vermutlich für einen weiteren Schritt entscheiden und vielleicht in einem Lotteriegeschäft einen Lottoschein kaufen, in der Hoffnung, dass Sie Glück haben und den Hauptgewinn erzielen.

Setzen Sie sich aber ernsthaft das Ziel, Millionär zu werden, und machen Sie diese Idee zu Ihrem persönlichen Projekt, werden Sie sich nicht mehr nur auf Ihr Glück verlassen, sondern Sie werden nun einen konkreten Plan dafür entwickeln und gezielte Maßnahmen ergreifen, um zum Beispiel mit einer guten Geschäftsidee ein Unternehmen zu gründen.

Auf die innere Selbstverpflichtung kommt es an

Die Verbindung zwischen Wünschen, Träumen und Zielen besteht darin, dass sich aus einem Wunsch oder einem Traum auch ein konkretes Ziel ableiten lässt, dessen Erreichung messbar ist. Weiterhin ist die Absicht, ein Ziel zu erreichen, mit einer inneren Verpflichtung verbunden.

Es hat schlichtweg eine andere Qualität zu sagen: „Ich träume so sehr von einem eigenen Haus!“, als zu sagen: „Ich werde zukünftig noch einen Nebenjob annehmen, um das Geld für ein eigenes Haus anzusparen!“

Sie können anderen noch so oft erzählen, dass Sie dies oder jenes erreichen wollen. Sofern dies nicht mit einer inneren Selbstverpflichtung einhergeht, wird Ihr Vorhaben allenfalls zufällig Wirklichkeit werden, wahrscheinlich aber scheitern.

Sobald Sie sich selbst verpflichtet haben, sind Sie fest entschlossen. Sie wissen, dass Sie es tun werden. Wenn Sie innerlich sagen: „Na ja, ich versuche es mal“, hat das nichts mit innerer Selbstverpflichtung zu tun. Selbstverpflichtung heißt: „Ich nehme mich selbst in die Pflicht. Ich tue es, komme, was wolle. Jetzt oder nie!“ Sie zweifeln dann nicht mehr, sondern sind sich sicher, dass Sie das Ziel erreichen wollen und werden.  

Nicht anderen gegenüber müssen Sie sich rechtfertigen und verpflichten, sondern vor allem sich selbst gegenüber. Sie schauen in den Spiegel und sagen: „Ja, das will ich!“

Das sollten Sie allerdings erst tun, sofern Sie sich ganz sicher sind, dass das Ziel auch wirklich zu Ihnen und Ihren bewussten und unbewussten Wertvorstellungen passt und Ihren eigenen Stärken entspricht. Was es damit auf sich hat, erfahren Sie in meinem Buch „Ohne Ziel passiert nicht viel – Wie du deinen inneren Schweinehund besiegst und Schieberitis überwindest“.

Gleichzeitig muss die nötige Machbarkeit gegeben sein, damit Sie der mit der Zielerreichung verbundene Aufwand weder über- noch unterfordert. Oft wissen wir intuitiv, dass diese Machbarkeit gegeben ist. Ist das allerdings nicht der Fall, fragen Sie sich: „Verfüge über die notwendigen Ressourcen (z.B. Fähigkeiten, Wissen, Erfahrungen, Kontakte, materiellen Möglichkeiten), um mein Ziel erreichen zu können?“ Falls nicht, sollten Sie einen Schritt zurückgehen und sich zunächst ein kleineres Ziel setzen, zum Beispiel, sich vornehmen, sich die fehlenden und erforderlichen Ressourcen zu erarbeiten. Behalten Sie aber Ihr großes Ziel im Auge und betrachten den Zwischenschritt als Etappenziel.

Wenn das Ziel feststeht, folgt der Plan

Was das Thema Ziele und Zielsetzungen betrifft, können Sie vor allem von erfolgreichen Unternehmern lernen, denn insbesondere für sie ist es überlebenswichtig, sich strategische und operative Unternehmensziele zu setzen, um sich langfristig am Markt behaupten zu können.

Im betriebswirtschaftlichen Sinne beschreibt man mit strategischen Zielen das Gesamtziel eines Unternehmens bezüglich seiner mittel- oder langfristigen Marktposition. Demgegenüber sind operative Ziele kurz- oder mittelfristig angelegte und stärker konkretisierte Ziele. Im Idealfall leiten sich die operativen Ziele aus den strategischen Zielen ab.

Positionieren Sie sich also wie ein erfolgreicher Unternehmer, der das Projekt „Mein Leben“ zu einem langfristigen Erfolg führen will. Das größere, weiter in der Zukunft liegende Ziel ist Ihr strategisches Ziel. Die notwendigen Etappenziele sind Ihre operativen Ziele.

Nutzen Sie Ihre Vorstellungskraft

Stellen Sie sich Ihr großes, langfristiges Ziel als erreicht vor. Arbeiten Sie intensiv mit Ihrem Vorstellungsvermögen. Nehmen Sie sich hierfür die nötige Zeit. Was sehen, hören und fühlen Sie in dieser zukünftigen Situation? Überlegen Sie sich, worin der letzte Schritt bestand, bevor Sie dieses Ziel erreicht haben. Und welchen Schritt sind Sie zuvor gegangen? Und davor? Und davor? Tun Sie das solange, bis Sie in der Gegenwart angekommen sind und die jeweiligen Etappenziele klar vor Ihrem geistigen Auge sehen können. Nun verfügen Sie gleichzeitig über einen konkreten Plan, den Sie am besten schriftlich fixieren und von nun an folgen.

Externalisieren Sie Ihre Gedanken

Wenn es Ihnen schwerfällt, sich alles einfach nur im Kopf vorzustellen, nutzen Sie die Möglichkeit, Ihre Gedanken zu externalisieren, also nach außen zu kehren. Hierzu können sie folgende Übung machen:

  • Suchen Sie in Ihrem Umfeld, zum Beispiel in Ihrer Wohnung, nach Materialien und Gegenständen, die Ihr Ziel verkörpern. Wählen Sie einen solchen Gegenstand aus und legen sie ihn im Raum auf den Boden.
  • Suchen Sie nun nach einem Stellvertreter, der für Sie selbst steht, zum Beispiel eine Puppe, eine Playmobilfigur oder ein Kuscheltier. Legen Sie diese Figur in einem kleinen (2 bis 3 Meter) Abstand zu Ihrem „Ziel“ auf den Boden.
  • Finden Sie nun noch einen Gegenstand oder eine Figur, die für Sie einen weisen Berater repräsentiert. Legen Sie auch diesen Gegenstand/diese Figur auf den Boden, so dass ein Dreieck am Boden entsteht.
  • Stellen Sie sich zunächst neben die Figur, die Sie selbst repräsentiert und stellen Sie sich vor, dass Sie selbst diese Figur sind. Betrachten Sie von hier Ihr Ziel aus der Ferne. Erinnern Sie sich an eine frühere Situation, in der Sie sich ein Ziel gesetzt und später auch erreicht haben und verknüpfen Sie diese Erinnerung mit dieser Stellvertreterfigur, in dem Sie diese berühren.
  • Nun stellen Sie sich neben den Gegenstand, der Ihr Ziel verkörpert. Erinnern Sie sich mit allen Sinnen daran, wie es damals war, als Sie dieses Ziel erreicht haben? Was haben Sie gesehen, gehört und gefühlt? Erleben Sie diese frühere Erfahrung so lebendig wie möglich. Verknüpfen Sie auch diese Erinnerung mit dem auf Boden liegenden Gegenstand.
  • Stellen Sie sich jetzt neben den Gegenstand, der den weisen Berater repräsentiert. Erinnern Sie sich an eine Situation, als Sie für eine andere Person ein wichtiger Ratgeber waren. Oder stellen Sie sich jemanden vor, der einst für Sie ein wichtiger Unterstützer und Berater war. Verknüpfen Sie diese Erinnerung mit dieser Figur, zum Beispiel indem Sie diese Figur in die Hand nehmen und erspüren.
  • Treten Sie nun aus dem Dreieck heraus und betrachten Sie alle Positionen noch einmal von außen.

Nun beginnt der zweite Durchlauf:

  • Sie treten auf die Position, die Sie selbst verkörpert und betrachten von hier aus den Gegenstand, der Ihr Ziel darstellt und gehen ganz langsam auf dieses Ziel zu. Genießen Sie den Prozess und nehmen Sie wahr, was Ihnen durch den Kopf geht. Welche Zwischenschritte sollten Sie auf Ihrem Weg bedenken? Sie können auch hin und her laufen, um sich die notwendigen Zwischenschritte bewusst zu machen.
  • Wenn Sie körperlich an dem Gegenstand angekommen sind, der Ihr Ziel darstellt, stellen Sie sich nun sehr intensiv vor, dass Sie hier Ziel erreicht haben. Gehen Sie in diese zukünftige Situation hinein und erleben Sie diese Situation wieder mit allen Sinnen. Was sehen, hören und fühlen Sie dabei?
  • Betreten Sie nun die Position des weisen Beraters. Versetzen Sie sich in ihn hinein und betrachten Sie mit seinen Augen den Weg, den Sie gerade vom Ausgangspunkt zum Ziel gegangen sind. Überlegen Sie, ob Ihr anderes ICH dort auf dem Weg an alles gedacht hat oder ob Ihnen als Berater sonst noch irgendetwas ein- oder auffällt. Falls ja, schicken Sie eine mentale Nachricht an sich selbst in der ersten Position, zum Beispiel in Form eines Windstoßes oder eines Laserstrahls. Gehen Sie dann dorthin und nehmen Sie diese Nachricht in Empfang. Verarbeiten Sie alles mental und bewegen Sie sich nun noch einmal auf Ihr Ziel zu.
  • Betrachten Sie nun noch einmal alles von außen. Fehlt noch etwas? Oder ist alles rund? Wiederholen Sie alle Schritte so oft, bis sich in der ersten Position ein gutes und optimistisches Gefühl einstellt, dass Sie Ihr Ziel erreichen (haben) werden.
  • Machen Sie sich unmittelbar nach dieser Übung Notizen dazu, was nun zu tun ist und was Ihnen sonst noch durch den Kopf gegangen ist.

Mentalübungen sind keine Hexerei

Heinrich Heine sagte einmal: „Der Gedanke geht der tat voraus wie der Blitz dem Donner“. Die eben beschriebene Übung folgt dieser Ansicht. Viele ernstzunehmende Persönlichkeiten, wie zum Beispiel Leistungssportler, Unternehmer oder Manager arbeiten inzwischen mit solchen Techniken. Sie entstammen dem Neuro-Linguistischen Programmieren (NLP) bzw. dem Systemischen Coaching. Versuchen Sie es doch auch einmal. Sie werden staunen!

Autor: Friedhelm Sommerland, Heilpraktischer Psychotherapeut (HPG)
Thema: Wie Sie Wünsche und Träume zu Ihren Zielen machen
Webseite: https://www.sommerland-berlin.de

Autorenprofil Friedhelm Sommerland:

Coach und Heilpraktischer Psychotherapeut (HPG) und Lehrtrainer für Neuro-Linguistisches Programmieren (DVNLP e.V.), Autor des Buches „Ohne Ziel passiert nicht viel!

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