Ratgeber Lifestyle

Schon wieder so ein Tag, an dem alles rund laufen könnte. Ausnahmsweise passt mal das Wetter, die Lieblingshose ist fleckenfrei und tragbar, die Kinder geben Ruhe auf dem Weg zur Schule und im Büro wartet ein wirklich übersichtlicher Aufgabenstapel. Also, zurücklehnen und den Tag einfach laufen lassen. Ist ja fast wie Wellness, wenn der Stresslevel nicht tagtäglich am oberen Limit anschlägt.

wohlbefinden zufriedenheit

Ja, im Grunde genommen ein Tag, an dem man ein wenig Leichtigkeit in den Alltag bringen kann. Aber dann – dann bringen ein paar Kleinigkeiten alles durcheinander.

Jetzt fällt einem wieder ein, warum die Lieblingshose – fleckenfrei oder nicht – so lange im Schrank hing: die kneift nämlich. Und das erinnert daran, dass der zweite Teller Bratkartoffeln gestern Abend echt nicht mehr hungerbedingt war. Schlechtes Gewissen. Aber, zum Sport kommt man schon lange nicht mehr. Wie denn auch, der Tag ist ja durchgetaktet. Aufstehen, Frühstück, Kinder organisieren, zur Schule bringen, Büro, Einkaufen, Abendessen, Haushalt und dann als krönender Abschluss irgendetwas im Fernsehen finden, was für alle erträglich ist. Nicht so einfach, denn das Programm wird auch nicht täglich besser. Und so stecken wir gefühlt in der Wiederholungsschleife … leicht fühlt sich das nicht an.

Solche Tage, die sich scheinbar wie Kaugummi ziehen und gleichzeitig viel kurz zu sein scheinen, als dass am Ende das Gefühl bliebe, man hätte auch nur im Ansatz irgendetwas Produktives geleistet, kommen immer wieder. Manchmal tauchen sie in unseren „guten“ Phasen sporadisch auf und gehen wieder, ohne große Spuren zu hinterlassen, aber manchmal wollen sie nicht enden und bleiben lange. Frustriert, erschöpft und etwas unzufrieden blicken wir auf die Zeit, die hinter uns liegt. Hin und wieder gibt der Körper dann auch noch seine Signale dazu. Hautausschlag, Einschlafstörungen, vor sich hin dümpelnder Kopfschmerz, das Ziehen im Rücken.

Und irgendwann taucht ganz leise die Frage auf: „Was macht denn da noch Sinn – wozu die Anstrengung?“ Gefolgt von dem unausweichlichen: „ Wo bleibe denn ich dabei?“ oder „ Warum fühle ich mich nicht mehr wohl in meiner Haut?“.

An diesem Punkt sehnen wir uns nach dem Gefühl des Glücklich-Seins, des Wohlbefindens, der inneren Zufriedenheit und jenem Moment, als wir gespürt haben – ja, genau so fühlt es sich "richtig" an. Damals, vor soundso viel Jahren, da hat das geklappt, das wünschen wir uns zurück. Ab in die Zeitmaschine und schwups – aber Halt!

Die Person von damals hat sich doch weiter entwickelt, oder? Äußerlich natürlich, das ganze Lebensumfeld ist ein anderes und auf dem Weg dahin haben wir eine völlig neue Lebensphase begonnen, oder auch mehr. Wir haben damals andere Entscheidungen getroffen, andere Prioritäten im Leben gesetzt und Menschen zugehört, die uns heute nicht mehr beeindrucken würden. Vielleicht ist manches leiser geworden, anderes stürmischer – es hat sich auf jeden Fall etwas verändert.

Aber wie können wir das nutzen, diese Erinnerungen an das vertraute Gefühl von Zufriedenheit „es fühlt sich gut an“ um aus dieser frustrierenden, zähen Alltagsunzufriedenheit raus in ein vielleicht nicht gar so spektakulär aufregendes, aber dafür angenehm anhaltendes Wohlgefühl zu kommen?

Wie erreicht man Wohlbefinden und innere Zufriedenheit?

Schritt 1: Lösen wir uns der Vorstellung, dass früher - egal ob es dabei um Jahre oder nur Wochen geht, die verstrichen sind - alles besser, leichter, schöner, erträglicher war. Denn erstens stimmt das in der Regel nicht, weil wir die damals gefühlte Anstrengung hübsch mit Hilfe der Macht der Verdrängung klein reden und zweitens bringt es einfach nichts, ein Gefühl oder eine Erfahrung aus der Vergangenheit in die Gegenwart zu zerren und so zum Maßstab für das zu erreichende Glücksgefühl zu machen. Ganz so, als würde man versuchen ein Puzzle fertig zu stellen, in dessen Mitte man ein Teil aus einem ganz anderen Puzzle platziert hat. Das kann nichts werden. Was tun wir also mit diesen erinnerten Momenten?

Schritt 2: Nehmen wir die Erinnerungen an diese Momente des Glücks und der Zufriedenheit nicht als Gradmesser fürs Heute sondern als steten Beweis und Erinnerung, dass wir in der Lage sind, Zufriedenheit, Glück und Wohlbefinden zu spüren – aus uns selbst heraus. Jeder hat sein eigenes Schatzkästchen des Wohlbefindens – gefüllt mit Highlights, die uns explosive Glücksmomente bescherten, das stille Lächeln, das nur einem selbst gilt, genauso wie das anhaltende Gefühl von Vertrautheit und Sicherheit, das Stabilität auch in unsicheren Zeiten ermöglicht. Füllen wir doch die Schatzkiste reell – was kann dazu gehören?

Menschen, Gesichter, Bilder und Fotos, kleine Gegenstände als Erinnerung an das „es fühlte sich gut an“. Nehmen wir die Erinnerungen in die Hand und überlegen: was war nötig und möglich, dass wir uns in dem Moment so gut, zufrieden, wohl ins unserer Haut gefühlt haben? Und – was davon würde heute noch zu uns passen? Was müsste heute anders sein, damit wir uns ähnlich wohl fühlen können?

Schritt 3: Wohlbefinden hat keinen Schalter. Diese „gute Gefühl“ kann man weder anknipsen wie eine Lampe oder steuern wie eine Heizung per Thermostat. Das "wenn-dann-Prinzip" greift hier nicht einfach so … ein bisschen muss man schon dafür tun. Nämlich vor allem ehrlich zu sich selbst sein. Die Bereitschaft zeigen, sich selbst einzugestehen, welche Faktoren einen im Leben mehr belasten als unterstützen; was wir uns selbst gewählt und auferlegt haben und was davon für uns wirklich sinnvoll ist. Das führt uns auch schon zum nächsten Schritt.

Schritt 4: Wir treffen jeden Tag Entscheidungen. Jede Menge, bewusst und unbewusst, proaktiv und reaktiv. Tun oder bleiben lassen, sprechen oder schweigen, Interaktion oder Rückzug. Wir entscheiden und merken es oft gar nicht. Wir entscheiden uns für etwas und gleichzeitig gegen etwas anderes. Wir entscheiden, etwas in Kauf zu nehmen, weil etwas anderes gerade wichtiger ist. Nur als Beispiel - wer sich entscheidet eine Familie zu haben, entscheidet sich damit gleichzeitig für einen gewissen Zeitraum zumindest gegen die Freiheit, jederzeit spontan und frei von den Bedürfnissen Anderer zu tun, was er gerade möchte.

Wer aus dem Wunsch nach minimalem finanziellen Risiko und größtmöglicher Absicherung des Lebensstandards einen sogenannten Brotjob macht, hat sich wahrscheinlich dagegen entschieden, in seinem Arbeitsalltag kreative Höhenflüge zu erleben, jeden Tag mit Begeisterung ans Werk zugehen und immer wieder aufs Neue die Herausforderung darin zu sehen.

Machen wir uns diese Entscheidungsstrukturen in aller Ehrlichkeit deutlich. Es ist vergleichbar mit einer „inneren Marktwirtschaft“: ich tausche Sicherheit ein gegen z.B. Flexibilität. Ich tausche das Zusammensein mit bestimmten Menschen ein gegen eine alleinige Entscheidungsfreiheit ohne Rücksichtnahme auf andere. Ich tausche die Erfahrung, einen tollen Job in einem anderen Land zu machen gegen das Gefühl des Geborgenseins im direkten Umfeld von Familie und Freunden usw.

Die wichtigsten Fragen, die wir uns dabei immer wieder aufs Neue stellen sollten, sind:

- Was genau brauche ich zu meinem Wohlbefinden?
- Ist das wirklich so
- oder erfülle ich nur eine fremde Erwartung?
- Woraus ziehe ich meine Kraft und Stärke?
- Was kann ich in Kauf nehmen als Gegenleistung für …?
- Was will ich keinesfalls aufgeben?

Dabei gilt ein Grundprinzip, das den Weg zum Wohlbefinden und der inneren Zufriedenheit deutlich leichter macht. Was heute gilt, kann morgen schon wieder anders aussehen. Und das ist gut so, weil wir damit unsere beständige Veränderung und Entwicklung ernst nehmen. Wer heute die Wellnessoase zum Entspannen braucht, findet morgen vielleicht sein Inneres Gleichgewicht auf den Gipfeln eines Berges, beim Joggen oder Schreinern.

Und damit legen wir die Grundlage für ein anhaltendes Wohlgefühl – machen wir deshalb aus den vielen „Ich muss“ ein klares „ich will – damit ich haben kann, was mich zufrieden macht.“ Feiern wir die innere Marktwirtschaft, indem wir uns zufrieden geben mit dem, was wir erreichen können und genießen die einzelnen, glückstrahlenden Highlights wie die fulminanten Feuerwerke, die es eben nur zu Silvester gibt.

Autor: Elisabeth Karger-Posch
Thema: Wohlbefinden und innere Zufriedenheit

Webseite: http://www.sissicom.de



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