Ratgeber Lifestyle

Mit dem ersten Schrei und Atemzug gelangen wir in das Leben und mit dem letzten Hauch des Atems verabschieden wir uns aus diesem.

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Dazwischen – eine wunderbare Liebesgeschichte – die unseren Körper mit dem Geist und der Seele verbindet!

Der Atem kann Körper und Geist heilen, da er als Bindeglied zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein dient. Flexibel, lebendig und kompromisslos funktioniert er ohne bewusste Handlung. Dabei steht er im engen Kontakt zu unserem autonomen Nervensystem und passt sich den Emotionen und dem Energiebedarf an. Bei körperlicher Anstrengung aber auch bei Ängsten greift unser vegetatives Nervensystem ein - beschleunigt unseren Atem, macht uns für Reaktionen bereit:

für den Kampf - für die Flucht - oder lässt uns erstarren

Entspannen wir oder schlafen wir, ist unser Atem ruhig und ausgeglichen und unser Parasympathikus, auch Erholungsnerv genannt, arbeitet für unser Wohlbefinden. Bindeglieder des vegetativen Nervensystems, wie der Herzschlag, die Pupillenreaktion, die Schweißproduktion, die Miktion oder die Verdauung, können nicht in dem Maße auf den Parasympathikus einwirken, wie es der Atem vermag.

Bei Dauerstress entgleisen diese Mechanismen und der Sympathikus der Gegenspieler des Parasympathikus gewinnt die Oberhand. Die Folgen reichen von Unruhe, Angstzuständen, depressive Verstimmungen über Darmerkrankungen, Entzündungen wie Arthritis bis zu chronischen schwerwiegenden Erkrankungen und chronischen Schmerzen.

Wir atmen pro Tag etwa 20.000 mal ein und aus und können mit einem Atemzug bis zu 3,5 Liter Luft in die Lunge aufnehmen. Als Residualvolumen verbleiben in den Atemwegen und der Lunge ca. 1,5 Liter. Diese Reserven stehen zur Verfügung und werden normalerweise nicht genutzt, da wir durch den Atemreiz gezwungen sind Luft zu holen. Jedoch sind wir in der Lage durch Training, wie z.B. beim Apnoetauchen, diese Vitalkapazität auf bis 10 Liter zu erhöhen.

Trotz aller wissenschaftlichen Untersuchungen bewahrt der Atem doch etwas „Geheimnisvolles“. Wir können uns jedoch durch Atemübungen diesem Geheimnis nähern. Viele verschiedene heilsame Atem-Techniken, genannt Pranayama (aus dem Sanskrit und heißt übersetzt „Prana der Lebensatem“ und „Yama kontrollieren“) werden im Yoga praktiziert und mit den Körperübungen den „Asanas“ und der Meditation verknüpft. Auf diese Weise können wir in Kombination mit Konzentration unseren Körper mit dem Geist verbinden und schlussendlich auch mit unserer Umwelt in Einklang kommen.

Atemübungen aus der Yoga-Praxis

Bewusste Atemübungen machen uns ruhig, zugleich wach und klar. Der Stoffwechsel wird stimuliert, das Verdauungs-System angeregt und gut durchblutet, die Energieversorgung im Gehirn wird erhöht. Der Pulsschlag und der Blutdruck wird gesenkt, die Verdauung angeregt. Der Körper wird zum Teil mit großen Mengen an Sauerstoff geflutet, dieser senkt signifikant den Kohlendioxidgehalt im Blut.

Wir entgiften unseren Körper

Zu guter Letzt unterstützt das bewusste Atmen unser Nervenkostüm, macht es geschmeidig und flexibel für herausfordernde Lebensumstände und stärkt unsere Selbstheilungskräfte.

Indikationen für Atemübungen

  • Stress, emotionale Belastungen und Burnout
  • Angstzustände und Phobien
  • Bluthochdruck
  • Schlafstörungen
  • Chronischer Schmerz
  • Magen- und Darmstörungen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Häufige Erkältungen und Nasen-Nebenhöhlen-Entzündungen
  • Steigerung der Leistungsfähigkeit und des Atemvolumens


Vorbereitung für die Atemübungen

  • komme in eine angenehme Sitzposition.
  • Dein Rumpf, Nacken und Kopf sind natürlich aufgerichtet, dein Gesicht und die Schultern entspannt.
  • Schließe die Augen und lenke dein Bewusstsein auf Deinen Atem.
  • Lasse deinen Atem kommen und gehen ohne ihn zu beeinflussen.

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Bild: Helga Proszamer

1. Ganzkörper-Atmung

  • Beobachte den Luftstrom in deinen vier Atemräumen:

    • in den Nasenflügel – verweile einen Moment
    • im Rachen – verweile auch hier einen Moment
    • im Brustkorb – verweile auch hier einen Moment
    • im Bauchraum – verweile bei dieser besonders beruhigenden Form des Atmens.

  • Weite dann dein Bewusstsein noch mehr aus, atme in deinen ganzen Körper hinein. Bei der Einatmung dehnt der ganze Körper sich aus, bei der Ausatmung zieht er sich wieder zusammen.
  • Atme bis in die Fingerspitzen, Zehen, bis zum Kopf und wenn möglich darüber hinaus.
  • Nehme mit jedem Atemzug die Ganzkörper-Ausdehnung deines Energiekörpers wahr.
  • Atme in deinem Rhythmus mit der Ganzkörperatmung bis zu 10 Min.

2. Blasebalg-Atmung (Bhastrika)

Es ist eine besonders aktive, intensive, kraftvolle Atmung und schenkt uns viel Energie. Wir beginnen mit kleinen Einheiten und steigern diese.

  • Lege die Hände auf den Bauch.
  • Atme bewusst einmal tief ein und aus.
  • Nun atme zügig und kräftig immer wieder in den Bauch ein und aus.
  • Die Bauchdecke wölbt sich mit jeder Einatmung nach vorne, mit der Ausatmung drücke mit den Händen die Bauchdecke in Richtung Wirbelsäule.
  • Das Atmen wird begleitet von einem gut hörbaren Atemgeräusch- ein Klang, der an einen Blasebalg oder auch eine Dampflokomotive erinnert.
  • Mache ca. 10 solcher Atemzüge.
  • Nach der letzten Ausatmung atme einmal langsam und vollständig ein und lasse dann in die Ausatmung hinein los.
  • Entspanne und spüre nach.
  • Atme zu Anfang bis zu 4 Runden und steigere dich langsam, da diese Übungen auch zu Schwindel führen kann, dieser lässt jedoch schnell nach und gibt sich nach längerem Üben.

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Bild: Helga Proszamer

3. Wechsel-Atmung (Anuloma Viloma)

Diese Atem-Übungen harmonisiert deinen Körper und wirkt sehr ausgleichend, da beide Körperseiten und Gehirnhälften angesprochen werden.

  • Die rechte Hand heben. Mit dem rechten Daumen das rechte Nasenloch schließen. Durch das linke Nasenloch ca. 4 Sek. lang einatmen. Dabei geht der Bauch nach vorne, die Lungen zu etwa 3/4 füllen.
  • Schließe beide Nasenlöcher mit Daumen und Ringfinger und halte die Luft 4 Sek. lang an.
  • Öffne das rechte Nasenloch und atme durch das rechte Nasenloch 6-8 Sek. lang aus. Leere die Lungen dabei (fast) vollständig.
  • Halte das linke Nasenloch geschlossen und atme durch das rechte Nasenloch 4 Sek. lang ein.
  • Schließe beide Nasenlöcher und halte die Luft 4 Sek. lang an.
  • Öffne das linke Nasenloch und atme 6-8 Sek. lang durch das linke Nasenloch aus.
  • Atme mindestens 3-8 Runden.

4. Wärmende Atmung (Ujjayi)

Die Übung erweckt dein inneres Feuer „Agni“ genannt und wird auch gerne während der Körperübungen angewandt.

  • Atme durch die Nase ein.
  • Atme durch den geöffneten Mund aus und töne ein Haaa (sanftes Rauschen), nehme dabei deinen Atem im Rachen wahr.
  • Atme wieder ein durch die Nase ein und erzeuge das gleiche Geräusch in der Kehle wie beim Ausatmen.
  • Lasse nun deinen Mund geschlossen und atme durch die Nase ein und aus, erzeuge dabei das gleich Geräusch in der Kehle.
  • Atme je 3-4 Herzschläge ein und aus.
  • Atme in deinem Rhythmus bis zu 10 Min..
  • Beende die Übungen mit einem OM (AOM klingend).


Wer nur halb atmet - lebt auch  nur halb!

Autor: Helga Proszamer
Thema: Atemübungen | Unser Atem Ein Alleskönner
Webseite: http://www.heilpraktiker-sindelfingen.de

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