Osteopathie

Die Berührung eines Körpers setzt Selbstheilungskräfte und Emotionen frei.

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Die Osteopathie ist momentan in aller Munde, doch was versteht man überhaupt unter diesem Begriff? Der amerikanische Arzt Andrew Taylor-Still begründete bereits im Jahre 1860 seinen osteopathischen Ansatz: „Die Funktion kreiert die Struktur und die Struktur kreiert die Funktion“. Ein Osteopath behandelt daher immer den Bewegungsverlust der Strukturen und Systeme.

Es gibt in der Osteopathie drei Teilbereiche:

  • die viscerale Osteopathie – die inneren Organe und ihre Aufhängungen
  • die cranio-sacrale Osteopathie – die Pulsation der Rückenmarksflüssigkeit im Körper
  • die parietale Osteopathie – Knochen, Gelenke, Muskeln, Faszien und Gewebe

Parietale Osteopathie

Der parietalen Osteopathie will ich mich in diesem Artikel ganz besonders widmen. Dieser Teilbereich der Osteopathie wird rein manuell ausgeführt. Der Therapeut erspürt dabei mit seinen Händen den Bewegungsverlust / die Bewegungseinschränkung in der Struktur und löst sie auf. Dieses kann durch Chiropraktik, Faszien Technik, Mobilisation oder Lösen von Verklebungen geschehen.

Unser ganzes System ist miteinander verbunden: über Knochen, Gelenke, Gefäße, Organe, Muskeln, Bänder, Sehnen und Gewebe. Sie artikulieren (sprechen) miteinander, damit unser System reibungslos funktionieren kann. Gibt es in einem Teil unseres Körpers ein Problem, wie z.B. einen blockierten Brustwirbel, dann kann sich diese Blockade auf das gesamte System auswirken. Durch diese Blockade kann es direkt zu einer Nerveneinengung mit Schmerzen und somit einer Unterversorgung des Gebietes kommen, indirekt kann es den Magen, das Zwerchfell, das Herz, die Rippen, den Nacken, das Becken und auch das Sprunggelenk in ihren Funktionen stark einschränken.

Chronische Schmerzzustände

Chronische Schmerzzustände haben sehr oft die Ursache nicht in dem Gebiet, wo die Schmerzen auftreten. Während die Schulmedizin meistens das Symptom behandelt, sucht der Osteopath nach dem Ursprung des Schmerzes. Immer wiederkehrende Nackenschmerzen, verbunden mit Schmerzen in der unteren Lendenwirbelsäule, können von einer Fehlstellung des Kiefergelenkes herführen. Der „falsche Biss“ führt zu Verspannungen in der Hals-Schulter-und-Nackenmuskulatur. Unser Steißbein ist zudem über das Rückenmark mit unserem Schädel fest verbunden. So kann es sein, dass Verspannungen im Kieferbereich, sich bis nach unten in die Lendenwirbelsäule ausbreiten können.

Lapidar gesprochen: Der Kopf hängt am Hintern und dazwischen kann alles passieren.

Des Weiteren kann eine Blockade oder Verspannung der oberen Extremitäten einen Schwindel auslösen, dessen Ursache in der Schulmedizin oft nicht erkannt wird. Durch die Blockaden oder Verspannungen z.B. in der Halswirbelsäule, werden die Gefäße und Nerven komprimiert, was dann eine frei fließende Durchblutung des Kopfbereiches nicht mehr zulässt. Auch der Abfluss des Liquors (Gehirnflüssigkeit) und der Lymphflüssigkeit wird stark beeinträchtigt. Es kommt dadurch oft zu Kopfdruck, Kopfschmerzen und Schwindel. Hier ist es zunächst sehr wichtig, die Halswirbelsäule nach Blockaden abzusuchen und diese zu beheben, damit die Gefäße wieder gut arbeiten können.

Gespeicherte Emotionen

Unser Gewebe ist ein Emotionsspeicher. Alles, was wir in unserem Leben durchgemacht haben – ob positiv oder negativ – wird als Emotion im System abgespeichert.

  • der Autounfall
  • die Fehlgeburt
  • der schwere Sturz
  • das Geburtstrauma

Berührt der Osteopath unter der Behandlung die geschädigten Stellen und beginnt daran zu arbeiten, so erinnert sich das Gewebe plötzlich wieder an die Geschichte und fängt an zu „sprechen“. Die Berührung setzt Emotionen frei. Die Blockade, welche jahrelang in der Stagnation verharrt war – löst sich plötzlich auf. Der Körper kann wieder in die Selbstheilung kommen.

Die Osteopathie ist somit eine Hilfe, damit unser System wieder seine Selbstheilungskräfte mobilisieren kann – auf dem Weg in die Gesundheit.

Die rechtliche Seite der Osteopathie, für mehr Qualität

Osteopathie ist eine Ausübung der Heilkunde und ist somit nur den Ärzten und den Heilpraktikern vorbehalten.

Ein Physiotherapeut ohne die vollständige Heilerlaubnis (großer Heilpraktiker) darf keine Osteopathie ausüben.

Achten Sie daher bei Ihrer Suche nach einem Osteopathen auf folgende Qualitätsmerkmale:

  • es ist ein Arzt, mit osteopathischer Weiterbildung von mindestens 700 Stunden
  • es ist ein Heilpraktiker, mit osteopathischer Weiterbildung von mindestens 1350 Stunden
  • es liegt eine Verbandsmitgliedschaft vor.

Autor: Claudia Rauch
Thema: Parietale Osteopathie
Webseite: https://www.rauch-naturheilpraxis.de

Autorenprofil Claudia Rauch:

Heilpraktikerin, zertifizierte Osteopathin D.O. Schilddrüsenpraktikerin nach Dr. med. Berndt Rieger und Buchautorin. Sie praktiziert seit 2010 in ihrer eigenen Praxis in Bad Wörishofen.

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