Wie Sie mit Sicherheit wissen, leben wir in einer sehr schnelllebigen Umwelt. Was heute noch unter Dach und Fach ist, kann morgen schon völlig anders sein.

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Meiner Meinung nach ist es daher nichts ungewöhnliches, dass Menschen mit Verlustängsten zu kämpfen haben. Unsere Verlustängste entwickeln sich in vielen unterschiedlichen Lebensbereichen. 

Welche Verlustängste gibt es?

Mögliche Verlustängste sind erstens die äußeren und zweitens die inneren Verlustängste.

Diese können ganz unterschiedlich sein.

  • Äußere Verlustängste können sich, beispielsweise in der Angst den Job zu verlieren oder sich von einem geliebten Menschen oder Tier zu verabschieden, realisieren.
  • In den bestehenden Partnerschaften oder in der Ehe ist es die Angst den Partner zu verlieren.

Die innere Verlustangst äußert sich zum Beispiel in der Angst keine Anerkennung oder Zuneigung von anderen Menschen zu bekommen.

  • Ein erstes Beispiel könnte sein, dass sich die Tochter selbst unter Druck setzt, um gute Noten zu erreichen, und damit die Zuneigung der Mutter und des Vaters zu gewinnen.
  • Ein zweites Beispiel könnte sein, dass eine Person viele Überstunden macht, zu allem Ja und Amen sagt, um so beim Arbeitgeber/in oder im Kollegenkreis akzeptiert und angenommen zu werden.

Diese Ursachen können schon in der Kindheit entstehen!

Mögliche Ursachen für Verlustängste sind zum Beispiel:

  • Ein überbehütetes Elternhaus, in dem es kaum Chancen gibt Selbstständigkeit und Unabhängigkeit zu erlernen.
  • Erfahrungen von Unsicherheit und ständiger Veränderung durch wechselnde Partner nach einer Trennung.
  • Kontaktabbruch zu dem Elternteil, dass die Familie verlassen hat aufgrund von Vernachlässigung und weniger Aufmerksamkeit.

Je inniger wir unsere Beziehungen erfahren, desto intensiver sind unsere Gefühle dem Gegenüber, und desto mehr befürchten wir den Verlust dieser Person.  

Welchen Auswirkungen können Verlustängste auf eine Beziehung hervorrufen?

Wie äußert sich das Verhalten möglicherweise?

  • Grundlose Eifersucht gefolgt von Eifersuchtsszenen und steigendem Misstrauen
  • Die Angst, nicht genug zu sein
  • Mangelndes Selbstwertgefühl
  • Verhör
  • Kontrollanrufe
  • Kein Zulassen von Unternehmungen ohne den Partner
  • Ständige eigene Vergleiche mit Personen des Partners aus dem Umfeld

Was passiert weiterhin?

  • Entwickeln von Strategien, die dem Partner die besondere Fürsorglichkeit deutlich macht.
  • Bejahen alle Anfragen und Wünsche des Partners und spielen eine Rolle, um den Partner zu gefallen. 

Was passiert, wenn der Partner die Verlustängste nicht so ernst nimmt und die auferlegten Einschränkungen nicht akzeptieren will?

Wenn das alles nichts nutzt, um den Partner an uns zu binden, greift man nach dem letzten Strohhalm!

  • Drohen sich umzubringen
  • Instrumentalisieren der Kinder

Welche Erfahrung habe ich als Paarberaterin mit dem Thema Verlustängste bei Paaren gemacht?

Als erfahrene Paarberaterin konnte ich in vielen Gesprächen mit den Paaren beobachten, dass innere und äußere Verlustängste oft im Zusammenhang mit Beziehungsproblemen stehen. Daher spielt das Thema Verlust eine sehr wichtige Rolle in den Partnerschaften und in der Paarberatung.

Doch letztendlich sind Verlustängste ein Festklammern an Dinge, an die wir uns gar nicht festklammern können. Wenn die Partnerin oder der Partner die Entscheidung getroffen hat sich zu trennen oder an der Beziehung nicht mehr weiter zu arbeiten, ist das Annehmen dieser Entscheidung und das Akzeptieren bei Weitem nicht so einfach.

Das sollen Sie auch nicht!

Welche Auswirkungen haben Verlustängste auf eine Partnerschaft?

Sobald sich die Angst vor dem Verlust des Partners in einer Beziehung entwickelt, d.h. die Angst den Anderen verlieren zu können, spielt die Frage nach dem möglichen Nährboden eine wichtige Rolle.

  • Auf welcher Grundlage konnte sich die Angst folglich entwickeln?
  • Beruht diese Angst auf gemachte Erfahrungen in dieser Partnerschaft?
  • Werden vergangene und noch nicht überwundene Verlustängste auf die aktuelle Beziehung projiziert?

Hier gilt es genau zu durchleuchten, ob sich die Ängste als Konsequenz einer Handlung von der Person selbst oder des Partners entwickelt haben. Folglich könnte sich beispielsweise durch Vertrauensmissbrauch oder Betrug die Angst vor der Abkehr, Distanz oder Trennung des Partners entwickeln.

Bringt ein Partner diese Verlustangst von vornhinein in die Partnerschaft mit, ist das ein deutliches Indiz für eine nicht verarbeitete Erfahrung, die einer bewussten Auseinandersetzung bedarf. Ein Verdrängen dieser Empfindung kann sich langfristig auf die Gefühlswelt des anderen Partners und schließlich auf die Beziehung selbst auswirken. Eine ständige Kontrolle des Gegenübers wirkt nicht nur herabwertend und verletzend für den Partner, sondern schränkt diesen Menschen in seiner Freiheit und Persönlichkeit ein. Wie lange wird mein Gegenüber diese Einschränkungen und Grenzen tolerieren und ertragen?

In der Auseinandersetzung ist grundlegend eine Abhängigkeit des Partners zu beobachten. Die Angst ein Leben ohne den Anderen zu führen ist so ausschlaggebend und unvorstellbar, so dass eine Art Festklammern und Kontrolle dieser entgegenwirken sollen. Doch so wird die Verantwortung für das eigene fortkommen und den Erfolg in die Hände einer anderen Person gegeben und damit eine große Abhängigkeit geschaffen.

Jede Art von Angst erschafft eine Grenze unseres Handelns und unserer Gedanken, die uns als Menschen in unserer Persönlichkeit aufhalten und blockieren. Doch sind wir Menschen nicht alle freiheitsliebend und wollen eine generelle Unabhängigkeit?    

Warum entstehen diese Verlustängste?

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  • Eine Verlustangst basiert auf der Vorstellung aller möglicher Folgen und Auswirkungen eines bevorstehenden Verlustes, sowie das Ausmalen der negativen Problemsituationen und Problemlagen.

Doch wirklich wissen können Sie das nicht, oder?

  • Unter anderem heißt es, dass alle Verlustängste erst einmal reine Projektionen sind, die sich in unseren Köpfen abspielen. Diese müssen aber nichts mit der realen Wirklichkeit zu tun haben.
  • Die Wahrheit ist, dass wir die Partnerin/ den Partner, den Job oder die Kinder nicht besitzen und sie damit nicht unser Eigentum sind.
  • Sie sind nicht für unser Glück zuständig. Dafür sind wir selbst verantwortlich.

Man darf nicht vergessen, dass jeder Mensch frei ist und daher gehen kann, wann er es für richtig ist.

  • Wir Menschen neigen dazu, alles kontrollieren zu wollen.

Was können Sie tun, um mit Verlustängsten besser umgehen zu können?

Was ist zu beachten, wenn Sie Verlustängste haben?

  • Als erstens möchte ich Ihnen mitteilen, dass es mit Sicherheit nicht einfach ist Verlustängste aufzulösen.
  • Ich weiß sehr genau, dass die Theorie sich einfacher anhört als die Umsetzung in die Praxis, die sich deutlich schwieriger gestalten lässt.
  • Ich bin mir auch bewusst, dass sowohl die Wege als auch die Zeit bei der Auseinandersetzung mit verschiedenen Ängsten sehr individuell sind.
  • Als erfahrene Paarberaterin und Life-Coach weiß ich auch, dass sich dadurch neue Türen öffnen.
  • Verlustängste richten Ihre Aufmerksamkeit nur auf die negativen Auswirkungen einer Situation und blenden auch positive Aspekte aus. Eine bewusste Auseinandersetzung weitet Ihren Blick wieder und veranlasst Sie die Dinge nochmals aus einem reflektierten Blickwinkel zu beurteilen.
  • So kann sich auch vieles zum Guten wenden.

Hier meine Tipps für Sie:

  • Räumen Sie der Kommunikation mit dem Partner einen höheren Stellenwert zu. Geben Sie sich mehr Zeit und Raum zum Reden.
  • Eine Partnerberatung oder ein Life-Coaching könnte dabei helfen Ihr Leben nochmals neu umzugestalten.
  • Nehmen Sie die gemeinsame Zeit mit der Partnerin oder Partner bewusst wahr und genießen Sie den Moment ohne zu kontrollieren.
  • Nur Sie können Ihr Glück herbeirufen und nicht andere Menschen um sie herum.
  • Fokussieren und Fixieren Sie die Aspekte in Ihrem Leben, die Sie jetzt schon zufrieden machen und die Dinge, die noch fehlen.
  • Leben Sie im Hier und Jetzt. Das Grübeln hat Ihnen bisher auch nicht viel gebracht, oder?
  • Wenn Sie Verlustängste haben, sprechen Sie unbedingt mit einer Vertrauensperson über diese Gefühle.
  • Sobald Sie über die Verlustängste sprechen, können Sie die Dinge, die diese Gefühle bei Ihnen verursachen, konkret benennen. Im Gespräch ist es dann deutlich einfacher nach Ihren persönlichen Lösungswegen zu suchen, die Sie von der Angst lösen.

Hier ein persönlicher Tipp von mir:

  • Schreiben Sie sich motivierende oder selbstkreierte Sprüche auf.
  • Seien Sie Kreativ.
  • Lachen Sie einfach.
  • Formulieren Sie eigene Ziele konkret aus, wie zum Beispiel ,,Ich besiege meine Angst meinen Mann zu verlieren."

Hier ist einer von mir den Sie gerne auch verwenden können!

  • Gute Gedanken
  • Gute Ausstrahlung
  • Gutes Leben

Carpe Diem!

Autor: Sandra Rumen
Thema: Verlustangst
Webseite: https://leb-neu.de

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