Was macht bzw. erhält eine Beziehung gesund und glücklich?

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Dafür gibt es keine pauschale Antwort, denn jede Beziehung ist so einzigartig wie jedes lebendige Wesen. Ich benutze an dieser Stelle bewusst das Wort Wesen, da Beziehungen nicht nur auf Menschen reduziert werden können.

Beziehung ist das, worauf ich mich beziehen kann. Das betrifft alle Bereiche und Facetten des Lebens. Die Qualität einer Beziehung bestimmt sich dadurch, WIE ich im Leben stehe, gehe, denke und atme, WIE ich auf Situationen, Ereignisse und Gegebenheiten antworte. Alles andere baut darauf auf.

So wie Paul Watzlawicks 1. Axiom aussagt „Du kannst nicht nicht kommunizieren.“, gilt das gleiche für Beziehung „Du kannst nicht nicht in Beziehung stehen.“ Du kannst allerdings die Qualität der gewünschten Beziehungen bewusst gestalten.

Ich lege das Fundament für glückliche und lebendige Beziehungen bei mir persönlich. Nur so kann ich wahrhaftig gesunde und stabile Beziehungen in meinem Leben kreieren, sei es die Beziehung zu meinem Körper und meiner Gesundheit, zu Geld und materiellen Dingen, zu meiner Arbeit, zum Weltgeschehen und zur globalen Entwicklung, und schließlich zu meinen Mitmenschen.
Diese beginnt bei der flüchtigen Begegnung an der Fußgängerampel und reicht bis hin zu den intensiven Beziehungen meines nächsten Lebens, wie Partner*in, Kinder, Familie, Kolleg*innen, ...

Es ist so leicht, über Nachbarn, Politiker, Chefs, Partner und Ex-Partner usw. zu schimpfen und sich darüber zu ärgern, was die anderen alles falsch machen. Wir können so wunderbar von uns selbst ablenken, uns im Recht fühlen und haben dabei scheinbar eine starke Position. Doch der Schein trügt, da wir somit jegliche Entwicklung, Heilung und Veränderung unterbinden. Wir lassen damit Ohnmacht und Hilflosigkeit zu, stagnieren und schaden uns selbst. Wenn wir über andere schimpfen, sind wir nicht mehr bei uns und verlieren automatisch unsere eigene Kraft. Die Energie folgt unserer Aufmerksamkeit und fließt genau dahin, worüber wir uns ärgern.  Das bedeutet, wir stärken, was wir eigentlich ablehnen.

Wie kann das Fundament für glückliche und lebendige Beziehungen gelegt werden?

Indem wir Verantwortung für unser Erleben, Tun und auch Nicht-Tun übernehmen. Das heißt konkret, dass wir bei uns bleiben, unsere Gedanken und unseren Geist trainieren und aus uns heraus kommunizieren. Das heißt auch, uns klar darüber zu sein, was für uns selbst wirklich von Bedeutung ist. Kräfte ziehendes Jammern und Lamentieren wird überflüssig. Es stellt sich vielmehr die Frage nach dem Bedarf, WIE dieser am besten gedeckt werden kann und was dazu benötigt wird?

Nehmen wir das Bild eines Gartens: Wir können Verantwortung übernehmen, …

  • indem wir in unserem eigenen „Garten“ bleiben und unseren eigenen Sinn für Ästhetik und Ordnung walten lassen.
  • indem wir zu unserem Garten stehen, so wie er ist und wie wir ihn haben wollen.
  • ihn verändern und genauso anlegen, wie er uns gefällt und Freude bereitet.
  • indem wir die Kritik an unserem Garten aushalten und uns davon nicht beirren lassen.
  • indem wir offen für konstruktives Feedback sind und uns davon inspirieren lassen.
  • Indem wir jeden Moment frei sind, uns neu zu entscheiden, den Garten neu anzulegen.

Den eigenen Garten im Sinne der Selbstverantwortung zu bestellen, bedeutet konkret:

  • Mir klar zu machen, welche Werte und Überzeugungen wirklich meine eigenen sind; mich darüber hinwegzusetzen, was andere über mich denken. So kann ich inspirieren und meinen Beitrag leisten.

  • Mich als bedürftiges Wesen zu verstehen; meine wahren Bedürfnisse herauszufinden und selbst für deren Erfüllung zu sorgen; meine Mitmenschen aus der Verantwortung zu entlassen, meine Bedürfnisse erfüllen zu müssen.

  • Zu erkennen, dass Leben und Entwicklung durch Fehler und Lernen entsteht. Mir selbst und meinen Mitmenschen zu erlauben, Fehler machen zu dürfen. 
         
  • Mir die Fähigkeit und den Mut anzueignen, die Punkte 1-3 nach außen zu kommunizieren, so dass andere sich daran orientieren können und wissen, woran sie sind und wiederum selbst bewusst antworten können.

  • Die Bereitschaft, mich wach und konstruktiv auseinanderzusetzen. Dabei die Offenheit zu wahren, mich zu verändern.
     
  • Anzuerkennen, dass zwischenmenschliches Leben nicht nur Frieden und Harmonie ist und eben Wachstum und eine lebendige Beziehung durch Verschiedenheit und Disharmonie angeregt werden.

Disharmonie auszuhalten und bewusst darauf zu antworten ist konstruktiv. Frieden und Harmonie herzustellen, kann nur das eigene persönliche Ziel sein. Ich darf es nicht ungefragt anderen überstülpen!

Was hindert uns daran, Verantwortung zu übernehmen?

Diese Frage muss sich jeder selbst beantworten. Ich halte es für die eigene Entwicklung und die Qualität der persönlichen Beziehungsfähigkeit als extrem wichtig, sich mit dieser Frage auseinanderzusetzen.

Wie bei so vielen Themen ist die Theorie einfacher als die Umsetzung. Was ist der Widersacher von Selbstverantwortung?

Meistens ist es die Angst. Fragen Sie nach, wovor genau Sie Angst haben? Der erste große Schritt ist, anzuerkennen, dass diese Angst da ist und sie zu spüren. Wenn es Ihnen gelingt, dieses Empfinden so stehen zu lassen, wie es ist, haben Sie viel erreicht und eine gute Ausgangslage zur Weiterentwicklung der Qualität Ihrer Beziehungsfähigkeit geschaffen.

Sie erleben die Angst als Ihren Widersacher. In Wahrheit ist jedoch Angst ein wichtiger Auslöser für diverse Schutzmechanismen, die uns vor Gefahren und negativen Erfahrungen bewahren wollen. Irgendwann in Ihrem Leben haben Sie manche dieser Mechanismen aus guten Gründen gebraucht und einen persönlichen Nutzen davon gehabt. Diese haben sich in Ihrem Unterbewusstsein verankert und blockieren Sie heute an bestimmten Stellen in Ihrer Entwicklung.

Der beste Weg ist, sich mit seinen Widersachern anzufreunden, um mit ihnen einen guten Umgang zu finden und/ oder sie aus dem Leben verabschieden zu können.

Das Lösen und Erkennen dieser Mechanismen brauchen Bewusstheit, Reflexion, Mut, Entschlossenheit und eine Sehnsucht. Sehnsucht nach was? Sagen Sie es mir.

Seien Sie sich Ihrer Sehnsucht bewusst und lassen Sie sich mutig von ihr leiten!

Übungsanregung für glückliche Beziehungen:

  • Fragen Sie Ihre Liebsten, was sie bewegt und was sie sich in der Beziehung mit Ihnen wünschen. Hören Sie offen und unkommentiert zu!
  • Teilen Sie aus der Ich-Perspektive mit, was Sie sich wünschen und was Ihnen wichtig ist, ohne dabei etwas zu fordern.

Autor: Ayla Germann, Heilpraktikerin für Psychotherapie
Thema: Die Gärten der Beziehungen
Webseite: https://www.aylagermann.de

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