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Paarbeziehungen, ganz gleich, ob es sich um eine Liebesbeziehung zwischen einer Frau und einem Mann, zwischen zwei Frauen oder zwei Männern handelt, sind komplex und einzigartig. Sie durchlaufen unterschiedliche Phasen und beinhalten häufig auch Krisen oder Konflikte.

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Dennoch schaffen es viele Paare, Krisen zu überwinden, Konflikte konstruktiv zu lösen und eine glückliche Beziehung zu führen. Was ist dieses Geheimnis einer glücklichen Ehe oder Partnerschaft? Um dem auf die Spur zu kommen, beleuchten wir die verschiedenen Phasen und Komponenten, die zu einer gelingenden Beziehung gehören, nachfolgend etwas genauer:

Die Phase der Verliebtheit

Am Anfang einer Partnerschaft scheint unser Miteinander mit Leichtigkeit und wie von selbst zu funktionieren. In dieser Phase der Verliebtheit finden wir alles aufregend, faszinierend und neu. Im Rausch der Hormone gelingt es uns leicht, kleine Fehler oder Schwächen des Anderen zu übersehen und auch mal „Fünfe gerade sein zu lassen“.

Wechselseitige Kooperation

Nach einer gewissen Zeit, wenn unser Blick durch die „rosarote Brille“ allmählich einem realistischeren Blick auf unsere Partnerin / unseren Partner weicht, beginnen wir unsere unterschiedlichen Ansprüche wahrzunehmen. Wir treten nun ein in eine neue Phase unserer Beziehung, die der „wechselseitigen Kooperation“. Jetzt steht unser gegenseitiger Austausch, das Geben und Nehmen immer mehr im Fokus. Wir nehmen wahr, was wir geben und was wir bekommen und beginnen eine Art „innere Kontoführung".

Wir sind glücklich, wenn unsere innere Kontoführung stimmt, wenn die Verteilung von Geben und Nehmen als ausgewogen empfunden wird. Es gibt Menschen, die geben gerne viel und wiederum andere, die viel vom anderen nehmen können. In den seltensten Fällen ist es so, dass das innere Konto einer wahrgenommenen Verteilung von 50% Geben und 50% Nehmen entspricht. Hierbei kommt es auf unsere individuelle Empfindung an, ob sich unser inneres Konto ausgeglichen anfühlt. Viele Konstellationen bezüglich der Verteilung von Geben und Nehmen sind hier denkbar.

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Gerechte Rollenverteilung

Beschließen wir, zusammen zu leben und einen gemeinsamen Haushalt zu führen, so ist das bildlich gesprochen so, als würden wir ein gemeinsames Familienunternehmen gründen. Und hier kommen wir zu dem Thema „Rollenverteilung“, welches ein zentraler Aspekt in Partnerschaften ist. Wenn wir bei dem Bild des Familienunternehmens bleiben, können wir uns das in etwa so vorstellen:

In einem Unternehmen, nehmen wir zum Beispiel an, es handele sich um ein Hotel, gibt es viele Berufsbilder, die besetzt werden müssen, um das Hotel erfolgreich führen zu können. Da gibt es den Beruf der Köchin, der externen Kommunikation, der Reinigungskraft, der Gärtnerin, des Handwerkers, der Buchhaltung, der IT … etc. Vergleichbar mit unserem Familienunternehmen „gemeinsames Wohnen“. Unser gemeinsames Leben funktioniert nur dann gut, wenn wir die verschiedenen Rollen übernehmen, die benötigt werden, um unseren Haushalt erfolgreich führen zu können.

Hier sollten alle wichtigen Rollen besetzt sein. Die Herausforderung, die sich uns hierbei stellt ist, dass wir auch „Berufe“ übernehmen müssen, die wir uns nicht freiwillig ausgesucht haben. Eine glückliche Partnerschaft erleben wir dann, wenn wir in einer von uns als gerecht empfundenen Verteilung jeweils verantwortungsbewusst unsere Rollen ausüben. Dabei können wir uns darauf verlassen, dass jeder „seinen Job macht“ und seinen Beitrag zum reibungslosen Funktionieren unseres Familienunternehmens beiträgt. Die Rollen können natürlich auch im Laufe der Zeit, oder bei Bedarf nach Absprache anders besetzt, bzw. getauscht werden.

schatten an der wand

Gelingende Kommunikation

Was unsere Paarbeziehungen so komplex macht ist die Tatsache, dass wir uns als zwei unterschiedliche Individuen begegnen, mit einer eigenen inneren Welt und einer eigenen Sicht auf die äußere Welt. In unserer inneren Welt ist alles gespeichert, was wir jemals in unserem Leben erlebt und erfahren haben. Es sind unsere Kindheitserlebnisse, unsere Schulzeit und Jugend, unsere Herkunftsfamilie und Freundschaften, unsere früheren Beziehungen, unser Beruf und unsere Hobbies und alles, was ansonsten noch zu unserer jeweiligen Welt gehört. Unsere Sicht auf die äußere Welt ist geprägt durch unser Wertesystem, unsere kulturelle Herkunft, unsere Religion und Erziehung. In einer Partnerschaft begegnen sich also zwei unterschiedliche Welten, die jede für sich „wahr“ ist. Dort, wo unsere beiden Welten sich berühren und eine gemeinsame Schnittmenge bilden, findet unser gegenseitiger Austausch und unsere Kommunikation statt.

Wir unterscheiden vier verschiedene Aspekte in unserer Kommunikation und nennen sie die vier zentralen „Bälle“, die wir uns während der Kommunikation zuspielen. Gelingt es uns, die „Bälle“ einander so zuzuspielen, dass sie vom anderen erkannt, aufgefangen und zurückgespielt werden können, fühlen wir uns glücklich in unserer Partnerschaft.

Doch was genau verbirgt sich hinter den vier zentralen „Bällen“ in der Kommunikation von Paarbeziehungen? In einer abgekürzten Schreibweise nennen wir sie: L-I-E-S

Hierbei steht L - für liebevolle Zuwendung; I - für Intellekt und Vernunft; E - für Emotionalität; S - für Sexualität. Mit liebevoller Zuwendung ist u. a. Zärtlichkeit, Aufmerksamkeit, Empathie, Trost, Interesse am anderen gemeint. Spielen wir uns einen „I-Ball“ zu, reden wir über Fakten, Sachthemen und Lösungen. Spielen wir einen „E-Ball“ öffnen wir uns und sprechen über unsere Gefühle und das, was uns in unserem Inneren bewegt. Und schließlich ist der “S-Ball“, die Sexualität in all ihren Facetten und Varianten, ein wichtiger kommunikativer Austausch, der ebenfalls Brücken baut zwischen unseren Welten.

Läuft das Spiel mit den Bällen der Kommunikation gut, entsteht Nähe zwischen uns. Wir stehen miteinander in einem guten Austausch und unsere Kommunikation ist im Fluss. Aber auch Distanz, Freiraum und unsere Autonomie sind ebenso wichtige Parameter einer Partnerschaft. Es gilt, eine gute Balance zwischen dem Bedürfnis nach Nähe und Distanz, bzw. zwischen dem Bedürfnis nach Bindung und Autonomie zu finden und darüber wiederum miteinander zu kommunizieren. Eine gelingende Kommunikation über Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche ist einer unserer Schlüssel zu einer glücklichen Partnerschaft. Dazu gehört auch, eine Konfliktkultur miteinander zu etablieren, denn unterschiedliche Sichtweisen und Bedürfnislagen können zu Konflikten führen. Sprechen wir Konflikte offen an und tragen sie miteinander aus, können sie im Rahmen einer guten Konfliktkultur gemeinsam gelöst werden und zur Entwicklung der Partnerschaft beitragen.

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Gute Kompromisse

Glückliche Beziehungen kennzeichnet auch die Fähigkeit, gute Kompromisse zu schließen. Mit guten Kompromissen ist Folgendes gemeint:

Im Grunde haben alle Menschen die gleichen Bedürfnisse. Keines steht höher in der Hierarchie oder ist wichtiger und dringlicher als das andere. In unserer Partnerschaft kommt es aber vor, dass in manchen Situationen unterschiedliche Bedürfnisse vorliegen. Dann gilt es, miteinander zu sprechen und einen Kompromiss zu verhandeln, in dem unsere verschiedenen Bedürfnisse Berücksichtigung finden. Lässt sich kein Kompromiss finden, sollten wir es uns erlauben, unsere Bedürfnisse auch getrennt voneinander zu erfüllen. Hat zum Beispiel der eine Partner ein Bedürfnis nach Ruhe und der andere zu diesem Zeitpunkt das Bedürfnis nach Aktivität, können wir darüber verhandeln, ob in dieser Situation ein guter Kompromiss möglich ist, in dem wir uns beide wiederfinden können, oder ob jede/r für sich selbst sorgt, um sein Bedürfnis zu erfüllen.

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Komponenten für eine glückliche Ehe oder Partnerschaft

Die Antwort auf die eingangs gestellte Frage: „Was ist das Geheimnis einer glücklichen Ehe oder Partnerschaft“ lässt sich zusammengefasst wie folgt beantworten:

Wir empfinden unser inneres Verrechnungskonto als ausgeglichen und Geben und Nehmen ist in einer guten Balance.

Unsere Rollen- und Aufgabenverteilung im Familienunternehmen „gemeinsamer Haushalt“ ist gerecht verteilt und wir übernehmen Verantwortung für das Funktionieren unseres gemeinsamen Lebens.

Wir wissen, dass jeder seine eigene innere Welt und seine individuelle Sicht auf die äußere Welt hat. Wir akzeptieren, dass jede dieser Welten wahr ist und versuchen nicht, uns gegenseitig dazu zu bewegen, unsere Welten aufzugeben. Wir bewerten die Welt des anderen nicht, sondern bauen Brücken von einer Welt zur anderen – in Form von gelungener Kommunikation.

Gelungene Kommunikation heißt, den gespielten „Ball“ des anderen zu erkennen, aufzufangen und denselben „Ball“ zurück zu spielen. So können wir einen „E-Ball“ (Emotionalität) nicht mit einem „I-Ball“ (Vernunft, sachliche Lösungsvorschläge) beantworten. Nur wenn wir einen E-Ball auch mit einem E-Ball beantworten, wird sich unser Gegenüber gesehen, verstanden, wertgeschätzt und geliebt fühlen. Und nur so kann Vertrauen, Nähe, Geborgenheit und Liebe entstehen.

Wir verstehen es, gute Kompromisse zu verhandeln. Wir wissen, dass jedes Bedürfnis gleichrangig ist und versuchen, bei unterschiedlicher Bedürfnislage Lösungen zu finden, in denen wir uns wiederfinden. Sollte das nicht gelingen, erlauben wir uns, unsere Bedürfnisse getrennt voneinander zu erfüllen. Wir lassen uns Freiraum und finden eine gute Balance zwischen Nähe und Distanz, bzw. Bindung und Autonomie.

Die gute Nachricht ist, dass wir die Komponenten für eine glückliche Beziehung oder Ehe jederzeit miteinander entwickeln können. Wichtig ist dabei zunächst zu wissen, welche Parameter wichtig für eine gelingende Paarbeziehung sind. Zur Bewusstwerdung dessen kann dieser Artikel dienen. Darüber hinaus braucht es unsere Bereitschaft, Zeit und Energie für die Entwicklung einer glücklichen Beziehung zu investieren. Manchmal kann uns hierbei auch externe, professionelle Unterstützung eine Hilfe sein, zum Beispiel in Form einer Paarberatung.

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Autor: Elke Lechthaler
Thema: Geheimnis einer glücklichen Ehe
Webseite: http://www.lechthaler-coaching.de

Autorenprofil Elke Lechthaler:

Diplom-Psychologin, Systemische Therapeutin, Paarberaterin, Systemischer Coach, Frankfurt am Main

 

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