Spätestens mit der Geburt der eigenen Kinder verändert sich das Bewusstsein über sich selbst. Man wird selbst in die Welt der Erwachsenen gehoben und möchte gerne auch so behandelt werden.

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Als Eltern trägt man Verantwortung für sein Kind und möchte diese Verantwortung auch tragen. Gerade in den ersten Wochen der neuen Elternschaft sind da vielleicht noch ein paar Unsicherheiten und dieses in die eigene Elternrolle hinein wachsen, ist ein sehr sensibler Prozess. Die werdenden Eltern möchten dies langsam und eben in eigener Verantwortung tun können. Doch die werdenden Großeltern, die es „ja nur gut“ meinen, lassen sie nicht.

Die Großeltern, sind nun in der Position, die eigene Verantwortung für ihr „Kind“, das gerade Mutter oder Vater geworden ist, in Vertrauen zu wandeln. Vertrauen und ein: „Ich traue es dir zu Mutter oder Vater zu sein“, tut gut. Es stärkt und gibt Selbstvertrauen! Es geht darum, ihre gerade frisch Eltern gewordenen „Kinder“ einen großen Schritt in die Eigenverantwortung gehen zu lassen. Sie müssen loslassen! Die frisch gebackenen jungen Eltern, wollen und müssen in die Verantwortung für das neue Leben kommen (dürfen).

Ich hab dich schließlich ganz gut hinbekommen hören wir da, oder wir bekommen einen guten ungefragten Ratschlag nach dem Anderen. Ja, die dem Kind sein gerade entwachsenden frisch gebackenen Eltern sind ihren Müttern und Vätern sehr dankbar. Doch sie stecken gerade in einem Dilemma. Sie wollen Verantwortung übernehmen für ihr eigenes Neugeborenes. Sie wollen sich abnabeln und zu Mutter und Vater werden.

Bei Großeltern, die diese erste Zeit des Rückzuges mit viel Feingefühl und vor allem sehr zurückhaltend gestalten, wird auch die weitere Beziehung zu den eigenen Kindern und den Enkelkindern von gegenseitiger Achtung getragen sein. Stellen Sie sich vor, sie müssten zu Beginn ihrer eigenen Elternschaft und womöglich schon die ganze Schwangerschaft über, immer kämpfen. Darum für voll genommen zu werden und eigene Entscheidungen gut treffen zu können.

Jemand, der sich sozusagen nicht vom Kind sein entkoppeln darf, wird dies früher oder später mit mehr Energie tun. Es kommt zum Kampf. Es kommt zu Auseinandersetzungen, weil die jungen Eltern ihre Position verteidigen müssen. Sie kämpfen sozusagen darum erwachsen sein zu dürfen.

Großeltern die ihre eigene Distanzlosigkeit oder Übergriffigkeiten nicht bemerkt haben, weil sie es ja nur gut meinen, fühlen sich nun plötzlich zurückgewiesen. Doch diese „Zurückweisung“ oder sehr strikte Anweisungen der Eltern, wie mit den Kindern umgegangen werden muss, was sie essen dürfen und was nicht, usw. ist lediglich der Versuch der Abkoppelung, also der Versuch klar zu machen, dass sie keine Kinder mehr sind, sondern verantwortliche Eltern.

Wenn ein Mensch zur Mutter oder Vater wird, ändert sich das eigene Leben sehr stark. Diese Veränderungen brauchen Raum. Es muss die Möglichkeit gegeben werden innerlich herauszufinden, innen wahrzunehmen, welch eine Mutter und welch ein Vater da in mir steckt. Was für eine Mutter bin ich, was denke ich, ist das Richtige für mein Kind, wie fühlt es sich stimmig an? Was ist mein Kind für eine Persönlichkeit, was braucht es, wie kann ich ihm geben, was es braucht?

Diese erste Zeit von Schwangerschaft und Geburt ist also ein neuer Raum. Der Raum gehört den werdenden Eltern und nicht den Großeltern! Die Zeit der Empfängnis ist nicht mit der Befruchtung der Eizelle vorbei! Eltern empfangen ca. 2 Jahre lang immer wieder die Energie, die der neue Erdenbürger braucht, um ganz hier anzukommen. Sie brauchen dazu Ruhe und einen Geschützen Raum. Es kommt eine ganz neue Seele hier an. Dieser Mensch ist anders, er bringt etwas Eigenes mit. Dieses eigene, die Seelenessenz möchte sich entfalten können.

Gut gemeinte Ratschläge aus der eigenen Erfahrung stören diesen zarten Werdungsprozess des Kindes, da es ihm übergestülpt wird, wie eine alte Matrix. Sie müssen jetzt Geduld haben und Ihre neue Rolle ebenso einnehmen wie Ihre Tochter oder Ihr Sohn. Seien sie zurückhaltend und vor allem trauen sie den jungen Leuten das Eltern sein zu!

Was geschieht in einem Menschen, wenn er ein Enkelkind bekommt?

Zum einen ist es dieses loslassen, das eine Hürde darstellt. Zum Anderen kommen alte Erinnerungen wieder zurück. Die intensivste eigene Zeit, die wunderbaren Glücksgefühle, der eigene Stolz, alles kehrt zurück. Manche Menschen sind davon überwältigt. Sie wollen sich mitteilen, wollen berichten, erleben diese Zeit nochmal neu. Besonders, wenn sonst eher wenig Innenschau stattfindet oder der eigene Lebensinhalt nicht neu gefüllt wurde, wünschen sich die Großeltern Zuspruch.

Die Zeit der Veränderung des Familiengefüges ist auch eine Zeit der Unsicherheit. Wenn nun die jungen Eltern alles anders machen, wie die Großeltern dies getan haben, fühlen sie sich allein durch diese Tatsache schon irgendwie angegriffen. So als wäre das, wie sie gehandelt haben nicht gut genug gewesen.

Diese Zeit des Großeltern-Werdens ist auch für diese sehr intensiv. Sie fühlen, dass die Aufgabe, die Rolle eine Mutter, ein Vater zu sein, sich verändert. Die Herausforderung ist nun, einen anderen tieferen Lebenssinn für sich zu finden. Den Lebenssinn in ein Enkelkind zu verlegen, kann daher zu Problemen führen. Legen Sie die Aufmerksamkeit mehr in sich und leben Sie Ihre eigene Freiheit. Finden Sie etwas, das sie erfüllt und glücklich macht.

Ihre Zeit als Oma und Opa kommt unter Garantie!

grossmutter mit enkelkindern klein

Sie wissen doch, wie herausfordernd es ist, Eltern zu werden. Die schlaflosen Nächte, das vollkommene absorbiert sein vom Kind, die neue Situation nicht mehr Frau oder Mann zu sein, sondern „nur noch“ Mutter und Vater!

Die Zeiten kommen, wo man sie bittet, ja anflehen wird vorbeizukommen und das Baby zu „besuchen“. Diese Zeit ist Ihre Zeit! Sie werden gebraucht, können ihre Wund(er)salbe mitbringen die schon ihre Mutter genommen hat, sie können herumtragen und spielen, vom Kindergarten abholen und Hausaufgaben mit Ihren Enkeln machen. All das und noch viel mehr! Lassen Sie sich gegenseitig Raum und schenken Sie sich Verständnis.

Was aber tun, wenn Sie nun Schwierigkeiten mit Ihren Großeltern oder mit den frisch gebackenen Eltern haben? Wenn sich die Situation zugespitzt hat und Streit entstanden ist? Zunächst dürfen sie den Schmerz und die unguten Situationen in sich selbst heilen. Es ist Ihr Schmerz, Ihre Verletzung. Daher können auch nur Sie diese in Heilung bringen. Vergeben Sie die vielleicht harschen Worte der Schwiegertochter, oder das distanzlose Verhalten der Oma. Sehen sie sich an, was das für einen Schmerz in Ihnen ausgelöst hat, und heilen Sie diesen Schmerz. Dann können Sie wieder frei auf Ihr Gegenüber zugehen und eine neue Begegnung ist möglich.

Autor: Barbara Manuela Herdle, HP Psychotherapie
Thema: Konflikte zwischen Eltern und Großeltern
Webseite: https://www.Seelentraum.com

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