Warum bin ich so schüchtern?

Schüchternheit ist lästig. Schüchternheit nervt. Schüchternheit stört gerade dann, wenn man sie am wenigsten gebrauchen kann. Ganz plötzlich taucht sie völlig unvermittelt auf.

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Ob es ein Gespräch im Kollegenkreis ist, bei dem man sich profilieren könnte, wenn, ja wenn man nicht so schüchtern wäre. Karriere zu machen ist schwierig, wenn man sich nicht darzustellen weiß. Denn, wer zu schüchtern ist, sagt nichts, selbst dann nicht, wenn er die Antworten und Lösungen kennt.

Ein Elternabend in der Schule, ist ebenso schwierig für einen schüchternen Menschen, weil er sich nicht traut, seine Meinung zu sagen. Er bleibt mit seiner Ansicht allein und kann deshalb nur hinnehmen, was andere äußern. Schüchternheit macht abhängig. Einfach, weil man keine eigene Meinung dagegensetzen kann.

Was auch passiert, immer erlebt man die eigene Schüchternheit als massive Einschränkung.

Schüchternheit macht einsam

Am liebsten würde man sich im Erdboden verkriechen oder sich unsichtbar machen, wenn man von anderen angesprochen wird. Schließlich weiß man einfach nichts zu sagen, weil Schüchternheit auch mundtot macht. Noch schlimmer ist jedoch die Aufforderung, sich zu einem Thema zu äußern. Das kann für einen schüchternen Menschen ein Albtraum sein.

Diese Aufforderung kann zum Gegenteil führen. Statt den Weg für einen schüchternen Menschen zu ebnen, kann sie zu dessen Lähmung führen. Die Schüchternheit siegt. Schüchterne Menschen machen sich nämlich häufig Gedanken darüber, was andere über sie denken könnten. Sie hassen es, im Focus zu sein und auf diese Weise in den Mittelpunkt gerückt zu werden.

Schüchterne Menschen haben es im Leben einfach schwer. Auch bei der Partnersuche wirkt die eigene Schüchternheit hinderlich. Zum einen hat man nicht den Mut, einen Menschen anzusprechen, der einem gefällt. Zum anderen fällt es schüchternen Menschen besonders schwer, etwas von sich selbst preis zu geben, auch dann, wenn sie bereits mit einem Menschen in Kontakt sind, der sich interessiert zeigt.

Die Folgen liegen auf der Hand. Ein Mensch, der Angst davor hat, sich zu präsentieren, hat deutlich geringere Chancen, den passenden Partner zu finden. Schüchternheit macht einsam.

Woher kommt meine Schüchternheit?

Wenn du dich nun fragst, warum du so schüchtern bist, dann mache dir bewusst, welche Angst sich hinter deiner Schüchternheit verbirgt. Hast du Angst vor Ablehnung, oder ist es die Angst zu versagen, die dich umtreibt? Befürchtest du, man könne schlecht über dich reden?

Was sind die schlimmsten Befürchtungen, die du hast? Glaubst du, es wäre vielleicht dumm, was du sagst? Glaubst du, es könnte jemand über dich lachen?

Angst ist meist kein guter Ratgeber. Denn allzu oft steckt genau sie hinter einer ausgeprägten Schüchternheit. Angst hilft dann, wenn sie dich schützt. Behindert sie dich jedoch, solltest du genau hinschauen, welche Ursachen deine Angst hat. Die Ursache der Angst, die häufig hinter einer massiven Schüchternheit steht, liegt oft in einem mangelnden Selbstbewusstsein. Ein selbstsicherer Mensch ist nicht schüchtern. Er hat keine Angst, etwas Falsches zu sagen, und fragt sich auch nicht, was andere Menschen über ihn denken mögen. Dieser Mensch steht zu sich. Selbst wenn er Fehler macht, weiß er, dass Fehler menschlich sind. Also gesteht er auch sich selbst Fehler zu. Über andere Menschen denkt er: Warum sollten die über mich lachen. Ich gebe ihnen keinen Grund. Und selbst wenn ... es schadet mir nicht, sondern ist mir egal. Vielleicht lache ich sogar gemeinsam mit ihnen.

So gibt es enorm viele Unterschiede zwischen schüchternen Menschen und selbstbewussten Menschen. Mangelndes Selbstbewusstsein entsteht bereits in der frühen Kindheit. Zu einem Zeitpunkt, als Mutter und Vater es nicht schafften, dem Kind ein gutes Selbstwertgefühl für sein Leben zu vermitteln. Als die Umwelt, wie Verwandte, Schule oder Sportverein das Kind herabwürdigten. Je mehr ein Kind Kritik erfährt, je weniger es in seinem Sein gestärkt wird, desto schwieriger fällt es ihm, Selbstbewusstsein auszuprägen.

Wenn ein Kind immer wieder Sätze zu hören bekommt, wie: „Das kannst du nicht.“, „Du bist nicht gut genug.“ oder: „Das schaffst du nicht.“ fängt es an, an sich zu zweifeln. Das kann zur Folge haben, dass das Kind schüchtern wird, weil es sich fortan nichts mehr zutraut.

Kommen auch noch Sätze hinzu, wie: „Was sollen denn die Nachbarn denken?“, wird eine bestehende Grundängstlichkeit auch noch verstärkt. Fatal ist auch, wenn Babys schreien gelassen werden, weil sie vorgeblich satt und sauber sind. Wenn ihr Grundbedürfnis nach Nähe, Geborgenheit und beschäftigt werden, ignoriert wird. Dann erfahren Kinder eins: „Ich bin nicht wichtig.“ So ging es vielen Menschen, da dies Erziehungsstil von Generationen war.

Auch das kann zu einer ausgeprägten Schüchternheit führen, denn ein Mensch, der sich nicht wichtig für andere fühlt, neigt dazu, sich selbst abzulehnen. Wer aber schüchtern ist, der kommt bei anderen Menschen nicht gut an. Wie bei einer Selffulfilling Prophecy fühlt sich der Schüchterne in seiner negativen Eigenwahrnehmung bestärkt, und ein unsäglicher Kreislauf von Schüchternheit & Negativbestätigung beginnt.

Wege aus der Schüchternheit

Das ist die gute Nachricht: Man kann lernen, seine Schüchternheit abzulegen. Wie bereits oben erwähnt braucht es dazu ein gutes Selbstbewusstsein. Dieses kann man sich im Rahmen einer Persönlichkeitsentwicklung aneignen.

Es gibt viele Tipps, die einem helfen, selbstbewusster zu werden. Das Internet ist voll davon. Man findet Bücher, Podcasts, Videos usw. zu dem Thema, und kann sich allein auf den Weg machen.

Wer sich effektiver mit dem Thema auseinandersetzen möchte, sollte sich einen Coach gönnen. Dieser hilft dabei, seinen eigenen Weg zu finden, und steuert den Prozess so, dass die Entwicklung schneller geht. Wichtig in beiden Fällen ist, dass man die Zeit bekommt, die man benötigt, um die eigene Schüchternheit abzulegen.

Autor: Almut Bacmeister-Boukherbata
Thema: Warum bin ich so schüchtern?
Webseite: http://www.paarberatung-hamburg.de

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