Was ist, wenn man seine Gefühle verdrängt?

Ein Beitrag von Conny Machunze darüber, was geschieht, wenn man sich hinter Masken versteckt.

venedig verschiedene masken

Wir alle kennen es von klein an, wir machen es um dazu zu gehören, lieber angepasst sein, lieber sich zu der gleichen Meinung wie die, die die anderen haben, verbiegen. Ich könnte ja mit meinem Gefühl, was ich habe, alleine dastehen, werde dann womöglich ausgestoßen, ausgelacht, nein, ich tue lieber alles, damit die anderen mich auch ja mögen und ich nicht als Außenseiter dastehe.

In dem Moment in dem das Kleinkind seinen Namen nennen kann, fängt das „Ego“ (griechisch und heißt „ich“) an, sich zu formen, ein Denkmuster: das Ego Cornelia formt sich mithilfe der Personen der Umgebung, Eltern, Verwandte, Kindergartenkinder, die quetschen es sozusagen in die Form „Cornelia“ hinein und da passt das eine oder andere Gefühl welches das Individuum Cornelia hat, nicht hinein. „Pass auf!“ „Das kommt überhaupt nicht in Frage!“ Die Eltern sind es zuerst, wollen „nur das Beste“ und das Kind von allem Leid fernhalten, merken aber nicht wie sie dabei die Entwicklung des Kindes hemmen und es festhalten, es entstehen enorme Verstrickungen und Verhaltensmuster.

Das Kind liebt den Vater, liebt die Mutter und tut alles um sie glücklich zu machen und tut alles um dem Vater, der Mutter das Leben leicht zu machen, wenn die Eltern zum Beispiel getrennt sind, gleicht das Kind sogar oft das Verhältnis aus, will jedem gerecht werden, will, dass die Eltern bestmöglich glücklich sind, und auch hier mal wieder entsteht schon oft das Thema der Schuld.

Im Laufe des Lebens wiederholen sich die Situationen mit Schulkameraden, Freunden, Verwandten, mit dem ganzen Umfeld, die dazu beitragen, dass sich anders verhalten wird als eigentlich gewollt und je mehr verdrängt wird, desto unklarer wird, was ist eigentlich meines? Was will ich denn überhaupt? Wie stehe ich dazu? Ist das jetzt meine Meinung oder die meiner Eltern? 

Im nächsten Entwicklungsschritt, der Pubertät, wird das ganze erstmalig in Frage gestellt aber die Prägung ist schon so dermaßen eingebrannt und dann geht die Gefühlsverdrängung weiter, in der ersten Liebe, in weiteren Beziehungen, die angelernten Muster wiederholen sich gebetsmühlenartig, immer wieder dieselben Probleme zeigen sich, ob es die Frau ist, die immer wieder Männer wählt, die sie auf den ihrer Meinung nach, richtigen Weg bringen will, sie lässt sich schlagen, lügt für den Mann mit, wenn er z.B. Alkoholiker ist, versteckt sich, verbirgt ihr eigenes Licht, dass so leuchten könnte wenn sie ihre persönlichen Gefühle leben könnte.

Es kann auch eine schöne heile Welt (sich selbst) vorgegauckelt werden. Die Gefühle unterdrückt hat auch immer mit Selbstbetrug zu tun oder der immer wieder cholerische Chef, der ständig meckert oder man wird von den Kollegen gemobbt oder immer wieder gerät man selbst in eine Misslage und natürlich sind die anderen Schuld. Sehr häufig ergeben sich aus der Gefühlsverdrängung auch Essstörungen jeglicher Art ob Adipositas, Anorexie oder auch nur der Rettungsring um die Hüfte, der Ort, wo das Fett ansetzt, ist auch ein Hinweis auf das Individuum da das Fettpolster ein Schutz darstellt vor dem Thema was versteckt wird (vor sich selbst). Bei der Auswahl der Masken die aufgesetzt werden um die Gefühle zu verdrängen wird ungeheure Kreativität entwickelt.

Wo ist der Impuls zum Erwachen?

Früher oder später kommt dann bei dem einen oder anderen des öfteren schon mal ein Impuls, dass dieses Leben so doch nicht alles gewesen sein kann, spätestens dann wenn die Kinder aus dem Hause gehen. Wo ist der Sinn, wie habe ich meine Lebenszeit verbracht? Tief im Innern brennt ein Licht das daran erinnert, dass dieses auch noch andere Wege ausleuchten vermag.

Die Krise als Chance 

Ungelebte eigene Gefühle führen früher oder später in die Krankheit, ob Depressionen, Persönlichkeitsstörungen, Panikattacken oder auch nur ein Schnupfen. Jede Krankheit ist Ausdruck der Seele und zwingt in eine Lebensänderung hinein. Krisen jeglicher Art und selbst Unfälle führen darauf zurück. Die Seele versucht uns hier wieder zurück auf unseren Weg zu zwingen. Nur die Krise führt uns hinaus aus unserem Herdendasein, sie rüttelt uns wach, sie zwingt dazu, mal hin zu schauen, hin zu sich selbst, und die anderen sind an unserer Krise nicht schuld ! Nein, auch nicht der Autofahrer, der die Vorfahrt genommen hat und es offensichtlich deswegen zu dem tragischen Unfall kam.

Seele ein Fremdwort?

Jetzt wird es ernst!! Die Seele, was ist das?

sonnenstrahlen nebel wald klein

„Der Ausdruck Seele hat vielfältige Bedeutungen, je nach den unterschiedlichen mythischen, religiösen, philosophischen oder psychologischen Traditionen und Lehren, in denen er vorkommt. Im heutigen Sprachgebrauch ist oft die Gesamtheit aller Gefühlsregungen und geistigen Vorgänge beim Menschen gemeint. In diesem Sinne ist „Seele“ weitgehend gleichbedeutend mit „Psyche“, dem griechischen Wort für Seele. „Seele“ kann aber auch ein Prinzip bezeichnen, von dem angenommen wird, dass es diesen Regungen und Vorgängen zugrunde liegt, sie ordnet und auch körperliche Vorgänge herbeiführt oder beeinflusst“, beginnt Wikipedia mit der Erklärung des Begriffes „Seele“.

Die Seele ist der Faden der uns durch alle Inkarnationen hindurch zur (Ego)-Seite steht, der Körper, das Ego, die materielle Welt stirbt, Seele geht in die Einheit zurück dahin wo sie herkommt, sie ist nicht greifbar, sie ist eine feinstoffliche Energie, sie möchte uns im Leben unseren persönlichen Weg weisen hin zur Ganzheit, zur Heilung, zum heil sein. Aber um „heil“ zu werden muss man erst einmal in durch das „Unheil“ hindurch. Das wird verlangt, wenn man sich schon mal für den Weg der Inkarnation auf der Erde entschieden hat denn auf der Erde gilt das Gesetz der Polarität und das Verständnis und das Leben des Ausgleichs der beiden Pole wäre die Lösung für die Heilung.

„Wie oben so unten“ sagte schon Hermes Trismegistos, er war der Vater der okkulten Weisheit, der Begründer der Astrologie, der Entdecker der Alchimie. Die Einzelheiten seiner Lebensgeschichte sind während der langen Jahrtausende verloren gegangen.

Das innere Feuer, das in jedem von uns lodert, das uns verbindet mit der Instanz von der wir herkommen, das lässt uns dran bleiben am Glauben dass es noch mehr gibt als das, was man sehen und anfassen kann und das ist religionsunabhängig und hat nichts mit dem Glauben an Gott oder wem auch immer zu tun. Und da kann man nicht mehr von materiellem, also von der Verdichtung in einen Körper, eine Materie sprechen. Hier geht es um Feinstofflichkeit, um Energie.

Was hat das jetzt alles mit der Frage zu tun: Was passiert, wenn man seine Gefühle verdrängt?

Nochmal erwähnen möchte ich hier an der Stelle, dass jeder Mensch, den es gibt, ganz individuell ist mit ganz eigenen persönlichen Erfahrungen die auch wieder ganz eigene persönliche Gefühle im Alltag, im Leben hervorbringen. Die Welt möchte immer alle/alles gleich machen, alle in`s „wir“ bringen. Jeder, ich nicht ausgenommen, spricht statt von sich selbst von „man“ tut dieses oder jenes, „man“ fühlt dieses oder jenes.

Hier schreit „man“ schon „ich bin so wie du“, „ich habe die gleichen Bedürfnisse, die gleichen Gefühle“. Jeder ist gleich. Wenn der andere das gleiche erfährt, ist es schon wieder nicht mehr so schlimm, da kann man sich wieder gut dem Alltag zuwenden und verdrängen,- ist ja alles nicht so schlimm, ist ja normal, wie ich fühle.

Ich bin erkältet, nicht so schlimm, werfe ich eine Ibo ein und ich kann weiter im Alltag funktionieren. Die Erkältung ist der kleine Wink von der Seele: „Hallöchen! Höre mal hin!

Man hat immer und immer wieder die Möglichkeit hinzuhören, die Erkältung kommt immer mal wieder, dann schon mal weiter Sinusitis, Entzündungen oder sonst was an Symptomen.

Dann wird der Arzt aufgesucht, der dann das ein oder andere Medikament verschreibt für dieses oder jenes Symptom oder oft ist auch alles in Ordnung und der Arzt findet nichts, Blutwerte alles stimmt und das Symptom ist aber trotzdem da. Dann ist es entweder der Arzt Schuld und es wird gewechselt oder im günstigen Fall, fängt dann die Eigenerforschung der Krankheit an, der „innere Heiler“ beginnt sich zu rühren.

Es gibt viele Methoden da weiter zu schauen,- zur Ruhe kommen mit Entspannungsmethoden, autogenes Training, Yoga, Atemübungen, Qigong.

frau macht yoga am see klein

Nicht auf seine Gefühle zu hören verursacht ja auch enormen Stress im Alltag, es wird von einem zum anderen Termin gehetzt um ja alles zu erledigen was von uns verlangt wird und damit man uns nichts nachsagen kann, „wir haben unsere Schuld getan“ ist ein beliebter Spruch den sicher viele auch gehört haben.

Und dann geht es so langsam Richtung „Burnout“. Die meisten Menschen kommen zu mir weil sie gerade durch Klinikaufenthalte aus der Depression raus sind und in dem Zustand irgendwann ihr inneres Licht haben brennen spüren und nun weiter schauen möchten wo ihr Weg liegt.

Andere haben schon mal davon gehört, dass man in früheren Leben den Schlüssel findet für das Problem welches im heutigen Leben die Nerven raubt.

Das wichtigste Element ist die Liebe!

stamm wurzel herz klein

Bei meiner Arbeit geht es darum, die Anteile, die nicht gelebt werden, mit dazu zu holen und ins Leben zu bringen und lieben zu lernen, da geht es erst einmal in den Holotropen Atem, auch Rebirthing-Atmen genannt, man gebärt sich sozusagen aus sich selbst heraus selbst um alles, was in einem ist, zu erforschen, sein Naturell zu entdecken und zu leben um ein Stück mehr „heil“ zu werden.

Und es kann Angst dabei sein: „Wen entdecke ich hinter den ganzen Masken und Schleiern?“ Kenne ich mich dann noch wieder?“ Diese Angst ist berechtigt aber keine Sorge, die Seele lässt nur das zu, was man gerade selbst vertragen kann und was gerade dran ist auf dem Lebensweg.

Dann Stück für Stück im eigenen Tempo traut man sich immer mehr, seinen Gefühlen zu vertrauen und sie zu leben, im Einklang mit der Natur aus der wir kommen, deren Teil jeder von uns ist, so individuell wie jedes Blättchen am Baum anders ist.

Autor: Conny Machunze, Psychologische Beraterin
Thema: Was ist, wenn man seine Gefühle verdrängt?
Webseite: https://www.connymachunze.de
Email: : Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Tel: 0163 - 8060205

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